US-Senat bremst Kryptomarkt: Bitcoin, Ethereum und XRP unter Druck

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Das Scheitern der US-Abstimmung zum CLARITY Act belastet Bitcoin, Ethereum und besonders XRP, während Ethereum-Wale und ETFs weiter kaufen. Fed-Entscheidung, Optionsverfall und regulatorische Unsicherheit bleiben entscheidend.

Das Scheitern der US-Abstimmung zum CLARITY Act setzt Bitcoin, Ethereum und XRP unter Druck – doch hinter dem Kursrutsch zeichnet sich ein komplexeres Bild ab. Während XRP besonders stark verliert, sammeln Ethereum-Wale und ETFs weiter Bestände ein. Welche Rolle nun Fed-Entscheidung, Optionsverfall und Unternehmensstrategien spielen, zeigt der Pressespiegel.

Kryptomarkt unter Druck: Gescheiterte US-Abstimmung belastet Bitcoin, Ethereum und XRP

Der US-Senat hat die Verfahrensabstimmung zum Digital Asset Market Clarity Act verfehlt. Nach Angaben von finanzen.net kam das Votum auf 49 zu 50 Stimmen, obwohl 60 Stimmen erforderlich gewesen wären, um die Debatte über den Gesetzentwurf formal zu beginnen.

Die Abstimmung war damit keine endgültige Ablehnung des Gesetzes, der Entwurf liegt jedoch zunächst auf Eis. Der Rückschlag setzte den gesamten Kryptomarkt unter Druck und ließ neben Bitcoin auch Ethereum, Solana und XRP deutlich nachgeben.

KryptowährungKursentwicklung laut Quelle
Bitcoinrund 75.840 US-Dollar, rund 2 Prozent tiefer
Ethereum2.396 US-Dollar, minus 3,7 Prozent
Solanarund 4 Prozent Rückgang innerhalb der letzten 24 Stunden
XRP1,29 US-Dollar, minus 7,9 Prozent

Besonders stark traf der Kursrutsch XRP. Der Gesetzentwurf hätte die Zuständigkeiten der US-Börsenaufsicht SEC und der Commodity Futures Trading Commission klarer abgrenzen sollen. Für XRP wäre dies laut finanzen.net von besonderer Bedeutung gewesen, da der Token nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit der SEC weiterhin eng mit der Frage regulatorischer Rechtssicherheit verbunden ist.

„Dies war eine Chance, die weit über Ripple oder ein einzelnes Unternehmen hinausging [...]. Letztlich blieben jedoch die Verbraucher und die Wettbewerbsfähigkeit der USA auf der Strecke“, erklärte Ripple-Chef Brad Garlinghouse laut finanzen.net.

Garlinghouse forderte zugleich eine Aufarbeitung der Gründe für das Scheitern. Er betonte, dass weiterhin Anlass für Optimismus bestehe, weil SEC und CFTC unter ihren derzeitigen Vorsitzenden daran arbeiten könnten, die regulatorische Lücke durch Regeln zu schließen. Das Geschäft von Ripple sei unabhängig von der Abstimmung in Washington weiterhin stark, erklärte der Ripple-Chef.

Auslöser für den politischen Streit waren unter anderem Regeln für Amtsträger mit Krypto-Beteiligungen. Der republikanische Entwurf sah vor, dass hochrangige Amtsträger mit einem bedeutenden finanziellen Interesse an bestimmten Krypto-Unternehmen ihre Beteiligungen verkaufen oder in einen qualifizierten Blind Trust legen müssen. Demokraten forderten bei einem sehr großen Investment einen vollständigen Verkauf.

Umstritten war außerdem, auf welche Angehörigen sich die Ethikregeln erstrecken sollten. Der republikanische Entwurf bezog hochrangige gewählte Amtsträger, Bundesrichter und deren Ehepartner ein, während Demokraten auch Kinder erfassen wollten. Eine frühere Fassung hatte das Repräsentantenhaus im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen passiert; im Mai 2026 stimmte der Bankenausschuss des Senats mit 15 zu 9 Stimmen dafür.

Infobox: Die Cloture-Abstimmung scheiterte mit 49 zu 50 Stimmen. Erforderlich waren 60 Stimmen. Besonders stark unter Druck geriet XRP mit einem Rückgang von 7,9 Prozent auf 1,29 US-Dollar.

Ethereum zwischen Optionsverfall, Fed-Entscheidung und regulatorischer Unsicherheit

Ethereum steht laut Wallstreet Online vor einer besonders wichtigen Woche. Der Kurs notierte am 15. September bei rund 2.482 US-Dollar und damit etwa 1,4 Prozent über dem Vortag.

Gleichzeitig laufen Optionen auf Bitcoin und Ethereum im Volumen von rund 16,6 Milliarden Dollar auf den Quartalsverfall am 25. September zu. Auf Ethereum entfallen davon etwa 1,92 Milliarden Dollar bei 756.100 offenen Kontrakten und einem Put-Call-Verhältnis von 0,57.

Ethereum-KennzahlWert laut Wallstreet Online
Kurs am 15. Septemberrund 2.482 US-Dollar
EMA202.443 US-Dollar
Optionsvolumen Bitcoin und Ethereumrund 16,6 Milliarden Dollar
Quartalsverfall25. September
Ethereum-Optionenetwa 1,92 Milliarden Dollar
Offene Ethereum-Kontrakte756.100
Put-Call-Verhältnis0,57

Die Stimmung wurde mit 69 Punkten im Bereich der Gier angegeben, während die Marktkapitalisierung im Tagesvergleich leicht zurückging. Wallstreet Online verweist zudem auf die Ethereum-Prognose von CoinDCX, die für September ein Ziel von 2.800 US-Dollar bei einer Spanne von 2.405 bis 2.950 US-Dollar nennt.

Als kurzfristig entscheidende Termine nennt der Bericht die Verfahrensabstimmung des US-Senats zum CLARITY Act und die Fed-Entscheidung am folgenden Tag. Bei einem freundlichen Ausgang könnten der Widerstand bei 2.494 US-Dollar und anschließend 2.800 US-Dollar in Reichweite rücken.

Der Bericht stellt dem möglichen Aufwärtspotenzial von Ethereum kleinere Marktkapitalisierungen gegenüber und widmet sich ausführlich dem Presale-Projekt Pepeto. Laut Wallstreet Online hat Pepeto eine Cross-Chain-Bridge und einen Risk Scorer. Ein Audit von SolidProof habe den Programmcode vor dem Start des Presales geprüft.

Der Presale habe mehr als 10 Millionen Dollar eingesammelt; der Einstieg liege derzeit bei 0,000000188 Dollar je Token. Das Angebot umfasse 420 Billionen Token. Wallstreet Online verweist außerdem auf ein erwartetes Binance-Listing sowie auf einen früheren Binance-Listing-Experten.

Infobox: Ethereum notierte am 15. September bei rund 2.482 US-Dollar. Der Quartalsverfall betrifft Optionen im Volumen von rund 16,6 Milliarden Dollar; auf Ethereum entfallen etwa 1,92 Milliarden Dollar.

Wale und ETFs stützen Ethereum trotz Kursrückgang

Ethereum fiel am Mittwoch auf 2.400 US-Dollar, nachdem der CLARITY Act im US-Senat nicht vorankam. Dennoch beobachtet FXStreet DE.COM weiterhin Kaufinteresse von Großanlegern und institutionellen Investoren.

Daten zu den Nettoflüssen an Börsen zeigen laut dem Bericht, dass Abhebungen in den vergangenen fünf Tagen die Einzahlungen übertrafen. Dadurch sanken die Börsenreserven in diesem Zeitraum um 159.000 ETH. Sinkende Reserven werden als Hinweis darauf beschrieben, dass Anleger Bestände in private Wallets verschieben und dadurch die kurzfristig für Verkäufe verfügbare Menge abnimmt.

Wallets mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH erhöhten ihren gemeinsamen Bestand in der vergangenen Woche um rund 200.000 ETH. Privatanleger-Wallets mit Beständen zwischen 100 und 1.000 ETH sowie zwischen 1.000 und 10.000 ETH gaben dagegen rund 192.000 ETH ab.

MarktdatenWert laut FXStreet DE.COM
Rückgang der Ethereum-Börsenreserven159.000 ETH
Zuwachs bei Wallets mit 10.000 bis 100.000 ETHrund 200.000 ETH
Abgaben bei Wallets mit 100 bis 1.000 ETH sowie 1.000 bis 10.000 ETHrund 192.000 ETH
Nettozuflüsse in US-Spot-ETFs auf ETH am Montag121 Millionen US-Dollar
Nettozuflüsse am Freitag216,4 Millionen US-Dollar

Auch die US-Spot-ETFs auf ETH verzeichneten am Montag den zweiten Tag in Folge Nettozuflüsse. Nach Angaben von SoSoValue flossen 121 Millionen US-Dollar zu. Am Freitag hatten die Produkte trotz Abflüssen bei Bitcoin-ETFs 216,4 Millionen US-Dollar eingesammelt.

Der Bericht nennt außerdem die Zinserwartungen vor der Sitzung des Federal Open Market Committee. Anleger rechneten mit einem Zinsschritt um 25 Basispunkte; laut CME FedWatch Tool lag die Wahrscheinlichkeit zum Zeitpunkt der Erstellung bei 92,3 Prozent.

Der Kursrückgang nach dem Scheitern der Senatsabstimmung führte laut FXStreet DE.COM zu Liquidationen von rund 220 Millionen US-Dollar innerhalb von 24 Stunden. Davon entfielen 194 Millionen US-Dollar auf Long-Liquidationen.

Technisch sei Ethereum unter die ersten Unterstützungen am exponentiellen gleitenden 20-Tage-Durchschnitt und an der Marke von 2.431 US-Dollar gefallen. Der Kurs halte sich jedoch weiterhin über dem 200-, 100- und 50-Tage-EMA, die zwischen rund 2.153 und 2.270 US-Dollar gebündelt verlaufen.

Infobox: Trotz des Rückgangs auf 2.400 US-Dollar sanken die Ethereum-Börsenreserven um 159.000 ETH. US-Spot-ETFs auf ETH verzeichneten am Montag Zuflüsse von 121 Millionen US-Dollar.

Canaan verkauft Ethereum und kauft eigene Aktien zurück

Der Mining-Konzern Canaan hat seinen gesamten Ethereum-Bestand verkauft und einen Teil der Erlöse für den Rückkauf eigener Aktien verwendet. Das berichtet BTC-ECHO unter Berufung auf den aktuellen Produktionsbericht des Unternehmens.

Canaan trennte sich bereits im August von insgesamt 3.952 ETH und nahm dabei 10,4 Millionen US-Dollar ein. Zusätzlich verkaufte das Unternehmen 54 BTC, die weitere 3,5 Millionen US-Dollar einbrachten.

Bitcoin verschwindet im Gegensatz zu Ethereum nicht vollständig aus der Unternehmensbilanz. Canaan hält weiterhin 1.868 BTC, die beim aktuellen Kurs einem Gegenwert von etwa 145 Millionen US-Dollar entsprechen. Die verkauften Bitcoin machten damit laut BTC-ECHO nur einen kleinen Teil der gesamten BTC-Reserve aus.

Canaan-KennzahlWert laut BTC-ECHO
Verkaufte Ethereum3.952 ETH
Erlös aus dem Ethereum-Verkauf10,4 Millionen US-Dollar
Verkaufte Bitcoin54 BTC
Erlös aus dem Bitcoin-Verkauf3,5 Millionen US-Dollar
Verbleibender Bitcoin-Bestand1.868 BTC
Gegenwert des verbleibenden Bitcoin-Bestandsetwa 145 Millionen US-Dollar
Zurückgekaufte ADS13,6 Millionen
Ausgaben für den Aktienrückkauf5,4 Millionen US-Dollar
Durchschnittlicher Kaufpreis0,40 US-Dollar je Anteilsschein

Im August kaufte Canaan insgesamt 13,6 Millionen American Depositary Shares für 5,4 Millionen US-Dollar zurück. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 0,40 US-Dollar je Anteilsschein.

Hintergrund ist ein bereits bestehendes Aktienrückkaufprogramm, das Canaan wegen der niedrigen Bewertung der eigenen Aktien weiter nutzt. Nach Darstellung des Unternehmens bedeutet der Verkauf der Kryptowährungen keine grundsätzliche Abkehr von digitalen Vermögenswerten.

Canaan wolle auch künftig Kryptowährungen in der Bilanz halten und setze auf zwei unterschiedliche Strategien. Bitcoin bleibt dabei mit mehr als 1.800 BTC ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensreserve.

Infobox: Canaan verkaufte 3.952 ETH für 10,4 Millionen US-Dollar und kaufte 13,6 Millionen ADS für 5,4 Millionen US-Dollar zurück. Der Miner hält weiterhin 1.868 BTC.

Pressespiegel: Regulierung und Geldpolitik bestimmen die nächste Marktphase

Die Berichte zeichnen ein einheitliches Bild der aktuellen Marktlage: Das Scheitern der US-Verfahrensabstimmung belastet die Kurse, während Kapitalflüsse bei Ethereum teilweise auf anhaltendes Interesse von Walen und institutionellen Investoren hindeuten.

Für die weitere Entwicklung rücken neben dem regulatorischen Verfahren vor allem die Fed-Entscheidung und der Optionsverfall am 25. September in den Mittelpunkt. Canaan zeigt zudem, dass börsennotierte Unternehmen ihre Krypto-Reserven unterschiedlich steuern und Ethereum-Bestände zugunsten eigener Aktien vollständig abbauen können.

Einschätzung der Redaktion

Der Rückschlag unterstreicht, dass der Kryptomarkt weiterhin stark von politischen Entscheidungen und regulatorischer Klarheit abhängt. Die Marktreaktion ist deshalb mehr als kurzfristige Nervosität: Sie zeigt, wie empfindlich besonders rechtlich vorbelastete Token auf Verzögerungen reagieren.

Gleichzeitig sprechen sinkende Ethereum-Börsenreserven, größere Bestände bei Walen und ETF-Zuflüsse gegen ein einheitliches Bild eines nachhaltigen Vertrauensverlusts. Kurzfristig dürften Fed-Entscheidung, Optionsverfall und weitere politische Signale die Kurse stärker bestimmen als fundamentale Entwicklungen einzelner Projekte.

Zusammenfassung: Die regulatorische Unsicherheit erhöht den Verkaufsdruck, während institutionelle Nachfrage und verknappte Börsenbestände bei Ethereum stabilisierende Faktoren bleiben. Eine schnelle politische Lösung ist für die Marktstimmung entscheidender als kurzfristige technische Kursmarken.

Quellen: