KfW testet Blockchain-Wechsel, während Stablecoins den Zahlungsmarkt prägen

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: KfW testet den Wechsel von Registerführer und Blockchain, während Tron hohe Stablecoin-Volumina verarbeitet und 37 Banken mit Qivalis einen digitalen Euro planen.

Die Blockchain verlässt das Experimentierstadium und rückt näher an die Infrastruktur der Finanzmärkte: Die KfW testet den Wechsel von Registerführer und Blockchain während der Laufzeit einer Anleihe, während Tron mit Stablecoin-Zahlungen enorme Volumina verarbeitet. Zugleich formiert sich mit Qivalis eine europäische Bankeninitiative für einen digitalen Euro. Der Pressespiegel zeigt, wie unterschiedlich – und zugleich dynamisch – sich die nächste Phase der tokenisierten Finanzwelt entwickelt.

KfW testet Wechsel von Registerführer und Blockchain

Die KfW hat bei ihrer dritten Blockchain-basierten Anleihe erstmals in Deutschland während der Laufzeit sowohl den Registerführer als auch die zugrunde liegende Blockchain gewechselt. Der Praxistest sollte zeigen, ob sich zentrale Komponenten der digitalen Kapitalmarktinfrastruktur im laufenden Betrieb austauschen lassen.

Am 23. September übernahm die DekaBank die Registerführung von Cashlink. Gleichzeitig wurde das Register von der zunächst verwendeten Polygon-Blockchain auf die Infrastruktur SWIAT übertragen, die künftig Teil von Regulated Layer One (RL1), einer neuen Blockchain-Infrastruktur für den europäischen Finanzmarkt, sein soll. Die DZ BANK blieb sammelregistrierte Inhaberin der Anleihe.

Für die Investoren änderte sich während des Tests nichts. Nach Kenntnis der KfW handelte es sich um den ersten Wechsel von Registerführer, Register und zugrunde liegender Blockchain während der Laufzeit eines Kryptowertpapiers in Deutschland.

Eine zentrale Herausforderung lag im fehlenden einheitlichen technischen Standard. Polygon und SWIAT/RL1 verwenden unterschiedliche Standards, weshalb die bestehenden Anleihe-Token nicht direkt von einer Infrastruktur auf die andere übertragen werden konnten. Die DekaBank erzeugte als neuer Registerführer auf SWIAT neue Token, während Cashlink die Token auf Polygon gleichzeitig löschte.

„Der erfolgreiche Härtetest ist mehr als ein technischer Nachweis. Er zeigt, dass digitale Kapitalmarktinfrastruktur auch bei einem gezielten Wechsel zentraler Komponenten im laufenden Betrieb funktioniert. Für den nächsten Entwicklungsschritt brauchen wir jetzt gemeinsame Standards und interoperable Systeme“, sagte KfW-Treasurer Tim Armbruster.

Die KfW teilte mit, dass ein weiterer Entwicklungsschritt die Abwicklung in Zentralbankgeld betrifft. Für eine Zinszahlung im Dezember 2026 soll erstmals die Pontes-Pilotlösung des europäischen Zentralbanksystems genutzt werden, die die Abwicklung DLT-basierter Transaktionen in Zentralbankgeld ermöglicht. Zudem wurde die KfW in die Appia Contact Group aufgenommen, in der der Dialog zwischen der Europäischen Zentralbank und Marktteilnehmern fortgesetzt wird.

Die dritte KfW-Krypto-Anleihe wurde am 9. Juni 2026 als Kryptowertpapier nach dem Gesetz über elektronische Wertpapiere emittiert. Sie hat ein Volumen von 100 Mio. EUR und läuft bis zum 7. Dezember 2027.

Infobox – FinanzBusiness und Presseportal:

Stablecoin-Abwicklung auf Tron erreicht laut Analyse hohe Volumina

Tron hat sich laut einer Analyse von CryptoNews.net von seinem ursprünglichen Schwerpunkt auf die dezentrale Verteilung von Inhalten zu einer Zahlungsinfrastruktur für Stablecoins entwickelt. Besonders in Schwellenmärkten seien niedrige Transaktionskosten und schnelle Abwicklung wichtige Faktoren für die Nutzung des Netzwerks.

Tron startete im Jahr 2018 als ERC-20-Token auf Ethereum und wechselte anschließend auf eine eigene unabhängige Blockchain. Das Netzwerk verwendet einen Delegated-Proof-of-Stake-Konsensmechanismus. In diesem System setzen Inhaber von $TRX ihre Token ein, um Stimmrechte zu erhalten und 27 Super Representatives zu wählen, die für Blockproduktion und Netzwerkwartung verantwortlich sind.

Die Analyse beschreibt Tron als führendes Abrechnungssystem für Stablecoins. Ein erheblicher Anteil des weltweiten $USDT-Umlaufs befindet sich demnach auf Tron. Anders als viele Layer-1-Konkurrenten positioniere sich das Netzwerk damit weniger über DeFi-Innovationen oder Verbraucheranwendungen, sondern als digitale Zahlungsinfrastruktur für Dollar.

Nach Angaben des Tron-Blockchain-Explorers stiegen die wöchentlichen Transaktionszahlen auf Rekordhöhen und näherten sich zuletzt 100 Millionen Transaktionen pro Woche. Gleichzeitig sei die durchschnittliche On-Chain-Transaktionsgebühr auf etwa sieben Cent gesunken, was laut Analyse einem Mehrjahrestief entspricht.

Auch die Zahl der wöchentlich aktiven Adressen erreichte dem Bericht zufolge Rekordniveau. Das Volumen der Stablecoin-Transfers auf Tron lag zuletzt bei etwa 150 Milliarden bis 190 Milliarden US-Dollar pro Woche.

KennzahlAngabe
Wöchentliche Transaktionennahezu 100 Millionen
Durchschnittliche On-Chain-Transaktionsgebühretwa sieben Cent
Wöchentliches Stablecoin-Transfer-Volumenetwa 150 Milliarden bis 190 Milliarden US-Dollar
Gewählte Super Representatives27

Im „Chart der Woche“ wird außerdem die Entwicklung des täglichen DEX-Volumenverhältnisses zwischen Robinhood-Chain und Solana beschrieben. Das Verhältnis stieg am 4. September von 18 % auf 97 %, fiel bis zum 20. September auf 34 % zurück und legte am 21. September um 79 % zu. Der $SOL-Preis stieg im gleichen Zeitraum insgesamt um 65 % und lag seit dem Höchststand des Verhältnisses um 17 % höher.

Infobox – CryptoNews.net:

Qivalis will den Euro auf die Blockchain bringen

Der Wettbewerb um Stablecoins nimmt laut FinanzBusiness zu. Während US-Anbieter den Markt dominieren, arbeiten europäische Banken an Euro- und Dollar-Coins.

Im Mittelpunkt steht Qivalis, ein Konsortium von 37 Banken. Das Vorhaben zielt darauf, den Euro on-chain abzubilden und damit eine europäische Alternative im Bereich digitaler Währungen zu schaffen.

Die Meldung stellt das Projekt in den Zusammenhang mit der zunehmenden Nutzung von Stablecoins und dem wachsenden Interesse europäischer Banken an blockchainbasierten Finanzstrukturen. Weitere Einzelheiten des Artikels waren in der vorliegenden Quelle nicht zugänglich.

Infobox – FinanzBusiness:

Einschätzung der Redaktion

Der entscheidende Fortschritt liegt weniger in der verwendeten Blockchain als in der Austauschbarkeit zentraler Infrastruktur. Ohne gemeinsame Standards bleibt dieser Nutzen jedoch aufwendig und fehleranfällig. Gelingt die Standardisierung, kann sie institutionelle Akzeptanz, Wettbewerb und Ausfallsicherheit im digitalen Kapitalmarkt deutlich stärken.

Kernaussage: Interoperabilität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor für digitale Wertpapiere.

Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklung zeigt, dass sich Tron zunehmend über reale Zahlungsnutzung statt über technologische Breite positioniert. Hohe Stablecoin-Volumina und niedrige Gebühren sind relevante Wettbewerbsvorteile, ersetzen aber keine Bewertung von Konzentrations-, Governance- und Regulierungsrisiken. Die Bedeutung des Netzwerks hängt daher stark davon ab, ob die Nutzung dauerhaft und institutionell belastbar ist.

Kernaussage: Tron gewinnt als Zahlungsinfrastruktur an Relevanz, bleibt aber von Vertrauen und regulatorischer Stabilität abhängig.

Einschätzung der Redaktion

Ein von 37 Banken getragenes Euro-Stablecoin-Projekt wäre ein strategisch wichtiger Schritt zur europäischen digitalen Finanzinfrastruktur. Entscheidend werden jedoch nicht die Größe des Konsortiums, sondern klare Einsatzfälle, rechtliche Verlässlichkeit, Einlösbarkeit und die technische Anschlussfähigkeit an bestehende Zahlungssysteme sein. Ohne diese Voraussetzungen dürfte das Projekt gegenüber etablierten Dollar-Angeboten kaum schnell an Bedeutung gewinnen.

Kernaussage: Qivalis besitzt strategisches Potenzial, muss sich aber erst durch praktische Nutzbarkeit und Vertrauen gegen die Dollar-Dominanz behaupten.

Quellen: