Blockchain-News: Cronos-Rollback, Ethereum-Upgrade und Harmony-Migration im Fokus

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Die Blockchain-Branche entwickelt sich rasant: Cronos kämpft mit Sicherheitsrisiken, Ethereum plant Quantensicherheit, und tokenisierte Wertpapiere gewinnen an Bedeutung.

Der aktuelle Pressespiegel zeigt, wie tiefgreifend sich die Blockchain-Branche verändert: Während Cronos nach einem Exploit die Kette zurücksetzt, bereitet Ethereum den nächsten technologischen Sprung vor. Zugleich gewinnen tokenisierte Wertpapiere, Blockchain-IPOs und Migrationen auf Ethereum an Bedeutung – mit weitreichenden Folgen für Sicherheit, Regulierung und die Zukunft digitaler Märkte.

Cronos setzt Blockchain-Historie nach Tectonic-Exploit zurück

CoinDesk berichtet, dass Cronos-Validatoren nach einem Exploit bei der Kreditvergabeplattform Tectonic die Blockchain um 1 Stunde und 54 Minuten zurückgesetzt haben. Dabei wurden 10.961 Blöcke und sämtliche darin enthaltenen Transaktionen rückgängig gemacht, um 111,2 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 92 % der betroffenen Mittel wiederherzustellen.

Der Angriff betraf laut Cronos eine Kreditaktivität in Höhe von 120,4 Millionen US-Dollar. Der Angreifer hatte den TONIC-Token von Tectonic innerhalb weniger Minuten etwa um den Faktor 100 aufgebläht und anschließend unter Verwendung des erhöhten Sicherheitenwerts über neun Märkte hinweg Kredite aufgenommen.

Bevor das Netzwerk gestoppt wurde, verließen 9,19 Millionen US-Dollar das Netzwerk. Diese Summe entspricht laut dem Bericht etwa 7,6 % der betroffenen Mittel und wurde bisher nicht zurückgewonnen.

Der Rollback betraf auch Nutzer, die nicht an dem Angriff beteiligt waren. Cronos erklärte, dass Transaktionen von Nutzern, darunter Handel, Übertragungen und Smart-Contract-Aktionen, rückgängig gemacht wurden und offene Positionen auf Live-Anwendungen nach der Wiederaufnahme des Handels neu bewertet werden mussten.

Die Blockproduktion wurde etwa 11 Stunden nach dem Exploit wieder aufgenommen. Cronos ist auf 100 Validatoren begrenzt, was laut CoinDesk eine schnelle Koordination des Stillstands und Neustarts ermöglichte, zugleich aber zeigte, dass die Transaktionsfinalität im Notfall vom Konsens der Validatoren abhängt.

„Es war eine schwierige Entscheidung, die gemeinsam mit den Validatoren getroffen wurde, wobei das Maß an Finalität, das die Nutzer von einer Chain erwarten, gegen die gefährdeten Mittel abgewogen wurde“, heißt es in der Nachbesprechung von Cronos.

Infobox: 120,4 Millionen US-Dollar waren vom Exploit betroffen; 111,2 Millionen US-Dollar beziehungsweise etwa 92 % wurden laut Cronos wiederhergestellt. 9,19 Millionen US-Dollar verließen das Netzwerk vor dem Stopp und blieben zunächst nicht wiederhergestellt.

IPOs auf der Blockchain: Changpeng Zhao sieht Infrastruktur bereits als bereit an

BeInCrypto berichtet, dass Binance-Gründer Changpeng Zhao erwartet, dass Börsengänge künftig auf der Blockchain abgewickelt werden. Einen konkreten Zeitrahmen oder Einzelheiten nannte Zhao nicht, doch laut dem Bericht existiert die von ihm beschriebene Technologie bereits und erste Transaktionen wurden durchgeführt.

Tokenisierte Aktien hielten demnach einen Wert von etwa 2,9 Milliarden USD auf der Blockchain. Das entspricht einem Anstieg von etwa 14% innerhalb eines Monats. Grayscale nennt die BNB Chain laut BeInCrypto unter den führenden Blockchain-Plattformen für tokenisierte Aktien.

Für Investoren könnten sich mehrere Aspekte verändern. Tokenisierte Angebote könnten ab dem ersten Tag für Retail-Käufer geöffnet werden, während der Zugang bei traditionellen Zuteilungen weiterhin über Institutionen und zugelassene Kunden läuft.

Auch die Handelszeiten würden sich unterscheiden, da Blockchain-Börsen rund um die Uhr betrieben werden können. Zusätzlich könnten Anteile nativ in kleine Bruchteile geteilt werden, während die Automatisierung einen Teil der Kostenkette aus Underwritern, Anwälten und Prüfern entfallen lassen könnte.

Die regulatorischen Anforderungen bleiben laut BeInCrypto bestehen. Die US-Börsenaufsicht SEC erklärte im Januar, dass bei der Tokenisierung einer Aktie weiterhin Pflichten zur Registrierung und Offenlegung gelten.

Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass einige gelistete Produkte lediglich den Aktienkurs abbilden, ohne Stimm- oder Aktionärsrechte zu gewähren. Ob solche Rechte bestehen, hängt von den jeweiligen Produktbedingungen ab.

Auch etablierte Börsen arbeiten an entsprechenden Modellen. Die New Yorker Börse reichte im April eine Regeländerung ein, die sofort in Kraft trat und den Handel tokenisierter Versionen von Standardaktien neben klassischen Aktien ermöglicht; die Abrechnung erfolgt am nächsten Tag.

Infobox: Tokenisierte Aktien erreichen laut BeInCrypto etwa 2,9 Milliarden USD und legten innerhalb eines Monats um etwa 14% zu. Registrierung und Offenlegung bleiben trotz der technischen Umstellung verpflichtend.

Ethereum bewertet 62 Vorschläge für das Hegotá-Upgrade

Das Crypto Valley Journal berichtet, dass die Ethereum Foundation 62 Verbesserungsvorschläge für das kommende „Hegotá-Upgrade“ bewertet hat. Zwei Vorschläge wurden als zwingend eingestuft, während Ethereum bis Dezember 2029 vollständig quantensicher werden soll.

Die Bewertung wurde von rund 60 Forschern und Ingenieuren aus neun Teams sowie einzelnen Fachexperten erarbeitet. Insgesamt kamen 397 Tier-Bewertungen zustande, im Schnitt 6.4 pro Vorschlag; bei den umstrittensten Vorschlägen waren es bis zu neun Bewertungen.

Nur EIP-7805, bekannt als FOCIL, und EIP-8141, die sogenannten Frame Transactions, erreichten das höchste S-Tier. FOCIL soll auf der Consensus-Ebene sicherstellen, dass gültige Transaktionen aus dem öffentlichen Mempool in den nächsten Block aufgenommen werden.

Damit soll verhindert werden, dass ein dominanter Block-Builder Transaktionen aussortiert. Der Vorschlag zielt auf die Zensurresistenz des Netzwerks, nachdem ein Grossteil der Blockproduktion über wenige spezialisierte Akteure läuft.

Frame Transactions verankern Account Abstraction nativ im Protokoll. Transaktionen können dabei in programmierbare „Frames“ für Validierung, Gas-Zahlung und Ausführung zerlegt werden.

Wallets könnten dadurch eigene Signaturverfahren einsetzen, Gas-Zahlungen sponsern lassen und Aktionen bündeln, ohne auf Off-Chain-Betreiber angewiesen zu sein. Nach Darstellung des Crypto Valley Journal ist insbesondere der Austausch von Signaturverfahren für den späteren Übergang zu quantensicheren Verfahren relevant.

Unterhalb der beiden S-Tier-Vorschläge wurden 15 Vorschläge im A-Tier eingeordnet. Hinzu kommen acht Vorschläge im B-Tier und sieben im C-Tier. 28 EIPs wurden mit „Declined for Inclusion“ abgelehnt; zwei weitere Vorschläge wurden nicht bewertet, weil zunächst Betriebsdaten aus dem Glamsterdam-Mainnet erforderlich sind.

Das Hegotá-Upgrade selbst soll nicht der endgültige Post-Quanten-Fork sein. Bis Dezember 2029 sollen jedoch die Ebenen Execution, Consensus und Data quantensicher werden. Für die Planung geht das Team von einem möglichen „Q-Day“ ab 2030 aus.

Glamsterdam ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Danach verbleiben laut dem Bericht bis Dezember 2029 durchschnittlich 7.2 Monate pro Fork, wobei eine Verschiebung rund sieben Monate kosten würde.

„Die frühzeitige Umsetzung von Post-Quanten-Sicherheit ist das sichere Vorgehen. Es ist das strategisch verantwortungsvolle Vorgehen. Es ist das klarste Signal, das wir senden können, dass Ethereum vorhat, in 50, 100 und 1'000 Jahren noch zu existieren.“ – EF Protocol, Ethereum Foundation Protocol Cluster

Infobox: Von 62 Vorschlägen erhielten zwei das S-Tier. Ethereum strebt laut Crypto Valley Journal bis Dezember 2029 eine vollständige Quantensicherheit an; Glamsterdam ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.

Advanced-Blockchain-Tochter meldet zwei neue Sprachdatenverträge

MarketScreener Deutschland berichtet, dass eine Tochtergesellschaft der Advanced Blockchain AG zwei neue Sprachdatenverträge erhalten hat. Die Meldung wurde am 07.09.2026 um 13:31 veröffentlicht.

In dem vorliegenden Bericht werden keine weiteren nutzbaren Angaben zu den Vertragspartnern, dem finanziellen Umfang oder den konkreten Inhalten der Sprachdatenverträge genannt.

Infobox: Die Advanced-Blockchain-AG-Tochter sicherte sich laut MarketScreener Deutschland zwei neue Sprachdatenverträge. Die Veröffentlichung erfolgte am 07.09.2026 um 13:31.

Südkorea plant tokenisierte Wertpapiere ab Februar 2027

AD HOC NEWS berichtet, dass Südkoreas Finanzaufsicht FSC einen strategischen Fahrplan zur Integration der Blockchain-Technologie in die nationale Finanzinfrastruktur veröffentlicht hat. Langfristig soll ein Marktvolumen von 5,36 Billionen US-Dollar auf die Blockchain migriert werden.

Die erste Phase soll am 4. Februar 2027 beginnen. In dieser Stufe geht es um institutionelle Geldmarktfonds, Privatanleihen, nicht börsennotierte Aktien über Treuhandstrukturen sowie Bruchteils-Investmentpapiere in tokenisierter Form.

Für die zweite Phase ist eine Ausweitung auf öffentliche Wertpapiere vorgesehen. Einen konkreten Termin nannte die Finanzaufsicht dafür noch nicht, da die Umsetzung von weiteren gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängt.

Die dritte Phase soll Transaktionen mittels Stablecoins ermöglichen. Diese Stufe ist laut FSC unmittelbar an die Verabschiedung der DABA-Gesetzgebung, des Digital Asset Basic Act, geknüpft.

Für Bruchteilspapiere soll eine Einzelzeichnungsgrenze von 30 Millionen Won gelten, was etwa 22.000 US-Dollar entspricht. Alternativ darf eine Zeichnung maximal 5 % des gesamten Emissionsvolumens ausmachen.

Privatanleger, die am außerbörslichen Handel mit tokenisierten Wertpapieren teilnehmen möchten, sollen einer jährlichen Gesamtobergrenze von 100 Millionen Won beziehungsweise etwa 74.000 US-Dollar unterliegen.

Auch für Emittenten und Kontoführer sind Kapitalanforderungen vorgesehen. Unternehmen, die als Emittenten auftreten wollen, müssen über ein Eigenkapital von mindestens 3 Millionen US-Dollar verfügen; Kontoführer benötigen einen Kapitalnachweis von 4 Milliarden Won.

Samsung SDS wurde mit der Entwicklung der Plattform für das tokenisierte Wertpapierregister der staatlichen Korea Securities Depository beauftragt. Parallel arbeitet Koscom an der Handelsplattform KoSTO. Laut AD HOC NEWS haben bereits 12 Unternehmen Vereinbarungen zur Anbindung an das Ökosystem unterzeichnet.

Die KSD bereitet außerdem eine Infrastruktur vor, die verschiedene Blockchain-Protokolle anbinden soll. Genannt werden Hyperledger Besu, Hyperledger Fabric und Avalanche.

Hanwha Investment & Securities meldete der Quelle zufolge die Fertigstellung einer eigenen Plattform für Token-Wertpapiere auf Basis der Avalanche-Blockchain. Infolge dieser Entwicklungen verzeichnete AVAX zeitweise einen Kursanstieg von 8 %, obwohl Avalanche im offiziellen Fahrplan der Finanzaufsicht nicht namentlich als bevorzugte Technologie genannt wird.

Infobox: Südkorea will laut AD HOC NEWS ab dem 4. Februar 2027 mit der ersten Phase der Tokenisierung beginnen. Das langfristige Ziel umfasst ein Marktvolumen von 5,36 Billionen US-Dollar.

Harmony plant Abschaltung der Blockchain und Migration von ONE auf Ethereum

CoinDesk berichtet, dass die Entwickler von Harmony die Abschaltung der seit sieben Jahren bestehenden Blockchain vorgeschlagen haben. Die ONE-Bestände sollen auf Ethereum übertragen werden, weil die Kosten und die Schwierigkeit, das Netzwerk gegen staatliche Akteure und KI-Agenten zu schützen, nach Einschätzung der Entwickler zu groß geworden seien.

Der Vorschlag ist unverbindlich und kann noch geändert werden. Harmony hat laut CoinDesk nicht mitgeteilt, ob die Abschaltung einem Governance-Prozess unterzogen wird, bei dem gewählte Validatoren Vorschläge einreichen und die Stimmkraft nach dem Einsatz gewichtet wird.

Im geplanten Verfahren soll ein finaler Snapshot der ONE-Bestände erstellt werden. Anschließend sollen entsprechende ERC-20-Token an dieselben Wallet-Adressen auf Ethereum ausgegeben werden.

Der Snapshot soll ONE in Wallets, im Staking, bei Validator-Belohnungen und auf zentralisierten Börsen umfassen. Die Inhaber müssten die neuen Token laut Harmony nicht selbst beanspruchen. Der Ethereum-Vertrag, die Snapshot-Berechnungen und die Airdrop-Skripte sollen zur öffentlichen Prüfung veröffentlicht werden.

Die geplante Umwidmung der Emissionen steht im Zusammenhang mit einem neuen KI-Video-Projekt. Harmony beschreibt die „Remix Economy für KI-Video“ als einen Abonnementdienst, bei dem Kreative Eingabeaufforderungen und andere Vermögenswerte veröffentlichen, die von Personen und KI-Agenten für neue Videoclips wiederverwendet werden können.

Die Entscheidung folgt auf mehrere Sicherheitsvorfälle. Im Jahr 2022 wurde die Horizon-Brücke um fast 100 Millionen US-Dollar erleichtert; das FBI schrieb den Angriff später der nordkoreanischen Lazarus-Gruppe und APT38 zu.

Am 11. August nutzte ein Angreifer laut CoinDesk eine Schwachstelle bei der Verifizierung von Transaktionen zwischen den Shards aus. Dabei wurden in sechs Transaktionen mehr als drei Billionen unautorisierte ONE geprägt.

Harmony setzte die Chain anschließend auf einen Zeitpunkt vor dem Diebstahl zurück und entfernte dauerhaft mehr als 109.000 Transaktionen aus der Netzwerkhistorie. CoinDesk verweist darauf, dass bereits dieser Rollback umstritten war.

Validatoren können laut dem Vorschlag ab 7 Uhr Pazifikzeit am 10. September damit beginnen, ihre Nodes herunterzufahren. Harmony stellte 1,372 Millionen US-Dollar bereit, was den gesamten Validatoren-Belohnungen des Netzwerks im Jahr vor dem Exploit im August entsprechen soll.

ONE wurde am Montag bei etwa 0,00073 USD gehandelt und verzeichnete innerhalb von 24 Stunden einen Rückgang von fast 4 %.

„Die Bedrohungen durch staatliche Akteure und KI-Agenten sind zu groß“, schrieb das Projekt laut CoinDesk auf X.

Infobox: Harmony schlägt die Abschaltung seiner Blockchain und die Ausgabe entsprechender ERC-20-Token auf Ethereum vor. Für Validatoren wurden 1,372 Millionen US-Dollar bereitgestellt; ONE wurde am Montag bei etwa 0,00073 USD gehandelt.

Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklungen markieren einen Wendepunkt für die Blockchain-Branche: Sicherheit, regulatorische Anschlussfähigkeit und langfristige Wartbarkeit werden wichtiger als die bloße technische Existenz eines Netzwerks. Rollbacks und geplante Migrationen zeigen zugleich, dass Dezentralität in Krisensituationen praktisch begrenzt bleibt.

Besonders relevant ist die zunehmende Institutionalisierung tokenisierter Wertpapiere. Sie kann Liquidität, Zugänglichkeit und Abwicklung verbessern, wird aber nur dann nachhaltig wachsen, wenn Eigentumsrechte, Anlegerschutz und technische Standards eindeutig geregelt sind.

Die geplanten Ethereum-Verbesserungen adressieren zentrale Zukunftsrisiken: Zensur, komplexe Nutzerinteraktion und Quantenbedrohungen. Entscheidend wird sein, ob die Umsetzung gelingt, ohne die Protokollkomplexität und damit neue Angriffsflächen übermäßig zu erhöhen.

Insgesamt zeichnet sich eine Konsolidierung ab: Projekte ohne tragfähige Sicherheits- oder Kostenbasis werden aufgegeben, während robuste Netzwerke stärker als Infrastruktur für regulierte Finanzprodukte positioniert werden.

Zusammenfassung: Die Branche bewegt sich von experimentellen Einzelprojekten hin zu belastbarer, regulierter und langfristig abgesicherter Infrastruktur.

Quellen: