Banken und Fonds treiben tokenisierte Finanzprodukte und Blockchain-Infrastruktur voran

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Banken, Fonds und Technologieanbieter treiben tokenisierte Finanzprodukte sowie Blockchain-Infrastrukturen voran, während regulatorische Initiativen und mobile Mining-Angebote zusätzliche Dynamik erzeugen.

Banken, Vermögensverwalter und Mining-Anbieter treiben die Verschmelzung von Blockchain und klassischer Finanzwelt voran: Während IBM und Swift tokenisierte Einlagen für den institutionellen Zahlungsverkehr erproben, bringt Ondo BlackRock-Strategien als handelbare On-Chain-Portfolios auf den Markt. Parallel sorgen neue Blockchain-Fonds, regulatorische Vorstöße und mobile Mining-Angebote für zusätzliche Dynamik. Der Pressespiegel zeigt, welche Projekte die nächste Phase der digitalen Finanzinfrastruktur prägen.

Blockchain-Pressespiegel: Banken, Fonds und Mining-Anbieter treiben tokenisierte Finanzprodukte voran

FTMINING verbindet KI und mobiles Bitcoin-Mining

FTMINING hat laut Wallstreet Online einen KI-gestützten Mining-Service eingeführt, der den Zugang zum Bitcoin-Mining über mobile Geräte vereinfachen soll. Nutzer können demnach Rechenleistungsverträge online über ihre Mobiltelefone erwerben, ohne eigene Mining-Rigs zu kaufen oder ein Rechenzentrum aufzubauen und zu betreiben.

Der Anbieter beschreibt den Dienst als Verbindung von Künstlicher Intelligenz, Cloud-Computing und Blockchain-Infrastruktur. Betriebsüberwachung, Datenverarbeitung und automatisiertes Management sollen die Abläufe im Mining vereinfachen; nach der Aktivierung eines Vertrags werden die Einnahmen laut Quelle automatisch dem Nutzerkonto gutgeschrieben und können in Echtzeit auf dem Mobiltelefon verfolgt werden.

FTMINING wurde laut der Meldung 2021 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Großbritannien. Das Unternehmen gibt an, Mining mit sauberer Energie zu betreiben und eine sichere, konforme sowie transparente Blockchain-Infrastruktur aufzubauen.

Für Neukunden nennt die Plattform einen Registrierungsbonus von 15 $. Tägliche Logins werden laut Quelle mit 0,75 $ belohnt. Unterstützt werden BTC, ETH, LTC, USDT, USDC, XRP, SOL, DOGE und BCH.

VertragInvestitionZyklusGesamtgewinn
Einstiegsvertrag100 $2-Tage-Zyklusca. 108 $
Stabiler Vertrag1000 $10-Tage-Zyklusca. 1136 $
Profi-Vertrag5000 $20-Tage-Zyklusca. 6500 $
Fortgeschrittenenvertrag25000 $30-Tage-Zyklusca. 39250 $

Darüber hinaus erklärt FTMINING, dass die Plattform Mining-Maschinen der neuesten Generation einsetzt, um eine stabile Rechenleistung zu gewährleisten. Für den Schutz der Kundengelder nennt das Unternehmen unter anderem eine Firewall auf Bankenniveau, Cloud-Sicherheitsauthentifizierung, Multi-Signatur-Cold-Wallets und ein System zur Vermögensisolierung.

Infobox: FTMINING setzt auf mobile Cloud-Computing-Mining-Verträge, KI-gestützte Betriebsabläufe und mehrere digitale Zahlungs- beziehungsweise Einzahlungsoptionen. Die in der Quelle genannten Verträge reichen von 100 $ bis 25000 $.

IBM integriert Digital Asset Haven in Swifts Blockchain-Netzwerk

BTC-ECHO berichtet über eine Integration von IBM Digital Asset Haven in das blockchainbasierte Shared Ledger von Swift. Dadurch sollen Kunden der Plattform tokenisierte Bankeinlagen zwischen teilnehmenden Institutionen übertragen können, während die Banken weiterhin die etablierten ISO-20022-Nachrichten verwenden.

Ein neuer Messaging Adapter von IBM übersetzt die bisherigen Zahlungsanweisungen in Transaktionen auf dem Shared Ledger. Die tokenisierten Einlagen können laut Quelle rund um die Uhr zwischen teilnehmenden Instituten bewegt werden; die endgültige Abwicklung erfolgt weiterhin über bestehende Systeme wie Real-Time-Gross-Settlement-Netzwerke.

Swift bleibt damit ein Finanznachrichtennetzwerk und ersetzt die traditionelle Abwicklungsinfrastruktur nicht vollständig. Nach Angaben von BTC-ECHO wurde das Shared Ledger gemeinsam mit mehr als 40 Finanzinstituten entwickelt und innerhalb von weniger als neun Monaten vom Konzept in die aktive Testphase gebracht.

17 Institute gehören laut dem Bericht zur ersten Gruppe, die Transaktionen mit tokenisierten Bankeinlagen erprobt. Welche dieser Banken bereits konkrete Transaktionen über IBM durchgeführt haben, wurde nicht genannt.

Die potenzielle Reichweite des Vorhabens ergibt sich aus dem bestehenden Swift-Netzwerk: Swift verbindet weltweit 12.500 Finanzinstitute in mehr als 200 Märkten. IBM verweist zudem auf Daten von J.P. Morgan Payments, wonach 93 Prozent der Finanzinstitute ihre Zahlungsinfrastruktur modernisieren.

Infobox: IBM überträgt herkömmliche Zahlungsanweisungen in blockchainbasierte Ledger-Transaktionen, ohne die bestehenden Abwicklungssysteme vollständig zu ersetzen. 17 Finanzinstitute testen den Ansatz, während Swift weltweit 12.500 Finanzinstitute in mehr als 200 Märkten verbindet.

IBM bietet Banken zusätzlich eine On-Premises-Option

Auch IDNFinancials berichtet über die Verbindung von IBM Digital Asset Haven mit Swifts Blockchain-basiertem Shared Ledger. In der Beta-Version können Nutzer autorisierte Blockchain-Netzwerke anbinden und Tokenized-Deposit-Transaktionen mithilfe des ISO-20022-Standards anweisen.

Parallel stellt IBM eine On-Premises-Implementierungsoption als Beta-Version bereit. Banken, Regierungen und regulierte Organisationen sollen damit digitale Assets wie Stablecoins und Tokenized Deposits vollständig in ihren eigenen Rechenzentren verwalten können, ohne auf eine öffentliche Cloud-Infrastruktur angewiesen zu sein.

Die Lösung ist für den Betrieb auf IBM Z und IBM LinuxONE ausgelegt. Kunden können laut Quelle ihre bestehende IBM-Infrastruktur nutzen oder die Kapazität bei Bedarf erweitern. IBM beschreibt die Option als Möglichkeit, mehr Kontrolle über System- und Schlüsselverwaltung zu behalten und gleichzeitig Leistung, Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Sicherheit zu unterstützen.

Die Konfiguration kann laut IBM eine Verfügbarkeit von 99,999999 % erreichen. Für die Schlüsselverwaltung werden der in LinuxONE eingebettete IBM Crypto Express HSM, vertrauliche Computertechnologien sowie getrennte Umgebungen für Produktion, Tests und Entwicklung eingesetzt.

Darüber hinaus unterstützt die Lösung strukturierte Schlüsselzeremonie-Verfahren und Cold Storage. Die dabei erzeugte Dokumentation kann Kunden nach Angaben der Quelle für die Einhaltung regulatorischer Vorschriften verwenden.

„Die Finanzdienstleistungsbranche tritt in eine neue Ära ein, in der Tokenized Assets und traditionelle Assets nebeneinander existieren werden“, sagte Tom McPherson, General Manager IBM Z and LinuxONE, laut IDNFinancials.

Infobox: IBM kombiniert die Swift-Integration mit einer On-Premises-Bereitstellung für IBM Z und IBM LinuxONE. Die von IBM genannte mögliche Verfügbarkeit beträgt 99,999999 %.

ARK bringt Blockchain-Fonds auf den Weg, Fed und SEC bewegen sich regulatorisch

Die Kryptowährungsbranche setzt laut aktien.news ihre Entwicklung trotz der ungünstigen Abstimmung über den Clarity Act Anfang dieses Monats fort. Cathie Wood und ARK Invest kündigten demnach am Donnerstag die Auflage eines neuen Fonds an, der auf Blockchain-Technologie basiert.

Der Schritt wird als Signal für das anhaltende Engagement von ARK Invest im Krypto- und Blockchain-Sektor eingeordnet. Die gesetzgeberische Entwicklung hatte zuletzt hinter den Erwartungen zurückgelegen, der Fonds zeigt laut Quelle jedoch, dass institutionelles Interesse an Blockchain-Anwendungen bestehen bleibt.

Auch auf regulatorischer Ebene werden neue Ansätze beschrieben. Die Federal Reserve schlug neue Grenzen und Standards für Stablecoin-Emittenten vor, um den wachsenden Markt stärker zu regulieren und klarere Vorgaben für die Ausgeber digitaler Währungen zu schaffen.

Die US-Wertpapieraufsichtsbehörde SEC genehmigte laut aktien.news außerdem neue Regeln für tokenisierte Wertpapiere. Dadurch soll eine stärkere Verzahnung klassischer Finanzinstrumente mit der Blockchain-Technologie ermöglicht werden.

Infobox: ARK Invest kündigte einen Blockchain-basierten Fonds an. Gleichzeitig schlug die Federal Reserve neue Standards für Stablecoin-Emittenten vor, während die SEC neue Regeln für tokenisierte Wertpapiere genehmigte.

BlackRock-Strategien werden über Ondo als On-Chain-Portfolios angeboten

FONDS professionell und PR Newswire berichten über die Einführung von Ondo Intelligent Portfolios. Ondo Finance bietet dabei kuratierte Portfolios als einzelne, auf der Blockchain übertragbare Token an, deren Strategien von BlackRock für Ondo entwickelt wurden.

Die drei zum Start eingeführten Portfolio-Token richten sich an berechtigte Anleger außerhalb der Vereinigten Staaten in zugelassenen Rechtsräumen. Die Token sollen über bereits genutzte Wallets, Börsen und DeFi-Anwendungen verfügbar sein und ein Engagement in professionell zusammengestellten Portfolioallokationen ermöglichen.

Die neuen Portfolios sollen die bisher erforderlichen Wertpapierdepots und traditionellen Fondsstrukturen ergänzen. Ondo beschreibt die On-Chain-Struktur als Möglichkeit, Portfolios Peer-to-Peer zu übertragen, automatische Neugewichtungen auf Smart-Contract-Ebene einzusetzen und verschiedene Anlageklassen in einem einzigen Token zu vereinen.

Portfolio-TokenAusrichtung
BLKHIonOndo High Income Powered by BlackRock
BLKDIGonOndo Diversified Growth Powered by BlackRock
BLKGRWonOndo High Growth Powered by BlackRock

Nach Angaben von PR Newswire bietet das Halten eines Portfolio-Tokens ein wirtschaftliches Engagement im zugrunde liegenden Vermögenswertkorb. Anleger prägen oder lösen einen einzelnen Token ein, um einen gewichteten Korb aus tokenisierten Vermögenswerten zu halten, ohne die einzelnen Positionen selbst kaufen, gewichten oder neu ausbalancieren zu müssen.

Bestände, Gewichtungen und jede Neugewichtung sollen auf der Blockchain einsehbar sein. Die Token können laut Quelle Peer-to-Peer zwischen Wallets, Börsen und DeFi-Protokollen übertragen werden. Ondo beabsichtigt, die Produktpalette im Laufe der Zeit um weitere On-Chain-Portfolios zu erweitern.

„Solche Portfolios gab es bisher noch nie auf der Blockchain. Nun sind sie auf der Blockchain verfügbar, jederzeit übertragbar und im gesamten DeFi-Bereich nutzbar“, sagte Ian De Bode, amtierender Geschäftsführer und Präsident von Ondo Finance, laut PR Newswire.

Lisa O'Connor, globale Leiterin des Teams Model Portfolio Solutions und Co-Anlageleiterin für Global Solutions innerhalb der Multi-Asset Strategies Group bei BlackRock, erklärte laut PR Newswire, dass die Tokenisierung neue Möglichkeiten eröffne, Portfoliostrategien über digitale Infrastrukturen bereitzustellen.

Infobox: Ondo startet drei Portfolio-Token mit von BlackRock entwickelten Strategien in den Bereichen Ertrag, Allokation und thematische Anlagen. Die Token sollen berechtigten Anlegern außerhalb der Vereinigten Staaten Zugang zu diversifizierten Portfolioallokationen über ein einziges On-Chain-Instrument ermöglichen.

Einschätzung der Redaktion

Die entscheidende Entwicklung liegt in der zunehmenden Einbettung von Blockchain-Anwendungen in bestehende Finanzstrukturen. Tokenisierte Einlagen, Wertpapiere und Portfolios werden damit weniger zu einem Gegenmodell als zu einer technischen Erweiterung des etablierten Finanzsystems. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit einer schrittweisen institutionellen Verbreitung, setzt aber belastbare Regeln für Verwahrung, Haftung, Liquidität und Anlegerzugang voraus.

Besonders relevant ist die Verbindung mit vorhandenen Bankennetzwerken und professionellen Infrastrukturstandards. Sie kann Abwicklung und Übertragbarkeit effizienter machen, beseitigt jedoch nicht automatisch die zentralen Risiken: technologische Abhängigkeiten, fehlerhafte Smart Contracts, begrenzte Marktliquidität und regulatorische Unterschiede bleiben bestehen.

Die mobilen Mining-Angebote sind davon klar zu unterscheiden. Renditeversprechen, Boni und kurze Vertragszyklen sollten nicht mit der institutionellen Tokenisierung gleichgesetzt werden. Hier sind Transparenz über tatsächliche Erträge, Eigentumsrechte, Kosten, Auszahlungsbedingungen und die wirtschaftliche Substanz des Geschäftsmodells entscheidend.

Zusammenfassung: Die institutionelle Tokenisierung gewinnt an Bedeutung, weil sie an bestehende Finanzprozesse anschließt. Der nachhaltige Durchbruch hängt jedoch stärker von Regulierung, Nachweisbarkeit und Risikokontrolle ab als von der bloßen technischen Verfügbarkeit.

Quellen: