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News Redaktion Krypto-Magazin · Stand

Bitcoin über 85.000 Dollar: Marktbreite, Crash-Warnungen und Verwahrung im Fokus

Inhalt 5 Abschnitte

Bitcoin über 85.000 US-Dollar, ein kräftiger Sprung bei Bitcoin Cash und neue Warnungen vor einem möglichen Jahrhundertcrash: Der aktuelle Pressespiegel beleuchtet technische Kaufsignale, Marktbreite und die Rolle von Gold und Bitcoin als Krisenschutz. Zudem zeigt sich, warum die sichere Eigenverwahrung digitaler Vermögenswerte trotz wachsender Akzeptanz zentral bleibt.

Bitcoin über 85.000 US-Dollar: Technische Signale und Marktbreite im Fokus

Bitcoin hat laut Blocktrainer zeitweise mehr als 85.000 US-Dollar erreicht und damit den höchsten Stand seit Ende Januar markiert. Besonders hervorgehoben wird dabei die Rückeroberung des 50-Wochen-Durchschnitts, der als langfristiger technischer Indikator für den übergeordneten Markttrend gilt.

Die 50-Wochen-Linie war während des jüngsten Bärenmarkts unterschritten worden. Blocktrainer verweist darauf, dass Bitcoin beim letzten vergleichbaren Ausbruch Anfang 2023 anschließend in einen mehrjährigen Aufwärtstrend überging, betont jedoch zugleich, dass ein gleitender Durchschnitt keine automatische Garantie für weitere Kursgewinne darstellt.

Jurrien Timmer, Makrostratege beim Vermögensverwalter Fidelity, bewertet die Entwicklung optimistisch. Seiner Einschätzung zufolge hat sich Bitcoin aus der Unterstützungszone um 60.000 US-Dollar gelöst; zusammen mit weiteren Indikatoren könne dies darauf hindeuten, dass ein für den 4-Jahres-Zyklus typischer Bullenmarkt begonnen habe.

„Finally, Bitcoin has been on the move after holding the $60k support zone for almost a year. That’s how long a typical Bitcoin winter lasts, so I’m sensing that a new 4-year cycle bull market is underway.“

Auch die Reaktion auf negative Nachrichten wird als mögliches Stärkezeichen interpretiert. Nach dem Scheitern des CLARITY Act im US-Senat und einer Zinsanhebung durch die Federal Reserve fiel Bitcoin zunächst auf rund 75.000 US-Dollar, bevor der Kurs wenige Tage später wieder über 80.000 US-Dollar stieg.

Blocktrainer zufolge kann ein Ausbleiben nachhaltigen Verkaufsdrucks trotz schlechter Nachrichten darauf hindeuten, dass viele Verkäufer bereits aus dem Markt gedrängt wurden und die Nachfrage wieder stärker ist. JPMorgan-Analysten sehen zudem die Möglichkeit, dass Bitcoin in der kommenden Phase Gold outperformen könnte, da sich Anleger bei Bitcoin derzeit stärker gegen fallende Kurse absicherten als bei Gold.

Als weiterer langfristiger Faktor wird die mögliche Kapitalzufuhr durch jüngere Anleger genannt. Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas hält es laut Blocktrainer langfristig sogar für möglich, dass Bitcoin-ETFs beim verwalteten Vermögen die Gold-ETFs überholen.

Zusammenfassung: Bitcoin hat mehr als 85.000 US-Dollar erreicht und den 50-Wochen-Durchschnitt zurückerobert. Entscheidend ist laut Blocktrainer nun, ob sich der Kurs dauerhaft oberhalb dieser Linie halten kann.

Marktbericht: Bitcoin bei 86.267,56 US-Dollar, Bitcoin Cash deutlich im Plus

Finanzen.net meldet für den Dienstagnachmittag um 17:11 Uhr einen Bitcoin-Kurs von 86.267,56 US-Dollar. Damit verbilligte sich Bitcoin um 0,22 Prozent; am Vortag lag der Kurs bei 86.453,90 US-Dollar.

Kryptowährung oder ProduktKurs um 17:11 UhrVeränderungVortag
Bitcoin86.267,56 US-Dollar-0,22 Prozent86.453,90 US-Dollar
finanzen.net Top 10 Crypto-ETP11,42 EURPerformance seit Auflage: 23,8 Prozent–
Litecoin61,57 US-Dollar-0,60 Prozent61,94 US-Dollar
Ethereum2.747,95 US-Dollar-0,86 Prozent2.771,67 US-Dollar
Bitcoin Cash324,43 US-Dollar+21,74 Prozent266,49 US-Dollar
Ripple1,572 US-Dollar+2,56 Prozent1,533 US-Dollar
Monero575,17 US-Dollar-2,61 Prozent590,57 US-Dollar
Cardano0,2517 US-Dollar+3,10 Prozent0,2442 US-Dollar
Stellar0,2139 US-Dollar–0,2150 US-Dollar
Tron0,3416 US-Dollar–0,3444 US-Dollar
Binancecoin787,70 US-Dollar-1,34 Prozent798,39 US-Dollar
Dogecoin0,1001 US-Dollar–0,1001 US-Dollar
Solana117,03 US-Dollar-1,30 Prozent118,57 US-Dollar
Avalanche11,09 US-Dollar-1,20 Prozent11,22 US-Dollar
Chainlink13,02 US-Dollar-0,63 Prozent13,10 US-Dollar
Sui1,008 US-Dollar-2,67 Prozent1,036 US-Dollar

Besonders stark entwickelte sich Bitcoin Cash. Der Kurs stieg um 21,74 Prozent auf 324,43 US-Dollar, nachdem am Vortag 266,49 US-Dollar verzeichnet worden waren. Ebenfalls im Plus lagen Ripple mit einem Kurs von 1,572 US-Dollar und Cardano mit 0,2517 US-Dollar.

Ethereum gab um 0,86 Prozent auf 2.747,95 US-Dollar nach. Litecoin wurde bei 61,57 US-Dollar gehandelt, während Monero um 2,61 Prozent auf 575,17 US-Dollar fiel.

Bei den weiteren großen Kryptowährungen verzeichneten Binancecoin, Solana, Avalanche, Chainlink und Sui Rückgänge. Dogecoin blieb mit 0,1001 US-Dollar unverändert, während Stellar und Tron im Marktbericht ohne ausgewiesene prozentuale Veränderung genannt wurden.

Zusammenfassung: Der Markt zeigte ein gemischtes Bild. Bitcoin gab leicht nach, während Bitcoin Cash mit einem Plus von 21,74 Prozent deutlich herausstach.

Gold und Bitcoin als Schutz vor dem „Jahrhundertcrash“?

Wallstreet Online berichtet über die erneute Crash-Warnung von Robert Kiyosaki, dem Autor von „Rich Dad Poor Dad“. Kiyosaki erklärt, der von ihm seit 2002 erwartete Jahrhundertcrash habe begonnen, und nennt hohe Verschuldung, den KI-Hype, geopolitische Konflikte sowie die Alterung der Bevölkerung als Auslöser.

Auf der Plattform X schrieb Kiyosaki laut Wallstreet Online, der Absturz habe in Europa und Japan begonnen und breite sich weltweit aus. Anleger hätten noch Zeit, sich vorzubereiten; sein Schutzprogramm bestehe weiterhin aus Sachwerten statt Papiergeld, insbesondere Gold, Silber, Bitcoin, Immobilien und Beteiligungen an Unternehmen.

Kiyosaki sieht die hohe Staatsverschuldung und eine mögliche Geldentwertung als Risiken für klassische Finanzanlagen. Besonders kritisch bewertet er US-Staatsanleihen und warnt regelmäßig vor einem Verlust der Kaufkraft des US-Dollar.

Wallstreet Online weist zugleich darauf hin, dass Kiyosaki bereits seit Jahrzehnten vor einem historischen Zusammenbruch der Finanzmärkte warnt. Bereits 2002 habe er in „Rich Dad’s Prophecy“ einen gewaltigen Börsencrash angekündigt; weitere Warnungen folgten 2008, 2011, 2020 sowie in den Jahren 2023 bis 2025.

Viele konkrete Zeitprognosen hätten jedoch daneben gelegen. Zwischen einer Überbewertung von Märkten und einem tatsächlichen Zusammenbruch können laut Wallstreet Online Jahre liegen, weshalb der Zeitpunkt eines Crashs kaum vorherzusagen sei.

Beim Vergleich von Gold und Dividendenaktien zeichnet der Artikel ein differenziertes Bild. Gold erzielte seit dem Ende der Goldbindung des US-Dollar im Jahr 1971 langfristig ungefähr 7 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr, während globale Dividendenstrategien historisch häufig auf etwa 8 bis 10 Prozent pro Jahr kamen und US-Dividendenaristokraten teilweise darüber lagen.

Gold war demnach vor allem in Krisenzeiten stark, etwa in den 1970er Jahren sowie nach der Finanzkrise 2008. Aktien dominierten dagegen viele lange Wirtschaftszyklen, unter anderem zwischen 1980 und 2000 sowie nach der Finanzkrise bis 2020.

  • Gold erzielte seit dem Ende der Goldbindung des US-Dollar im Jahr 1971 langfristig ungefähr 7 bis 8 Prozent Rendite pro Jahr.
  • Globale Dividendenstrategien kamen historisch häufig auf etwa 8 bis 10 Prozent pro Jahr.
  • US-Dividendenaristokraten lagen teilweise darüber.
  • Gold ist laut Wallstreet Online kein perfekter Schutzschild, weil in Phasen extremer Marktpanik nahezu alle Anlageklassen verkauft werden können.

Die zentrale Kritik an Kiyosakis Ansatz betrifft damit weniger die Möglichkeit eines Crashs als vielmehr das Timing. Wer seit 2002 auf den großen Zusammenbruch wartet, hätte laut Wallstreet Online einige der stärksten Börsenjahre der Geschichte verpasst.

Zusammenfassung: Gold, Bitcoin und Immobilien können laut Wallstreet Online Bestandteile einer Absicherung sein. Für den langfristigen Vermögensaufbau erwiesen sich produktive Vermögenswerte wie Unternehmen mit steigenden Gewinnen und Dividenden historisch jedoch als stärkere Anlageklasse.

Bitcoin-Verwahrung: „Not your keys, not your coins“ bleibt zentral

Die WirtschaftsWoche stellt die Eigenverwahrung von Bitcoin in den Mittelpunkt. Die Entwicklungen rund um die Kryptobörse FTX im Jahr 2022 und der Hack der Kryptobörse Bybit 2025 hätten gezeigt, dass der Grundsatz „Not your keys, not your coins“ weiterhin entscheidend ist.

Wer Bitcoin bei einer Börse hält, besitzt laut WirtschaftsWoche keinen direkten Zugriff auf die privaten Schlüssel. Die Keys liegen in diesem Fall bei der Börse und nicht beim Nutzer selbst, wodurch im schlimmsten Fall ein Totalverlust möglich ist.

Als Alternative nennt die WirtschaftsWoche die Eigenverwahrung über eine Hot Wallet oder eine Cold Wallet. Welche Variante besser geeignet ist, hänge vom Investitionsvolumen und von der Anlagestrategie ab. Entscheidend sei, dass die Schlüssel beim Nutzer selbst liegen und nicht bei einer dritten Partei.

Hot Wallets lassen sich auf nahezu jedem Smartphone mit wenigen Klicks installieren. Nach der Einrichtung können Bitcoin von Börsen an die Adresse der Hot Wallet gesendet werden; Zahlungen lassen sich anschließend per Smartphone durchführen, ohne dass ein separater Rechner oder zusätzliche Hardware benötigt wird.

Bei der Erstellung einer Hot Wallet erhält der Nutzer zwölf beziehungsweise 24 Wörter. Diese sogenannte Seed Phrase ist der Zugangsschlüssel zur Wallet und muss sicher, im besten Fall analog, verwahrt werden. Wer über diese Wortkombination verfügt, kann auf die Kryptoeinlagen der zugehörigen Wallet zugreifen.

Die WirtschaftsWoche erklärt außerdem, dass eine Insolvenz des Anbieters einer Wallet-App nicht automatisch zum Verlust der Bitcoin führt. Mit der Seed Phrase könne die Wallet auch über andere Anbieter wiederhergestellt werden. Gleichzeitig besteht bei Hot Wallets wegen der ständigen Internetverbindung die Möglichkeit eines Hacks.

Die Quelle verweist zudem auf europäische Bitcoin-only-Börsen wie Relai aus der Schweiz oder Coinfinity aus Österreich. Bei diesen Plattformen liegen die Schlüssel für die Wallet in Eigenverwahrung bei den Nutzern selbst.

  • Eigenverwahrung: Die Keys liegen beim Nutzer und nicht bei einer Börse.
  • Hot Wallet: Smartphone-basierter Zugriff mit hoher Flexibilität und Komfort.
  • Seed Phrase: Zwölf beziehungsweise 24 Wörter als Zugangsschlüssel.
  • Risiko der Hot Wallet: Durch die Internetverbindung ist ein Hack nicht ausgeschlossen.
  • Wiederherstellung: Eine Wallet kann mit der Seed Phrase auch über andere Anbieter wiederhergestellt werden.

Zusammenfassung: Die WirtschaftsWoche sieht die Eigenverwahrung als entscheidenden Sicherheitsgrundsatz. Hot Wallets bieten Komfort, erfordern aber einen besonders sorgfältigen Umgang mit der Seed Phrase und dem Internetzugang.

