Bitcoin-Rallye, Pocket-Bitcoin-Hack und neue Warnungen vor Krypto-Betrug

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt eine Bitcoin-Rallye, wachsende Nachfrage nach knappem Hartgeld sowie Risiken durch Cyberangriffe und Betrugsfälle.

Cyberangriff bei Pocket Bitcoin, eine explosive Bitcoin-Rallye und neue Betrugsfälle: Der aktuelle Pressespiegel zeigt die wichtigsten Entwicklungen zwischen wachsender Marktzuversicht, strukturellen Risiken und dringenden Warnungen für Anleger. Zudem erklären Experten, warum Bitcoin trotz technischer Überhitzung und anhaltender Unsicherheit zunehmend als knappes Hartgeld wahrgenommen wird.

Pressespiegel: Cyberangriff, Bitcoin-Rallye und neue Betrugswarnungen

Pocket Bitcoin: Supportdaten von Kunden abgegriffen

Der Schweizer Bitcoin-Dienstleister Pocket Bitcoin ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Nach Angaben von Blocktrainer konnten die Angreifer weder auf die zentrale Kundendatenbank noch auf die Bitcoin-Infrastruktur des Unternehmens zugreifen, erlangten jedoch Zugriff auf eine separate Supportdatenbank.

Betroffen sind demnach die E-Mail-Adressen sämtlicher Kunden. Zusätzlich könnten Supportkommunikation und Anhänge aus Supportgesprächen offengelegt worden sein. Als potenziell betroffen gelten auch Telegram-Nutzernamen und WhatsApp-Telefonnummern, sofern Kunden über diese Kanäle mit Pocket Kontakt hatten.

Pocket erklärte, dass die Angreifer offenbar ursprünglich auf firmeneigene Bitcoin-Bestände beziehungsweise Liquidität abzielten. Das Unternehmen verwahrt keine Bitcoin seiner Kunden, sondern arbeitet non-custodial: Gekaufte Bitcoin werden direkt an die Wallet des jeweiligen Nutzers ausgezahlt.

Nicht betroffen seien laut Pocket separat gespeicherte Kundendaten wie Name oder Adresse, die Transaktionshistorie sowie Wallet- und Bitcoin-Daten. Auch Kauf- oder Verkaufsdetails seien nicht Bestandteil des Vorfalls gewesen, es sei denn, ein Kunde habe diese Informationen selbst an den Support übermittelt.

Das Unternehmen warnt vor einem erhöhten Phishing-Risiko, weil Angreifer durch frühere Supportgespräche in manchen Fällen über zusätzliche Informationen verfügen. Pocket betont, dass das Unternehmen niemals nach der Seed Phrase beziehungsweise den 12 oder 24 Wiederherstellungswörtern fragen werde.

Die ausgenutzte Schwachstelle wurde nach Angaben von Pocket geschlossen und die Infrastruktur zusätzlich abgesichert. Kauf und Verkauf von BTC funktionierten weiterhin normal. Die technische Analyse liefere außerdem deutliche Hinweise darauf, dass bei dem Angriff in erheblichem Umfang KI-gestützte Werkzeuge und Automatisierung eingesetzt wurden.

„Deine Bitcoin und privaten Schlüssel waren von diesem Vorfall nicht betroffen, da Pocket nicht als Verwahrer dient und deine Schlüssel niemals verwahrt.“

Infobox – Blocktrainer: Kompromittiert wurden E-Mail-Adressen sowie möglicherweise Supportkommunikation und Anhänge. Kundenguthaben, private Schlüssel, Wallet- und Bitcoin-Daten waren laut Pocket nicht betroffen; das unmittelbare Hauptrisiko liegt in gezieltem Phishing.

Bitcoin steigt innerhalb von drei Tagen um 23 Prozent

Der Kryptomarkt hat sich laut Wallstreet Online deutlich erholt. Bitcoin eroberte am Morgen die Marke von 75.000 US-Dollar zurück und stieg zuletzt um 6,4 Prozent auf 77.247 US-Dollar.

Damit notierte die Kryptowährung auf dem höchsten Niveau seit rund elf Wochen. Innerhalb von drei Tagen gewann Bitcoin 23 Prozent an Wert und steuerte auf ein Wochenplus von rund 23 Prozent zu.

Als Rückenwind nennt Wallstreet Online die Ausweitung der Treasury-Rückkäufe, den schwächeren US-Dollar und neue Hoffnungen auf kryptofreundlichere Regeln in den USA. Auch Aktien mit Krypto-Bezug profitierten: Robinhood sprang um 13 Prozent nach oben, Coinbase gewann 7,0 Prozent.

Die Erholung an den Märkten steht allerdings im Umfeld weiter steigender Renditen von US-Staatsanleihen. Besonders langlaufende Treasuries standen unter Verkaufsdruck, während Anleger befürchteten, dass hohe Ölpreise die Inflation erneut anheizen könnten.

Parallel legten die großen US-Indizes zu. Der Dow Jones gewann rund 1,1 Prozent beziehungsweise 565 Punkte, während der S&P 500 und der Nasdaq Composite jeweils rund 0,5 Prozent zulegten.

WertEntwicklung
Bitcoin77.247 US-Dollar, plus 6,4 Prozent
Bitcoin innerhalb von drei Tagenplus 23 Prozent
Robinhoodplus 13 Prozent
Coinbaseplus 7,0 Prozent
DAX26.136,56 Punkte, plus rund 0,6 Prozent
MDAX32.110,41 Zähler, plus knapp 1,3 Prozent

Infobox – Wallstreet Online: Bitcoin stieg auf 77.247 US-Dollar und gewann innerhalb von drei Tagen 23 Prozent. Die Erholung wird von einem schwächeren US-Dollar, Treasury-Rückkäufen und Hoffnungen auf kryptofreundlichere Regeln begleitet, bleibt aber einem angespannten Anleihemarkt ausgesetzt.

Gold und Bitcoin profitieren vom Misstrauen gegenüber dem US-Dollar

Das Manager Magazin berichtet von einem Comeback des sogenannten Hard-Money-Trades. Gold, Silber und Bitcoin legten zu, während der US-Dollar Schwäche zeigte und Zweifel an der Fähigkeit der US-Regierung wuchsen, die steigende Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte angekündigt, den Kauf langlaufender US-Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Damit sollten die zuletzt stark gestiegenen Renditen gedrückt und die Kosten des Schuldendienstes gesenkt werden.

Die USA seien mit mehr als 40 Billionen Dollar verschuldet. Nach der Ankündigung sei das Vertrauen in den US-Dollar jedoch nicht gestiegen, sondern gesunken. Der Goldpreis erreichte am Freitag das höchste Niveau seit drei Monaten; an der Börse in London wurde eine Feinunze bei 4601 US-Dollar gehandelt.

Die Verzinsung der 30-jährigen US-Staatsanleihe stieg laut Manager Magazin um 1,4 Basispunkte auf 5,25 Prozent. Dies sei der höchste Stand seit Jahrzehnten.

„Ein Rückkauf im Volumen von 4 Milliarden Dollar entspricht grob einer einzigen Tagesrechnung und gleicht damit dem Versuch, einen fiskalischen Flächenbrand mit einem Eimer Wasser zu löschen.“

Dieses Urteil stammt von Dominic Weibel, Head of Research bei Bitcoin Suisse. Er sieht in Bessents Vorgehen möglicherweise den Startschuss für eine weitere Phase des Hard-Money-Trades: raus aus dem Dollar und hinein in Edelmetalle und Krypto.

Auch Bitcoin verzeichnete laut dem Bericht eine deutliche Bewegung. Die führende Kryptowährung legte binnen 5 Handelstagen mehr als 20 Prozent zu und näherte sich wieder der Marke von 80.000 US-Dollar.

IndikatorAngabe
US-Staatsverschuldungmehr als 40 Billionen Dollar
Goldpreis4601 US-Dollar je Feinunze
Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen5,25 Prozent
Renditeveränderungplus 1,4 Basispunkte
Angekündigter Rückkauf4 Milliarden Dollar
Bitcoin-Entwicklung binnen 5 Handelstagenmehr als 20 Prozent

Infobox – Manager Magazin: Steigende US-Renditen und Zweifel an der US-Schuldenpolitik stärken laut Bericht die Nachfrage nach Gold und Bitcoin. Die 30-jährige US-Staatsanleihe rentierte mit 5,25 Prozent, während Gold auf 4601 US-Dollar je Feinunze stieg.

Rentnerin verliert 50.000 Euro an Bitcoin-Betrüger

Eine Frau aus Hanau verlor nach einem Bericht von OP Online insgesamt 50.000 Euro an Krypto-Betrüger. Darin enthalten war ein Kredit über 25.000 Euro, den sie bei ihrer Bank aufnahm und an die Täter überwies.

Die Frau war über eine Internetseite auf ein angebliches Angebot für Kryptowährungen aufmerksam geworden. Zunächst zahlte sie 250 Euro als Gebühr, danach überwies sie 3.000 Euro und 5.000 Euro auf Konten in Litauen oder anderswo.

Auf einer Internetseite wurde ihr ein angeblich wachsender Kontostand angezeigt. Dieser stieg laut ihrer Aussage auf 260.000 Euro. Die vermeintlichen Bitcoin-Gewinne erwiesen sich jedoch als wertloses Zertifikat.

Für eine weitere Zahlung übergab die Frau auf einem Parkplatz in Hanau 15.000 Euro in bar an einen unbekannten Mann. Eine zusätzlich geplante Übergabe konnte verhindert werden, nachdem ihre Tochter die Situation erkannte und die Polizei eingeschaltet wurde.

Der als Kurier eingesetzte Mann wurde später bei einer geplanten Geldübergabe festgenommen. Nach Angaben von OP Online stammte er aus der Ukraine, hatte einen Wohnsitz in Polen und arbeitete als Taxifahrer. Für die Tätigkeit als Kurier waren ihm drei Prozent Provision versprochen worden.

Das Amtsgericht Hanau verurteilte ihn wegen Beihilfe zum Betrug zu eineinhalb Jahren Gefängnis. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt; zusätzlich musste er eine amtliche Grenzüberschrittsbescheinigung abgeben, die einer Ausweisung gleichkommt. Eine Wiedereinreise in die Bundesrepublik sollte er nicht mehr vornehmen.

Die Geschädigte erklärte vor Gericht, sie wolle andere Menschen warnen, damit ihnen nicht dasselbe widerfahre. Das Geld habe sie abgeschrieben.

Infobox – OP Online: Eine Hanauerin verlor 50.000 Euro durch ein gefälschtes Krypto-Investment, darunter 25.000 Euro aus einem Kredit. Ein als Kurier eingesetzter Mann wurde zu eineinhalb Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt und ausgewiesen.

Binance-Gründer warnt vor zunehmender Bitcoin-Knappheit

Changpeng „CZ“ Zhao, Gründer der Krypto-Börse Binance, weist laut BTC-ECHO auf eine zunehmende relative Knappheit von Bitcoin hin. Weltweit übersteige die Zahl der Dollarmillionäre die Gesamtzahl aller jemals existierenden BTC deutlich.

In den USA lebten demnach laut UBS Global Wealth Report etwa 23,6 Millionen Menschen mit einem siebenstelligen Vermögen. Weltweit betrage die Zahl rund 57,5 Millionen.

BTC-ECHO stellt diese Zahl der begrenzten Gesamtmenge der Kryptowährung gegenüber. Die Kernaussage von Zhao lautet, dass ein ganzer Bitcoin für Millionäre bald zu teuer werden könnte.

AngabeWert
Dollarmillionäre in den USAetwa 23,6 Millionen
Dollarmillionäre weltweitrund 57,5 Millionen

Infobox – BTC-ECHO: Changpeng „CZ“ Zhao verweist auf das Verhältnis zwischen der Zahl der Dollarmillionäre und dem begrenzten Bitcoin-Angebot. Laut dem Bericht gibt es weltweit rund 57,5 Millionen Dollarmillionäre.

Technische Analyse: Bitcoin testet die Marke von 80.000 Dollar

XTB.com beschreibt einen Bitcoin-Anstieg von rund 7 Prozent an einem einzigen Tag. Gegenüber dem Niveau der Vorwoche lag der Kurs rund 30 Prozent höher, während der Relative-Stärke-Index auf circa 84 kletterte.

Damit erreichte der RSI laut XTB den höchsten Überkauft-Niveau seit dem Jahr 2023. Zuvor war Bitcoin von einem Hoch bei rund 126.000 $ auf unter 60.000$ gefallen.

Im Vergleich zu früheren Bitcoin-Bärenmärkten mit Korrekturen zwischen 70 Prozent und 80 Prozent sei der Rückgang verhältnismäßig moderat ausgefallen. Formal befinde sich der Markt jedoch weiterhin in einer Bärenmarkt-Phase, da der Kurs noch etwa 40 Prozent unter seinen historischen Höchstständen notiere.

Als positive technische Signale nennt XTB den Durchbruch des 23,6-Prozent-Fibonacci-Retracements und die Nähe zum 200-Tage-Durchschnitt EMA200. Im Vergleich zur Marktphase von 2021 bis 2022 sei der aktuelle Rückgang in der Spitze etwa 25 Prozent gewesen, während der Kurs damals um rund 40 Prozent unter das 23,6-Prozent-Fibonacci-Niveau gefallen sei.

Eine Garantie für eine anhaltende Aufwärtsbewegung sieht XTB darin nicht. Das technische Gesamtbild bleibe jedoch konstruktiv. Das Erreichen wichtiger Momentum-Hürden und eine erhöhte Aktivität bei den US-amerikanischen Bitcoin-ETFs deuteten auf wiederkehrendes Kaufinteresse hin.

Technischer beziehungsweise marktbezogener WertAngabe
Tagesanstiegrund 7 Prozent
Entwicklung gegenüber der Vorwocherund 30 Prozent
RSIcirca 84
Vorheriges Hochrund 126.000 $
Vorheriger Tiefpunktunter 60.000$
Abstand zu historischen Höchstständenetwa 40 Prozent
Bitcoin-Marktwertrund 1,5 Billionen $
Rückgang im Vergleich zur Marktphase 2021 bis 2022in der Spitze etwa 25 Prozent

Infobox – XTB.com: Bitcoin stieg laut technischer Analyse um rund 7 Prozent an einem Tag und rund 30 Prozent gegenüber der Vorwoche. Der RSI erreichte circa 84; zugleich sieht XTB bei Fibonacci-Retracement, EMA200 und der ETF-Aktivität konstruktive Signale, weist aber auf die weiterhin bestehende Bärenmarkt-Phase hin.

Einschätzung der Redaktion

Die zentrale Bedeutung liegt in der wachsenden Kluft zwischen der technologischen und der menschlichen Sicherheitsseite des Kryptomarkts. Selbst wenn Kundenguthaben und private Schlüssel geschützt bleiben, können kompromittierte Kontaktdaten und Supportverläufe für präzise Phishing-Angriffe ausreichen. Für Anbieter wird damit der Schutz von Kommunikations- und Metadaten ebenso wichtig wie die Absicherung der Vermögenswerte.

Die starke Bitcoin-Erholung ist vor diesem Hintergrund kein verlässliches Stabilitätssignal. Sie zeigt vor allem, wie schnell Kapital auf Erwartungen zu Geldpolitik, Staatsfinanzen und Regulierung reagiert. Der hohe RSI und die weiterhin deutliche Distanz zu früheren Höchstständen sprechen für ein ambivalentes Marktbild: Die Nachfrage kehrt zurück, das Risiko abrupter Rückschläge bleibt jedoch erheblich.

Besonders kritisch ist die Kombination aus Kursdynamik, Knappheitsnarrativ und professionell inszenierten Betrugsmodellen. Steigende Preise und die Aussicht auf weitere Gewinne erhöhen die emotionale Angriffsfläche, während gefälschte Kontostände und angebliche Zertifikate Seriosität vortäuschen. Aufklärung, unabhängige Prüfung und ein konsequentes Misstrauen gegenüber Nachschussforderungen sind deshalb wichtiger als jede kurzfristige Kursprognose.

Kernaussage: Der Kryptomarkt gewinnt an Aufmerksamkeit, aber nicht automatisch an Sicherheit oder Verlässlichkeit. Institutionelle Nachfrage und makroökonomische Unsicherheit können Kurse treiben; sie schützen Anleger weder vor Volatilität noch vor gezieltem Betrug.

Quellen: