Bitcoin unter Druck: Steuerpläne, Wallet-Angriff und Kursziele bis 1,5 Millionen Dollar
Autor: Alexander Weipprecht
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Der Artikel beleuchtet Steuerpläne, einen Coldcard-Angriff und die junge, männliche Anlegerbasis in Deutschland. Langfristige Bitcoin-Prognosen reichen bis 1,5 Millionen US-Dollar.
Bitcoin steht im Spannungsfeld aus drohenden Steueränderungen, neuen Sicherheitsrisiken und ambitionierten Langzeitprognosen. Der Pressespiegel zeigt, wie Anleger auf die Coldcard-Angriffe, schwache ETF-Ströme und geldpolitische Signale reagieren – und warum Kursziele von bis zu 1,5 Millionen US-Dollar ebenso diskutiert werden wie ein Rückfall auf 60.000 Dollar.
Bitcoin zwischen Steuerdebatte, Sicherheitsrisiken und langfristigen Kurszielen
Deutschland diskutiert über das Ende der steuerfreien Haltefrist
In Deutschland plant Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) nach Angaben von t3n eine Änderung der steuerlichen Behandlung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Derzeit bleiben Veräußerungsgewinne aus dem Privatvermögen steuerfrei, wenn die digitalen Vermögenswerte länger als ein Jahr gehalten werden; bei einer kürzeren Haltedauer greift der persönliche Einkommensteuersatz.
Nach den Plänen soll diese einjährige Haltefrist für Digitalwährungen entfallen. Krypto-Gewinne könnten künftig ähnlich wie Aktienerlöse besteuert werden, für die eine pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent gilt, zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Viele Einzelheiten sind laut t3n noch offen. Dazu zählen mögliche Übergangsregelungen sowie die Frage, ob CDU/CSU die Pläne der SPD im Parlament unterstützen würden, nachdem die drei Regierungsparteien im Koalitionsvertrag gemeinsam beschlossen hatten, keine Steuern zu erhöhen.
Die Debatte betrifft eine wachsende Zahl von Anlegern. Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von BearingPoint besitzen 12,8 Prozent der Erwachsenen in Deutschland digitale Coins, was knapp 8,9 Millionen Menschen entspricht.
Weitere 4,9 Prozent haben Bitcoin oder andere Kryptowährungen früher besessen, sind aber wieder aus dem Markt ausgestiegen. 11,4 Prozent können sich einen Einstieg vorstellen, während 67,4 Prozent keine Kryptowährungen besitzen und einen Kauf auch für die Zukunft kategorisch ausschließen.
Die Besitzerquote unterscheidet sich deutlich nach Geschlecht und Alter. Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt sie bei 28,4 Prozent, während die Generation der Über-55-Jährigen mit Kryptowährungen kaum etwas anfangen kann. Unter den aktiven Anlegern halten drei Viertel Bitcoin, gefolgt von Ethereum mit gut einem Drittel und Solana mit gut einem Fünftel.
Das Risikobewusstsein bleibt ausgeprägt: 32,7 Prozent der Gesamtbevölkerung stufen Kryptowährungen in erster Linie als hochspekulatives Produkt ein. Rund 5 Prozent sehen darin hingegen einen verlässlichen Wertspeicher in Krisenzeiten.
Mehr als 40 Prozent der Gesamtbevölkerung und über 70 Prozent der aktiven Krypto-Investoren erwarten, dass eine Abschaffung der Haltefrist die Attraktivität von Krypto-Anlagen drastisch verringern würde. 37,6 Prozent sprechen sich dafür aus, Anleger mit langem Anlagehorizont steuerlich günstiger zu behandeln als kurzfristig handelnde Spekulanten; unter den aktiven Krypto-Besitzern liegt die Zustimmung bei 80,8 Prozent.
„Damit digitale Vermögenswerte dauerhaft Akzeptanz finden, braucht es Vertrauen, Verständlichkeit und einen verlässlichen institutionellen Rahmen“, sagte Robert Bosch, globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint, laut t3n.
Zusammenfassung: Die geplante Steueränderung könnte die steuerfreie Haltefrist für Bitcoin und andere Kryptowährungen beenden. Die Umfrage zeigt zugleich eine große, aber risikobewusste Nutzergruppe in Deutschland.
Coldcard-Angriff belastet Bitcoin-Markt
Wallstreet Online berichtet über den Verlust von rund 1.367 Bitcoin im Wert von 88,6 Millionen Dollar beim Hardware-Wallet Coldcard. Betroffen seien etwa 4.585 Adressen; es handle sich bereits um die vierte Angriffswelle auf dieselbe Schwachstelle.
Mehrere Angriffswellen hätten auf die Firmware des reinen Bitcoin-Wallets von Coinkite gezielt. Der Vorfall stellt laut dem Bericht erneut Fragen zur Sicherheit der kalten Verwahrung und zur Eigenverwahrung von Kryptowährungen.
Als Reaktion darauf wanderten an einem einzigen Tag 39.600 Bitcoin von kleinen Wallets auf Börsen. Der Bericht wertet dies als mögliches Zeichen dafür, dass Anleger ihr Kapital nach dem Angriff dorthin transferierten, wo sie es als sicherer empfinden.
Der Bitcoin-Kurs lag bei rund 62.520 Dollar und damit etwa 1,5 Prozent unter dem Wert 24 Stunden zuvor. Das Tageshoch wurde mit 62.913 Dollar angegeben, das Tagestief mit 62.512 Dollar. Der Gesamtmarkt schrumpfte um knapp ein Prozent auf 2,16 Billionen Dollar.
Auch die technischen Indikatoren zeichneten ein schwaches Bild. Der RSI lag bei 39,5, während der MACD mit minus 261 negativ blieb. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 64.660 Dollar wurde als erste Hürde oberhalb des Kurses genannt; nach unten verwies der Bericht auf 60.000 Dollar sowie das Tief bei 58.115 Dollar.
Politische Signale wurden dagegen teilweise freundlicher bewertet. Der American Reserve Modernization Act würde eine strategische Bitcoin Reserve schaffen. Zudem sagte Donald Trump die geplanten Schläge gegen den Iran ab, nachdem eine Einigung über das Atomprogramm und die Straße von Hormus erreicht worden war.
Zusammenfassung: Der Coldcard-Vorfall mit 1.367 gestohlenen Bitcoin belastet das Vertrauen in die Eigenverwahrung. Gleichzeitig deuten 39.600 Bitcoin, die von kleinen Wallets zu Börsen transferiert wurden, auf eine erhöhte Vorsicht unter Anlegern hin.
Bitcoin-Besitz in Deutschland bleibt jung und männlich geprägt
STERN.de bestätigt die Ergebnisse der YouGov-Umfrage im Auftrag von BearingPoint. Demnach besitzen knapp neun Millionen Menschen ab 18 Jahren in Deutschland Kryptowährungen, was einem Anteil von 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung entspricht.
4,9 Prozent der Befragten besaßen in der Vergangenheit Bitcoin oder andere Kryptowährungen, sind aber wieder aus dem Markt ausgestiegen. Ein Potenzial von 11,4 Prozent beziehungsweise rund 7,9 Millionen Menschen kann sich laut STERN.de einen Kauf vorstellen, hält derzeit aber noch keine Digitalwährungen.
Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind deutlich. Während 18,8 Prozent der Männer digitale Coins im Depot halten, liegt die Quote bei Frauen bei 7,2 Prozent.
Auch das Alter spielt eine zentrale Rolle. Unter den 25- bis 34-Jährigen besitzen 28,4 Prozent Kryptowährungen, während die Anlageklasse bei Menschen ab 55 Jahren kaum eine Rolle spielt.
Bitcoin bleibt unter den aktiven Krypto-Anlegern die führende Digitalwährung. 74,6 Prozent halten Bitcoin, 33,1 Prozent Ethereum und 22,7 Prozent Solana. XRP kommt auf 18,1 Prozent, Cardano auf 13,6 Prozent und Dogecoin auf 13,0 Prozent.
In der Gesamtbevölkerung dominiert die Einschätzung, dass Kryptowährungen spekulativ sind. 32,7 Prozent stufen sie primär als hochspekulatives Produkt ein.
Infobox:
- 12,8 Prozent der Erwachsenen besitzen Kryptowährungen.
- 4,9 Prozent sind bereits wieder ausgestiegen.
- 11,4 Prozent können sich einen Kauf vorstellen.
- 67,4 Prozent schließen einen Kauf auch künftig aus.
- Bitcoin liegt mit 74,6 Prozent unter aktiven Krypto-Anlegern vorn.
Zusammenfassung: Kryptowährungen erreichen in Deutschland knapp neun Millionen Erwachsene, bleiben aber stark von jüngeren und männlichen Anlegern geprägt. Bitcoin führt das Depot-Ranking mit deutlichem Abstand an.
Bitcoin-Prognosen für 2030 reichen bis 1,5 Millionen US-Dollar
Der Merkur berichtet über die Frage, ob Bitcoin bis 2030 eine Million US-Dollar erreichen kann. Während Prognosen von 100.000 US-Dollar vor wenigen Jahren noch als unrealistisch galten, diskutieren inzwischen Banken und Vermögensverwalter mögliche Kursziele von mehreren hunderttausend US-Dollar bis über eine Million US-Dollar.
ARK Invest berechnet für 2030 drei Szenarien. Im pessimistischsten Szenario könnte Bitcoin bei rund 300.000 US-Dollar stehen, im Basisszenario bei 710.000 Dollar. Im Best-Case hält die Investmentgesellschaft sogar 1,5 Millionen Dollar für möglich.
Für die optimistischen Szenarien müssten Vermögensverwalter, Unternehmen und möglicherweise auch Staaten deutlich stärker in Bitcoin investieren. Standard Chartered ist vorsichtiger, hält bis 2030 aber dennoch einen Kurs von rund 500.000 Dollar für möglich.
Zusätzliche Nachfrage könnte nach Einschätzung der Bank vor allem durch börsengehandelte Bitcoin-Fonds entstehen. Seit der Zulassung der US-Spot-ETFs können Anleger über klassische Wertpapierdepots investieren, ohne die Kryptowährung selbst verwahren zu müssen.
BlackRock-Chef Larry Fink bezeichnet Bitcoin inzwischen als ein „internationales Asset“. Eine zentrale Grundlage der hohen Kursziele ist die Begrenzung des Angebots: Mehr als 21 Millionen Bitcoin wird es laut dem Bericht nie geben.
Die Prognosen hängen jedoch von mehreren Annahmen ab. Pensionsfonds und Versicherungen könnten Bitcoin wegen der starken Schwankungen weiterhin meiden. Strengere Regeln könnten außerdem den Zugang für Banken und andere Großanleger erschweren.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon gehört zu den bekannten Kritikern und bezeichnete Bitcoin als weitgehend wertlos. Gleichzeitig bietet JPMorgan Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte an, um die Nachfrage der Kunden zu bedienen.
Der Ökonom Kenneth Rogoff warnt laut Merkur vor einfachen Vergleichen mit Gold. Bitcoin fehle die lange Geschichte als Wertaufbewahrungsmittel und müsse sich in größeren Krisen erst noch beweisen.
| Szenario oder Institution | Genanntes Bitcoin-Kursziel für 2030 |
| ARK Invest, pessimistisch | rund 300.000 US-Dollar |
| ARK Invest, Basisszenario | 710.000 Dollar |
| ARK Invest, Best-Case | 1,5 Millionen Dollar |
| Standard Chartered | rund 500.000 Dollar |
Zusammenfassung: Die Prognosen für 2030 reichen von rund 300.000 US-Dollar bis 1,5 Millionen Dollar. Ob diese Ziele erreicht werden, hängt laut dem Bericht vor allem von der institutionellen Nachfrage, Regulierung und der weiteren Akzeptanz ab.
Bitcoin ringt mit 62.500 Dollar
FinanzNachrichten.de beschreibt den Bitcoin-Start in die neue Woche bei 63.152 Dollar. Damit lag der Kurs knapp unter dem 200-Wochen-Durchschnitt von etwa 63.300 Dollar.
Der Markt musste innerhalb einer Woche einen harten Fed-Kurs, einen Wallet-Diebstahl über 70 Millionen Dollar und den schwächsten ETF-Tag des Monats verkraften. Trotzdem verlor Bitcoin in diesem Zeitraum nur zwei Prozent.
Die US-Notenbank ließ den Leitzins am 29. Juli zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Drei stimmberechtigte Mitglieder votierten jedoch für eine Anhebung, was als deutlichste Spaltung im Ausschuss seit September 2016 bezeichnet wurde.
Nach Angaben von CryptoTicker rechnet der Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von 61,4 Prozent für eine Zinserhöhung im September. Ein anziehender Zinszyklus könnte höhere Realrenditen und einen festeren Dollar bedeuten, was den Bitcoin-Kurs belasten kann.
Bei den US-Spot-ETFs zeigte sich ein gemischtes Bild. Am 31. Juli verzeichneten sie einen Abfluss von 265 Millionen Dollar an einem einzigen Handelstag; der Juli schloss jedoch mit einem Nettozufluss von 172,4 Millionen Dollar.
Glassnode meldete zugleich das niedrigste Spot-Handelsvolumen seit 2019. Dünne Märkte können laut dem Bericht Bewegungen in beide Richtungen beschleunigen.
Charttechnisch gilt 62.500 Dollar als wichtige Marke. Ein nachhaltiger Verlust dieser Marke könnte den Weg zu 60.000 Dollar öffnen. Auf der Oberseite wird der 50-Tage-Durchschnitt bei rund 64.891 Dollar als erste Hürde genannt.
Als weitere Marktereignisse verwies FinanzNachrichten.de auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag und die Inflationszahlen am 12. August. Beide Daten könnten die Entscheidung zur Septembersitzung beeinflussen.
Zusammenfassung: Bitcoin bewegt sich zwischen der Unterstützung bei 62.500 Dollar und dem 50-Tage-Durchschnitt bei rund 64.891 Dollar. Geldpolitik, ETF-Flüsse und ein niedriges Handelsvolumen bestimmen den kurzfristigen Ausblick.
Strive will das Treasury-Modell von Strategy herausfordern
BTC-ECHO berichtet über Strive und den Manager Jeff Walton, der das Bitcoin-Treasury-Modell von Michael Saylor weiterentwickeln will. Walton erzielte mit MSTR-Optionen eine 2.000-fache Rendite, nachdem er im Bärenmarkt zunächst hohe Verluste erlitten hatte.
Bitcoin-Treasury-Aktien gelten als besonders riskante Wette auf ein ohnehin volatiles Asset. Walton hält diese Einordnung jedoch für zu einfach und sieht in Treasury-Unternehmen mehr als bloße Hebel auf den Bitcoin-Kurs.
Strive möchte nach dem Bericht langfristig eine bessere Entwicklung als der Marktführer Strategy erreichen. Im Mittelpunkt steht ein Geschäftsmodell, bei dem Bitcoin-Bestände und die Struktur des Unternehmens gemeinsam betrachtet werden.
Damit reiht sich Strive in eine Gruppe von Unternehmen ein, die Bitcoin als Bestandteil ihrer Treasury-Strategie nutzen. Die Entwicklung solcher Firmen bleibt eng mit dem Bitcoin-Markt verbunden, da die Bewertung ihrer Aktien von der Wahrnehmung und der Entwicklung des digitalen Vermögenswerts beeinflusst werden kann.
Zusammenfassung: Strive positioniert sich als Herausforderer von Strategy und will das Bitcoin-Treasury-Modell weiterentwickeln. Die Strategie verbindet potenzielle Chancen mit dem hohen Risiko eines volatilen Basiswerts.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Konsequenz ist eine wachsende Professionalisierung bei zugleich steigender Komplexität: Steuerliche Unsicherheit, Sicherheitsvorfälle und geldpolitische Risiken erhöhen die Anforderungen an Anleger deutlich. Besonders problematisch wäre eine pauschale steuerliche Gleichbehandlung, wenn sie langfristiges Halten und kurzfristige Spekulation identisch behandelt.
Die hohen Kursziele bis 2030 bleiben ambitionierte Szenarien, keine belastbaren Erwartungen. Institutionelle Nachfrage kann Bitcoin stärken, beseitigt aber weder Verwahrungsrisiken noch die starke Abhängigkeit von Liquidität, Regulierung und Zinsen. Treasury-Modelle wie bei Strive oder Strategy verschärfen diese Abhängigkeit zusätzlich, weil sie Unternehmensrisiken mit Bitcoin-Risiken verbinden.
Zusammenfassung: Bitcoin gewinnt an institutioneller Bedeutung, bleibt aber ein hochriskantes Anlageinstrument. Entscheidend für die weitere Akzeptanz sind verlässliche Regeln, robuste Verwahrung und ein realistischer Umgang mit Prognosen.
Quellen:
- Steuerfreie Haltefrist vor dem Aus: Was Klingbeils Pläne für Bitcoin-Anleger bedeuten
- Bitcoin News: 1.367 BTC gestohlen und 39.600 BTC an einem Tag Richtung Börsen
- Digital-Währungen: Jeder achte Erwachsene in Deutschland hält Kryptowährungen
- Bitcoin 2030: Wie realistisch ist eine Million US-Dollar?
- Bitcoin Prognose für August, BTC ringt mit der Marke von 62.500 Dollar
- "Bitcoin ist ein Sog für Dollars": Diese Firma fordert Strategy heraus