Bitcoin steigt über 69.000 Dollar nach US-Anleiherückkäufen und Short Squeeze

Autor: Alexander Weipprecht

Veröffentlicht:

Kategorie: News

Zusammenfassung: Bitcoin stieg durch sinkende US-Anleiherenditen und einen Short Squeeze auf fast 70.000 US-Dollar, während Prognosen stark variieren. Parallel stärken die USA ihre Krypto-Strategie und neue Börsenprodukte erweitern das Angebot.

Bitcoin nähert sich der Marke von 70.000 US-Dollar, angetrieben von sinkenden US-Anleiherenditen und einem massiven Short Squeeze. Der Pressespiegel beleuchtet die möglichen nächsten Kursbewegungen, neue Krypto-Produkte, die US-Strategie für digitale Vermögenswerte und den wachsenden Einfluss der Geldpolitik auf den Markt.

Bitcoin über 69.000 US-Dollar: Anleiherückkäufe lösen Short Squeeze aus

Der Bitcoin-Kurs ist am 19.08.2026 erstmals seit dem 2. Juni wieder über 69.000 US-Dollar gestiegen. Wie Blocktrainer berichtet, trieb vor allem ein „Short Squeeze“ den Markt, nachdem das US-Finanzministerium größere Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen angekündigt hatte.

Ab dem 9. September sollen die Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen mindestens verdoppelt werden. Das maximale Volumen von 2 Milliarden US-Dollar pro Operation soll auf mindestens 4 Milliarden US-Dollar steigen. Ziel sei es, das „lange Ende“ des Anleihemarktes mit Liquidität zu versorgen.

Hintergrund waren deutlich gefallene Kurse langlaufender US-Staatsanleihen und entsprechend gestiegene Marktzinsen. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen lag am Vortag bei über 5,33 % und damit auf dem höchsten Niveau seit dem Jahr 2007.

Nach der Meldung gegen 14:30 Uhr deutscher Zeit gingen die Langfristzinsen zurück. Bitcoin erreichte laut Daten der Krypto-Börse Coinbase gegen 17:30 Uhr einen Höchststand von 69.698 US-Dollar und lag zeitweise auf Tagessicht mehr als 8 % im Plus.

Auch Gold und Silber legten jeweils um circa 4 % zu, während die Aktienmärkte kaum reagierten. Blocktrainer ordnet die Maßnahme nicht als Quantitative Easing ein, da es sich nicht um Anleihekäufe einer Zentralbank mit neu geschaffenem Geld handelt, sondern um Schuldenmanagement des US-Finanzministeriums.

Nach Angaben von Coinglass wurden bereits mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar an Bitcoin-Short-Positionen liquidiert. Damit war der Tag laut Blocktrainer der liquidationsstärkste seit dem Crash Anfang Februar, bei dem vor allem Long-Positionen betroffen waren.

„Short Squeeze“ als Haupttreiber

Blocktrainer verweist zudem auf Parallelen zum Ende des Bitcoin-Bärenmarktes 2022. Damals endete die Abwärtsphase ebenfalls mit einem ausgedehnten Short Squeeze, nachdem sich der Kurs zuvor nur wenig bewegt hatte und das Interesse am Markt weitgehend verschwunden war.

Zusammenfassung: Bitcoin stieg bis auf 69.698 US-Dollar, nachdem die USA größere Rückkäufe langlaufender Staatsanleihen angekündigt hatten. Mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar an Short-Positionen wurden liquidiert.

Ausbruchsszenario, Sparda-Gruppe und neue Börsenprodukte

Wallstreet Online stellt die langfristigen Bitcoin-Prognosen verschiedener Marktteilnehmer gegenüber. Coinbase-Chef Brian Armstrong, Twitter-Mitgründer Jack Dorsey und ARK-Invest-Chefin Cathie Wood halten demnach einen Anstieg auf bis zu eine Million US-Dollar bis 2030 für möglich.

Markus Thielen von 10x Research bewertet dieses Kursziel hingegen als „mathematisch völlig unrealistisch“. Nach seinen Berechnungen waren über einen Zeitraum von 15 Jahren rund eine Billion US-Dollar an Kapitalzuflüssen erforderlich, um Bitcoin auf das damalige Bewertungsniveau zu bringen.

Für einen Anstieg auf eine Million US-Dollar wären ausgehend vom damaligen Kursniveau zusätzliche Investitionen von etwa 15 Billionen US-Dollar notwendig. Das entspräche ungefähr einem Viertel des gesamten US-Aktienmarkts, das innerhalb von vier Jahren in einen einzigen Vermögenswert fließen müsste.

Eine Rückkehr auf 100.000 US-Dollar wäre unter den aktuellen Bedingungen laut Thielen bereits ein „großer, großer Erfolg“. Eine Million US-Dollar sei langfristig zwar nicht ausgeschlossen, würde jedoch vermutlich eine schwere Kreditkrise oder einen grundlegenden Zusammenbruch des Finanzsystems voraussetzen.

Fundstrat warnte gleichzeitig vor einer bevorstehenden starken Bitcoin-Bewegung. Sean Farrell, Leiter der Digital-Asset-Strategie, erklärte, die Volatilität der vergangenen 30 Tage habe nahe historischen Tiefständen gelegen.

In acht vergleichbaren Phasen bewegte sich Bitcoin innerhalb der folgenden 60 Tage im Median um 30,2 %. Die Richtung war laut Wallstreet Online nicht vorhersehbar: Vier Episoden endeten mit steigenden und vier mit fallenden Kursen.

Ausgangswertrund 64.125 US-Dollar
Möglicher Kurs bei einer Bewegung nach obenetwa 83.360 US-Dollar
Möglicher Kurs bei einer Bewegung nach unten44.890 US-Dollar
Vergleichszeitraumfolgende 60 Tage

Positive Nachrichten meldete die Sparda-Gruppe. Die elf Institute steigerten ihre Bilanzsumme 2025 auf 89,5 Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss wuchs um neun Prozent auf 1,177 Milliarden Euro, während die Kundeneinlagen um 4,1 Prozent auf 79,1 Milliarden Euro zunahmen.

Das harte Kernkapital erhöhte sich auf 6,1 Milliarden Euro, die Kernkapitalquote auf 19,3 %. Zudem wurde die IT-Migration zur Atruvia AG abgeschlossen. An der Deutschen Börse wurden außerdem drei neue Produkte gelistet: ein KI-gestützter Europa-Aktien-ETF, ein aktiv gemanagter Investment-Grade-Anleihe-ETF und ein Krypto-ETP mit einem diversifizierten Korb digitaler Vermögenswerte.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin laut CryptoCompare Index am 20. August 2026 um 07:40 Uhr mit einem Plus von +0,28 % und einem Kurs von 69.493USD gehandelt.

Zusammenfassung: Wallstreet Online berichtet über gegensätzliche Bitcoin-Prognosen, eine mögliche Bewegung von 30,2 % innerhalb von 60 Tagen sowie neue Produkte an der Deutschen Börse.

US-Regierung will Krypto-Standort stärken

Der Aktionär berichtet über die Pläne der US-Regierung, den Status der Vereinigten Staaten als Krypto-Supermacht auszubauen. Bei einem Krypto-Gipfel im Weißen Haus erklärte US-Präsident Donald, dass digitale Vermögenswerte künftig eine Schlüsselrolle einnehmen sollen.

Trump drängte den US-Kongress, den CLARITY Act schnellstmöglich zu verabschieden. Vor Vertretern der Kryptoindustrie sagte er, die USA sollten „an der Spitze“ bleiben – vor China und allen anderen.

„Wir wollen Amerika an der Spitze halten – vor China und allen anderen“

Zu den Gästen zählten unter anderem Führungskräfte von Coinbase, Ripple, Gemini und Chainlink Labs. Trump erklärte erneut, dass seine Regierung den Kauf einer „beträchtlichen“ Menge an Bitcoin für den Aufbau einer staatlichen Bitcoinreserve sowie weiterer Kryptowährungen prüfe.

Damit verschiebt sich laut Der Aktionär der Schwerpunkt der US-Debatte. Im Mittelpunkt stehe nicht mehr nur die Frage, ob Kryptowährungen reguliert werden sollen, sondern wie die Vereinigten Staaten zum attraktivsten Standort für Krypto-Unternehmen werden können.

SEC-Chef Paul Atkins erklärte, seine Behörde arbeite daran, Unternehmen mehr Rechtssicherheit zu geben und die Kapitalbeschaffung über digitale Vermögenswerte zu erleichtern. Das wichtigste Ziel bleibe die Verabschiedung des CLARITY Act durch den Kongress.

Auch die US-Derivateaufsicht CFTC arbeitet laut Bericht daran, große Handelsplattformen stärker in den US-Markt einzubinden. Trump erklärte, die Behörde unterstütze unter anderem eine Ausweitung der Aktivitäten der dezentralen Handelsplattform Hyperliquid in den Vereinigten Staaten.

Der zugehörige HYPE-Token stieg zeitweise um rund 15 % nach oben. Coinbase-Chef Brian Armstrong bezeichnete den CLARITY Act als parteiübergreifenden Kompromiss, der den regulatorischen Rahmen für die kommenden Jahrzehnte festlegen könne.

Das Gesetz muss noch eine entscheidende Abstimmung im US-Senat bestehen. Parallel dazu steht Bitcoin laut Der Aktionär unmittelbar vor der psychologisch wichtigen Marke von 70.000 Dollar, deren Überschreiten das Chartbild deutlich aufhellen würde.

Zusammenfassung: Die US-Regierung will mit dem CLARITY Act, einer möglichen staatlichen Bitcoinreserve und einer stärkeren Einbindung von Handelsplattformen den Krypto-Standort USA ausbauen.

Bitcoin-Rally nach sinkenden US-Anleiherenditen

finanzen.net berichtet, dass Bitcoin am Mittwoch angesichts sinkender Renditen von US-Staatsanleihen deutlich zulegte. Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete die Kryptowährung am Nachmittag 68.712 US-Dollar, was einem Plus von 6,22 Prozent gegenüber dem Vortag entsprach.

Zwischenzeitlich stieg Bitcoin bis auf fast 70.000 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang Juni. Anschließend fiel der Kurs wieder auf zuletzt 68.685,32 Dollar zurück.

Auslöser war laut finanzen.net die unerwartete Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Die Anleihekurse stiegen, während die Renditen sanken, wodurch Bitcoin für Anleger attraktiver wurde, da die Kryptowährung keine Zinsen abwirft.

Der Schritt signalisiert laut Bericht Besorgnis über den anhaltenden Ausverkauf am Anleihemarkt. Die Renditen 30-jähriger Anleihen waren zuvor auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen.

Als Gründe für den Renditeanstieg nennt finanzen.net gestiegene Inflationssorgen, die Folgen des Iran-Kriegs, eine stark steigende Staatsverschuldung und den Kapitalbedarf großer KI-Unternehmen. Timo Emden, Chefmarktanalyst bei Captrader, sieht in der Maßnahme eine Entlastung für den zuletzt angespannten Anleihemarkt.

„Die jüngste Maßnahme nimmt Druck vom Kessel am zuletzt angespannten Anleihemarkt“

Emden zufolge suchen Anleger am Kryptomarkt wieder das Risiko. Zugleich hofften Investoren, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen vor den US-Zwischenwahlen auf Trumps Prioritätenliste wieder nach oben rutschen und die regulatorischen Daumenschrauben gelockert werden.

Die Bitcoin-Entwicklung war in den vergangenen Wochen auch durch Befürchtungen über Leitzinsanhebungen gedämpft worden. Steigende Zinsen erhöhen unter anderem die Finanzierungskosten und können Investoren dazu veranlassen, Geld aus riskanteren Anlageklassen wie Bitcoin abzuziehen.

Zusammenfassung: Bitcoin erreichte auf Bitstamp 68.712 US-Dollar und lag damit 6,22 Prozent über dem Vortag. Sinkende US-Anleiherenditen und Hoffnungen auf eine lockerere Regulierung verbesserten die Stimmung am Kryptomarkt.

FAZ: Bitcoin.de wegen fehlender Lizenz ohne aktuellen Kursbetrieb

Die FAZ beschäftigt sich mit den Folgen der europäischen Regulierung für Kryptoanbieter. Anfang Juli habe die EU-Regulierung Hunderte Anbieter aus dem Markt gefegt, darunter auch die Frankfurter Plattform bitcoin.de.

Auf der Website von bitcoin.de sei nur ein weitgehend leerer Kurs-Chart zu sehen. Unter der Überschrift „Entwicklung des Bitcoin-Kurses der vergangenen 48 Stunden in EUR“ würden keine Daten angezeigt, während der „aktuelle“ Bitcoin-Kurs vom 15. Juni stamme.

Die FAZ bezeichnet den Zeitraum von mehr als neun Wochen im schnelllebigen Kryptomarkt als auffällig. Zugleich stellt der Bericht klar, dass das Kundengeld nicht verloren sei.

Zusammenfassung: Die FAZ berichtet über die Auswirkungen der EU-Regulierung auf bitcoin.de. Die Plattform ist betroffen, das Kundengeld soll jedoch nicht verloren sein.

Fed-Protokolle bringen Zinserhöhungsrisiko zurück

Yahoo Finanzen Deutschland berichtet über die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Federal Reserve. Daraus geht hervor, dass der Vorsitzende Kevin Warsh vorgeschlagen habe, nur noch sechs Fed-Sitzungen pro Jahr abzuhalten.

Außerdem forderten drei Beamte eine Zinserhöhung. Die Fed hatte den Leitzins am 29. Juli bei 3,50% bis 3,75% belassen, doch die Abstimmung von neun zu drei offenbarte laut Bericht eine tiefe Spaltung im Gremium.

Beth Hammack, Neel Kashkari und Lorie Logan stimmten für eine Erhöhung um einen Viertelpunkt. Viele weitere Mitglieder erklärten, eine Anhebung könne bald erforderlich werden, falls die Inflation nicht sinke.

Der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator lag im Juni bei 3,7% und damit deutlich über dem Ziel von 2%. Als zusätzliche Risiken wurden der Konflikt im Nahen Osten, mögliche Auswirkungen auf Lieferkosten sowie unterschiedliche Folgen des KI-Booms genannt.

Warshs Vorschlag von sechs Sitzungen pro Jahr wurde noch nicht beschlossen; der Kalender für 2026 bleibt bestehen. Weniger Sitzungen könnten laut Yahoo Finanzen Deutschland dazu führen, dass Trader weniger Signale erhalten und Marktbewegungen bei Entscheidungen kräftiger ausfallen.

Trader rechneten im Juli laut Protokoll mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu drei für eine Zinserhöhung. Für September wurde eine volle Erhöhung um einen Viertelpunkt eingepreist.

Bitcoin blieb in diesem Jahr hinter Gold zurück, da 5% Treasury-Renditen Kapital in sicherere Vermögenswerte lenkten. Nach der Veröffentlichung notierte Bitcoin laut BeInCrypto-Marktdaten nahe 68.245 USD, was einem Tagesplus von 5,3% entsprach.

Die nächste große Bewährungsprobe sieht der Bericht am 15.-16. September. Dann werde sich zeigen, ob die Vertreter mit einer restriktiveren Haltung ihre Position durchsetzen.

Zusammenfassung: Die Fed-Protokolle zeigen Unterstützung für eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt durch drei Beamte. Bitcoin bleibt damit dem Einfluss der US-Zinspolitik und der nächsten Sitzung am 15.-16. September ausgesetzt.

Einschätzung der Redaktion

Die aktuelle Bitcoin-Stärke wirkt vor allem liquiditäts- und marktmechanisch getrieben, nicht wie der Beginn eines bereits bestätigten, nachhaltig fundamentalen Aufwärtstrends. Der Short Squeeze kann die Bewegung kurzfristig beschleunigen, erhöht jedoch zugleich das Rückschlagrisiko, sobald Anschlusskäufe ausbleiben.

Entscheidend bleibt der widersprüchliche geldpolitische Rahmen: Sinkende Langfristrenditen unterstützen Risikoanlagen, während Inflationsdruck und ein mögliches restriktiveres Vorgehen der US-Notenbank den Kurs jederzeit belasten können. Deshalb ist die Marke von 70.000 US-Dollar eher ein psychologischer Prüfstein als ein verlässliches Signal für eine neue langfristige Rally.

Die politische Unterstützung für Krypto in den USA könnte die institutionelle Akzeptanz und den Branchenstandort stärken. Sie schafft jedoch keine Garantie für steigende Kurse. Die regulatorische Entwicklung bleibt ebenso relevant wie die Frage, ob staatliche Maßnahmen tatsächlich dauerhaft mehr Kapital in den Markt lenken.

Kernaussage: Kurzfristig überwiegt das Momentum, langfristig bleibt das Ausbruchsszenario wegen hoher Zins-, Regulierungs- und Liquiditätsrisiken unbestätigt.

Quellen: