Bitcoin-Rallye: Short-Squeeze und US-Signale treiben den Kryptomarkt an
Autor: Alexander Weipprecht
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Bitcoin steigt durch Short-Squeezes, US-Liquidität und Regulierungssignale kräftig, während Betrugsfälle, Nachweispflichten und der Wandel der Miner Risiken zeigen.
Bitcoin erlebt eine explosive Rallye: Short-Squeezes, Milliardenbewegungen aus Washington und neue US-Regulierungssignale treiben den Markt – während ein Betrugsfall und strengere Nachweispflichten die Risiken offenlegen. Der Pressespiegel zeigt, was hinter dem Kurssprung steckt und worauf Anleger jetzt achten müssen.
Bitcoin-Rallye: Short-Squeeze und Signale aus Washington treiben den Markt
Bitcoin ist laut Euronews.com am Freitag auf ein Tageshoch von 79.500 Dollar gestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit Monaten. Anschließend gab der Kurs etwas nach und lag zum Zeitpunkt des Berichts bei rund 77.700 Dollar. Seit Montag ergab sich damit ein Plus von mehr als 25 Prozent.
Die Bewegung folgte auf eine monatelange Phase ohne klare Richtung. Sechs Wochen lang pendelte Bitcoin zwischen 62.000 und 66.000 Dollar, nachdem der Kurs vom Rekordhoch von rund 126.000 Dollar im Oktober des vergangenen Jahres auf etwa 57.600 Dollar zu Beginn dieses Juli gefallen war. Das entsprach einem Rückgang von mehr als 50 Prozent.
Nach Darstellung von Euronews.com hatten viele Händler angesichts dieser Schwäche auf fallende Kurse gesetzt. Der Ausbruch nach oben zwang zahlreiche Marktteilnehmer zur Schließung ihrer Short-Positionen und löste dadurch erzwungene Short-Eindeckungen aus. Auch Ether und andere Digitalwerte legten in derselben Marktbewegung zu.
| Bitcoin-Marke | Angabe aus der Quelle |
|---|---|
| Tageshoch am Freitag | 79.500 Dollar |
| Kurs zum Zeitpunkt des Berichts | rund 77.700 Dollar |
| Wochenplus seit Montag | mehr als 25 Prozent |
| Vorherige Handelsspanne | 62.000 bis 66.000 Dollar |
| Rekordhoch im Oktober des vergangenen Jahres | rund 126.000 Dollar |
| Tief zu Beginn dieses Juli | etwa 57.600 Dollar |
Infobox: Euronews.com führt die Rallye vor allem auf Short-Eindeckungen, zusätzliche Liquidität aus Washington, lockerere Finanzierungsbedingungen und einen schwächeren Dollar zurück.
US-Finanzministerium weitet Anleiherückkäufe aus
Als wichtigen Auslöser nennt Euronews.com die Aktivitäten des US-Finanzministeriums. Das Ministerium verdoppelte zu Wochenbeginn das Volumen seiner Anleiherückkäufe, um den nervösen Rentenmarkt zu beruhigen. Nachdem die Renditen dennoch wieder anzogen, kündigte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag eine weitere Ausweitung der Rückkäufe an.
Die daraus abgeleiteten lockereren Finanzierungsbedingungen und der schwächere Dollar gelten laut Quelle als Rückenwind für riskantere Anlagen wie Bitcoin. Die Marktbewegung beschränkte sich dabei nicht auf die größte Kryptowährung, sondern erfasste auch Ether und weitere Digitalwerte.
Infobox: Im Mittelpunkt der geld- und marktpolitischen Erklärung stehen die ausgeweiteten US-Anleiherückkäufe, steigende Renditen und die daraus erwarteten Auswirkungen auf die Liquidität.
SEC stellt Entwurf für neue Kryptoregeln vor
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Markt laut Euronews.com durch neue Regulierungssignale aus den USA. Die US-Börsenaufsicht SEC legte am Dienstag einen Entwurf mit dem Titel „Regulation Crypto Assets“ vor. Darin werden Emittenten von Kryptowerten geringere Registrierungspflichten in Aussicht gestellt.
Einen Tag später empfing US-Präsident Donald Trump Brian Armstrong von Coinbase, Brad Garlinghouse von Ripple, die Winklevoss-Zwillinge von Gemini und weitere Spitzenvertreter der Branche im Weißen Haus. Trump drängte den Kongress, den seit Langem blockierten „Digital Asset Market CLARITY Act“ zu verabschieden.
Der Gesetzentwurf sieht vor, die Aufsicht über digitale Vermögenswerte zwischen der SEC und der US-Terminbörsenaufsicht CFTC aufzuteilen. Das Repräsentantenhaus hat das Paket bereits im vergangenen Jahr verabschiedet, im Senat steckt es jedoch fest. Für eine Verfahrensabstimmung am 15. September sind 60 Stimmen erforderlich; dieses Quorum ist laut Euronews.com derzeit noch nicht gesichert.
„Wenn [der Clarity Act] den Kongress passiert, beseitigt das auf einen Schlag die jahrelange regulatorische Unsicherheit“, wird Nigel Green, CEO der deVere Group, von ntv.de zitiert.
Infobox: Die US-Regulierung bleibt ein zentraler Faktor für die Marktstimmung. Der CLARITY Act soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC ordnen, benötigt im Senat jedoch 60 Stimmen für die Verfahrensabstimmung am 15. September.
Trump-Aussage lässt HYPE-Token deutlich steigen
Ein weiterer auffälliger Kursimpuls betraf den nativen Token HYPE von Hyperliquid. Donald Trump sagte laut Euronews.com, die CFTC arbeite daran, Hyperliquid als dezentrale Derivatebörse „in einer vollständig rechtskonformen Form“ in die USA zu holen.
Einen konkreten Zeitplan veröffentlichte die Aufsicht bislang nicht. Die Äußerung ließ HYPE innerhalb von 24 Stunden um 25 Prozent steigen. Zum Zeitpunkt des Berichts notierte der Token bei rund 74 Dollar und lag damit seit Trumps Äußerungen mehr als 30 Prozent im Plus.
Die bei Perpetual-Futures-Händlern beliebte dezentrale Börse gilt laut Quelle als Gradmesser dafür, wie weit Washington seine freundlichere Haltung gegenüber Krypto ausweiten könnte.
Infobox: HYPE stieg innerhalb von 24 Stunden um 25 Prozent. Der Token notierte bei rund 74 Dollar und lag seit den Äußerungen von Donald Trump mehr als 30 Prozent im Plus.
Bitcoin erreicht Dreimonatshoch – Analyst sieht weitere Gewinne möglich
Auch ntv.de berichtet von einer kräftigen Bitcoin-Bewegung. Der Kurs stieg demnach auf ein Dreimonatshoch von 79.455 US-Dollar. Nigel Green, CEO der deVere Group, sieht den Vermögenswert auf einem möglichen Weg zu weiteren Gewinnen.
Green verwies darauf, dass Bitcoin seit Ende Mai nicht mehr über 70.000 US-Dollar notiert habe und dieses Niveau nun mit deutlicher Überzeugung statt mit einer dünnen, volumenarmen Erholung durchbrochen worden sei. Anleger, die im laufenden Jahr auf einen günstigeren Einstiegszeitpunkt gewartet hätten, könnten laut seiner Einschätzung gerade erleben, dass sich ein solcher Zeitpunkt entwickle.
Als weitere Treiber nennt ntv.de einen Anstieg der institutionellen Spot-Nachfrage sowie die regulatorische Dynamik in den USA. Dazu gehört der politische Druck von Präsident Trump zur Verabschiedung des Clarity Act.
Infobox: Laut ntv.de erreichte Bitcoin 79.455 US-Dollar. Als mögliche Gründe für weitere Gewinne werden institutionelle Spot-Nachfrage und die regulatorischen Entwicklungen in den USA genannt.
Wallstreet Online: Milliardenbewegung des US-Finanzministeriums im Fokus
Wallstreet Online meldet, Bitcoin sei innerhalb von 24 Stunden bis auf 79.320 Dollar gestiegen und habe damit den höchsten Stand seit Anfang Juni erreicht. Der Kurs lag laut Quelle rund 23 Prozent über dem Niveau der Vorwoche.
Wallstreet Online stellt dabei eine Entscheidung des US-Finanzministeriums in den Mittelpunkt. Der Kurssprung sei demnach nicht durch eine Nachricht aus der Kryptobranche ausgelöst worden, sondern durch die Entscheidung der US-Behörde. Innerhalb weniger Stunden seien Milliarden bewegt worden.
Die Darstellung ordnet die Bitcoin-Rallye damit ebenfalls in den Zusammenhang der Liquiditätsmaßnahmen aus Washington ein. Der Bericht hebt hervor, dass die Krypto-News der Woche dem zuvor ruhigen Sommerverlauf widersprochen hätten.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Bitcoin-Hoch innerhalb von 24 Stunden | 79.320 Dollar |
| Abstand zum Vorwochenniveau | rund 23 Prozent |
Infobox: Wallstreet Online nennt 79.320 Dollar als Hoch innerhalb von 24 Stunden und stellt die Entscheidung des US-Finanzministeriums sowie Bewegungen in Milliardenhöhe als Auslöser in den Vordergrund.
Bitcoin-Miner wechseln in Richtung KI-Infrastruktur
Der Aktionär richtet den Blick auf die Aktien von Bitcoin-Minern und deren strategische Neuausrichtung. Die Erholung am Kryptomarkt habe den Aktien dieser Unternehmen kräftigen Rückenwind verliehen.
Viele Bitcoin-Miner positionieren sich laut Der Aktionär jedoch nicht mehr ausschließlich als Unternehmen der Digitalwährung. Stattdessen entwickeln sie sich zu Infrastrukturdienstleistern für den boomenden KI-Sektor. Eine aktuelle Auswertung soll zeigen, wie hoch die Kosten dieses Strategiewechsels sind.
Der Bericht nennt damit einen strukturellen Wandel innerhalb des Mining-Sektors: Die vorhandene Infrastruktur wird nicht nur für das Mining digitaler Vermögenswerte betrachtet, sondern zunehmend im Zusammenhang mit dem wachsenden Bedarf an KI-Infrastruktur. Konkrete Kostenangaben der angekündigten Auswertung enthält der bereitgestellte Inhalt nicht.
Infobox: Bitcoin-Miner profitieren vom besseren Kryptomarkt, richten ihr Geschäftsmodell laut Der Aktionär aber zunehmend auf KI-Infrastruktur und die Rolle von Infrastrukturdienstleistern aus.
Betrugsfall in Hanau: Rentnerin verliert 50.000 Euro
OP Online berichtet über einen Bitcoin-Betrugsfall vor dem Amtsgericht Hanau. Eine Frau aus Hanau übergab einem Unbekannten 15.000 Euro in bar auf einem Parkplatz und verlor insgesamt 50.000 Euro an die Täter. Darin enthalten war ein Kredit über 25.000 Euro.
Die Betroffene war im Internet auf eine Seite gelangt, auf der Kryptowährungen wie „Bitcoins“ und hohe Gewinnmargen beworben wurden. Zunächst zahlte sie 250 Euro als „Gebühr“, anschließend überwies sie 3.000 Euro und 5.000 Euro auf Konten in Litauen oder anderswo.
Auf einer Internetseite wurde ihr laut OP Online ein wachsender Kontostand angezeigt. Schließlich seien dort angeblich 260.000 Euro ausgewiesen worden. Die Frau erhielt nach der Barübergabe eine Quittung im Internet und sah dort, dass das Geld in wertvolle Bitcoins gewechselt worden sei. Das Zertifikat erwies sich später als wertlos.
Zusätzlich nahm die Frau bei ihrer Bank einen Kredit über 25.000 Euro auf und überwies auch dieses Geld an die Krypto-Betrüger. Insgesamt waren damit 50.000 Euro verloren. Ihre Tochter stoppte sie schließlich, bevor eine weitere Geldübergabe stattfinden konnte.
| Vorgang | Betrag |
|---|---|
| Erste „Gebühr“ | 250 Euro |
| Weitere Überweisungen | 3.000 Euro und 5.000 Euro |
| Barübergabe auf dem Parkplatz | 15.000 Euro |
| Aufgenommener Kredit | 25.000 Euro |
| Gesamtschaden | 50.000 Euro |
| Angeblicher Kontostand im Internet | 260.000 Euro |
Infobox: Die Frau verlor 50.000 Euro, darunter 25.000 Euro aus einem Kredit. Eine Tochter verhinderte eine weitere Übergabe und schaltete das Betrugskommissariat der Hanauer Kripo ein.
Kurier wegen Beihilfe zum Betrug verurteilt und ausgewiesen
Im selben Verfahren verurteilte das Amtsgericht Hanau laut OP Online den Kurier und Abholer zu eineinhalb Jahren Gefängnis wegen Beihilfe zum Betrug. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
Der Mann stammt aus der Ukraine und hatte einen Wohnsitz in Polen. Er arbeitete als Taxifahrer und hatte sich als Kurierfahrer beworben. Nach Darstellung des Berichts sollte er drei Prozent Provision erhalten und übernahm die 15.000 Euro von Frau S., um sie in Frankfurt an einen unbekannten Mann weiterzugeben.
Die Richterin nahm dem Angeklagten nicht ab, dass er unmittelbar vor dem Kurierauftrag nichts von illegalen Geschäften gewusst habe. Als Bewährungsauflage erhielt er eine amtliche „Grenzüberschrittsbescheinigung“, die einer Ausweisung gleichkommt. Er sollte das Formular an der deutsch-polnischen Grenze bei der Bundespolizei abgeben und nicht mehr in die Bundesrepublik einreisen.
„Ich will nur, dass andere das erfahren und gewarnt werden – damit es ihnen nicht so ergeht wie mir“, wird die Geschädigte von OP Online zitiert.
Infobox: Der Kurier erhielt eineinhalb Jahre Gefängnis auf Bewährung und wurde ausgewiesen. Die Geschädigte will mit ihrer Geschichte andere Menschen vor Bitcoin-Betrug warnen.
Mittelherkunft von Bitcoin: Blockchain allein reicht oft nicht aus
Anwalt.de beschäftigt sich mit der Frage, wie Bitcoin-Bestände gegenüber Banken und Kryptobörsen nachgewiesen werden können. Die zentrale Schwierigkeit liegt laut dem Beitrag häufig viele Jahre vor der Auszahlung: Wer beispielsweise 2015 für wenige Tausend Euro Bitcoin kaufte, die Coins anschließend auf mehreren Wallets verwahrte und heute einen erheblich höheren Betrag in Euro auszahlen möchte, muss die gesamte Entwicklung des Bestands nachvollziehbar machen.
Die Blockchain dokumentiert Transaktionen, erklärt aber nicht automatisch, wer eine Wallet kontrollierte oder woher das Geld für den ursprünglichen Kauf stammte. Ein belastbarer Nachweis soll deshalb möglichst die Verbindung zwischen Fiatgeld, ursprünglichem Erwerb, Blockchain-Transaktionen, Wallets, Handelsplattformen und dem späteren Verkauf herstellen.
Anwalt.de unterscheidet dabei drei Fragen: Woher kam das Geld für den ursprünglichen Bitcoin-Kauf, woher stammen die heute vorhandenen Bitcoin und wie gelangt der Verkaufserlös auf das Bankkonto? Ein aktueller Kontoauszug, der eine Überweisung von einer Kryptobörse über 200.000 Euro zeigt, dokumentiert demnach lediglich den letzten Schritt.
Infobox: Ein Bitcoin-Mittelherkunftsnachweis soll nicht nur die Auszahlung, sondern die gesamte Kette vom ursprünglichen Kapitaleinsatz bis zum Verkaufserlös erklären.
Wallets, Börsenunterlagen und Transaktions-IDs als wichtige Belege
Für die Rekonstruktion einer Bitcoin-Historie können nach Angaben von Anwalt.de alte Wallet-Dateien, Screenshots, Börsenunterlagen, E-Mails und Auszahlungsbestätigungen hilfreich sein. Auch die technische Kontrolle über eine Adresse kann unter bestimmten Umständen eine Rolle spielen.
Besonders wichtig seien Unterlagen zum ursprünglichen Kauf, darunter Kontoauszüge mit Überweisungen an eine Kryptobörse, Kaufabrechnungen und die anschließende BTC-Auszahlung. Für spätere Transfers zwischen eigenen Wallets sollten die entsprechenden Transaktions-IDs dokumentiert werden. Bei einer Übertragung auf eine andere Börse kommen Einzahlungs- und Handelshistorien hinzu.
Beim Verkauf muss die Verbindung zum Bankensystem wiederhergestellt werden. Dazu gehören laut Quelle die BTC-Einzahlung bei der Börse, die Verkaufsabrechnung und die Euro-Auszahlung.
- Kontoauszüge und Kaufabrechnungen zum ursprünglichen Erwerb
- Auszahlungsnachweise der Kryptobörse
- Wallet-Dateien, Screenshots und E-Mails
- Transaktions-IDs bei Transfers zwischen Wallets
- Einzahlungs- und Handelshistorien weiterer Börsen
- Verkaufsabrechnung und Euro-Auszahlung
Infobox: Die Quelle empfiehlt eine chronologische Dokumentation von Kauf, Wallet-Verwahrung, Transfers, Börseneinzahlung, Verkauf und Auszahlung.
Alte Bitcoin-Bestände und fehlende Kaufbelege
Bei frühen Bitcoin-Investitionen fehlen laut Anwalt.de häufig vollständige Unterlagen. Börsen können geschlossen, E-Mail-Konten aufgegeben und Bankverbindungen gekündigt worden sein. Als Beispiele nennt der Beitrag Bestände aus den Jahren 2013, 2015 oder 2017.
Fehlende ursprüngliche Kontoauszüge bedeuten laut Quelle nicht automatisch, dass kein Herkunftsnachweis mehr möglich ist. Dann sollten andere zeitnahe Spuren geprüft werden, etwa alte Börsen-E-Mails, Wallet-Transaktionen, Steuerunterlagen, Backups, Handelsdaten oder Korrespondenz.
Der Beitrag betont zugleich die Notwendigkeit, zwischen belegbaren Tatsachen und tatsächlichen Dokumentationslücken zu unterscheiden. Fehlende Unterlagen sollten nicht durch erfundene Daten oder vermeintlich passende Erklärungen ersetzt werden.
Infobox: Auch bei unvollständiger Dokumentation können weitere Unterlagen einzelne Teile der Vermögensgeschichte stützen. Die Quelle warnt jedoch vor erfundener Vollständigkeit.
Bitcoin aus Mining erfordert andere Nachweise
Nicht jeder Bitcoin-Bestand entsteht durch einen Kauf. Anwalt.de weist darauf hin, dass ältere BTC auch aus Mining stammen können. In diesem Fall wäre ein Überweisungsbeleg an eine Börse als Ausgangspunkt ungeeignet.
Stattdessen können historische Mining-Auszahlungen, Pool-Daten, Wallet-Transaktionen oder Unterlagen zur damaligen Tätigkeit relevant sein. Der Herkunftsnachweis müsse zur tatsächlichen Erwerbsart passen.
Infobox: Bei Mining-Beständen stehen historische Mining-Auszahlungen, Pool-Daten, Wallet-Transaktionen und Unterlagen zur Tätigkeit im Mittelpunkt.
Travel Rule und Schwellenwerte bei Kryptowertetransfers
Anwalt.de verweist auf die EU-Verordnung 2023/1113 und die darin geregelten Informationspflichten für Kryptowertetransfers. Die Regeln erfassen Transfers, wenn ein beteiligter Anbieter von Krypto-Dienstleistungen in der EU ansässig ist. Bestimmte Angaben zum Originator und Begünstigten müssen übermittelt beziehungsweise vorgehalten werden.
Bei Transfers von einer sogenannten selbst gehosteten Adresse von mehr als 1.000 Euro müssen Kryptodienstleister unter bestimmten Voraussetzungen geeignete Maßnahmen ergreifen, um festzustellen, ob die Adresse dem Kunden gehört oder von ihm kontrolliert wird. Fehlen vorgeschriebene Informationen, können zusätzliche Angaben angefordert, ein Transfer zurückgewiesen oder Kryptowerte zurückübertragen werden.
Auch das deutsche Geldwäschegesetz behandelt Kryptowertetransfers ausdrücklich. Nach § 10 Abs. 3 GwG greifen bei bestimmten Kryptowertetransfers außerhalb einer bestehenden Geschäftsbeziehung allgemeine Sorgfaltspflichten bereits ab einem Gegenwert von 1.000 Euro. Bei anderen gelegentlichen Transaktionen nennt dieselbe Vorschrift grundsätzlich 15.000 Euro.
Die häufig genannte Annahme, Herkunftsprüfungen seien bei Kryptowährungen generell erst ab 10.000 Euro relevant, sei deshalb zu pauschal. Sorgfaltspflichten können unabhängig von Schwellenwerten greifen, wenn Tatsachen auf Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung hindeuten.
| Regelungsbezug | Angabe aus der Quelle |
|---|---|
| Transfers von selbst gehosteten Adressen | mehr als 1.000 Euro |
| Bestimmte Kryptowertetransfers außerhalb bestehender Geschäftsbeziehung | 1.000 Euro |
| Andere gelegentliche Transaktionen | 15.000 Euro |
| EU-Verordnung | 2023/1113 |
Infobox: Die Quelle nennt 1.000 Euro und 15.000 Euro als relevante Schwellenwerte in unterschiedlichen Konstellationen. Prüfungen können bei Verdachtsmomenten auch unabhängig von Schwellenbeträgen erfolgen.
Große Bitcoin-Auszahlungen sollten frühzeitig vorbereitet werden
Ein einfacher CSV-Export einer Kryptobörse kann in einem überschaubaren Fall ausreichen, bei einer langen Bitcoin-Historie jedoch nicht. Wenn BTC beispielsweise fünf Jahre auf einer eigenen Wallet lagen, muss die Verbindung zwischen Börsenauszahlung und späterer Wiedereinzahlung nachvollziehbar sein.
Anwalt.de empfiehlt deshalb, die vorhandenen Daten bei größeren Bitcoin-Vermögen frühzeitig zu sichern. Wer erst nach einer Nachfrage versucht, Transaktionen aus zehn Jahren zusammenzutragen, könnte feststellen, dass ein Börsenkonto nicht mehr erreichbar oder ein alter Kontoauszug nicht unmittelbar verfügbar ist.
Der Beitrag beschreibt als Ziel keine möglichst lange Darstellung, sondern eine nachvollziehbare Verbindung der relevanten Stationen. Dazu gehören Börsendaten, Bankinformationen, Wallet-Transaktionen und sonstige Nachweise.
Infobox: Die Vorbereitung eines Mittelherkunftsnachweises kann aufwendiger sein als der spätere Verkauf. Frühzeitige Datensicherung soll die Rekonstruktion alter Transaktionen erleichtern.
Einschätzung der Redaktion
Die Marktbewegung zeigt vor allem, wie stark Bitcoin derzeit auf Liquidität, politische Signale und regulatorische Erwartungen reagiert. Der Short-Squeeze kann den Anstieg beschleunigt haben, liefert jedoch allein keine belastbare Grundlage für eine nachhaltige Rallye. Entscheidend wird sein, ob institutionelle Nachfrage und klare US-Regeln den Kurs über die kurzfristige Dynamik hinaus stützen.
Für Anleger steigt damit zugleich die Bedeutung des Risikomanagements: Schnelle Kursgewinne können ebenso schnelle Rücksetzer nach sich ziehen. Die Beispiele zu HYPE und zum Betrugsfall verdeutlichen außerdem, dass politische Aussagen einzelne Token stark bewegen können und hohe Renditeversprechen erhebliche Gefahren bergen. Wer Kryptowährungen verkauft oder größere Beträge bewegt, sollte zudem eine lückenlose Dokumentation der Mittelherkunft vorbereiten.
Kernaussage: Die Rallye ist ein wichtiges Stimmungs- und Liquiditätssignal, aber noch kein Beleg für einen dauerhaft stabilen Aufwärtstrend.
Quellen:
- Bitcoin steigt über 25 Prozent: Short-Squeeze und Rückenwind aus Washington
- Rentnerin verliert 50.000 Euro an Bitcoin-Betrüger – Kurier verurteilt und ausgewiesen
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