Veröffentlicht: 12.11.2019

„Zentralbanken müssen Libra als Verbesserung ihrer Kryptowährungen betrachten“

Libra als Chance

Christian Catalini, seinerseits Mitbegründer und führender Ökonom von Calibra, äußerte sich auf einer FinTech-Konfernez in Singapur zu dem Themen Libra und Zentralbanken. Hierbei sieht er Libra als Chance für die Zentralbanken. Libra könne genutzt werden, um auf den digitalen Währungen der Zentralbanken aufzubauen.

Libra und die Zentralbanken

Libra bestimmt weiterhin die Schlagzeilen im Kryptospace. Nachdem es in den vergangenen Monaten Bedenken von der EZB und anderen Institutionen gab, sah es zunächst danach aus, als würde es zu keinem Libra-Start kommen. Libra Co-Creator David Marcus gab sich in der Folge zurückhaltend und betonte mehrfach, dass Libra „kein neues Geld kreieren“ wolle, sondern vielmehr durch „einen Korb starker Währungen“ unterstützt werden soll. Dabei wolle Libra eng mit den Zentralbanken zusammenarbeiten.

Catalini zu Libra

Christian Catalini hebt in seiner Rede hervor, dass Libra zukünftig mit Digitalwährungen der Zentralbanken koexistieren könne: „Uns war von Anfang an klar, dass die Zentralbanken irgendwann eigene Varianten der digitalen Währungen herausgeben werden und wir wollten, dass dieses System zukunftssicher ist.“ Libra stelle demnach keine Gefahr für die Zentralbanken dar, sondern eine Ergänzung der Geldpolitik.

Wie geht es weiter?

Libra wurde bereits im Juni 2019 vorgestellt und sorgte nicht nur im Kryptospace für große Erwartungen. Es dauerte nicht lange, bis sich Staaten auf der ganzen Welt zu dem Projekt äußerten und die regulatorischen Schwierigkeiten in den Fokus rückten. In der Folge erschien ein Dokument der EU, welches die Pläne zu einer eigenen Kryptowährung offenbarte, eine Art Gegenentwurf zu Libra. Benoit Coeure, seinerseits Mitglied des Direktoriums der EZB, sprach sich für einen harten regulatorischen Ansatz gegenüber Libra und anderen Stablecoins aus. Diese müssen stärkeren Tests und Kontrollen unterliegen, um internationalen Währungsstandards gerecht zu werden. Zudem wurden Gerüchte laut, dass auch China an einer eigenen Kryptowährung arbeite, welche von der Regierung unterstützt werden soll.

Libra soll 2020 auf den Markt kommen

Der Libra Coin soll, trotz der Negativschlagzeilen, weiterhin im Jahr 2020 auf den Markt kommen. Doch zuvor muss sich das Team vielen Aufgaben stellen und dabei eventuelle Regulierungen abwägen. Der Mehrwert von Libra soll in den niedrigen Transaktionskosten und in der barrierefreien Benutzbarkeit liegen. Über 1,7 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einem Bankkonto und sind, oftmals durch starke Wechselkursschwankungen der jeweiligen Währungen, in ihrer finanziellen Entscheidungsgewalt begrenzt. Libra soll diese Probleme beheben und als Globalwährung das weltweite Finanzsystem verbessern.

Libra vs. Bitcoin

Dabei gibt es weniger Gemeinsamkeiten zum Bitcoin, als zunächst gedacht. Der Bitcoin ist dezentral und wird von keiner Entität kontrolliert. Libra basiert hingegen auf einem großen Kontrollnetzwerk, das über die Verwendung bestimmen kann. Zudem wäre der Preis abhängig von nationalen Währungen. Der Max. Supply wird durch die Libra Association bestimmt. Beim Bitcoin werden insgesamt „nur“ 21 Millionen BTC existieren. Dies sind nur einige Beispiele, die den Unterschied zwischen Libra und Bitcoin verdeutlichen. Viele Informationen zum Libra Projekt sind noch nicht bekannt und User müssen sich zunächst gedulden. Zudem bleibt es fraglich, ob und wie die Zentralbanken auf die neuen Aussagen aus dem Hause Libra reagieren werden.

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