Circle stärkt Blockchain-Position mit IBM-Patenten und neuen Projekten

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Circle stärkt mit IBM-Patenten seine Blockchain-Position, während Projekte in Deutschland, Südkorea und der Forschung Blockchain für Zahlungen, Prüfungen sowie KI und Quantencomputing nutzen.

Circle erweitert mit einem milliardenschweren Patentportfolio von IBM seinen strategischen Einfluss im Blockchain-Sektor. Gleichzeitig zeigen Projekte aus Deutschland, Südkorea und der Forschung, wie Blockchain-Infrastruktur in Zahlungen, Prüfprozessen und im Zusammenspiel mit KI und Quantencomputing an Bedeutung gewinnt.

Circle baut Patentposition mit IBM-Deal aus

Circle hat laut BTC-ECHO mehr als 680 Patentfamilien von IBM übernommen. Das Portfolio umfasst fast 1.000 erteilte Patente mit Schutzrechten für grundlegende Blockchain-Infrastruktur, sichere Cloud-Systeme, Versicherungen und Lieferketten.

Der Deal soll Circle nach eigener Darstellung zum führenden Inhaber von Blockchain-Patenten in den USA machen. Die Patente könnten das Unternehmen dabei unterstützen, bestehende Produkte wie den USDC-Stablecoin, das Circle Payments Network und die Layer-1-Blockchain Arc weiterzuentwickeln sowie neue Onchain-Produkte aufzubauen.

BTC-ECHO berichtet außerdem, dass der Patenttransfer der Beginn einer engeren Zusammenarbeit zwischen Circle und IBM sein könnte. Beide Unternehmen wollen weitere kommerzielle Möglichkeiten prüfen, bei denen sie sich gegenseitig unterstützen oder voneinander profitieren können.

Die strategische Bedeutung des Portfolios liegt nach Angaben der Quelle in seiner Breite. Circle entwickelt sich demnach vom Stablecoin-Anbieter zu einem breiter aufgestellten Infrastrukturunternehmen und kann die erworbenen Schutzrechte zugleich zur Absicherung eigener Entwicklungen gegen mögliche Rechtsansprüche nutzen.

Zusammenfassung: Circle übernimmt mehr als 680 Patentfamilien und fast 1.000 erteilte Patente von IBM. Der Deal soll die Position des Unternehmens im US-amerikanischen Blockchain-Patentbereich stärken und die Entwicklung weiterer Onchain-Produkte unterstützen.

CoinDesk: Circle übernimmt fast 1.000 IBM-Patente

Auch CoinDesk berichtet über die Übernahme von nahezu 1.000 ausgegebenen, blockchain-gestützten Patenten durch Circle. Das Portfolio umfasst mehr als 680 Patentfamilien aus den Bereichen Blockchain-Technologie, Bankwesen, Finanzdienstleistungen, Versicherungen, Unternehmensinfrastruktur, Lieferkettenverifizierung und Cloud-Sicherheit.

Die finanziellen Bedingungen der Transaktion wurden laut CoinDesk nicht bekanntgegeben. Ebenfalls offen sei, wie viele der erworbenen Patente in den USA erteilt wurden, ob IBM Lizenzrechte behalten hat oder ob Circle das Portfolio lizenzieren beziehungsweise durchsetzen will.

Circle will die Patente nach Angaben der Quelle zur Unterstützung von USDC, dem Circle Payments Network, der Arc-Blockchain und finanziellen Werkzeugen für KI-Agenten einsetzen. Darüber hinaus planen Circle und IBM, weitere kommerzielle Möglichkeiten zu prüfen.

„Geistiges Eigentum ist entscheidend für die Weiterentwicklung unserer Mission und die Ausweitung der Akzeptanz von Onchain-Infrastrukturen“, sagte Sarah Wilson, General Counsel und Unternehmenssekretärin von Circle.

CoinDesk verweist außerdem darauf, dass Circle sein erstes Patent im Dezember 2023 erhielt. Dieses deckte die parallele Datenverarbeitung von Blockchains ab. Vor dem IBM-Deal war IBM laut einer im Dezember 2025 veröffentlichten Analyse der Patentanalysefirma PatSnap mit 790 Patenten einer der größten Inhaber von Blockchain-Patenten in den USA.

Zusammenfassung: CoinDesk bestätigt die Übernahme von fast 1.000 IBM-Patenten durch Circle. Die finanziellen Details und die künftige Nutzung der Patente durch Lizenzierung oder Durchsetzung bleiben offen.

Hamburger Volksbank beteiligt sich an Blockchain-Pilotprojekt

Die Börsen-Zeitung berichtet über ein gemeinsames Projekt der Hamburger Datengenossenschaft Reef Data und der Cardano-Stiftung. Ziel ist es, Zahlungsströme transparent und nachprüfbar auf der öffentlichen Blockchain-Plattform Cardano zu dokumentieren.

Hinter Reef Data stehen neben dem 2019 gegründeten Artificial Intelligence Center der Hansestadt und dem familiengeführten Großhändler Valio Hamburg auch die Hamburger Volksbank sowie das Digitalunternehmen Disruptive Elements. Letzteres übernimmt die konzeptionelle und technische Gestaltung des Projekts.

Zum Einsatz kommt die Open-Source-Plattform „Reeve“ der Cardano-Stiftung. Die Plattform ermöglicht Genossenschaftsmitgliedern vollständige Einsicht in ihre eigenen Daten und erwirtschafteten Erträge. Wirtschaftsprüfer können einen verschlüsselten und mit Zeitstempel versehenen Zugriff auf Finanzdaten erhalten, wodurch sich die Prüfzeiten deutlich verkürzen könnten.

Reef Data entwickelte laut Börsen-Zeitung die Anwendungsebene mit Backend-Systemen, einer Wallet-Erweiterung für Nutzer sowie öffentlichen und Prüfer-Dashboards. Die Cardano Foundation stellte die Reeve-Plattform bereit und entwickelte sie für das Pilotprojekt weiter.

Verkäufe, Ausschüttungen und Mitgliederauszahlungen können demnach on-chain erfasst werden. Mitglieder und externe Prüfer sollen Finanzflüsse unabhängig verifizieren können, ohne allein auf die Aufzeichnungen der Genossenschaft angewiesen zu sein.

Die Cardano-Plattform ist laut Quelle ein digitales Netzwerk, über das neben dem Versand der Kryptowährung ADA auch Programme und Verträge automatisch ausgeführt werden können. Die Blockchain ging 2017 live; hinter Cardano stehen die Cardano-Stiftung, IOHK und Emurgo.

Zusammenfassung: Reef Data und die Hamburger Volksbank wollen Zahlungsströme auf Cardano dokumentieren. Das Pilotprojekt soll Transparenz schaffen und durch verschlüsselten Zugriff mit Zeitstempel kürzere Prüfzeiten ermöglichen.

Fraunhofer untersucht Zusammenspiel von Quantencomputing, KI und Blockchain

Ein neues Whitepaper des Fraunhofer FKIE, über das Infopoint Security am 27.07.2026 berichtet, untersucht die möglichen Synergien zwischen Quantentechnologien, Künstlicher Intelligenz und Blockchain. Die Publikation trägt den Titel „Quantum Nexus: Synergien zwischen Quantentechnologien und Schlüsseltechnologien der nächsten Dekade“ und steht zum Download bereit.

Das Whitepaper betrachtet die drei Technologiefelder nicht isoliert, sondern analysiert, wie sie sich gegenseitig beeinflussen, ergänzen und in ihrer Entwicklung beschleunigen können. KI kann große Datenmengen analysieren und Entscheidungen automatisieren, Quantencomputer könnten komplexe Optimierungs- und Simulationsaufgaben übernehmen, während Blockchain-Technologien nachvollziehbare, manipulationsresistente und organisationsübergreifende Transaktionen ermöglichen.

Das Fraunhofer FKIE verweist laut Infopoint Security darauf, dass Quantentechnologien in Deutschland zu den sechs Schlüsseltechnologien der Hightech-Agenda gehören, die die Bundesregierung am 30. Juli 2025 beschlossen hat. Nach Einschätzung des Instituts könnten Wettbewerbsvorteile insbesondere an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Technologiefeldern entstehen.

„Technologische Entwicklungen wie Quantencomputing oder KI sind keine fernen Zukunftsvisionen mehr, sondern greifen schon heute zunehmend ineinander und bilden so fundamentale Bausteine der strategischen Wertschöpfung von morgen“, erklärt Prof. Dr. René Bantes, Leiter der Abteilung „Innovationsforschung und Technologievorausschau“ am Fraunhofer FKIE.

Als mögliche Einsatzfelder nennt das Whitepaper Industrie 4.0, intelligente Produktionsanlagen und autonome Robotiksysteme. Quantenbasierte Optimierungsverfahren könnten bei Produktionsplanung, Materialverteilung und der Koordination großer Roboterflotten eingesetzt werden. Blockchain-Technologien könnten gleichzeitig den nachvollziehbaren und manipulationssicheren Austausch von Daten und Entscheidungen über Unternehmensgrenzen hinweg unterstützen.

Weitere Anwendungsbereiche liegen laut Quelle in Energie, Klimasystemen, Finanzwirtschaft und Raumfahrt. Genannt werden unter anderem die Prognose von Erzeugung und Nachfrage, die Steuerung von Stromnetzen, die Entwicklung neuer Materialien für Energiespeicher, Risikoanalysen, Portfoliooptimierungen, Betrugserkennung, digitale Vermögenswerte, Satellitennetzwerke und autonome Missionen.

Gleichzeitig warnt die Analyse vor neuen Sicherheitsanforderungen. Mit wachsender Leistungsfähigkeit von Quantencomputern könnten etablierte kryptografische Verfahren unter Druck geraten. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen müssten sich deshalb auf die Post-Quanten-Ära vorbereiten.

Zusammenfassung: Das Fraunhofer FKIE sieht großes Potenzial im Zusammenspiel von Quantencomputing, KI und Blockchain. Chancen werden vor allem in Industrie, Energie, Finanzwirtschaft und Raumfahrt gesehen, während die Entwicklung quantensicherer Sicherheitsstrategien als wichtige Herausforderung gilt.

KB Kookmin Bank nutzt JPMorgans Kinexys für Handelszahlungen

Die südkoreanische KB Kookmin Bank will laut BeInCrypto ab August Handelszahlungen über JPMorgans Kinexys-Blockchain abwickeln. Der neue Service richtet sich an Im- und Exportunternehmen und soll zunächst USD-Überweisungen ermöglichen.

Kinexys ist die Blockchain-Einheit von JPMorgan und war früher unter dem Namen Onyx bekannt. Die Plattform unterstützt institutionelle Zahlungen, Tokenisierung und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte.

Zum Start sollen USD-Überweisungen in 10 Länder möglich sein. Dazu gehören Südkorea, die USA, Singapur, Saudi-Arabien, Indien, Thailand, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Südafrika.

Die koreanischen Filialen und das Singapur-Büro von KB Kookmin sollen den Service anbieten. Kinexys hat laut BeInCrypto seit dem Start ein kumuliertes Volumen von mehr als 4 Billionen USD verarbeitet; die durchschnittlichen täglichen Transaktionen liegen bei über 7 Milliarden USD.

Die Einführung erfolgt wenige Tage nach der Auswahl von KB Kookmin für ein staatlich gefördertes Deposit-Token-Zahlungsprojekt. Das Programm wird vom Ministerium für Wissenschaft und Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Korea Internet & Security Agency geleitet.

Ob weitere koreanische Banken Kinexys nutzen werden, könnte laut Quelle zeigen, wie weit tokenisierte Einlagen über den Kundenkreis von JPMorgan hinaus eingesetzt werden. Die Entscheidung der KB Kookmin Bank markiert damit einen weiteren Einsatz institutioneller Blockchain-Infrastruktur im internationalen Zahlungsverkehr.

Zusammenfassung: KB Kookmin startet ab August Blockchain-basierte Handelszahlungen über Kinexys. Der Service unterstützt zunächst USD-Überweisungen in 10 Länder; Kinexys hat seit dem Start mehr als 4 Billionen USD verarbeitet.

Einschätzung der Redaktion

Die Meldungen zeigen eine klare Verschiebung von Blockchain-Projekten hin zu belastbarer Infrastruktur für Unternehmen, Banken und öffentliche Akteure. Patente, prüfbare Zahlungsströme und institutionelle Abwicklungssysteme stärken die rechtliche, technische und organisatorische Grundlage für eine breitere Nutzung.

Entscheidend wird sein, ob daraus tatsächlich interoperable, kosteneffiziente und regulatorisch belastbare Anwendungen entstehen. Besonders relevant sind dabei die Absicherung geistigen Eigentums, quantensichere Kryptografie und die Fähigkeit, Blockchain-Lösungen in bestehende Finanz- und Unternehmensprozesse einzubetten.

Kernaussage: Die Bedeutung der Blockchain entwickelt sich zunehmend von der Einzelanwendung zur strategischen Infrastruktur. Der langfristige Erfolg hängt nun weniger vom Technologieversprechen als von Skalierbarkeit, Sicherheit und realer institutioneller Nutzung ab.

Quellen: