Bitcoin erholt sich – Sicherheitslücke, Chain-Split und Steuerstreit belasten den Markt

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Bitcoin erholt sich auf über 65.000 US-Dollar, während eine BTCPay-Lücke, BIP-110-Split-Risiken und eine erfolgreiche Steuerpetition Anleger beschäftigen.

Bitcoin steht zwischen Kurserholung und neuen Unsicherheiten: Während der Kurs wieder an der Marke von 65.000 US-Dollar kratzt, setzen eine BTCPay-Sicherheitslücke, das Risiko eines Chain-Splits und eine kontroverse Steuerpetition wichtige Signale für Anleger. Der Pressespiegel beleuchtet die technischen, politischen und saisonalen Faktoren, die den Kryptomarkt derzeit bewegen.

Bitcoin zwischen Kurserholung, Sicherheitsrisiken und politischer Debatte

Der Kryptomarkt hat am Samstag mehrere wichtige Themen verarbeitet: Bitcoin näherte sich der Marke von 65.000 US-Dollar, während eine Sicherheitslücke im BTCPay Server und ein möglicher Chain-Split im Zusammenhang mit BIP-110 für Unsicherheit sorgten. Gleichzeitig rückte in Deutschland eine Petition zur steuerlichen Haltefrist für Bitcoin und andere Kryptowerte in den Mittelpunkt.

Bitcoin notiert knapp unter 65.000 US-Dollar

Yahoo Finanzen Deutschland berichtete, dass Bitcoin am Samstag bei 64.986,0 US-Dollar notierte und innerhalb von 24 Stunden um 0,61 Prozent zulegte. Der Kurs lag damit knapp unter der Marke von 65.000 US-Dollar, während Anleger zugleich die Sicherheitslücke im BTCPay Server und das Risiko möglicher Replay-Attacken bewerteten.

Die Schwachstelle im BTCPay Server wurde am späten Freitag ausgenutzt. Angreifer erlangten sogenannte „Macaroon“-Dateien, die den Zugriff auf Lightning-Nodes ermöglichen, die mit der Software LND betrieben werden. Dadurch konnten Lightning-Wallets kontrolliert, Zahlungskanäle geschlossen und Gelder transferiert werden.

BTCPay bestätigte den Diebstahl von Geldern und forderte betroffene Betreiber auf, umgehend auf die Version 2.4.2 zu aktualisieren oder ihre Server offline zu nehmen. Die Zahl der Opfer und die Höhe der entwendeten Bitcoin-Beträge wurden nicht bekannt gegeben.

Der Hardware-Wallet-Hersteller Foundation teilte mit, dass Angreifer seinen BTCPay-Lightning-Node leerten, jedoch nicht auf die On-Chain-Hot-Wallet zugreifen konnten. Auch die Bitcoin-Publikation Citadel21 meldete den Verlust von Geldern aus einem Lightning-Node. Standardmäßige On-Chain-Wallets, die innerhalb von BTCPay generiert wurden, waren laut dem Bericht nicht betroffen.

Dennoch könnten Gelder gefährdet sein, die in der On-Chain-Wallet eines LND-Nodes gehalten werden. Ein detaillierter Bericht zu dem Vorfall soll erstellt werden, sobald die Betreiber ausreichend Zeit zur Installation des Patches hatten.

ThemaAngabe
Bitcoin-Kurs64.986,0 $
Veränderung innerhalb von 24 Stunden+0,61 %
Empfohlene BTCPay-Version2.4.2

Zusammenfassung: Bitcoin blieb nahe an 65.000 US-Dollar, während die BTCPay-Sicherheitslücke den Schutz von Lightning-Nodes und damit verbundener Guthaben in den Vordergrund rückte.

BIP-110 birgt Risiko eines Chain-Splits

Yahoo Finanzen Deutschland und BTC-ECHO berichteten außerdem über den vorgeschlagenen BIP-110-Fork. Dieser könnte bei Block 961.632 beginnen. BTC-ECHO meldete zum Zeitpunkt seines Berichts den Stand von Block 961.566 und verwies darauf, dass die entscheidende Schwelle bei einer durchschnittlichen Blockzeit von zehn Minuten gegen 23:15 Uhr MEZ am Samstagabend erreicht werden dürfte.

BIP-110 würde die in Bitcoin-Transaktionen gespeicherten Nicht-Zahlungsdaten vorübergehend einschränken. Die Zustimmung der Miner lag laut Yahoo Finanzen Deutschland am Freitag bei knapp 2,6 Prozent und damit deutlich unter der erforderlichen Schwelle von 55 Prozent.

Computer, auf denen die BIP-110-Software läuft, sind jedoch so programmiert, dass sie Blöcke ohne Zustimmungssignal nach Erreichen der Aktivierungshöhe ablehnen. Dadurch könnte eine Minderheits-Chain entstehen. Bei einem Split hätten Anleger zunächst identische Guthaben auf beiden Chains.

Das Risiko besteht anschließend in sogenannten Replay-Attacken. Wird ein abgespaltenes Asset verkauft, könnte dieselbe signierte Transaktion in beiden Netzwerken gültig sein und dadurch auch die ursprünglichen BTC gefährden. Entwickler Kevin Loaec riet Anlegern, die ihre Guthaben nicht trennen können, diese unangetastet zu lassen.

AngabeWert
Aktivierungsblock961.632
Zum Zeitpunkt des BTC-ECHO-BerichtsBlock 961.566
Miner-Zustimmung laut Yahoo Finanzen Deutschlandknapp 2,6 %
Erforderliche Schwelle55 %
Voraussichtlicher Zeitpunkt laut BTC-ECHOgegen 23:15 Uhr MEZ am Samstagabend

Zusammenfassung: BIP-110 könnte trotz geringer Miner-Zustimmung eine Minderheits-Chain auslösen. Für Anleger stehen dabei insbesondere Replay-Attacken und der Umgang mit identischen Guthaben auf beiden Chains im Mittelpunkt.

XRP Ledger schlägt vertrauliche Übertragungen vor

Im XRP Ledger wurde mit der Version 3.3.0 die Einführung vertraulicher Übertragungen für tokenisierte institutionelle Vermögenswerte vorgeschlagen. Dabei sollen Guthaben und Zahlungsbeträge verschlüsselt werden.

Emittenten, Prüfer und Regulierungsbehörden sollen zugleich einen selektiven Zugriff erhalten. Für die Aktivierung ist eine Zustimmung von 80 Prozent der Validatoren über zwei aufeinanderfolgende Wochen erforderlich.

Zusammenfassung: Die vorgeschlagene Funktion soll Vertraulichkeit bei institutionellen tokenisierten Vermögenswerten mit selektivem Zugang für berechtigte Stellen verbinden.

Altcoins folgen überwiegend dem Bitcoin-Trend

Yahoo Finanzen Deutschland meldete für die meisten größeren Altcoins Kursgewinne. Ether stieg um 0,32 Prozent auf 1.916,82 US-Dollar, XRP legte um 0,41 Prozent auf 1,0353 US-Dollar zu und Solana gewann 2,16 Prozent auf 74,78 US-Dollar.

Cardano entwickelte sich gegen den Trend und verzeichnete zuletzt ein Minus von 0,55 Prozent. Bei den Memecoins stieg Dogecoin um 1,44 Prozent, während $TRUMP auf Tagesbasis unverändert notierte.

KryptowährungVeränderungKurs
Ether+0,32 %1.916,82 $
XRP+0,41 %1,0353 $
Solana+2,16 %74,78 $
Cardano-0,55 %nicht angegeben
Dogecoin+1,44 %nicht angegeben
$TRUMPunverändertnicht angegeben

Zusammenfassung: Die breite Marktbewegung war überwiegend positiv. Solana, Ether und XRP legten zu, während Cardano gegen den allgemeinen Trend nachgab.

Nachmittagskurse: Bitcoin steigt auf 65.057,04 US-Dollar

finanzen.net meldete am Samstagnachmittag um 17:11 Uhr einen Bitcoin-Kurs von 65.057,04 US-Dollar. Gegenüber dem Vortageswert von 64.875,32 US-Dollar entsprach dies einem Anstieg von 0,28 Prozent.

Auch zahlreiche weitere Kryptowährungen verbuchten Gewinne. Ripple stieg um 2,15 Prozent auf 1,043 US-Dollar, Solana legte um 3,75 Prozent auf 76,41 US-Dollar zu und Sui gewann 4,28 Prozent auf 0,7006 US-Dollar.

KryptowährungKurs am SamstagnachmittagVeränderungVortageskurs
Bitcoin65.057,04 US-Dollar+0,28 %64.875,32 US-Dollar
Litecoin45,78 US-Dollar+0,43 %45,58 US-Dollar
Ethereum1.921,59 US-Dollar+0,42 %1.913,56 US-Dollar
Bitcoin Cash217,93 US-Dollar+1,46 %214,79 US-Dollar
Ripple1,043 US-Dollar+2,15 %1,021 US-Dollar
Monero383,25 US-Dollar+1,54 %377,44 US-Dollar
Cardano0,2001 US-Dollarnicht angegeben0,2009 US-Dollar
Stellar0,1662 US-Dollar+3,09 %0,1613 US-Dollar
Tron0,3286 US-Dollarnicht angegeben0,3274 US-Dollar
Binancecoin604,74 US-Dollar+2,12 %592,19 US-Dollar
Dogecoin0,0712 US-Dollarnicht angegeben0,0696 US-Dollar
Solana76,41 US-Dollar+3,75 %73,65 US-Dollar
Avalanche6,549 US-Dollar+1,92 %6,426 US-Dollar
Chainlink8,363 US-Dollar+2,26 %8,178 US-Dollar
Sui0,7006 US-Dollar+4,28 %0,6718 US-Dollar

Der finanzen.net Top 10 Crypto-ETP1 notierte bei 8,22 EUR. Die Performance seit Auflage wurde mit -10,8 Prozent angegeben. finanzen.net weist darauf hin, dass die finanzen.net GmbH für die Vermarktung dieses Finanzprodukts von dritter Seite vergütet wird und die Vergütung mit dem Volumen der in das Finanzprodukt investierten Gelder steigt.

Zusammenfassung: Am Samstagnachmittag stieg Bitcoin auf 65.057,04 US-Dollar. Besonders deutlich legten Sui, Solana, Stellar, Ripple und Binancecoin zu.

Bitcoin-Petition erreicht 30.000 Mitzeichnungen

merkur.de berichtete am 08.08.2026 um 07:17 Uhr, dass eine Bundestagspetition zur Bitcoin-Haltefrist nach rund einem Tag 30.000 Mitzeichnungen erreicht hatte. Damit rückte das Thema in den Petitionsausschuss des Bundestages.

Die Petition war am Dienstag, dem 4. August 2026, freigeschaltet worden. Die Mitzeichnungsfrist beträgt sechs Wochen. Seit der Reform des Petitionsverfahrens gilt die Marke von 30.000 Mitzeichnungen als entscheidend für die Notwendigkeit einer öffentlichen Beratung.

Das Erreichen des Quorums stoppt laut merkur.de kein Gesetz automatisch, erhöht jedoch die parlamentarische Verbindlichkeit. Petenten werden bei Sammel- oder Massenpetitionen, die diese Schwelle erreichen, grundsätzlich in einer öffentlichen Ausschusssitzung angehört. Nur mit einer Zweidrittelmehrheit der anwesenden Ausschussmitglieder kann davon abgesehen werden.

Im Zentrum steht die steuerliche Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowerten. Wer privat kauft und innerhalb eines Jahres verkauft, kann steuerpflichtig sein. Bei einer Haltedauer von mehr als einem Jahr können Gewinne grundsätzlich steuerfrei realisiert werden.

Nach den im Artikel beschriebenen Plänen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil könnten Krypto-Gewinne künftig unabhängig von der Haltedauer besteuert werden. Für langfristige Anleger wäre dies ein Systemwechsel.

Die Initiative ProHaltefrist verfolgt nach dem Erreichen des Quorums ein weiteres Ziel: mindestens 210.000 Mitzeichnungen bis zum Ende der Frist am 15. September 2026. Die Zahl wird im Artikel mit der Begrenzung von Bitcoin auf 21 Millionen Einheiten in Verbindung gebracht; 210.000 Mitzeichnungen wären das Siebenfache des offiziellen Quorums.

AngabeWert
Freischaltung der Petition4. August 2026
Erreichte Mitzeichnungen30.000
Mitzeichnungsfristsechs Wochen
Ende der Mitzeichnungsfrist15. September 2026
Ziel der Initiative ProHaltefrist210.000 Mitzeichnungen
Bitcoin-Begrenzung21 Millionen Einheiten

Zusammenfassung: Die Petition zur Beibehaltung der steuerlichen Haltefrist hat das Quorum von 30.000 Mitzeichnungen erreicht. Die Initiative will bis zum 15. September 2026 insgesamt 210.000 Mitzeichnungen sammeln.

Saisonalität: Der Aktionär sieht im vierten Quartal Chancen

Der Aktionär beschrieb Bitcoin als im Sommerloch und verwies auf die historische Schwäche des Augusts. Der Bitcoin notierte laut dem Bericht aktuell bei rund 64.500 Dollar und lag bereits seit Monaten unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Vom Allzeithoch bei 126.199 Dollar aus dem Oktober 2025 hatte sich die Kryptowährung demnach in etwa halbiert. Über 13 Jahre lag die Medianrendite im August bei minus 6,99 Prozent.

Auch die vergangenen vier Jahre wurden im Bericht mit negativen August-Renditen aufgeführt: minus 13,9 Prozent im Jahr 2022, minus 11,3 Prozent im Jahr 2023, minus 8,6 Prozent im Jahr 2024 und minus 6,5 Prozent im Jahr 2025.

Historisch sei das vierte Quartal dagegen das stärkste Quartal für Bitcoin. Die durchschnittliche Performance liege bei 77 Prozent, der Median bei rund 47 Prozent. Seit 2013 gab es laut dem Bericht fünf rote Vorzeichen zum Jahresende und acht positive Schlussquartale. Für 2023 wurde ein Plus von 56 Prozent und für 2024 ein Plus von 47 Prozent genannt.

Als historisch besten Bitcoin-Monat bezeichnete Der Aktionär den November mit durchschnittlichen Renditen von rund 41 Prozent. Zugleich warnte der Bericht davor, Saisonalität als Naturgesetz oder festen Fahrplan zu betrachten.

Als Einflussfaktoren wurden Hebel-Bereinigungen, Halving-Zyklen, ETF-Zuflüsse und der Rhythmus spekulativer Aufmerksamkeit genannt. Der Durchschnitt von 77 Prozent sei durch die Jahre 2013, 2017 und 2020 nach oben verzerrt; der Median von 42 Prozent sei die ehrlichere Kennzahl.

Die aktuelle Marktstruktur bleibe eng an Zinsen, Anleiherenditen und die Positionierung großer Häuser gebunden. Die Zuflüsse in Spot-ETFs seien zuletzt deutlich abgeebbt, während die Volatilität auf den tiefsten Stand seit Ende Mai gefallen sei. Zusätzlich richte sich der Blick auf die Zinssitzung der Fed im September.

Ein positives Signal sah Der Aktionär in den On-Chain-Daten. Wale hätten im Juli rund 270.000 BTC gesammelt, während die Bestände auf Handelsplätzen auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren gefallen seien. Ein knapperes Angebot an den Börsen könne Aufwärtsbewegungen verstärken, wenn die Nachfrage zurückkehrt.

StatistikAngabe
Bitcoin-Kurs laut Der Aktionärrund 64.500 Dollar
Allzeithoch126.199 Dollar
Allzeithoch-ZeitpunktOktober 2025
Betrachtungszeitraum August-MedianrenditeÜber 13 Jahre
Medianrendite im Augustminus 6,99 Prozent
Durchschnittliche Performance im vierten Quartal77 Prozent
Median im vierten Quartalrund 47 Prozent
Positive Schlussquartale seit 2013acht
Negative Schlussquartale seit 2013fünf
Bitcoin-Performance 2023 im vierten Quartal56 Prozent
Bitcoin-Performance 2024 im vierten Quartal47 Prozent
Durchschnittliche November-Renditerund 41 Prozent
Im Juli gesammelte BTCrund 270.000 BTC

Zusammenfassung: Historische Daten sprechen laut Der Aktionär für ein starkes viertes Quartal, während der August statistisch schwach ist. Als entscheidende Faktoren gelten unter anderem ETF-Zuflüsse, die Fed-Sitzung im September und die Entwicklung der Nachfrage.

Einschätzung der Redaktion

Die entscheidende Bedeutung dieser Nachricht liegt nicht in der kurzfristigen Kurserholung, sondern in der wachsenden Reifeprüfung des Kryptosektors: Technische Schwachstellen, mögliche Netzwerkspaltungen und steuerpolitische Eingriffe können Vertrauen und Marktstruktur stärker beeinflussen als einzelne Tagesbewegungen.

Für Anleger verschiebt sich damit der Schwerpunkt von reiner Kursbeobachtung zu Risikomanagement. Sicherheitsupdates, der sorgfältige Umgang mit möglichen Chain-Splits und politische Entwicklungen sind derzeit ebenso relevant wie charttechnische oder saisonale Erwartungen.

Infobox: Kurzfristige Gewinne bleiben zweitrangig, solange technische, regulatorische und strukturelle Risiken gleichzeitig zunehmen.

Quellen: