37 Banken planen Euro-Stablecoin als Alternative zu Dollar-Coins

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Banken planen einen MiCA-konformen Euro-Stablecoin, während Blockchain-Projekte quantensichere Verschlüsselung, institutionelle Netzwerke und tokenisierte Finanzmärkte vorantreiben.

Europäische Banken treiben einen Euro-Stablecoin voran, während Blockchain-Projekte zugleich an quantensicherer Verschlüsselung, institutionellen Netzwerken und tokenisierten Finanzmärkten arbeiten. Der Pressespiegel zeigt, wie schnell sich Krypto-Infrastruktur, Regulierung und klassische Finanzbranche verzahnen – und warum auch Mining-Unternehmen ihre Geschäftsmodelle erweitern.

37 Banken planen Euro-Stablecoin als Alternative zum Dollar

Ein Konsortium aus 37 Banken aus 15 europäischen Ländern arbeitet an einem Euro-Stablecoin. Zu den beteiligten deutschen Instituten gehören Deka, DZ Bank und Helaba. Das berichtet Capital.de in einem Gespräch mit Jan-Oliver Sell, dem CEO von Qivalis.

Der geplante Stablecoin soll gemäß der europäischen Kryptoregulierung MiCA entwickelt werden. Er soll eins zu eins durch Reservevermögen gedeckt und zum Nennwert einlösbar sein. Die Reserve soll laut MiCA aus kurzlaufenden Anleihen und mindestens 30 Prozent Bankeinlagen bestehen. Zusätzlich ist ein eigenes Kapitalpolster von mindestens zwei Prozent des Reservewerts vorgesehen.

Nach Angaben von Qivalis macht der Euro etwa 20 Prozent der globalen Zahlungsströme aus, ist im Stablecoin-Markt auf der Blockchain bislang jedoch nur mit einem Anteil von 0,3 Prozent vertreten. Die Liquidität konzentriere sich derzeit weitgehend auf Dollar-Stablecoins, obwohl Banken zunehmend blockchainbasierte Prozesse einsetzen.

Der Coin soll sich vor allem an institutionelle Nutzer richten. Als Anwendungsbereiche nennt Qivalis grenzüberschreitende Zahlungen, die Abwicklung tokenisierter Vermögenswerte und Euro-Liquidität auf der Blockchain. Der Vertrieb soll nicht über einen Direktkauf durch Privatpersonen erfolgen, sondern über Partner wie Börsen, Zahlungsdienstleister und Banken.

Qivalis berichtet außerdem von wachsendem Interesse an Euro-basierten Zahlungen aus Asien und Lateinamerika. Im Projekt Pangea arbeitet das Unternehmen unter anderem mit koreanischen Banken an schnelleren Devisengeschäften zwischen Europa und Südkorea. Der eigene Stablecoin könnte laut Sell noch bis Ende des Jahres live gehen, sofern die notwendige Lizenz rechtzeitig erteilt wird.

AngabeQuelle
Beteiligte Banken37
Beteiligte Länder15 europäische Länder
Anteil des Euro an globalen Zahlungsströmenetwa 20 Prozent
Anteil des Euro am Stablecoin-Markt0,3 Prozent
Mindestanteil der Bankeinlagen an der Reserve30 Prozent
Kapitalpolster von Qivalismindestens zwei Prozent des Reservewerts
„Wir registrieren von verschiedenen Seiten großes Interesse am Euro.“ – Jan-Oliver Sell, CEO von Qivalis, gegenüber Capital.de

Infobox: Capital.de zufolge soll ein bankgestützter Euro-Stablecoin institutionelle Zahlungen und tokenisierte Vermögenswerte unterstützen. Qivalis strebt einen Start bis Ende des Jahres an.

CoinDesk: Quantenresistenz soll durch Mathematik und Codierung entstehen

CoinDesk berichtet über einen Ansatz, Blockchains gegen künftige Quantencomputer abzusichern, ohne auf Quantenhardware zu warten. Muriel Médard, Mitbegründerin von Optimum und Professorin am MIT, argumentiert, dass klassische Mathematik bereits die notwendigen Werkzeuge bereitstelle.

Ein zentrales Risiko besteht laut dem Beitrag in der Strategie „jetzt ernten, später entschlüsseln“. Dabei sammeln Akteure verschlüsselte Daten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu entschlüsseln, sobald leistungsfähige Quantencomputer verfügbar sind. Blockchains seien besonders exponiert, weil sie Geld, Identitäten, Verträge und Governance dauerhaft sichern.

Der Artikel stellt die Post-Quantum-Kryptographie als Reaktion auf die Schwächen traditioneller Verfahren dar. RSA beruht auf der Schwierigkeit, sehr große Primzahlen zu faktorisieren. CoinDesk verweist darauf, dass Peter Shor im Jahr 1994 zeigte, wie ein Quantencomputer solche Probleme deutlich schneller lösen könnte.

Als Beispiel für einen Post-Quantum-Ansatz nennt der Beitrag das 1978 eingeführte McEliece-Kryptosystem. Dessen Verschlüsselung und Entschlüsselung seien jedoch so rechenintensiv, dass die praktische Nutzung mit erheblichen Kosten verbunden sei. Auch im Blockchain-Sektor gebe es bereits Forschungs- und Entwicklungsprojekte: Die Ethereum Foundation unterstütze ZKnox, während Algorand seine gesamte Chain-Historie mit FALCON-Signaturen absichere.

Im Mittelpunkt des vorgeschlagenen Ansatzes steht Random Linear Network Coding, kurz RLNC. Die Methode zerlegt Daten in kodierte Gleichungen, die während der Übertragung durch ein Netzwerk gemischt und neu kombiniert werden können.

Nach Darstellung von CoinDesk müsse bei einer RLNC-basierten PQC-Verschlüsselung nicht der gesamte Datensatz verschlüsselt werden. Wenn beispielsweise eine von zehn kodierten Gleichungen verschlüsselt werde, könne der gesamte Datensatz quantensicheren Schutz erhalten. Die Verschlüsselung von 10 Prozent der Daten soll demnach 100 Prozent des Datensatzes schützen und 90 Prozent der Rechenlast einsparen.

RLNC könne auf verschiedenen Ebenen des Web3-Stacks eingesetzt werden. Auf der Anwendungsebene wäre eine Umsetzung in Software möglich. Darüber hinaus verweist der Beitrag auf eine Synthese von RLNC in Hardware-Chips am MIT. Auch eine Nutzung als quantensichere Speicherschicht für Blockchains wird beschrieben.

Infobox: CoinDesk beschreibt RLNC als mathematischen Ansatz für quantensichere Blockchains. Der Beitrag betont, dass Schutzmaßnahmen vor der Verfügbarkeit leistungsfähiger Quantencomputer umgesetzt werden sollten.

Circle startet Arc-Mainnet mit Validatoren aus der Finanzbranche

Circle will am Mittwoch das öffentliche Arc-Mainnet mit 11 Gründungs-Validatoren starten. BeInCrypto berichtet, dass zu den beteiligten Unternehmen BlackRock, Visa und Mastercard gehören. Weitere genannte Validatoren sind Galaxy, SBI Group und Standard Chartered.

Arc ist ein Layer-1-Netzwerk von Circle, dem Herausgeber des USD Coin. Die Blockchain wurde für Zahlungen, Devisengeschäfte und tokenisierte Wertpapiere entwickelt. Die Gebühren werden in USDC bezahlt und nicht in einem volatilen nativen Token.

Nach Angaben von BeInCrypto sammelte Circle in einem Arc-Token-Presale 222 Millionen USD bei einer Bewertung von 3 Milliarden USD ein. Die Marktkapitalisierung von USDC wird mit 74,2 Milliarden USD angegeben.

Memecoin-Händler beobachten den Start, weil sie eine ähnliche Entwicklung wie bei der Robinhood-Blockchain erwarten. Robinhood startete am 1. Juli eine auf Arbitrum basierende Layer-2 für reale Vermögenswerte. Laut Dune-Daten stieg das DEX-Volumen dort am 8. Juli auf 563,9 Millionen USD; an diesem Tag wurden 16.639 Token erstellt.

Die Aktivität auf der Robinhood-Blockchain nahm im August zunächst ab und stieg anschließend wieder. Am 29. August überschritt das tägliche DEX-Volumen erstmals 1,06 Milliarden USD. Anfang dieses Monats wurde ein Höchststand von 3,7 Milliarden USD erreicht.

BeInCrypto zufolge analysieren Spekulanten bereits Arc-Launchpads und Vor-Mainnet-Token. Sie setzen darauf, dass die erste Handelswoche von Arc ähnlich spekulativ verlaufen könnte wie der Start der Robinhood-Blockchain. Damit trifft die institutionelle Positionierung von Circle auf das Interesse von Memecoin-Tradern.

AngabeWert
Gründungs-Validatoren von Arc11
Arc-Token-Presale222 Millionen USD
Bewertung im Presale3 Milliarden USD
USDC-Marktkapitalisierung74,2 Milliarden USD
DEX-Volumen der Robinhood-Blockchain am 8. Juli563,9 Millionen USD
Am 8. Juli erstellte Token16.639
DEX-Volumen am 29. August1,06 Milliarden USD
Späterer Höchststand des DEX-Volumens3,7 Milliarden USD
„Wenn Sie auf CT aktiv waren, haben Sie vermutlich bereits gesehen, dass viele es als das nächste Robinhood-Schlachtfeld bezeichnen. Vielleicht haben sie recht.“ – StarPlatinum, zitiert von BeInCrypto

Infobox: BeInCrypto zufolge verbindet Arc institutionelle Zahlungsinfrastruktur mit einem erwarteten spekulativen Handelsinteresse. USDC dient als Gas-Token, während 11 Gründungs-Validatoren aus der traditionellen Finanzwelt beteiligt sind.

OST veröffentlicht Fachbuch zu DeFi, Krypto-Assets und Tokenisierung

Drei Autoren der OST – Ostschweizer Fachhochschule haben ein Fachbuch zur digitalen Finanzwelt veröffentlicht. LEADER Digital berichtet, dass Pascal Egloff, Ernesto Turnes und Stefan Neumann in „Navigating Decentralized Finance: From Blockchain to Crypto Assets and Tokenization“ technologische Grundlagen mit wirtschaftlichen und regulatorischen Fragen verbinden.

Das englischsprachige Werk ist bei Academic Press, Elsevier, erschienen und richtet sich an Studenten, Fachpersonen und Entscheidungsträger. Behandelt werden Blockchain-Technologien, Krypto-Assets und Tokenisierung sowie deren Bedeutung für Banken, Börsen, Vermögensverwalter und Regulierungsbehörden.

Ein Schwerpunkt liegt auf dezentralen Finanzsystemen. DeFi ermöglicht laut dem Beitrag Finanzdienstleistungen ohne klassische Banken als Vermittler. Blockchain-Netzwerke bilden dabei die Grundlage für den direkten Austausch digitaler Vermögenswerte.

Die Tokenisierung kann Wertschriften, Immobilien und Kunstwerke digital abbilden und handelbar machen. Zugleich behandelt das Buch Fragen zu Sicherheit, rechtlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Auswirkungen digitaler Finanzmärkte.

Auf 398 Seiten geht das Werk auf Distributed-Ledger-Technologien, die Infrastruktur digitaler Finanzmärkte, die Ökonomie von Krypto-Assets, Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen, Smart Contracts und NFTs ein. Auch Finanzkriminalität und Compliance werden berücksichtigt.

Mehr als 120 Abbildungen, Fallstudien und Beispiele aus der internationalen Finanzwirtschaft ergänzen die Ausführungen. Das Buch ist für das Selbststudium und die Hochschullehre konzipiert. Dozenten erhalten über eine ergänzende Website Zugang zu Vorlesungsfolien für Bachelor-, Master- und Weiterbildungsprogramme.

Pascal Egloff leitet das Kompetenzzentrum Banking und Finance und beschäftigt sich mit Blockchain, digitalen Assets und Innovationen im Bankensektor. Ernesto Turnes führt seit 2023 das Institut für Finance und Law. Stefan Neumann verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen im Bankensektor und arbeitet zu digitalen Assets, Compliance und regulatorischen Fragen.

Bibliografische AngabeWert
TitelNavigating Decentralized Finance: From Blockchain to Crypto Assets and Tokenization
VerlagAcademic Press (Elsevier)
Umfang398 Seiten
SpracheEnglisch
Erste AuflageNovember 2025
Paperback-ISBN978-0-443-27408-4
E-Book-ISBN978-0-443-27409-1

Infobox: LEADER Digital zufolge behandelt das Buch der OST die technologischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Grundlagen digitaler Finanzmärkte. Die Darstellung umfasst DeFi, Stablecoins, digitale Zentralbankwährungen, Smart Contracts, NFTs sowie Compliance.

Riot Platforms übernimmt Block Mining für 92,5 Millionen US-Dollar

Riot Platforms übernimmt Block Mining für insgesamt 92,5 Millionen US-Dollar und sichert sich dadurch zusätzliche Standorte in Kentucky. Börse Express berichtet, dass die Kapazität zunächst um 60 Megawatt steigt. Das Gesamtpotenzial der neuen Standorte wird mit 155 MW angegeben.

Von der bereits operativen Leistung entfallen 23 MW auf das Eigen-Mining und 18 MW auf Hosting-Dienste. Riot plant eine weitere Entwicklung der Standorte und nennt eine Pipeline von über 300 MW an drei verschiedenen Standorten.

Die Transaktion wird mit 18,5 Millionen US-Dollar in bar und 74 Millionen US-Dollar in Aktien finanziert. Nach Darstellung von Börse Express ergänzt der Zukauf die Kapazitäten des Rockdale-Campus und soll die Abhängigkeit von einzelnen Standorten verringern.

Riot steigerte seine Hashrate in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres auf 42,5 Exahashes pro Sekunde. Das entspricht einem Zuwachs von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In diesem Zeitraum produzierte das Unternehmen 1.473 Bitcoin und hielt insgesamt 15.680 Bitcoin.

Für das zweite Quartal meldete Riot einen Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 174,2 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig weitete sich der Verlust je Aktie auf 0,68 US-Dollar aus, während Beobachter mit einem Minus von 0,33 US-Dollar gerechnet hatten.

Im Bereich Data Center stammten rund 23,2 Millionen US-Dollar der Erlöse aus Leasing-Verträgen und dem Ausbau von Infrastruktur. Riot investiert weiter in die Skalierung und wird dabei laut Börse Express durch eine Kreditfazilität von Morgan Stanley unterstützt.

Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 18,53 Euro. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 64 Prozent. Der Wert lag zuletzt rund 13 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Das Short Interest wird mit 14,47 Prozent der frei handelbaren Aktien angegeben. Gleichzeitig hielt der Hedgefonds Third Point im zweiten Quartal bei Riot Platforms keine Aktienpositionen, sondern Schuldtitel im Wert von rund 7,03 Millionen US-Dollar.

Das Marktumfeld bleibt laut Börse Express anspruchsvoll. Die Mining-Difficulty stieg zuletzt auf 127,45 Billionen (T). Der Bitcoin-Preis konsolidierte nach dem Sprung über 80.000 Dollar und lag am Vortag bei etwa 77.000 Dollar. Im Fokus stand außerdem die Sitzung der US-Notenbank Fed am 15. und 16. September.

KennzahlWert
Übernahmepreis für Block Mining92,5 Millionen US-Dollar
Sofortige Kapazitätserweiterung60 MW
Gesamtpotenzial der neuen Standorte155 MW
Eigen-Mining23 MW
Hosting-Dienste18 MW
Pipelineüber 300 MW
Barzahlung18,5 Millionen US-Dollar
Finanzierung über Aktien74 Millionen US-Dollar
Hashrate42,5 Exahashes pro Sekunde
Bitcoin-Produktion1.473 Bitcoin
Bitcoin-Bestand15.680 Bitcoin
Quartalsumsatz174,2 Millionen US-Dollar
Verlust je Aktie0,68 US-Dollar
Data-Center-Erlöse aus Leasing und Infrastrukturrund 23,2 Millionen US-Dollar
Mining-Difficulty127,45 Billionen (T)
Aktienkurs zum Handelsschluss18,53 Euro
Short Interest14,47 Prozent

Infobox: Börse Express zufolge baut Riot Platforms mit der Übernahme von Block Mining seine Mining- und Rechenzentrumskapazitäten aus. Der Zukauf trifft auf ein Umfeld steigender Mining-Difficulty, hoher Investitionen und anhaltender Volatilität.

Einschätzung der Redaktion

Der geplante Euro-Stablecoin ist strategisch relevant, weil er eine bislang erkennbare Lücke zwischen der wirtschaftlichen Bedeutung des Euro und seiner geringen Präsenz im Blockchain-Zahlungsverkehr adressiert. Entscheidend wird jedoch nicht die Zahl der beteiligten Banken sein, sondern ob der Coin ausreichend Liquidität, breite Interoperabilität und verlässliche institutionelle Nutzung erreicht.

Die MiCA-konforme Struktur kann Vertrauen schaffen, begrenzt zugleich aber die Flexibilität gegenüber weniger stark regulierten Dollar-Angeboten. Gelingt die Einbindung in grenzüberschreitende Zahlungen und tokenisierte Märkte, könnte das Projekt die digitale Rolle des Euro stärken. Der Start bis Ende des Jahres bleibt wegen der ausstehenden Lizenz ein ambitioniertes Ziel.

Zusammenfassung: Hohe strategische Bedeutung für die digitale Souveränität Europas, aber der Erfolg hängt vor allem von Liquidität, Nutzung und regulatorischer Umsetzung ab.

Quellen: