Veröffentlicht: 11.07.2019

China reagiert auf Libra Coin

Chinesische Zentralbank arbeitet an eigener Kryptowährung

Ungefähr drei Wochen nach der Veröffentlichung des Libra Whitepapers erscheinen die erste Meldungen, nach denen nun auch China mit der Einführung einer eigenen Kryptowährung liebäugelt. Chinesischen Medienberichten zufolge, arbeite die chinesische Zentralbank bereits jetzt an einem Gegenpol zu Libra.

China behält Libra im Auge

In der „China Daily“ wird ein Vertreter der chinesischen Zentralbank, unter Berufung auf offizielle Quellen, wie folgt zitiert: „Wir werden die neue globale Digitalwährung genau im Blick behalten“. „China Daily“ gilt als größtes englischsprachige Tageszeitung in der Volksrepublik und die Berichte werden von vielen Experten als seriös angesehen.

China arbeitet schon seit 2014 an Kryptowährung

Im weiteren Verlauf des Artikels werden Aussagen von Wang Xing, seinerseits Direktor des Forschungsbüros der People´s Bank of China (PBOC) angeführt. Demnach laufen die Arbeiten der chinesische Zentralbank bereits auf Hochtouren, das Startsignal der Regierung wurde erteilt. Des Weiteren heißt es in einer anderen Quelle, dass die People´s Bank of China (PBOC) sich bereits seit dem Jahr 2014 mit dem Projekt beschäftige und ihre Bemühungen intensiviert.

Gleichgewicht zu Libra

Die Einführung einer Kryptowährung durch die chinesische Zentralbank lässt sich als konkrete Antwort auf den Libra Coin deuten. Dem Libra Coin, dessen Veröffentlichung für die erste Hälfte 2020 geplant ist, könnten allerdings deutlich mehr Regulierungsprobleme gegenüberstehen. So forderte der US-Kongress die Libra Association vor einigen Tagen sogar dazu auf, die Arbeiten an dem Projekt vorerst zu stoppen, um genauere Analysen durchzuführen und offene Fragen zu klären. Sollte der Facebook Coin lediglich von einem Bruchteil der 2 Milliarden Nutzer adaptiert werden, könnte das Projekt ein ernstzunehmender Konkurrent für diverse FIAT-Währungen und das internationale Finanzsystem werden.

Libra Coin soll Probleme lösen

Der Libra Coin wird als „Stable Coin“ auf den Markt kommen. „Stable Coins“ haben die Eigenschaft, im Wert nicht zu fluktuieren. Demnach möchte die Libra Association eine globale Weltwährung kreieren, die Wechselkurse außer Kraft setzt. Der Libra Coin soll dabei 1:1 durch die Einzahlung unterschiedlicher Währungen gedeckt werden.

China könnte Geldströme überwachen

In der Vergangenheit wurden Entscheidungen der chinesischen Regierung bezüglich dem Bitcoin und Co. überwiegend als „kryptoavers“ eingestuft. Immer wieder wurden Verbote gegen ICO´s, Mining oder Kryptobörsen ausgesprochen. Viele Experten vermuten hinter diesen Entscheidungen die Intention, die Kapitalflucht von chinesischen Anlegern einzudämmen. Durch die Einführung einer eigenen Digitalwährung, würde die People´s Bank of China (PBOC) die Spielregeln festlegen.

Viele Details bleiben vorerst unklar

Bis dato lassen sich nur Vermutungen darüber aufstellen, in welcher Form die chinesische Digitalwährung konzipiert wird. Es ist unklar, wie der Gegenwert des Coins bestimmt werden soll und in welchem System das Projekt stattfindet. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob der Coin, ähnlich wie der Libra Coin, als Währung mit globalen Ambitionen auf den Markt kommt und wann dies geschehen wird. Eine Lockerung der Regulierungen und Verbote seitens China könnte Auswirkungen auf die gesamte Kryptobranche haben.

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