Blockchain im Wandel: Swift, Riot, Robinhood und Consensys bauen aus

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Blockchain-Projekte werden kommerziell: Swift wickelt Siemens-Zahlung ab, Riot baut KI-Kapazitäten aus und Arya.ag tokenisiert Agrarkredite; Regulierung bleibt bremsend.

Blockchain-Technologie erreicht die nächste Stufe: von internationalen Treasury-Zahlungen und tokenisierten Agrarkrediten bis hin zu KI-Rechenzentren, institutioneller Ethereum-Infrastruktur und neuen Handelsplattformen. Der Pressespiegel zeigt, wo aus Pilotprojekten bereits Geschäftsmodelle werden – und wo Regulierung, Liquidität und technische Risiken den Fortschritt bremsen.

Swift wickelt erste Siemens-Zahlung über Blockchain-basierten Ledger ab

Swift hat erstmals eine Konzern-Treasury-Zahlung über seinen Blockchain-basierten Shared Ledger abgeschlossen. BNP Paribas und HSBC wickelten darüber eine grenzüberschreitende Zahlung für Siemens ab.

Der Vorgang markiert den Einsatz des Blockchain-Ledgers in einer konkreten internationalen Unternehmenszahlung. Weitere technische oder finanzielle Einzelheiten zu der Transaktion nennt DerTreasurer in dem vorliegenden Bericht nicht.

Infobox: Swift meldet eine erste Konzern-Treasury-Zahlung über seinen Blockchain-basierten Shared Ledger. Beteiligt waren Siemens, BNP Paribas und HSBC.

Riot Platforms bindet 241 MW für KI-Rechenzentren

Riot Platforms treibt laut Börse Global den Wandel vom Bitcoin-Miner zum Anbieter von Infrastruktur für Hochleistungsrechnen und künstliche Intelligenz voran. Das Unternehmen verfügt demnach über 241 Megawatt an vertraglich gebundenen Kapazitäten für KI-Rechenzentren.

Ein zentraler Bestandteil ist ein Mietvertrag mit Anthropic über 191 MW am Rockdale-Campus. Bei dem Projekt handelt es sich um ein maßgeschneidertes Bauvorhaben, dessen erste Ausbaustufe planmäßig im Dezember 2027 fertiggestellt werden soll.

Die langfristige Bindung eines Mieters aus dem KI-Sektor soll die Abhängigkeit von den Schwankungen des Kryptomarktes verringern. Statt ausschließlich auf Einnahmen aus dem Mining zu setzen, rückt damit die Bereitstellung von Rechenzentrums- und Datenverarbeitungskapazitäten in den Mittelpunkt.

Für die Finanzierung der kapitalintensiven Infrastruktur prüft Riot Platforms verschiedene Optionen. Medienberichten von Anfang September zufolge wird auch eine mögliche Freigabe von Bitcoin-Beständen erwogen, die bislang als Sicherheiten verpfändet waren.

Die Aussicht auf eine veränderte Nutzung der Bitcoin-Reserven löste am 1. September eine volatile Kursreaktion aus. Das Papier gab in diesem Zusammenhang um 5,0 % nach.

Am heutigen Donnerstag notiert die Aktie laut Bericht bei 18,70 Euro. Seit Jahresbeginn liegt das Papier mit 66 % im Plus, zugleich beträgt der Abstand zum 52-Wochen-Hoch 30 %.

Die Handelsaktivität am Optionsmarkt nahm zuletzt spürbar zu. Zudem verweist der Bericht auf die Mitte August veröffentlichten Quartalsergebnisse für den Zeitraum bis Ende Juni, die den eingeschlagenen Transformationskurs stützen sollen.

Infobox: Riot Platforms baut seine KI-Infrastruktur aus und hat Anthropic als Mieter für 191 MW gewonnen. Die Aktie liegt laut Börse Global seit Jahresbeginn mit 66 % im Plus, bleibt jedoch volatil.

Ehemaliger stellvertretender BOE-Gouverneur Cunliffe wechselt zu Fnality

Der ehemalige stellvertretende Gouverneur der Bank of England, Cunliffe, wird Mitglied des Vorstands des Blockchain-Unternehmens Fnality. Das berichtet TradingView unter Berufung auf Reuters.

Weitere Angaben zu seiner künftigen Funktion, zum Zeitpunkt des Wechsels oder zu den konkreten Aufgaben im Vorstand enthält der vorliegende Bericht nicht.

Infobox: Cunliffe, ehemaliger stellvertretender BOE-Gouverneur, tritt dem Vorstand von Fnality bei. Die Meldung wurde von TradingView unter Berufung auf Reuters veröffentlicht.

Arya.ag bringt kornbesicherte Kredite auf die Blockchain

Indiens Agrarlagerunternehmen Arya.ag nutzt die Avalanche-Technologie, um Getreideeinlagen, Lagerhausquittungen und Kreditstatus zu tokenisieren. Kreditgeber sollen dadurch die landwirtschaftlichen Ernten, die als Sicherheiten für Kredite dienen, zuverlässiger überprüfen können.

Nach Angaben von CoinDesk hält Arya.ag etwa 2 Milliarden US-Dollar an Erntegütern und erleichtert jährlich Kredite in Höhe von rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Wie viel Aktivität bereits auf die Blockchain verlagert wurde und wann das System skaliert werden soll, haben die beteiligten Unternehmen nicht offengelegt.

Die Initiative wurde von Nandan Nilekani, dem Mitbegründer von Infosys und Projektleiter des indischen Aadhaar-Identitätssystems, am Donnerstag auf dem Global Fintech Festival in Mumbai angekündigt. Die Organisation Finternet unterstützt den Angaben zufolge bei der Festlegung von Regeln für die Kommunikation zwischen Lagerhäusern und Kreditgebern.

Das zugrunde liegende Problem liegt in der bislang verteilten Dokumentation. Angaben dazu, welche Waren eingelagert sind, ob sie bereits als Sicherheit verpfändet wurden und welche Kreditbeträge noch ausstehen, befinden sich häufig in getrennten Systemen.

Eine gemeinsame Blockchain könnte es Lagerhäusern, Kreditgebern und anderen zugriffsberechtigten Parteien ermöglichen, dieselben Aufzeichnungen einzusehen. Dadurch soll die Prüfung vor einer Kreditbewilligung vereinfacht werden.

Der anfängliche Fokus liegt laut CoinDesk auf der Infrastruktur für lagergestützte Kredite. Schnellere Genehmigungen, niedrigere Kosten oder ein größerer Zugang zu Krediten werden lediglich als potenzielle Ergebnisse bezeichnet, die im Verlauf der Implementierung nachgewiesen werden sollen.

Arya.ag errichtet eine eigene dedizierte Layer-1-Blockchain auf Basis der von Ava Labs entwickelten Avalanche-Technologie. Das Unternehmen will das System zunächst selbst betreiben und später für weitere Lagerhausunternehmen öffnen.

Ein Teil der Kredite wird direkt von Arya über das eigene Nicht-Bank-Finanzunternehmen Arya Dhan vergeben. Weitere Kredite stammen von Banken und anderen Finanzinstituten, die gegen Ernten in Aryas Lagerhäusern finanzieren und die Bestände sowie deren mögliche Mehrfachverpfändung prüfen.

Im Zentrum stehen elektronische handelbare Lagerquittungen, sogenannte e-NWRs. Diese sind in Indien bereits rechtlich anerkannt, um Bankkredite gegen eingelagerte Ernten abzusichern.

Devika Mittal, Leiterin von Ava Labs in Indien, erklärte laut CoinDesk, dass das L1 von Arya betrieben werde und derzeit als dedizierte Implementierung angelegt sei. Sie sagte zudem, dass bereits drei große Banken dem L1 beitreten.

„Schnellere Genehmigungen, niedrigere Kosten oder ein größerer Zugang zu Krediten“ werden als „potenzielle Ergebnisse angesehen, die im Laufe der Implementierung des Systems nachgewiesen werden sollen“, so eine Stellungnahme.

Im bestehenden Nicht-Blockchain-Geschäft vermittelt Arya.ag jährlich etwa 1,3 Milliarden US-Dollar an Krediten. Arya Dhan vergibt direkt Kredite in Höhe von rund 230 Millionen US-Dollar.

CoinDesk stellt die Initiative in den Kontext der indischen Agrarkreditvergabe. Bauern machen etwa 40 % der Bevölkerung Indiens aus, während nur rund 15 % von ihnen formelle Kredite erhalten können.

KennzahlAngabe
Wert der von Arya.ag gehaltenen Erntegüteretwa 2 Milliarden US-Dollar
Jährlich vermittelte Krediterund 1,3 Milliarden US-Dollar
Direkt von Arya Dhan vergebene Krediterund 230 Millionen US-Dollar
Anteil der Bauern an der indischen Bevölkerungetwa 40 %
Anteil der Bauern mit Zugang zu formellen Kreditenrund 15 %

Infobox: Arya.ag tokenisiert Getreideeinlagen, Lagerhausquittungen und Kreditstatus auf einer Avalanche-basierten Layer-1-Blockchain. Das Unternehmen hält etwa 2 Milliarden US-Dollar an Erntegütern und vermittelt jährlich rund 1,3 Milliarden US-Dollar an Krediten.

Robinhood Chain wird zur Einnahmequelle – Kritik an Aktien-Token nimmt zu

Robinhood betreibt mit der Robinhood Chain ein eigenes Layer-2-Netzwerk auf Ethereum, das auf dem Arbitrum-Stack basiert. Trending Topics berichtet, dass das öffentliche Mainnet Anfang Juli in Betrieb ging.

Technisch handelt es sich um ein Optimistic Rollup. Transaktionen werden abseits der Ethereum-Hauptkette verarbeitet und anschließend in komprimierten Batches auf Ethereum zurückgeschrieben.

Als Gas-Token dient ETH, einen eigenen Netzwerk-Token gibt es nicht. Die Blockzeiten liegen im Bereich von rund 100 Millisekunden.

Die Reihenfolge der Transaktionen wird von einem einzelnen, von Robinhood betriebenen Sequencer bestimmt. Dieser arbeitet nach dem First-come-first-served-Prinzip, sodass eine höhere Zahlung nicht zu einer früheren Ausführung führt.

Das Netzwerk ist permissionless: Entwickler können Smart Contracts ohne Genehmigung von Robinhood deployen. Zum Start waren unter anderem Uniswap, Pleiades, Chainlink, BitGo, Alchemy und Morpho beteiligt.

Robinhood bietet auf der Chain mehrere Produkte an. Dazu gehören tokenisierte Wertpapiere, ein dezentrales Lending-Angebot, Perpetual Futures sowie DeFi-Anwendungen für Lending und Borrowing.

Die Stock Tokens bilden den Kurs einer Aktie ab und sind rund um die Uhr handelbar. Rechtlich handelt es sich um Schuldverschreibungen, die von Robinhood Assets (Jersey) Limited ausgegeben werden.

Die Token vermitteln wirtschaftliche Exposition zum Basiswert, beinhalten jedoch keine Aktionärsrechte, kein Stimmrecht und keinen rechtlichen Anspruch gegenüber dem zugrundeliegenden Unternehmen. Sie sind in mehr als 120 Ländern über die Robinhood Wallet verfügbar, nicht jedoch für US-Personen und mit Einschränkungen unter anderem in Großbritannien, Kanada und der Schweiz.

Robinhood Earn ermöglicht US-Nutzerinnen und -Nutzern, die dollarbesicherte Stablecoin USDG aus einer Self-Custody-Wallet zu einer geschätzten jährlichen Rendite von sieben Prozent APY zu verleihen. Die Infrastruktur stammt von Morpho; für Cyber- und Smart-Contract-Schäden wurde eine Versicherung über Lloyd’s of London und RELM abgeschlossen.

In der Robinhood Wallet lassen sich außerdem Perpetual Futures über die dezentrale Börse Lighter handeln. In Europa wurde das Angebot über Krypto hinaus auf Rohstoffe, ETFs und Währungspaare ausgeweitet, mit bis zu zehnfachem Hebel.

Die Chain ist für Robinhood zugleich ein Geschäftsmodell. Der Neobroker betreibt den Sequencer und verdient direkt an den Netzwerkgebühren, zusätzlich zu Einnahmen aus Handel und weiteren Produkten.

Laut DefiLlama lag die Chain bei den täglichen Gebühren zeitweise an der Spitze aller Netzwerke. Dabei wurden über sechs Millionen US-Dollar an Tagesgebühren erreicht, von denen gut fünf Millionen als Umsatz im Netzwerk verblieben.

Das Handelsvolumen auf den dezentralen Börsen der Chain lag in Spitzenzeiten bei über 1,7 Milliarden Dollar innerhalb von 24 Stunden. Seit dem Start summierte sich das Volumen auf mehr als 47 Milliarden Dollar.

Bernstein erwartet laut Trending Topics, dass die Chain bis 2028 rund 160 Millionen Dollar an jährlichen Gebühren einbringen wird. Diese Prognose liegt unter einer Hochrechnung der aktuellen Tageswerte und deutet darauf hin, dass die Analysten nicht von einer dauerhaften Fortsetzung des derzeitigen Aktivitätsniveaus ausgehen.

Robinhood setzte im zweiten Quartal 1,31 Milliarden Dollar um, ein Plus von 32 Prozent, und erzielte einen Nettogewinn von 573 Millionen Dollar. Die Transaktionserlöse aus dem Krypto-Handel fielen um 38 Prozent auf 100 Millionen Dollar.

Getragen wurde das Quartal laut Bericht von Aktien, Optionen und Event Contracts. Letztere stiegen auf 156 Millionen Dollar und verzehnfachten sich damit. Robinhood zählt nach eigenen Angaben knapp 28 Millionen Kundinnen und Kunden in 38 Ländern.

Gleichzeitig steht die Chain wegen ihrer Nutzung und der Ausgestaltung der Aktien-Token in der Kritik. Zum Start entfielen 100 Prozent des Volumens auf Memecoin-Paare, zuletzt waren es noch 36 Prozent. Tokenisierte Aktien kamen auf rund 27 Prozent.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Liquidität. In einem dokumentierten Fall band ein einzelner Memecoin-Pool mehr als die Hälfte des zirkulierenden Angebots eines Aktien-Tokens. Dessen Kurs stieg daraufhin auf das rund Viereinhalbfache des tatsächlichen Börsenschlusskurses.

Auch die abgebildeten Unternehmen distanzierten sich teilweise von den Token. Adam Aron, CEO von AMC Entertainment, bezeichnete das Angebot am vergangenen Freitag als „outrageous“ und erklärte, dass die auf AMC-Aktien lautenden Token in keiner Verbindung zum Unternehmen stünden.

OpenAI hatte sich zuvor ebenfalls von entsprechenden Token distanziert. Die litauische Zentralbank forderte daraufhin als EU-Hauptaufsicht des Brokers Klarstellungen zur Struktur und Kundenkommunikation der OpenAI- und SpaceX-Token.

Regulatorisch verweist der Bericht auf die Position der US-Börsenaufsicht SEC, wonach die Tokenisierung nichts an der Anwendbarkeit der Wertpapiergesetze ändert. ESMA-Direktorin Natasha Cazenave warnte zudem davor, dass Anleger tokenisierte Instrumente für echte Aktien halten könnten.

Auch die technische Zuverlässigkeit geriet in den Fokus. In der vergangenen Woche stellte die Chain für mehr als 14 Minuten die Blockproduktion ein; rund 8.400 erwartete Blockintervalle fielen aus. Robinhood nannte keine Ursache, Verluste von Guthaben wurden nicht bekannt.

KennzahlAngabe
Blockzeitenrund 100 Millisekunden
Geschätzte Rendite bei Robinhood Earnsieben Prozent APY
Verfügbarkeit der Stock Tokensmehr als 120 Länder
Spitzenwert täglicher Netzwerkgebührenüber sechs Millionen US-Dollar
Davon als Netzwerkumsatz verbliebengut fünf Millionen US-Dollar
Spitzenvolumen auf dezentralen Börsen innerhalb von 24 Stundenüber 1,7 Milliarden Dollar
Kumuliertes Handelsvolumen seit dem Startmehr als 47 Milliarden Dollar
Prognostizierte jährliche Gebühren bis 2028rund 160 Millionen Dollar
Umsatz im zweiten Quartal1,31 Milliarden Dollar
Nettogewinn im zweiten Quartal573 Millionen Dollar
Krypto-Transaktionserlöse100 Millionen Dollar
Event-Contracts-Erlöse156 Millionen Dollar
Unterbrechung der Blockproduktionmehr als 14 Minuten
Ausgefallene Blockintervallerund 8.400

Infobox: Die Robinhood Chain verbindet tokenisierte Wertpapiere, DeFi und Derivate mit einem eigenen Gebührenmodell. Starkes Volumen und hohe Gebühren stehen Kritik an Memecoin-Spekulation, dünner Liquidität, regulatorischer Unsicherheit und einem Ausfall von mehr als 14 Minuten gegenüber.

Consensys plant Aufspaltung in MetaMask und institutionelles Blockchain-Unternehmen

Consensys Software Inc., das Ethereum-Softwareunternehmen hinter MetaMask, plant die Aufspaltung in zwei unabhängige Unternehmen. Das Verbrauchergeschäft soll vom Betrieb institutioneller Blockchain-Infrastruktur getrennt werden.

Nach Angaben von Cryptonews.net soll die Trennung bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Joe Lubin soll Vorsitzender und CEO von MetaMask sowie Executive Chairman des neuen Consensys werden.

Das neue Consensys soll die Protokoll- und Infrastrukturgeschäfte des Unternehmens aufnehmen. Dazu gehören Linea, Besu und Teku.

Geführt werden soll das institutionelle Unternehmen von CEO Mike Kriak und President David Cunningham. Der Schwerpunkt liegt auf Ethereum-Infrastruktur sowie auf der Unterstützung von Finanzinstituten bei Tokenisierung, Stablecoins und weiteren Onchain-Finanzdienstleistungen.

MetaMask soll sich weiterhin auf Selbstverwahrung für Verbraucher konzentrieren. Gleichzeitig soll das Angebot über Krypto hinaus auf Zahlungen, Sparen, Investitionen und traditionelle Finanzprodukte ausgeweitet werden.

MetaMask verzeichnete nach Angaben des Unternehmens mehr als 100 Millionen Downloads in etwa 190 Ländern und ermöglichte ein Transaktionsvolumen von Billionen Dollar. Die geplante Neuordnung soll laut Cryptonews.net die unterschiedlichen Prioritäten des Verbraucher- und des institutionellen Geschäfts widerspiegeln.

MetaMask startete 2016 als Ethereum-Browser-Erweiterung für den Zugriff auf dezentrale Anwendungen und die Verwaltung von Krypto-Assets. Im vergangenen Jahr kamen Produkte für Zahlungen, Rendite und tokenisierte traditionelle Vermögenswerte hinzu.

Im Juni startete MetaMask das Money-Konto. Nutzer können auf berechtigte mUSD-Stablecoin-Guthaben eine variable jährliche prozentuale Rendite von bis zu 4 % erzielen und die Mittel über die MetaMask Card ausgeben.

Die Rendite wird laut Bericht durch DeFi-Kreditstrategien generiert und nicht durch von MetaMask oder dem Stablecoin-Emittenten gezahlte Zinsen. Im Februar erhielten berechtigte Nutzer außerhalb der Vereinigten Staaten über Ondo Global Markets Zugang zu 200 tokenisierten US-Aktien, börsengehandelten Fonds und Rohstoffen.

Später im selben Monat führte MetaMask eine Mastercard-gestützte Ausgabenkarte in 49 US-Bundesstaaten ein. Das Produkt war zuvor unter anderem in Europa, Kanada, Mexiko, Brasilien und Argentinien verfügbar.

KennzahlAngabe
Geplanter Abschluss der TrennungEnde 2026
Downloads von MetaMaskmehr als 100 Millionen
Länder mit MetaMask-Downloadsetwa 190
Rendite im MetaMask Money-Kontobis zu 4 %
Tokenisierte US-Aktien, ETFs und Rohstoffe200
US-Bundesstaaten mit Mastercard-gestützter Karte49

Infobox: Consensys will bis Ende 2026 zwei eigenständige Unternehmen schaffen. MetaMask bleibt auf Verbraucherprodukte ausgerichtet, während das neue Consensys institutionelle Ethereum-Infrastruktur für Tokenisierung, Stablecoins und Onchain-Finanzdienstleistungen bündelt.

Einschätzung der Redaktion

Die Meldungen zeigen, dass Blockchain-Anwendungen zunehmend in bestehende Finanz- und Geschäftsprozesse integriert werden. Entscheidend ist dabei weniger die Technologie selbst als ihr konkreter Nutzen: schnellere Abwicklung, bessere Nachverfolgbarkeit und verlässlichere Sicherheiten.

Gleichzeitig treten die Grenzen deutlich hervor. Zentralisierte Betreiber, rechtliche Unsicherheiten, Liquiditätsrisiken und technische Ausfälle verhindern bislang, dass Skalierung automatisch mit institutioneller Reife gleichgesetzt werden kann. Besonders tokenisierte Wertpapiere benötigen klare Eigentumsrechte, belastbare Marktstrukturen und transparente Kommunikation.

Die wichtigste Entwicklung ist daher die zunehmende Spezialisierung: Infrastruktur, Verwahrung, Kreditabwicklung und Endkundengeschäft werden stärker getrennt. Das kann Vertrauen und Effizienz erhöhen, verschärft aber zugleich die Anforderungen an Regulierung, Governance und Risikomanagement.

Zusammenfassung: Blockchain gewinnt vor allem dort an Bedeutung, wo sie reale Finanzprozesse verbessert. Der nachhaltige Durchbruch hängt jedoch von rechtlicher Klarheit, technischer Stabilität und belastbarer wirtschaftlicher Nutzung ab.

Quellen: