„Zentralbanken müssen Libra als Verbesserung ihrer Kryptowährungen betrachten“

12.11.2019 16:00 325 mal gelesen Lesezeit: 3 Minuten 0 Kommentare

Thema in Kurzform

  • Libra bietet durch seine Bindung an einen Währungskorb eine geringere Volatilität, die Zentralbanken für ihre eigenen Coins nutzen könnten.
  • Die globale Reichweite von Libra stellt eine Herausforderung dar, die Zentralbanken zur Verbesserung der internationalen Interoperabilität ihrer Coins anregen kann.
  • Zentralbanken können die Technologie und das Governance-Modell von Libra als Blaupause nutzen, um die Sicherheit und Effizienz ihrer eigenen Wallets zu erhöhen.

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Libra als Chance

Christian Catalini, seinerseits Mitbegründer und führender Ökonom von Calibra, äußerte sich auf einer FinTech-Konfernez in Singapur zu dem Themen Libra und Zentralbanken. Hierbei sieht er Libra als Chance für die Zentralbanken. Libra könne genutzt werden, um auf den digitalen Währungen der Zentralbanken aufzubauen.

Libra und die Zentralbanken

Libra bestimmt weiterhin die Schlagzeilen im Kryptospace. Nachdem es in den vergangenen Monaten Bedenken von der EZB und anderen Institutionen gab, sah es zunächst danach aus, als würde es zu keinem Libra-Start kommen. Libra Co-Creator David Marcus gab sich in der Folge zurückhaltend und betonte mehrfach, dass Libra „kein neues Geld kreieren“ wolle, sondern vielmehr durch „einen Korb starker Währungen“ unterstützt werden soll. Dabei wolle Libra eng mit den Zentralbanken zusammenarbeiten.

Vor- und Nachteile der Betrachtung von Libra als Verbesserung für Zentralbanken

Pro Libra Kontra Libra
Libra könnte als globales Zahlungssystem fungieren und so die Effizienz steigern Die Kontrolle über die Geldpolitik könnte verloren gehen
Libra kann internationale Zahlungen vereinfachen und Transaktionskosten reduzieren Mögliche Bedenken hinsichtlich der Daten- und Verbrauchersicherheit
Libra kann technische Innovationen und Entwicklung in den Zentralbanken vorantreiben Abhängigkeit von externen privaten Akteuren könnte Risiken bergen
Libra kann einen Anreiz für Zentralbanken darstellen, ihre eigenen digitalen Währungen zu verbessern Die regulatorische Kontrolle könnte eingeschränkt werden

Catalini zu Libra

Catalini zu Libra

Christian Catalini hebt in seiner Rede hervor, dass Libra zukünftig mit Digitalwährungen der Zentralbanken koexistieren könne: „Uns war von Anfang an klar, dass die Zentralbanken irgendwann eigene Varianten der digitalen Währungen herausgeben werden und wir wollten, dass dieses System zukunftssicher ist.“ Libra stelle demnach keine Gefahr für die Zentralbanken dar, sondern eine Ergänzung der Geldpolitik.

Wie geht es weiter?

Libra wurde bereits im Juni 2019 vorgestellt und sorgte nicht nur im Kryptospace für große Erwartungen. Es dauerte nicht lange, bis sich Staaten auf der ganzen Welt zu dem Projekt äußerten und die regulatorischen Schwierigkeiten in den Fokus rückten. In der Folge erschien ein Dokument der EU, welches die Pläne zu einer eigenen Kryptowährung offenbarte, eine Art Gegenentwurf zu Libra. Benoit Coeure, seinerseits Mitglied des Direktoriums der EZB, sprach sich für einen harten regulatorischen Ansatz gegenüber Libra und anderen Stablecoins aus. Diese müssen stärkeren Tests und Kontrollen unterliegen, um internationalen Währungsstandards gerecht zu werden. Zudem wurden Gerüchte laut, dass auch China an einer eigenen Kryptowährung arbeite, welche von der Regierung unterstützt werden soll.

Libra soll 2020 auf den Markt kommen

Libra soll 2020 auf den Markt kommen

Der Libra Coin soll, trotz der Negativschlagzeilen, weiterhin im Jahr 2020 auf den Markt kommen. Doch zuvor muss sich das Team vielen Aufgaben stellen und dabei eventuelle Regulierungen abwägen. Der Mehrwert von Libra soll in den niedrigen Transaktionskosten und in der barrierefreien Benutzbarkeit liegen. Über 1,7 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einem Bankkonto und sind, oftmals durch starke Wechselkursschwankungen der jeweiligen Währungen, in ihrer finanziellen Entscheidungsgewalt begrenzt. Libra soll diese Probleme beheben und als Globalwährung das weltweite Finanzsystem verbessern.

Libra vs. Bitcoin

Dabei gibt es weniger Gemeinsamkeiten zum Bitcoin, als zunächst gedacht. Der Bitcoin ist dezentral und wird von keiner Entität kontrolliert. Libra basiert hingegen auf einem großen Kontrollnetzwerk, das über die Verwendung bestimmen kann. Zudem wäre der Preis abhängig von nationalen Währungen. Der Max. Supply wird durch die Libra Association bestimmt. Beim Bitcoin werden insgesamt „nur“ 21 Millionen BTC existieren. Dies sind nur einige Beispiele, die den Unterschied zwischen Libra und Bitcoin verdeutlichen. Viele Informationen zum Libra Projekt sind noch nicht bekannt und User müssen sich zunächst gedulden. Zudem bleibt es fraglich, ob und wie die Zentralbanken auf die neuen Aussagen aus dem Hause Libra reagieren werden.


Häufig gestellte Fragen zu „Zentralbanken müssen Libra als Verbesserung ihrer Kryptowährungen betrachten“

Häufig gestellte Fragen zu „Zentralbanken müssen Libra als Verbesserung ihrer Kryptowährungen betrachten“

Was sind die Möglichkeiten, die Libra bietet?

Libra bietet zahlreiche Vorteile, darunter schnelle und kostengünstige Transaktionen, finanzielle Inklusion und die Möglichkeit, traditionelle Bankeninfrastrukturen zu umgehen.

Warum sollten Zentralbanken Libra als Verbesserung betrachten?

Libra kann als Kraft dienen, die die Innovationen im Finanzbereich vorantreibt und die Zentralbanken zwingt, ihre eigenen Kryptowährungslösungen zu verbessern.

Was ist der Unterschied zwischen Libra und traditionellen Kryptowährungen?

Im Gegensatz zu den meisten Kryptowährungen, die dezentralisiert sind, wird Libra von einer Organisation, der Libra Association, verwaltet.

Was sind die Risiken von Libra?

Die Risiken von Libra umfassen unter anderem Datenschutzbedenken, mögliche regulatorische Hürden und das Risiko der Zentralisierung der Kontrolle.

Welche Auswirkungen kann Libra auf die globale Wirtschaft haben?

Wenn Libra weithin akzeptiert wird, könnte es weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben, einschließlich der Veränderung, wie Menschen Geld senden und empfangen, und der Herausforderung für traditionelle Finanzsysteme.

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Zusammenfassung des Artikels

Christin Catalini, Mitgründer von Calibra, erklärte auf einer FinTech-Konferenz in Singapur, dass Libra keine Gefahr für die Zentralbanken darstelle, sondern eine Ergänzung der Geldpolitik sei. Er sieht darin eine Chance, die vorhandenen digitalen Währungen der Zentralbanken zu unterstützen.

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In der aktuellen Folge geht es im Schwerpunkt um die Entwicklungen bei der Kryptowährung Ethereum (EHT).

Nützliche Tipps zum Thema:

  1. Verstehen Sie den Unterschied zwischen Libra und traditionellen Kryptowährungen. Libra ist eine von Facebook entwickelte Kryptowährung, die im Gegensatz zu vielen anderen Coins, von einer Gruppe von Unternehmen unterstützt wird.
  2. Folgen Sie den Diskussionen und Entwicklungen rund um Libra, um informiert zu bleiben. Dazu gehören sowohl technische Details als auch regulatorische Fragen.
  3. Überprüfen Sie, wie Ihre lokale Zentralbank auf Libra reagiert. Diese Reaktion kann einen Einfluss auf die zukünftige Politik und Regulierung von Kryptowährungen in Ihrem Land haben.
  4. Betrachten Sie Libra nicht nur als eine Kryptowährung, sondern auch als ein potenzielles globales Zahlungssystem. Das könnte bedeutende Auswirkungen auf die globale Finanzlandschaft haben.
  5. Seien Sie sich der Risiken bewusst. Wie bei allen Kryptowährungen, besteht auch bei Libra das Risiko von Volatilität und Unsicherheit.