BlackRock sieht Bitcoin trotz Rücksetzer weiter als Portfolio-Beimischung
Autor: Alexander Weipprecht
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Kategorie: News
Zusammenfassung: BlackRock sieht Bitcoin trotz Rücksetzer als mögliche 1- bis 2-prozentige Portfoliobeimischung, während Steuerstreit, Strategy-Verkäufe und Hebelprodukte neue Risiken schaffen.
Bitcoin steht zwischen institutionellem Rückenwind, politischem Steuerstreit und wachsender Produktspekulation. Während BlackRock die Kryptowährung trotz des Rücksetzers weiterhin als mögliche Portfoliobeimischung sieht, sorgen mögliche Verkäufe von Strategy, dreifach gehebelte ETFs und eine drohende Liquidationsspirale für neue Risiken. Der Pressespiegel zeigt, welche Kräfte den Kryptomarkt derzeit bewegen und warum die Debatte um Bitcoin als Anlageklasse an Schärfe gewinnt.
BlackRock hält Bitcoin trotz Rücksetzer für geeignete Portfoliobeimischung
Der Vermögensverwalter BlackRock kommt in einem neuen Report zu dem Schluss, dass Bitcoin trotz der schwachen Performance der vergangenen Monate weiterhin als gering korreliertes Asset und globale Währungsalternative betrachtet werden könne. Nach Angaben von Blocktrainer trägt der Bericht den Titel „Bitcoin neu bewerten: Nach dem Kursrückgang immer noch ein Werkzeug zur Portfoliodiversifizierung?“ und wurde von Robbie Mitchnick sowie Will Su verfasst.
Als Gründe für den seit Oktober 2025 gefallenen Bitcoin-Kurs nennen die Autoren vor allem die zuvor euphorische Marktstimmung und den hohen Einsatz von Hebeln. Nach dem größten Liquidierungsevent in der Krypto-Geschichte am 10. Oktober 2025 habe es keine nachhaltigen Erholungen wie bei Aktien gegeben. Zusätzlich hätten der Skeptizismus gegenüber „Digital Asset Treasury Companies“ und die Kapitalrotation in KI-Aktien die Entwicklung belastet.
BlackRock verweist dabei auf die Entwicklung der ETF-Flows. Bitcoin-Spot-ETFs in den USA verzeichneten zwischen Januar 2024 und Oktober 2025 Zuflüsse in Höhe von 60 Milliarden US-Dollar, während KI-thematische ETFs in diesem Zeitraum Zuflüsse in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar verbuchten. Seitdem mussten Bitcoin-Fonds insgesamt Abflüsse in Höhe von rund 5 Milliarden US-Dollar hinnehmen, während KI-Fonds Zuflüsse von mehr als 46 Milliarden US-Dollar verzeichneten.
| Produktgruppe | Zeitraum | Kapitalflüsse |
|---|---|---|
| Bitcoin-Spot-ETFs | Januar 2024 bis Oktober 2025 | 60 Milliarden US-Dollar Zuflüsse |
| KI-thematische ETFs | Januar 2024 bis Oktober 2025 | 10 Milliarden US-Dollar Zuflüsse |
| Bitcoin-Fonds | Seit Oktober 2025 | rund 5 Milliarden US-Dollar Abflüsse |
| KI-Fonds | Seit Oktober 2025 | mehr als 46 Milliarden US-Dollar Zuflüsse |
Im Investment-Case hebt BlackRock den möglichen Schutz vor Geldentwertung und geopolitischen Risiken hervor. Außerdem verweist der Report auf die Korrelation von Bitcoin mit anderen Anlageklassen. Eine Allokation von 1 bis 2 % in einem traditionellen Portfolio mit Aktien und Anleihen habe in der historischen Analyse die Rendite verbessert, während die Risikoeigenschaften insgesamt weitgehend vergleichbar geblieben seien.
Bitcoin habe laut BlackRock langfristig häufig von einer steigenden globalen Geldmenge profitiert. Trotz der Abschwächung dieses Zusammenhangs seit Oktober 2025 deute die historische Entwicklung darauf hin, dass sich der Wert von Bitcoin häufig an der Richtung der Liquidität im globalen Geldsystem orientiere.
Bei geopolitischen Schocks habe Bitcoin kurzfristig zwar häufig überproportional gelitten, über einen 60-Tages-Zeitraum danach jedoch meist die beste Rendite erzielt. Der neue Report wurde um den Zollschock im Frühjahr 2025 sowie den Ausbruch des Irankriegs Ende Februar dieses Jahres ergänzt. Auch 2026 habe Bitcoin im Zuge des Konflikts zwischen den USA und Iran sowohl nach Beginn der Feindseligkeiten im Februar als auch nach dem Ende des Waffenstillstandsabkommens im Juli besser als Aktien und Gold abgeschnitten.
Die langfristige Korrelation mit dem S&P 500 wird mit 0,18 angegeben. Damit liege Bitcoin über der Korrelation von Gold, aber deutlich unter dem Wert für den Bloomberg-Rohstoffindex von 0,29. BlackRock betrachtet die zeitweise erhöhte Aktienkorrelation als vorübergehendes Phänomen, das vor allem mit spekulativer Positionierung und dem Abbau von Hebeln zusammenhänge.
Auch die Volatilität sei zurückgegangen. Während die annualisierte Volatilität von Bitcoin vor rund zehn Jahren regelmäßig auf über 100 % gestiegen sei, habe sie während eines Großteils der vergangenen zwei bis drei Jahre bei unter 50 % gelegen. Dennoch bleibe Bitcoin im Vergleich zu anderen Anlageklassen ein hoch volatiles Asset.
„Wir sind der Ansicht, dass die wesentlichen Argumente für eine Investition in Bitcoin als wichtige, sich weltweit entwickelnde Währungsalternative und einzigartiges Instrument zur Portfoliodiversifizierung unverändert bestehen bleiben.“
Infobox – Quelle: Blocktrainer: BlackRock sieht die grundlegenden Argumente für Bitcoin trotz des Kursrückgangs als unverändert an. Im Mittelpunkt stehen eine mögliche Absicherung gegen Geldentwertung, eine geringe langfristige Korrelation und eine vorgeschlagene Bitcoin-Allokation von 1 bis 2 %.
WELT: Diskussion um die Haltefrist für Bitcoin
Die geplante Abschaffung der Haltefrist für Bitcoin ist laut WELT im verabschiedeten Jahressteuergesetz nicht enthalten. Eine Online-Petition habe jedoch auf Anhieb das Quorum erreicht.
WELT berichtet dazu über eine Einschätzung des Finanzexperten Frank Schäffler. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die politische Debatte nach dem fehlenden Gesetzesbestandteil weitergeht und ob eine vergleichbare Änderung bei Gold ähnliche Reaktionen auslösen würde.
„Beim Gold wäre der Aufschrei viel größer. Deshalb wird man sich das gut überlegen“
Infobox – Quelle: WELT: Die Abschaffung der Haltefrist für Bitcoin ist nicht im verabschiedeten Jahressteuergesetz enthalten. Eine Online-Petition erreichte laut WELT auf Anhieb das Quorum; Frank Schäffler ordnet die Lage ein.
Strategy sorgt mit Bitcoin-Verkäufen für Reaktionen institutioneller Investoren
Strategy hat mit einem abrupten Strategiewechsel viele Anleger vor den Kopf gestoßen, berichtet Der Aktionär. Das Unternehmen sieht neuerdings auch Bitcoin-Verkäufe vor, nachdem Mitgründer Michael Saylor lange ein „Never-sell“-Dogma vertreten hatte.
Wie institutionelle Investoren auf diesen Kurswechsel reagierten, soll aus den sogenannten 13F-Berichten hervorgehen. Der Bericht stellt damit die Veränderung der bisherigen Strategie und die Reaktion professioneller Marktteilnehmer in den Mittelpunkt.
In den von der Quelle übernommenen Marktdaten wird für Strategy eine Kursbewegung von +14,23 % ausgewiesen. Weitere im Umfeld des Artikels genannte Berichte befassen sich mit einem 8,2-Milliarden-Dollar-Verlust im Q2, 175% Potenzial nach dem Absturz sowie einem Bitcoin-Monatshoch.
| Unternehmen oder Thema | Angabe |
|---|---|
| Strategy | +14,23 % |
| Strategy-Aktie | 8,2-Milliarden-Dollar-Verlust im Q2 |
| Strategy-Aktie | 175% Potenzial nach dem Absturz |
Infobox – Quelle: Der Aktionär: Strategy verfolgt nach Angaben der Quelle nicht mehr ausschließlich die bisherige „Never-sell“-Linie. Die 13F-Berichte sollen zeigen, wie institutionelle Investoren auf die Bitcoin-Verkäufe reagiert haben.
Berliner Morgenpost erklärt mögliche Liquidationsspirale bei Bitcoin
Die Berliner Morgenpost beschreibt, wie aus einem ersten Bitcoin-Kursverlust eine selbstverstärkende Abwärtsspirale entstehen kann. Werden wichtige Kursmarken unterschritten, können Stop-Loss-Orders ausgelöst und gehebelte Positionen automatisch geschlossen werden, wodurch zusätzlicher Verkaufsdruck entsteht.
Als historische Beispiele nennt die Quelle den Boom Ende 2017, nach dem Bitcoin zeitweise mehr als 80 Prozent seines Wertes verlor, sowie den Absturz 2022 nach dem Kollaps von Terra-Luna und der Insolvenz der Kryptobörse FTX. Terra-Luna wird dabei als damals rund 60 Milliarden Dollar schweres Krypto-Projekt bezeichnet.
Bitcoin bleibt laut Berliner Morgenpost die wichtigste Kryptowährung und der zentrale Taktgeber des Kryptomarktes. Steigende Kurse unterstützten häufig andere Kryptowährungen und Blockchain-Projekte, während deutliche Rückgänge meist die Risikobereitschaft im gesamten Markt senkten.
Marktanalyst Timo Emden nennt Inflationsentwicklung, Zinserwartungen und geopolitische Risiken als wesentliche makroökonomische Kurstreiber. Bitcoin werde damit stärker von Faktoren beeinflusst, die auch Aktien- und Anleihemärkte bewegen.
„Der Markt ist deutlich reifer und erwachsener geworden“
Mit dieser Aussage beschreibt Emden die veränderte Marktstruktur. Während Bitcoin früher vor allem von Privatanlegern geprägt gewesen sei, spielten heute große Vermögensverwalter, Fonds und andere institutionelle Investoren eine zentrale Rolle. Durch Bitcoin-Spot-ETFs sei der Zugang für institutionelle Investoren einfacher geworden.
Besonders gehebelte Positionen können laut Quelle eine Kettenreaktion verstärken. Anleger handeln dabei mit geliehenem Kapital; fällt der Markt zu stark, schließen Handelsplattformen die Positionen automatisch, wodurch weitere Verkäufe und zusätzliche Kursrückgänge ausgelöst werden können.
Die Folgen eines Crashs würden Marktteilnehmer unterschiedlich treffen. Händler von Kryptowerten könnten kurzfristig von höherer Volatilität und entsprechenden Transaktionserträgen profitieren, während Blockchain-Unternehmen mittel- bis langfristig unter einem Bärenmarkt leiden könnten. Für Start-ups würden Finanzierungen schwieriger, und Bitcoin-Miner könnten bei dauerhaft niedrigen Kursen wegen sinkender Einnahmen sowie weiterbestehender Energiekosten unter Druck geraten.
Die Berliner Morgenpost verweist zudem auf mögliche Auswirkungen auf das Finanzsystem. Die Europäische Zentralbank, die Bank of England und das Financial Stability Board analysieren demnach Szenarien mit Kursrückgängen von 50 bis 80 Prozent bei Kryptowährungen und untersuchen mögliche Ansteckungseffekte auf Fonds, Handelsplattformen, Stablecoin-Anbieter und andere Marktteilnehmer.
Ein Bitcoin-Crash wäre jedoch nicht automatisch ein Zusammenbruch der gesamten Blockchain-Ökonomie. Stablecoins, die an klassische Währungen wie den US-Dollar oder Euro gekoppelt sind, würden zunehmend für realwirtschaftliche Anwendungen im Zahlungsverkehr und in digitalen Finanzdienstleistungen genutzt.
Nach Einschätzung von Simon Seiter, Managing Director des Stablecoin-Unternehmens AllUnity, hat sich die Branche durch Institutionalisierung und Regulierung verändert. Regulierte Marktteilnehmer und professionelle Infrastrukturen hätten die Ausfallrisiken der Anbieter reduziert, auch wenn dadurch die Kursschwankungen nicht verschwänden.
„Die eigentliche Frage ist, ob er den Übergang von einem spekulationsgetriebenen Markt zu einer stärker nutzenorientierten Blockchain-Ökonomie beschleunigt.“
Infobox – Quelle: Berliner Morgenpost: Ein Bitcoin-Crash kann durch Stop-Loss-Orders und die Liquidation gehebelter Positionen verstärkt werden. Die Quelle betont zugleich, dass ein Kurseinbruch nicht automatisch die gesamte Blockchain-Ökonomie zum Erliegen bringen müsse.
Cboe beantragt dreifach gehebelte Bitcoin- und Ether-ETFs
Die Cboe BZX hat bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag für sechs neue Hebelprodukte des Anbieters Volatility Shares gestellt, darunter erstmals in den USA einen 3x Bitcoin-ETF und einen 3x Ether-ETF. Darüber berichtet der Merkur in einer Kooperation mit „BÖRSE am Sonntag“.
Die sechs Produkte beziehen sich auf Gold, Silber, Rohöl, Erdgas, Bitcoin und Ether und sollen täglich die dreifache Kursbewegung der jeweiligen Basiswerte abbilden. Die Cboe BZX Exchange reichte den Antrag am 10. August ein.
Die Produkte sind als Serien der VS Trust organisiert, weil sie die regulären Zulassungsstandards für Hebelprodukte nicht erfüllen und deshalb eine gesonderte Genehmigung benötigen. Volatility Shares bietet in den USA bereits die zweifach gehebelten Fonds BITX und ETHU auf Bitcoin und Ether an. Die Kursnachbildung soll bei den neuen Produkten primär über Terminkontrakte erfolgen.
Für klassische, nach US-Fondsrecht registrierte ETFs gilt laut Merkur eine Obergrenze von 200 Prozent Hebel. Volatility Shares will diese Grenze umgehen, indem die Produkte nicht als Investmentgesellschaft, sondern als Commodity Pool unter Aufsicht der CFTC strukturiert werden. Diese Konstruktion kenne keine zahlenmäßige Hebelgrenze.
Der tägliche Hebel kann auch bei einem unveränderten Kurs des Basiswerts zu Verlusten führen. Fällt Bitcoin an einem Tag um 10 Prozent, verliert das gehebelte Produkt 30 Prozent; aus einer Anlage von 100 Euro werden 70 Euro. Steigt Bitcoin am folgenden Tag wieder um 11,1 Prozent auf seinen Ausgangswert, erzielt das gehebelte Produkt 33,3 Prozent, die sich jedoch auf die auf 70 Euro gesunkene Anlage beziehen. Daraus werden rund 93 Euro, obwohl Bitcoin wieder unverändert ist.
| Beispiel | Angabe |
|---|---|
| Bitcoin-Tagesverlust | 10 Prozent |
| Verlust des 3x-Produkts | 30 Prozent |
| Ausgangsanlage | 100 Euro |
| Wert nach dem Verlust | 70 Euro |
| Erholung von Bitcoin | 11,1 Prozent |
| Gewinn des 3x-Produkts | 33,3 Prozent |
| Endwert des Produkts | rund 93 Euro |
Der Merkur warnt, dass der Effekt mit längerer Haltedauer sowie häufigeren und stärkeren Schwankungen zunimmt. Die Produkte seien deshalb nicht für langfristige Investments geeignet, sondern auf kurzfristige, spekulative Handelsansätze zugeschnitten.
Ein zusätzlicher Kauf auf Kreditbasis über ein Margin-Konto könne das Risiko weiter erhöhen. Die US-Finanzaufsicht FINRA schreibe für solche gehebelten Wertpapiere erhöhte Sicherheitsanforderungen vor. Bei starken Kursverlusten könnten Nachschussforderungen und Zwangsverkäufe entstehen.
Laut SEC-Dokument seien rund 67 Produkte mit drei- oder minus dreifachem Hebel bereits an US-Börsen zugelassen. Neu wäre die Verbindung dieses Hebelfaktors mit Kryptowährungen, deren Tagesschwankungen bereits ohne Hebel zu den größten unter den liquide gehandelten Anlageklassen zählen.
Der bestehende 2x Bitcoin ETF BITX verlor im bisherigen Jahresverlauf 2026 rund 57 Prozent, während Bitcoin selbst nur rund 27 Prozent nachgab. Von Ende März bis Anfang Mai stieg BITX hingegen um rund 55 Prozent, während Bitcoin im selben Zeitraum rund 27 Prozent zulegte.
Eine Entscheidung der SEC über die Zulassung ist noch nicht gefallen. Die SEC hat ab der Veröffentlichung im Bundesregister 45 Tage Zeit, mit Verlängerungsoption auf bis zu 90 Tage. Zusätzlich benötigt Volatility Shares eine eigene Zulassung für die Fonds selbst.
Infobox – Quelle: Merkur: Die Cboe BZX beantragte am 10. August dreifach gehebelte Produkte auf sechs Basiswerte, darunter Bitcoin und Ether. Eine SEC-Entscheidung steht noch aus; die Produkte würden die tägliche Kursbewegung verdreifachen und dadurch Chancen wie Risiken erhöhen.
Wallstreet Online sieht Bitcoin, Gold und Silber im Liquiditätswechsel
Wallstreet Online beschreibt eine deutliche Divergenz zwischen den Märkten. Während der Nasdaq 100 seit Jahresbeginn seine Bestmarke mehrfach verbessert habe und rund 20 Prozent im Plus liege, sei Bitcoin zuletzt auf den tiefsten Stand seit 2024 gerutscht und habe rund ein Viertel an Wert verloren.
Auch Gold habe seine gesamten Gewinne seit Jahresbeginn wieder abgegeben. Als Hauptauslöser nennt die Quelle steigende Renditen infolge aufflammender Inflationssorgen durch anziehende Energiepreise. Höhere Renditen erhöhten die Attraktivität verzinslicher Anlagen und entzögen zinslosen Assets wie Gold und Bitcoin Liquidität.
Der Mechanismus habe in den vergangenen Monaten jedoch selektiv gewirkt. Amerikanische Tech-Aktien mit KI-Bezug seien lange stark gefragt geblieben, obwohl Wachstumsunternehmen bei steigenden Renditen grundsätzlich stärker unter höheren Refinanzierungskosten und einer niedrigeren Bewertung künftiger Gewinne leiden.
„Bei Anlegern beliebte Highflyer wie SK Hynix haben vom Top trotzdem ein Drittel ihres Wertes verloren“
Thomas Soltau vom Smartbroker führt damit ein Beispiel für die Schwankungen im KI- und Technologiesektor an. Wallstreet Online sieht die KI-Wachstumsfantasien derzeit als Faktor, der die belastenden Zins- und Refinanzierungseffekte überlagere.
Für Bitcoin sieht die Quelle eine besondere Schwäche darin, dass es keine fundamental gerechtfertigte Bewertung und keinen greifbaren „fairen Wert“ gebe. Der Kurs hänge vielmehr vom Glauben ab, dass Bitcoin wegen seiner begrenzten Stückzahl begehrt bleibe und als Inflationsschutz dienen könne. In der Realwirtschaft spiele Bitcoin nach wie vor keine Rolle.
Als weitere Erklärung für die Schwäche des Kryptomarkts nennt Wallstreet Online massive Kapitalabflüsse aus Bitcoin-ETFs und eine Verschiebung des Risikoappetits in andere Themenfelder. Der KI-Sektor binde derzeit enorme Mittel; erwartete Börsengänge von OpenAI und Anthropic sowie der IPO von SpaceX verstärkten diesen Effekt.
Die Quelle bezeichnet diese Entwicklung als klassischen Liquiditätswechsel innerhalb des Risiko-Segments. Krypto werde nicht grundsätzlich verlassen, biete den Marktteilnehmern derzeit aber nicht mehr ausreichend Fantasie und Volatilität.
Gleichzeitig sieht Wallstreet Online im antizyklischen Ansatz eine Chance und verweist auf ein breiter gewordenes Angebotsuniversum. Im Artikel werden unter anderem CMC Markets, Trade Republic und BitPanda im Zusammenhang mit den Kosten beim Handel von Bitcoin genannt.
| Markt oder Wert | Angabe |
|---|---|
| Nasdaq 100 | rund 20 Prozent im Plus seit Jahresbeginn |
| Bitcoin | tiefster Stand seit 2024 |
| Bitcoin | rund ein Viertel an Wert verloren |
| SK Hynix | ein Drittel ihres Wertes vom Top verloren |
Infobox – Quelle: Wallstreet Online: Steigende Renditen, Inflationssorgen und die Kapitalrotation in KI-Themen belasten laut Quelle Bitcoin und Gold. Wallstreet Online bewertet die aktuelle Verschiebung zugleich als mögliches Umfeld für antizyklische Anleger.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Konsequenz ist die wachsende Professionalisierung des Bitcoin-Marktes bei gleichzeitig unverändert hoher Anfälligkeit für Übertreibungen. Institutionelle Produkte und eine breitere Marktinfrastruktur erhöhen die Zugänglichkeit, beseitigen jedoch weder Volatilität noch Liquidationsrisiken.
Bitcoin kann daher als kleine, bewusst begrenzte Portfoliobeimischung sinnvoll sein, nicht aber als stabiler Ersatz für klassische Schutz- oder Ertragsanlagen. Besonders dreifach gehebelte ETFs verschärfen das Risikoprofil erheblich und eignen sich allenfalls für kurzfristige, erfahrene Spekulation.
Zusammenfassung: Die institutionelle Akzeptanz stärkt den langfristigen Anlagefall, während Hebelprodukte und politische Unsicherheit die kurzfristigen Risiken deutlich erhöhen.
Quellen:
- Neuer Report: BlackRock sieht Bitcoin trotz Rücksetzer als geeignete Portfoliobeimischung
- „Beim Gold wäre der Aufschrei viel größer. Deshalb wird man sich das gut überlegen“
- Strategy: So reagierten die Profis auf den Bitcoin-Kurswechsel
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