Bitcoin zwischen Erholung, Steuerdebatte und wachsendem Quantenrisiko

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Bitcoin steht zwischen Steuerdebatte, positiven Erholungssignalen und wachsendem Quantenrisiko, während ETF-Zuflüsse zusätzliches Aufholpotenzial gegenüber Gold bieten.

Bitcoin steht im Spannungsfeld zwischen politischer Steuerdebatte, technischen Erholungssignalen und langfristigen Sicherheitsrisiken. Der Pressespiegel zeigt, warum Anleger zugleich auf eine mögliche Bodenbildung, neue ETF-Dynamik und die wachsende Bedrohung durch Quantencomputer blicken.

Bitcoin zwischen Steuerdebatte, Bodenbildung und neuen Risiken

FAZ: Streit über eine Besteuerung wie bei Aktien

Die FAZ berichtet über die geplante steuerliche Behandlung von Bitcoin. Auf Gewinne mit Kryptowährungen fallen bislang oft keine Steuern an, was der Finanzminister ändern will.

Im Mittelpunkt steht ein Streitgespräch zwischen Parsa Marvi von der SPD und Matthias Steger vom Bitcoin Bundesverband. Steger berichtet, dass er bereits relativ früh von Bitcoin erfahren habe, zunächst aber nicht investiert habe. Als Steuerberater habe er zunächst Mandanten zu dem Thema beraten und im Jahr 2016 erstmals Bitcoin gekauft.

Die Debatte ordnet Bitcoin in den größeren Zusammenhang der Finanz- und Steuerpolitik ein. Die FAZ führt Bitcoin, Gold, Kryptowährungen, SPD und Altersvorsorge als Schlagworte zum Beitrag auf.

„Das erste Mal Bitcoin gekauft habe ich im Jahr 2016.“

Zusammenfassung: Die FAZ beschreibt die politische Diskussion über eine mögliche Besteuerung von Bitcoin-Gewinnen und stellt dabei unterschiedliche Positionen von SPD und Bitcoin Bundesverband gegenüber.

Yahoo Finanzen Deutschland: Bitcoin sendet ein historisches Erholungssignal

Nach Angaben von Yahoo Finanzen Deutschland ist Bitcoin seit August etwa 30% im Wert gestiegen. Trotz eines sehr volatilen Septembers liegt die größte Kryptowährung in diesem Monat mit einem Plus von 3,33% im grünen Bereich.

Ein wichtiges Signal folgte demnach am Sonntag: Bitcoin verzeichnete erstmals seit November 2025 einen Wochenschluss über seinem 50-Wochen-Durchschnitt. In den 45 Wochen davor hatte kein Wochenschluss diesen Durchschnitt überschritten.

Alex Thorn, Leiter der Forschung bei Galaxy, verweist auf historische Muster. In einer Analyse identifizierte er 13 Fälle in abgeschlossenen Bärenmärkten, in denen Bitcoin den 50-Wochen-Durchschnitt zurückerobert hatte. Nur zwei dieser Fälle wurden von einem neuen Tief gefolgt; beide ereigneten sich während des Rückgangs 2021–2022.

Der 200-Wochen-Durchschnitt habe laut dem Bericht als Boden gedient. Seit es diesen Durchschnitt gibt, lagen lediglich 56 von 642 Wochenschlüssen darunter. Der 50-Wochen-Durchschnitt habe dagegen meist als obere Begrenzung gedient und Rallyes gestoppt, bis der Kursrückgang beendet war.

Bitcoin verlor den 50-Wochen-Durchschnitt in der Woche ab dem 16. November 2025. Am 30. Juni 2026 erreichte Bitcoin ein Tief bei 58.525 USD. Das entsprach einem Rückgang von 53,1% gegenüber dem Rekordstand aus Oktober 2025 von 124.824 USD. Seitdem stieg Bitcoin um 39%.

AngabeWert
Tief am 30. Juni 202658.525 USD
Rekordstand aus Oktober 2025124.824 USD
Rückgang vom Rekordstand53,1%
Anstieg seit dem Tief39%
50-Wochen-Durchschnitt78.786 USD
200-Wochen-Durchschnitt65.487 USD
Bitcoin-Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung81.341 USD

Der Wochenschluss lag 3,0% über dem 50-Wochen-Durchschnitt bei 78.786 USD und 23,9% über dem 200-Wochen-Durchschnitt bei 65.487 USD. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei 81.341 USD.

Der Bericht betont zugleich, dass ein erneuter Rückgang möglich bleibt. Mehrere Analysten erwarteten, dass Bitcoin im Oktober seinen Tiefpunkt erreicht. Die kommenden Wochen sollen zeigen, ob das Tief aus Juni als Bodenniveau hält oder ob sich die Prognose für Oktober bestätigt.

„Das Zurückerobern des 50-Wochen-Durchschnitts hat historisch als starke Bestätigung dafür gedient, dass die Bärenmarkttiefs erreicht wurden.“

Zusammenfassung: Der Wochenschluss über dem 50-Wochen-Durchschnitt gilt historisch als positives Signal. Gleichzeitig bleibt offen, ob das Tief bei 58.525 USD Bestand hat oder ein weiterer Rückgang folgt.

finanzen.net: Quantenrisiko für Bitcoin und Ethereum rückt näher

finanzen.net berichtet über neue Berechnungen zum möglichen Quantenangriff auf Bitcoin und Ethereum. Forscher haben den geschätzten Aufwand für einen zentralen Schritt eines künftigen Angriffs mehr als halbiert.

Aktuelle Hardware könne Bitcoin und Ethereum weiterhin nicht knacken. Dennoch fallen die Schätzungen zur erforderlichen Rechenkraft schneller als erwartet. Das internationale Forscherteam beschreibt einen Schaltkreis mit 1.151 logischen Qubits und rund 1,3 Millionen Toffoli-Gattern.

Der Entwurf kommt auf einen Aufwandswert von etwa 1,5 Milliarden. Damit liegt er mehr als 50 Prozent unter den rund 3 Milliarden, die Google Quantum AI im März als Referenz gesetzt hatte. Die Werte seien laut den Autoren nicht exakt vergleichbar.

AngabeWert
Logische Qubits1.151
Toffoli-Gatterrund 1,3 Millionen
Aufwandswert des Entwurfsetwa 1,5 Milliarden
Referenz von Google Quantum AIrund 3 Milliarden
Teilnehmer an der offenen Challengemehr als 100
Dauer der Arbeitrund acht Wochen
Akzeptierte Verbesserungenüber 400
Weiterer Aufwandswert nach Redaktionsschlussrund 1,26 Milliarden
Maschinengröße einer Variante813 Qubits

Die Berechnung entstand im Rahmen der offenen Challenge ECDSA.Fail von Eigen Labs. Mehr als 100 Teilnehmer arbeiteten rund acht Wochen an dem Problem, unterstützt von KI-Agenten, und reichten über 400 akzeptierte Verbesserungen ein. Menschen gaben die Richtung vor, während die KI Umsetzung und Feinschliff übernahm.

Nach dem Redaktionsschluss der Studie sank der Aufwandswert weiter auf rund 1,26 Milliarden. Eine Variante drückte die Maschinengröße auf 813 Qubits.

Bitcoin und Ethereum sichern Guthaben über dasselbe Verfahren, secp256k1. Ein ausreichend großer Quantenrechner könnte mit Shors Algorithmus aus einem offengelegten öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel errechnen und Überweisungen im Namen des Besitzers freigeben.

Ein vollständiges Angriffsszenario sei noch nicht durchgerechnet, und aktuell existiere keine Maschine, die einen solchen Angriff leisten könne. Hauptautor Jieyi Long, Technikchef von Theta Labs, bezeichnete einen Angriff als nicht unmittelbar, verwies aber darauf, dass Gegenmaßnahmen Jahre benötigen könnten und sich nicht nachträglich aufspielen ließen.

Für Anleger rücken laut finanzen.net Quantenunternehmen wie Rigetti Computing, D-Wave Quantum und Quantinuum in den Blick. Anfang September finalisierte das US-Handelsministerium Förderzusagen aus dem CHIPS Act von bis zu 100 Millionen US-Dollar je Unternehmen und nahm an allen drei Firmen Minderheitsbeteiligungen.

Das Geld soll dem Bau fehlertoleranter Maschinen dienen. Die genannten Werte seien jung, tief defizitär und schwankten heftig. Ein Durchbruch, der Krypto bedroht, sei zudem noch keine Umsatzgarantie.

Zusammenfassung: Das Quantenrisiko ist laut finanzen.net noch kein unmittelbarer Angriff, gewinnt durch sinkende Aufwandsschätzungen jedoch an Kontur. Offen bleibt, wie schnell die Schätzungen weiter fallen und ob konkrete quantensichere Verfahren umgesetzt werden.

Wallstreet Online: Bitcoin-ETFs könnten gegenüber Gold aufholen

Wallstreet Online berichtet unter Berufung auf Analysten von JPMorgan, dass Bitcoin gegenüber Gold zusätzlichen Rückenwind erhalten könnte. Entscheidend sei dabei weniger die jüngste Entwicklung der Kapitalzuflüsse als die ungewöhnlich hohe Short- und Hedging-Aktivität rund um Bitcoin-ETFs.

Nach der Sitzung der US-Notenbank Ende Juli verzeichneten sowohl Bitcoin- als auch Gold-ETFs neue Zuflüsse. Das JPMorgan-Team um den Strategen Nikolaos Panigirtzoglou wertete dies als Teil einer Rückkehr des sogenannten „Debasement Trade“.

Bei diesem Ansatz setzen Anleger auf Vermögenswerte wie Gold oder Bitcoin, um sich gegen eine mögliche langfristige Entwertung klassischer Währungen abzusichern. In der vergangenen Woche verlor diese Bewegung nach Einschätzung der Analysten jedoch an Dynamik. Als Gründe nennt der Bericht steigende inflationsbereinigte Anleiherenditen sowie den gescheiterten Versuch im US-Senat, den Clarity Act voranzubringen.

Gold-ETFs hätten laut JPMorgan inzwischen sämtliche Abflüsse vom Beginn des Jahres wieder ausgeglichen. Bitcoin-ETFs konnten dagegen bislang lediglich rund die Hälfte ihrer vorherigen Abflüsse zurückgewinnen.

Besonders auffällig sei die unterschiedliche Positionierung bei den Short-Positionen. Beim iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock, kurz IBIT, liege das Short Interest weiterhin nahe dem höchsten Stand des laufenden Jahres. Beim SPDR Gold Shares ETF, bekannt unter dem Kürzel GLD, befinde sich das Short Interest dagegen unter seinem historischen Durchschnitt.

Sollten Anleger ihre Absicherungen reduzieren, müssten entsprechende Positionen teilweise aufgelöst werden. Nach Einschätzung der Analysten könnte dies den Bitcoin-Markt zusätzlich unterstützen.

ETFAngabe zum Short Interest
iShares Bitcoin Trust ETFnahe dem höchsten Stand des laufenden Jahres
SPDR Gold Shares ETFunter seinem historischen Durchschnitt

Zusammenfassung: JPMorgan sieht bei Bitcoin zusätzliches Erholungspotenzial, falls die hohe Absicherung über Bitcoin-ETFs zurückgeht. Gold liegt bei der bisherigen Aufholung der ETF-Abflüsse jedoch vorn.

Börse Online: Bitcoin im Wochenauftakt neben DAX und Makrothemen

Börse Online stellt Bitcoin in einen Wochenüberblick, der außerdem VW, Mayr-Melnhof, Grönland, Trump, KI und Nvidia umfasst. Eine Entspannung am Ölmarkt und stabile Vorgaben aus Asien dürften dem DAX zu Wochenbeginn helfen.

Der Broker IG taxierte den Leitindex rund zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Handelsstart 0,4 Prozent höher auf 25.418 Punkte. Damit würde dem DAX die Stabilisierung an seiner 100-Tage-Linie gelingen, an die er am Freitag mit einem Tagestief von 25.285 Punkten zurückgefallen war.

Die 100-Tage-Linie hatte den DAX laut Börse Online bereits am noch schwächeren Dienstag aufgefangen. Insgesamt verzeichnete der DAX nach seinem Rekord von 26.618 Punkten drei schwache Wochen.

Im weiteren Marktüberblick berichtet Börse Online, dass Mayr-Melnhof Karton nach einem Jahr wieder in den österreichischen Leitindex ATX aufgenommen wird und SBO ersetzt. In den ATX five rückt Raiffeisen Bank International anstelle von Voestalpine auf.

Maßgeblich für die Indexzusammensetzung sind laut Quelle der durchschnittliche tägliche Aktienumsatz und die Streubesitz-Kapitalisierung.

MarktangabeWert
Indikation des DAX vor Xetra-Start0,4 Prozent höher auf 25.418 Punkte
Tagestief des DAX am Freitag25.285 Punkte
Rekord des DAX26.618 Punkte
Schwache Wochen nach dem Rekorddrei

Zusammenfassung: Börse Online nennt Bitcoin als eines der zentralen Themen zum Wochenstart und ordnet die Kryptowährung in einen Marktüberblick mit DAX, Aktien, Ölmarkt und internationalen Vorgaben ein.

Einschätzung der Redaktion

Bitcoin befindet sich in einer entscheidenden Übergangsphase: Das charttechnische Erholungssignal stärkt die Hoffnung auf eine Bodenbildung, rechtfertigt aber noch keine Entwarnung. Steuerpolitische Eingriffe könnten die Attraktivität für Anleger verändern, während ETF-Positionierungen kurzfristig zusätzlichen Kaufdruck erzeugen können.

Das Quantenrisiko ist derzeit kein akuter Marktschock, sollte aber als strategisches Technologierisiko ernst genommen werden. Je schneller sich die technischen Aufwandsschätzungen verbessern, desto wichtiger wird eine rechtzeitige Umstellung auf quantensichere Signaturen. Für Bitcoin bleibt damit neben der Kursentwicklung auch die technologische Anpassungsfähigkeit entscheidend.

Infobox: Wichtigste Erkenntnis: Kurzfristig sprechen technische Signale und mögliche ETF-Umschichtungen für Stabilisierungspotenzial; langfristig bleiben Regulierung und technologische Sicherheit die maßgeblichen Unsicherheiten.

Quellen: