Bitcoin unter Druck: ETF-Abflüsse, Sicherheitsrisiken und Regulierungsdebatten
Autor: Alexander Weipprecht
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Bitcoin steht wegen ETF-Abflüssen und technischer Risiken unter Druck, während eine Debatte über Mining-Finanzierung und Yen-Liquidität mögliche Impulse liefert.
Bitcoin steht zwischen ETF-Abflüssen, technischen Risiken und einer neuen Liquiditätsdebatte unter Druck. Der Pressespiegel beleuchtet die wichtigsten Kursmarken, die langfristige Zukunft der Mining-Finanzierung, mögliche Impulse durch den Yen-Carry-Trade sowie aktuelle Entwicklungen bei Strategy, Solana und der Krypto-Regulierung.
Bitcoin unter Druck: ETF-Abflüsse, Sicherheitsfragen und neue Liquiditätsdebatten
Bitcoin-Prognose: Kurs fällt unter 63.000 Dollar
Bitcoin notierte am 15. August laut Wallstreet Online bei rund 63.000 Dollar. Am 14. August fiel der Kurs unter diese Marke und verlor seit Mitternacht UTC 1,14 Prozent.
Belastet wurde der Markt durch Abflüsse aus den US-Spot-ETFs. Nach Daten von CryptoSlate zogen Anleger am 13. August 131,1 Millionen Dollar ab, nachdem am Vortag bereits 61,1 Millionen Dollar abgeflossen waren. Über vier Handelssitzungen summierten sich die Abflüsse auf 332 Millionen Dollar und entsprachen damit rund 38 Prozent der Zuflüsse der Vorwoche.
Der Fear-and-Greed-Index lag bei 29 und signalisierte damit Angst im Markt. Gleichzeitig erreichten Wallets mit mehr als 1.000 BTC einen Jahreshöchststand, während langfristige Halter erstmals in diesem Jahr Bestände abbauten.
| Wert | Angabe |
|---|---|
| Bitcoin-Kurs | rund 63.000 Dollar |
| ETF-Abflüsse über vier Sitzungen | 332 Millionen Dollar |
| ETF-Abfluss am 13. August | 131,1 Millionen Dollar |
| ETF-Abfluss am Vortag | 61,1 Millionen Dollar |
| Fear-and-Greed-Index | 29 |
| Tages-RSI | 42,06 |
| Unterstützung | 62.532 Dollar |
| 20-Tage-EMA | 63.961 Dollar |
Wallstreet Online nennt 62.532 Dollar als wichtige Unterstützung. Eine Rückeroberung der 20-Tage-EMA bei nahe 63.961 Dollar könnte den Abwärtsdruck bremsen, während ein Bruch unter 62.250 Dollar den Weg in Richtung 60.000 Dollar öffnen würde.
Zusammenfassung: Bitcoin steht laut Wallstreet Online zwischen ETF-Abflüssen und gegenläufigen Signalen großer Wallets. Entscheidend seien aktuell vor allem die Kapitalströme.
Pepeto im Fokus: Risiko-Scanner und geplanter Binance-Pfad
Wallstreet Online stellt im Zusammenhang mit der Bitcoin-Prognose das Meme-Coin-Projekt Pepeto vor. Das Projekt bezeichnet sich als Marktplatz für Meme-Coins und soll nach eigenen Angaben von einem Mitgründer des originalen Pepe-Coins aufgebaut worden sein.
Zum Angebot gehört ein Risiko-Scanner, der Token-Verträge vor dem Kauf prüft und gefährliche Projekte markieren soll. PepetoSwap ermöglicht laut dem Bericht direkte Meme-Token-Tauschgeschäfte, ohne dass Nutzer den Marktplatz dafür verlassen müssen. Die Transaktionsdaten seien einsehbar.
Die Gesamtmenge beträgt 420 Billionen Token. SolidProof habe den vollständigen Projektcode vor dem Start des Presales untersucht und den Vertrag verifiziert. Der Presale-Preis liegt laut Wallstreet Online bei 0,0000001887 Dollar.
Bislang wurden mehr als 10 Millionen Dollar eingesammelt. Als Ziel wird ein erwartetes Binance-Listing genannt.
- Risiko-Scanner zur Prüfung von Token-Verträgen
- PepetoSwap für direkte Token-Tauschgeschäfte
- Gesamtmenge: 420 Billionen Token
- Prüfung des Vertrags durch SolidProof
- Presale-Preis: 0,0000001887 Dollar
- Bislang eingesammelt: mehr als 10 Millionen Dollar
Infobox: Pepeto verbindet laut Wallstreet Online einen Meme-Coin-Marktplatz mit einem Risiko-Scanner und PepetoSwap. Der Bericht nennt außerdem SolidProof als Prüfer und ein erwartetes Binance-Listing als Ziel.
Bitcoin-Limit: Adam Back und Peter Todd vertreten gegensätzliche Positionen
Yahoo Finanzen Deutschland berichtet über eine neue Diskussion zum 21-Millionen-Limit von Bitcoin. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Einschätzungen von Adam Back und Peter Todd zur Finanzierung der Miner nach dem Ende der Blocksubventionen.
Bitcoin vergütet Miner über neu erzeugte Coins und Transaktionsgebühren. Die Blocksubvention wird etwa alle vier Jahre halbiert und soll um 2140 den Wert Null erreichen. Danach müssten die Gebühren allein für die Sicherheit der Blockchain sorgen.
Peter Todd argumentiert laut Yahoo Finanzen Deutschland, dass die Gebühren zu stark schwanken könnten, um die Blockchain dauerhaft stabil zu halten. Miner könnten dann einen Anreiz haben, ertragreiche Blöcke neu zu minen, anstatt kontinuierlich neue Blöcke zu erzeugen.
Todd befürwortet deshalb eine kleine, unendliche Ausgabe neuer Coins. Er führt außerdem verlorene Coins als Argument an und verweist auf Monero, das bereits eine dauerhafte Belohnung nutzt. Heute erhalten Miner 3,125 Bitcoin pro Block; laut dem Bericht stehen noch fast 30 weitere Halbierungen bevor.
Adam Back weist diese Argumentation zurück und bezeichnet sie als Falle, die als technisches Problem dargestellt werde. Als Beispiel wird BIP-110 genannt, dessen Unterstützung durch Miner bei rund 2,53 Prozent gelegen habe und damit deutlich unter der 55%-Marke geblieben sei.
„Bitcoin braucht eine dauerhafte Blockbelohnung“
Yahoo Finanzen Deutschland beschreibt zugleich einen wichtigen Unterschied zwischen den Debatten: Für BIP-110 sei ein Soft Fork ausreichend gewesen, während eine Änderung des Angebotsplans einen Hard Fork erfordern würde, dem alle Halter zustimmen müssten. Ob Transaktionsgebühren die Blockchain künftig allein finanzieren können, bleibe offen.
Zusammenfassung: Die Debatte dreht sich um die langfristige Sicherheit des Bitcoin-Netzwerks. Peter Todd warnt vor schwankenden Gebühren, während Adam Back eine dauerhafte Ausgabe als falsche technische Problemlösung zurückweist.
Digitalwährungen am Samstagnachmittag: Bitcoin leicht im Minus
Bei finanzen.net lag Bitcoin um 17:11 bei 62.969,30 US-Dollar und damit 0,03 Prozent niedriger. Am Vortag hatte der Kurs bei 62.986,49 US-Dollar gelegen.
Auch der finanzen.net Top 10 Crypto-ETP1 gab nach. Das Produkt verlor 2,8 Prozent auf 8,02 EUR; die Performance im Vergleich zur Erstnotiz wurde mit -13,0 Prozent angegeben.
| Digitalwährung beziehungsweise Produkt | Kurs um 17:11 | Veränderung |
|---|---|---|
| Bitcoin | 62.969,30 US-Dollar | -0,03 Prozent |
| finanzen.net Top 10 Crypto-ETP1 | 8,02 EUR | -2,8 Prozent |
| Litecoin | 44,07 US-Dollar | +0,76 Prozent |
| Ethereum | 1.881,46 US-Dollar | +0,07 Prozent |
| Bitcoin Cash | 204,84 US-Dollar | +0,13 Prozent |
| Ripple | 1,001 US-Dollar | kaum Ausschläge |
| Monero | 404,71 US-Dollar | +1,34 Prozent |
| Cardano | 0,1784 US-Dollar | kaum Ausschläge |
| Stellar | 0,1583 US-Dollar | kaum vom Fleck |
| Tron | 0,3310 US-Dollar | kaum Bewegung |
| Binancecoin | 610,23 US-Dollar | +0,44 Prozent |
| Dogecoin | 0,0700 US-Dollar | kaum Ausschläge |
| Solana | 75,39 US-Dollar | +0,09 Prozent |
| Avalanche | 6,544 US-Dollar | +1,17 Prozent |
| Chainlink | 9,458 US-Dollar | +5,44 Prozent |
| Sui | 0,6821 US-Dollar | kaum Bewegung |
Unter den größeren Digitalwährungen verzeichneten Litecoin, Ethereum und Bitcoin Cash moderate Gewinne. Monero legte 1,34 Prozent auf 404,71 US-Dollar zu, während Chainlink mit einem Plus von 5,44 Prozent auf 9,458 US-Dollar den stärksten Anstieg der genannten Werte verzeichnete.
Infobox: Bitcoin bewegte sich am Samstagnachmittag nahezu unverändert. Deutlichere Zugewinne meldeten Chainlink, Monero und Avalanche.
Yen-Carry-Trade: Onvista sieht möglichen Bitcoin-Effekt
Onvista beschreibt den Yen-Carry-Trade als Belastungsfaktor für die japanische Währung und zugleich als möglichen Impulsgeber für Bitcoin. Der Wechselkurs lag nach einer gemeinsamen Intervention der USA und Japans erneut nahe der Marke von 160 Yen je Dollar.
Als Kernproblem nennt Onvista den Renditeunterschied zwischen den USA und Japan. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen derzeit rund 4,7 Prozent ab, japanische Staatsanleihen lediglich knapp 2,8 Prozent.
Investoren können sich dadurch günstig in Yen verschulden und das Kapital in höher verzinste Dollar-Anlagen oder andere Risiko-Assets investieren. Solange dieser Anreiz besteht, werden Yen verkauft und Dollar gekauft, was den strukturellen Verkaufsdruck auf die japanische Währung erhöht.
Japan verfügt laut Onvista über mehr als eine Billionen Dollar an potenziell FIMA-fähigen US-Staatsanleihen. Goldman Sachs schätzt Japans gesamte Dollarreserven ebenfalls auf rund eine Billion Dollar. Die Nutzung der FIMA Repo Facility ist aktuell auf 60 Milliarden Dollar begrenzt.
Onvista beschreibt zwei mögliche Reaktionen Japans. Die Bank of Japan könnte die Zinsen weiter erhöhen und ihre Bilanz reduzieren, oder Japan könnte über Liquiditätsmechanismen Dollar erhalten, ohne US-Staatsanleihen am offenen Markt verkaufen zu müssen.
- Option eins: weitere Zinserhöhungen und Reduzierung der Bilanz der Bank of Japan
- Option zwei: Dollar-Liquidität über Swap-Linien oder die FIMA Repo Facility
- Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen: rund 4,7 Prozent
- Rendite japanischer Staatsanleihen: knapp 2,8 Prozent
- Potenzielle FIMA-fähige US-Staatsanleihen Japans: mehr als eine Billionen Dollar
- Aktuelle FIMA-Begrenzung: 60 Milliarden Dollar
Eine zusätzliche Dollar-Liquidität könnte laut Onvista für Bitcoin grundsätzlich positiv sein, weil Bitcoin besonders auf Veränderungen der globalen Liquidität reagiere. Eine schnelle Auflösung des Carry Trades könne dagegen Druck auf globale Risikoanlagen und den US-Anleihemarkt ausüben.
Zusammenfassung: Onvista sieht im Yen-Carry-Trade einen Hebel für die globalen Finanzmärkte. Sollte Japan seine Währung mit zusätzlicher Dollar-Liquidität stützen, könnte Bitcoin davon profitieren; eine abrupte Umkehr des Carry Trades würde dagegen erhebliche Verwerfungen riskieren.
Strategy verkauft 1.690 Bitcoin, Solana entgeht knapp einer Netzwerkstörung
BTC-ECHO berichtet, dass Strategy zwischen dem 3. und 9. August 1.690 BTC für rund 108,6 Millionen US-Dollar verkaufte. Die Erlöse fließen unter anderem in Dividendenzahlungen und den Ausbau der Dollarreserve, die inzwischen 4,65 Milliarden US-Dollar umfasst.
Trotz des Verkaufs hält Strategy weiterhin rund 840.000 Bitcoin. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 75.385 US-Dollar; daraus ergeben sich laut BTC-ECHO derzeit rechnerische Verluste von rund 8,7 Milliarden US-Dollar.
Solana entging laut BTC-ECHO nur knapp einer schweren Netzwerkstörung. Durch einen Routing-Fehler beim Infrastrukturprovider Teraswitch gingen zeitweise 28,83 Prozent aller gestakten SOL offline. Ab einem Anteil von 33,34 Prozent können keine Transaktionen mehr finalisiert werden.
Betroffen waren rund 90 Validatoren. Der Fehler breitete sich von Miami auf Rechenzentren in Europa und Asien aus. Mehr als ein Viertel des gesamten gestakten SOL lag bei einem einzigen Infrastrukturnetzwerk.
Zusätzlich meldete Trezor ein Datenleck bei einem Logistikpartner. Persönliche Informationen von rund 13.700 Kunden wurden offengelegt; bei knapp 11.750 Betroffenen gelangten unter anderem Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Lieferadressen in die Hände der Angreifer.
Trezors eigene Systeme, Hardware Wallets und die darauf verwahrten Kryptowährungen seien laut BTC-ECHO nicht betroffen. Das größte Risiko bestehe nun in gezielten Phishing-Angriffen.
Infobox: Strategy verkaufte 1.690 BTC für rund 108,6 Millionen US-Dollar. Solana lag mit 28,83 Prozent offline gegangener gestakter SOL nahe an der Schwelle von 33,34 Prozent, während Trezor vor Phishing nach einem Datenleck warnte.
Weitere Krypto-Regulierung in den USA und Deutschland
BTC-ECHO berichtet außerdem über den Clarity Act, der im September einen entscheidenden Schritt im US-Senat machen könnte. Mehrheitsführer John Thune habe ein Verfahren angestoßen, nach dem ab dem 15. September über die Aufnahme der Beratungen abgestimmt werden könnte.
Dafür werden 60 Stimmen benötigt, darunter Unterstützung aus den Reihen der Demokraten. Streitpunkte bleiben laut BTC-ECHO unter anderem Ethikregeln für Regierungsmitglieder und deren Krypto-Geschäfte sowie Stablecoin Rewards.
In Deutschland plant die Bundesregierung laut BTC-ECHO eine Reform zur Vermögensabschöpfung. Der Zoll soll im Kampf gegen Geldwäsche und Steuerkriminalität deutlich gestärkt werden.
Bei begründeten Zweifeln an der legalen Herkunft könnten Vermögenswerte zunächst ohne richterlichen Beschluss sichergestellt werden. Betroffene müssten anschließend deren rechtmäßige Herkunft plausibel machen. Erstmals sollen dabei auch Kryptowährungen einbezogen werden.
Zusammenfassung: Der Clarity Act steht vor einer möglichen Abstimmung über die Aufnahme der Beratungen ab dem 15. September. In Deutschland könnte eine Reform zur Vermögensabschöpfung auch Kryptowährungen erfassen.
Einschätzung der Redaktion
Der Kryptomarkt befindet sich in einer Phase, in der Liquidität, institutionelles Verhalten und strukturelle Sicherheitsfragen wichtiger sind als kurzfristige Kursbewegungen. Die ETF-Abflüsse und der Verkauf von 1.690 Bitcoin durch Strategy zeigen, dass selbst große Marktteilnehmer ihre Positionen taktisch anpassen. Zugleich machen die Solana-Störung und das Trezor-Datenleck deutlich, dass technische und operative Risiken weiterhin unterschätzt werden.
Besonders relevant ist die langfristige Debatte über die Finanzierung der Bitcoin-Sicherheit. Eine Änderung des Angebotsmodells wäre ein grundlegender Eingriff und könnte das Vertrauen in die monetären Regeln von Bitcoin erheblich belasten. Auch regulatorische Vorhaben in den USA und Deutschland dürften die Branche stärker institutionalisieren, zugleich aber die Anforderungen an Transparenz, Verwahrung und Herkunftsnachweise erhöhen.
Infobox: Kurzfristig dominiert der Liquiditäts- und Verkaufsdruck. Langfristig entscheiden Netzwerksicherheit, regulatorische Klarheit und das Vertrauen in die unveränderten Grundregeln über die Stabilität des Kryptomarktes.
Quellen:
- Bitcoin Prognose unter 63.000 Dollar nach vier Tagen mit ETF-Abflüssen
- Bitcoin aktuell: Die Krypto-Zunft sucht den Notausgang
- Kann Bitcoin jemals die 21-Millionen-Grenze überschreiten? Adam Back: Das ist eine Falle
- Digitalwährungen im Fokus: So bewegen sich Bitcoin & Co. am Samstagnachmittag
- Der Yen-Carry-Trade ist gefährlich, und gut für Bitcoin
- Bitcoin-Verkauf bei Strategy und Solana-Schock: Die 5 wichtigsten Krypto-News