Einschätzung der Redaktion

Die technischen Signale sprechen für eine verbesserte Marktstruktur, reichen allein aber nicht als Beleg für einen nachhaltigen Bullenmarkt. Entscheidend ist, ob Bitcoin den 50-Wochen-Durchschnitt dauerhaft verteidigt und die Nachfrage über die gesamte Marktbreite zunimmt. Die starke Bewegung bei Bitcoin Cash bei zugleich uneinheitlicher Entwicklung anderer großer Kryptowährungen mahnt weiterhin zur Vorsicht.

Die Crash-Warnungen erhöhen vor allem den Bedarf an Risikostreuung, liefern jedoch keinen verlässlichen Zeitpunkt für eine Marktumkehr. Für Anleger ist daher weniger die Prognose einzelner Akteure entscheidend als ein diszipliniertes Vorgehen bei Positionsgröße, Anlagehorizont und Verwahrung.

Die Eigenverwahrung bleibt bei Bitcoin ein zentraler Sicherheitsaspekt, verlagert das Risiko aber auf den Nutzer. Der Schutz der Seed Phrase ist deshalb ebenso wichtig wie die Wahl der Wallet und der sorgfältige Umgang mit digitalen Geräten.

Kernaussage: Das Marktbild hat sich aufgehellt, eine Trendbestätigung steht jedoch noch aus. Chancen und Risiken nehmen gleichzeitig zu.

Quellen:

  • Bitcoin steigt auf höchsten Stand seit Januar: Ist der neue Bullenmarkt jetzt bestätigt?
  • Kryptowährungen: Aktueller Marktbericht zu Bitcoin & Co.
  • Sind Gold & Bitcoin die richtige Absicherung gegen einen "Jahrhundertcrash"?
  • „Not your keys, not your coins“ – so verwahren Sie Bitcoin richtig
  • Der Börsen-Tag: Bitcoin fällt zurück
  • Bitcoin-Kurs aktuell: Bitcoin springt zeitweise über 87.000-Dollar-Marke

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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Kommentare (9)

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  1. SeedPhraseSammler

    Ich finde die Einordnung insgesamt ziemlich treffend: Die Rückeroberung des 50-Wochen-Durchschnitts ist sicher ein gutes Zeichen, aber eben noch kein Freifahrtschein Richtung Mond. Gerade bei Bitcoin werden aus einem technischen Signal ja erstaunlich schnell Schlagzeilen wie „neuer Bullenmarkt bestätigt“, obwohl am Ende noch sehr viel davon abhängt, ob die Nachfrage auch über längere Zeit und über mehrere Marktbereiche hinweg anhält. Dass Bitcoin nach schlechten Nachrichten relativ schnell wieder hochkam, ist für mich dabei fast interessanter als der einzelne Kursstand. Stärke zeigt sich oft darin, wie ein Markt mit negativen Nachrichten umgeht. Die 21 Prozent bei Bitcoin Cash würde ich allerdings nicht überbewerten. Solche Sprünge sehen natürlich spektakulär aus, können bei kleineren oder weniger liquiden Märkten aber auch schnell wieder teilweise abgegeben werden. Wenn Bitcoin leicht fällt, während einzelne Altcoins zweistellig steigen, ist das für mich eher ein Zeichen für selektive Spekulation als für eine wirklich breite und stabile Marktbewegung. Da sollte man sich von grünen Zahlen in einer Tabelle nicht zu sehr blenden lassen. Bei den Crash-Warnungen von Kiyosaki bin ich inzwischen ziemlich zwiegespalten. Die genannten Risiken sind ja nicht aus der Luft gegriffen: Verschuldung, geopolitische Spannungen, Demografie und eine mögliche Übertreibung bei KI-Aktien sind durchaus reale Themen. Aber wenn man seit 2002 regelmäßig den ganz großen Zusammenbruch ankündigt, wirkt das irgendwann wie eine stehengebliebene Uhr, die zufällig auch mal recht hat. Wer wegen jeder Warnung komplett aus Aktien rausgeht und nur auf den Crash wartet, kann genauso viel verpassen wie jemand, der jedes Risiko ignoriert. Ein vernünftiger Mix und eine passende Positionsgröße sind vermutlich weniger aufregend, aber deutlich hilfreicher. Gold und Bitcoin sehe ich ebenfalls eher als Bausteine und nicht als komplette Strategie. Gold hat seine Funktion als Krisen- und Vertrauensschutz, erwirtschaftet aber keine laufenden Erträge. Bitcoin bietet dafür andere Chancen, schwankt aber erheblich stärker und kann in einer Panikphase ebenfalls kräftig fallen. „Sicherer Hafen“ klingt bei Bitcoin deshalb immer etwas zu glatt formuliert. Wer bei minus 40 Prozent nervös wird, sollte nicht sein gesamtes Vermögen in einen solchen Wert stecken, egal wie überzeugend die langfristige Geschichte klingt. Am wichtigsten finde ich tatsächlich den Abschnitt zur Verwahrung. Viele kaufen Bitcoin inzwischen so einfach wie einen ETF und vergessen dabei, dass die technische Verantwortung eine ganz andere ist. Eine Seed Phrase als Foto in der Cloud oder als Notiz im Handy zu speichern, ist jedenfalls keine gute Idee. Gleichzeitig kann auch Eigenverwahrung schiefgehen, wenn jemand die Wörter verliert, falsch aufschreibt oder sie an die falsche Person weitergibt. „Not your keys, not your coins“ stimmt zwar, aber „your keys, your responsibility“ gehört genauso dazu. Für kleinere Beträge kann eine seriöse Börse mit guten Sicherheitsvorkehrungen vielleicht praktischer sein, während man größere langfristige Bestände eher auf eine Hardware-Wallet verschiebt. Hauptsache, man versteht überhaupt, was man da tut und probiert nicht erst im Ernstfall eine Wiederherstellung aus. Unterm Strich bleibt für mich: Das Marktbild wirkt besser, aber die Unsicherheit ist nicht verschwunden. Chancen und Risiken steigen gerade gemeinsam, und genau dann sollte man meistens nicht unüberlegt hinterherlaufen.

  2. Anonymous

    Die ETF-Zuflüsse find ich noch spannend, aber ob jüngere Anleger wirklich dauerhaft Bitcoin statt Gold wählen bleibt wohl erstmal spekulatius und keine sichere Marktbreite lol

  3. Anonymous

    Was mir bei dem ganzen Thema noch fehlt ist der Unterschied zwischen guter Story und wirklich brauchbarer Messung. „Marktbreite“ klingt immer schön, aber wenn dann zwei Coins stark steigen und der Rest eher so lala läuft, ist das doch noch keine breite Bewegung, sondern vieleicht einfach nur Geld das gerade von einer Ecke in die nächste hüpft. Vorallem bei Bitcoin Cash sieht man wie schnell so eine Tabelle dramatisch aussehen kann. 21 Prozent an einem Tag sind nett zum anschauen, aber sagt halt noch nicht ob da echte neue Anleger dahinter stehen oder nur ein paar größere Orders den Kurs verschieben. Auch die ETF Sache finde ich etwas schwer einzuschätzen. Das mit den jüngeren Anlegern klingt logisch, weil die halt mit Apps und digitalen Sachen aufwachsen und Gold im Schließfach für viele wahrscheinlich ziemlich altmodisch wirkt. Aber nur weil ein ETF bequem kaufbar ist, heist das ja nicht automatisch das die Leute langfristig halten. Viele kaufen auch einfach was gerade in den Nachrichten ist und verkaufen dann beim ersten Rücksetzer wieder. Bei Bitcoin kommt noch dazu, dass man über einen ETF zwar Preisbewegung bekommt, aber nicht unbedingt Bitcoin selber und damit auch nicht die ganze Verwahrungsfrage gelöst ist. Das wird irgendwie oft in einen Topf geworfen. Beim 50 Wochen Durchschnitt frage ich mich auch wie viele Anleger den eigentlich wirklich benutzen und wie viele erst im nachhinein eine Linie finden, die zur Geschichte passt. Wenn Bitcoin darüber ist heist das bestimmt nicht nichts, aber ein Markt kann auch über solchen Linien bleiben und dann trotzdem wieder ziemlich kräftig abrutschen. Technische Signale sind für mich eher wie ein Wetterbericht, kann helfen die Jacke mitzunehmen, aber sagt nicht sicher ob es nachmittags regnet. Und wenn alle gleichzeitig auf die gleiche Linie schauen, wird sie vielleicht auch erst dadurch wichtig, bisschen selbsterfüllend das ganze. Was ich außerdem interessant finde ist diese Sache mit dem Absichern gegen fallende Kurse. Das wird im Artikel erwähnt, aber nicht so richtig erklärt. Mehr Absicherung kann bedeuten das Profis vorsichtiger werden, aber es kann bei steigenden Kursen auch heißen das viele noch aufspringen wollen und sich nur gegen das Risiko schützen. Ich bin da kein Derivate-Mensch und verliere bei Calls, Puts und all dem schnell den Faden, aber eine Zahl alleine beweist doch noch keine Richtung. Bei Märkten wird aus jeder Kennzahl immer gleich eine klare Erzählung gemacht, obwohl die Wirklichkeit meistens viel matschiger ist. Bei Gold gegen Dividendenaktien sollte man meiner meinung nach auch nicht nur die Rendite nebeneinander schreiben. Gold zahlt nichts aus, stimmt, aber Dividendenaktien können im Crash ebenfalls fallen und die Dividende kann gekürzt werden. Dafür stehen hinter Aktien echte Firmen mit Produkten und Kunden, also schon ein ziemlich wichtiger Unterschied zu einem Metall im Tresor oder einem Netzwerk im Internet. Andererseits ist auch „produktive Anlage“ kein Zauberwort, denn manche Firmen verschwinden halt und ein Index ist was anderes als drei Lieblingsaktien im Depot. Das wird von vielen Crashwarnern gerne sehr einfach dargestellt, als gäbe es nur Papiergeld auf der einen Seite und harte Werte auf der anderen. Und bei Immobilien wird immer so getan als wären die automatisch sicher. Eine Wohnung kann aber leer stehen, reparaturen brauchen, schlecht gelegen sein oder mit Kredit finanziert sein. Wenn die Zinsen hoch sind und niemand kaufen will, ist das auch nicht besonders liquide. Das gehört für mich eigentlich in die gleiche Risikodiskussion rein, wird aber bei solchen Listen mit Gold Bitcoin Silber einfach daneben geschrieben als wäre alles gleich stabil. Ist es meiner Laienmeinung nach eher nicht. Zur Verwahrung: Der Satz mit der Insolvenz der Wallet-App ist wichtig, aber vermutlich für Anfänger auch verwirrend. Eine Wallet-App hält ja normalerweise nicht die Coins selbst, sondern ist eher ein Werkzeug um die Schlüssel zu benutzen. Wenn jemand das einmal verstanden hat, wird vieles klarer. Gleichzeitig macht genau das die Sache so gefährlich, weil ein kleiner Fehler beim Aufschreiben oder ein falscher Download reicht und dann ist man eventuell selber die Bank, der Sicherheitsdienst und der Kundensupport in einer Person. Das klingt frei, aber auch anstrengend. Was mir bei Hot Wallets noch fehlt ist die Frage, ob das Handy selbst sauber ist. Viele haben alte Apps drauf, klicken auf komische Links und machen Banking auf dem selben Gerät. Wenn dann die Seed Phrase irgendwo eingegeben wird, ist die beste Theorie von Eigenverwahrung auch egal. Und bitte niemals die Phrase in eine Suchmaschine, Cloud Notiz oder Screenshot, das habe ich sogar als nicht besonders technischer Mensch inzwischen gelernt. Wobei ein Zettel zuhause auch abbrennen oder verschwinden kann. Manche empfehlen Metallplatten, aber auch die muss man erstmal vernünftig verstecken und später wiederfinden, sonst hat man einen sehr haltbaren Schatz ohne Zugang dazu. Die Möglichkeit, eine Wallet mit der Seed Phrase bei einem anderen Anbieter wiederherzustellen, ist technisch praktisch, kann aber auch Leute dazu verleiten überall ihre Wörter einzutippen. Genau da sehe ich eine riesige Gefahr durch gefälschte Supportseiten. Wenn jemand schreibt „zur Wiederherstellung bitte 24 Wörter eingeben“, sollte bei jedem sofort die Alarmglocke klingeln, aber vermutlich klingelt sie erst wenn es zu spät ist. Bitcoin macht den Nutzer unabhängig, aber es gibt eben auch keinen freundlichen Mitarbeiter, der eine Überweisung zurückholt. Am Ende finde ich den Artikel gerade deshalb brauchbar, weil er nicht nur Kursraketen verspricht. Trotzdem bleibt bei mir der Eindruck, dass die vielen Themen fast zu viel auf einmal sind: Charttechnik, ETF, Gold, Crash, Altersvorsorge, Börsen, Hardware und dann noch Bitcoin Cash mit einem riesen Sprung. Man kann daraus leicht irgendeine gewünschte Meinung basteln. Für mich wäre die einfachste Schlussfolgerung deshalb nicht „jetzt kaufen“ oder „alles verkaufen“, sondern erstmal verstehen was man eigentlich besitzt und wieviel Verlust man aushalten kann ohne nachts dauernd den Kurs zu aktualisieren. Das klingt langweilig, ist aber vermutlich bei fast allen Anlagen die weniger dumme Strategie.

  4. ChartKeks

    Was mir noch fehlt ist der ETF-Punkt: Wenn jüngere Anleger tatsächlich über solche Produkte einsteigen, könnte das die Nachfrage langfristig verändern, aber eben auch den Markt stärker an klassische Börsen koppeln. Ob Bitcoin-ETFs wirklich Gold-ETFs überholen, hängt wohl weniger vom Hype als von Gebühren, Regulierung und Vertrauen ab.

  5. Anonymous

    Was ich bei der Verwahrung noch wichtig fände ist ein Notfallplan für Erben, weil die sicherste Seed Phrase auch nix bringt wenn später keiner weis wo sie liegt

  6. Anonymous

    Was mir noch fehlt, ist der Blick auf die Kosten und die praktische Umsetzung: Gerade bei kleinen Sparraten können Gebühren und Spreads den schönen Kursgewinn spürbar auffressen. Und bei der Eigenverwahrung sollte man neben der Seed Phrase auch an einen Notfallplan denken, etwa wie die Familie im Ernstfall überhaupt an die Bestände kommt.

  7. Anonymous

    Was mir in der Diskussion noch fehlt, ist der Punkt, wie stark sich die Wahrnehmung von „Marktbreite“ verändert, sobald ETFs und institutionelle Produkte ins Spiel kommen. Früher hat man oft einfach auf die Zahl der steigenden Altcoins geschaut und daraus abgeleitet, ob ein Aufschwung gesund ist. Heute kann aber auch viel Kapital über wenige, regulierte Zugänge in den Markt fließen. Das macht die Bewegung nicht automatisch stabiler, aber die alten Vergleichsmaßstäbe passen vielleicht nur noch eingeschränkt. Gerade der mögliche Wettstreit zwischen Bitcoin-ETFs und Gold-ETFs ist deshalb spannend. Selbst wenn Bitcoin bei den verwalteten Vermögen irgendwann aufholt, sagt das noch nicht unbedingt, dass die Mehrheit der Anleger Bitcoin als Ersatz für Gold betrachtet. Für viele dürfte es eher ein zusätzlicher Baustein sein, der über ein bestehendes Wertpapierdepot gekauft wird. Gold wird dagegen von manchen Menschen bewusst außerhalb des Finanzsystems gehalten, etwa als Münze oder Barren. Die reinen ETF-Zahlen erzählen also vermutlich nur einen Teil der Geschichte. Auch die Rolle der jüngeren Anleger sollte man meiner Meinung nach nicht zu einfach darstellen. Jüngere Menschen sind zwar oft offener für digitale Vermögenswerte, haben aber gleichzeitig weniger frei verfügbares Kapital und sind stärker von Mieten, Inflation und unsicheren Einkommen betroffen. Dass diese Generation Bitcoin grundsätzlich akzeptiert, bedeutet daher nicht automatisch, dass sie große Summen investieren kann. Vielleicht entsteht der entscheidende Effekt eher langsam über regelmäßige Kleinstbeträge und über die Tatsache, dass Bitcoin für viele überhaupt kein exotisches Thema mehr ist. Bei Bitcoin Cash finde ich neben der Kursbewegung auch interessant, wie stark die Namen und Erzählungen einzelner Projekte weiterhin wirken. Ein Plus von über 20 Prozent an einem Tag zieht Aufmerksamkeit an, selbst wenn die fundamentale Erklärung dafür nicht sofort klar ist. Das kann zusätzliche Käufer anlocken, die eigentlich nur der Bewegung hinterherlaufen. Dadurch entsteht schnell ein Kreislauf aus steigenden Kursen, mehr Berichterstattung und noch mehr kurzfristigem Interesse. Ob daraus ein nachhaltiger Trend wird, zeigt sich aber erst, wenn die ersten Gewinnmitnahmen nicht gleich alles wieder umkehren. Die Aufstellung mit Litecoin, Ethereum, Monero, Solana und den anderen Coins macht außerdem deutlich, dass „der Kryptomarkt“ eigentlich kein einheitlicher Markt ist. Manche Projekte werden eher als Zahlungsmittel gesehen, andere als Plattform, Datenschutzlösung oder spekulatives Netzwerk. Wenn Ethereum und mehrere große Coins gleichzeitig nachgeben, während Bitcoin Cash stark zulegt, ist das keine klare gemeinsame Aussage über Krypto insgesamt. Es zeigt eher, dass Kapital innerhalb dieses Bereichs umgeschichtet wird und Anleger sehr unterschiedliche Erwartungen an die einzelnen Projekte haben. Was ich bei technischen Indikatoren ebenfalls wichtig finde: Ein 50-Wochen-Durchschnitt ist für viele Marktteilnehmer sichtbar, gerade deshalb kann er eine gewisse selbstverstärkende Wirkung bekommen. Wenn genügend Trader auf dieselbe Linie achten, kaufen manche beim Überschreiten und verkaufen beim erneuten Unterschreiten. Das macht den Indikator aber nicht zu einem Naturgesetz. Ein Signal kann funktionieren, weil viele daran glauben, und trotzdem bei einer überraschenden Nachricht innerhalb weniger Stunden seine Bedeutung verlieren. Für langfristige Anleger ist deshalb wahrscheinlich entscheidender, ob sich auch die fundamentale Nachfrage und die Nutzung weiterentwickeln. Der Verweis auf die Absicherung gegen fallende Kurse ist für mich ebenfalls nicht ganz unwichtig. Wenn sich Anleger stärker gegen einen Rückgang von Bitcoin versichern als bei Gold, kann das sowohl Vertrauen als auch Vorsicht ausdrücken. Einerseits muss genügend Interesse vorhanden sein, damit solche Absicherungsinstrumente genutzt werden. Andererseits zeigt die Nachfrage nach Schutz vor fallenden Kursen, dass selbst optimistische Marktteilnehmer nicht blind auf weitere Gewinne setzen. Vielleicht ist genau diese Mischung aus Zuversicht und Skepsis gesünder als eine völlig sorglose Euphorie. Bei Kiyosakis Aussagen stört mich vor allem, dass verschiedene Risiken in einen einzigen großen Crash-Begriff gepackt werden. Hohe Verschuldung ist ein langfristiges Problem, ein KI-Hype kann eine Bewertungskorrektur auslösen, geopolitische Konflikte können Lieferketten und Energiepreise treffen, und die Alterung der Bevölkerung belastet Sozial- und Rentensysteme. Diese Themen haben aber nicht zwingend denselben Auslöser oder denselben zeitlichen Verlauf. Aus mehreren realen Risiken wird dadurch schnell eine dramatische Gesamterzählung, obwohl die Märkte auf jedes einzelne Thema unterschiedlich reagieren können. Das bedeutet nicht, dass man solche Warnungen ignorieren sollte. Im Gegenteil: Wer die Möglichkeit größerer Verluste grundsätzlich ausblendet, handelt genauso unvernünftig wie jemand, der jede Woche den Weltuntergang ausruft. Ich finde es hilfreicher, konkrete Fragen zu stellen: Wie viel Verlust könnte ich finanziell und psychologisch aushalten? Wann brauche ich das Geld? Wie abhängig bin ich von einem einzelnen Einkommen oder einer einzelnen Anlageklasse? Mit diesen Fragen kann man mehr anfangen als mit einem ungenauen Datum für den nächsten Jahrhundertcrash. Der Vergleich von Gold und Dividendenstrategien zeigt auch, dass „Schutz“ nicht immer dasselbe bedeutet. Gold kann in bestimmten Vertrauens- und Inflationskrisen hilfreich sein, produziert aber weder Gewinne noch Dividenden. Ein Unternehmen kann Erträge erwirtschaften und diese im besten Fall steigern, ist dafür aber vom Wirtschaftsumfeld und von guter Unternehmensführung abhängig. Bitcoin wiederum hängt stark von Akzeptanz, Liquidität und dem Vertrauen in das Netzwerk ab. Es gibt also nicht den einen perfekten Schutz, sondern unterschiedliche Risiken, die sich nur teilweise ergänzen. Ein Aspekt, der oft zu kurz kommt, sind zudem Steuern, Gebühren und die praktische Abwicklung. Selbst wenn eine Anlage langfristig gut läuft, können häufige Umschichtungen, hohe Spreads oder unübersichtliche Steuerpflichten die Rendite deutlich schmälern. Das gilt bei Kryptowährungen besonders, weil viele Anleger mehrere Börsen, Wallets und Tauschvorgänge nutzen. Wer nur auf den Kurs schaut, unterschätzt schnell die tatsächliche Komplexität. Ein einfacher Plan ist manchmal wertvoller als die theoretisch optimale, aber kaum noch nachvollziehbare Strategie. Bei der Verwahrung sehe ich außerdem einen Unterschied zwischen technischer Möglichkeit und alltagstauglicher Sicherheit. Eine Wallet wiederherzustellen klingt einfach, solange man die Seed Phrase korrekt besitzt und weiß, wie der Vorgang funktioniert. In der Praxis können aber Krankheit, Tod, ein Wohnungsbrand oder ein vergessener Aufbewahrungsort zum Problem werden. Eigenverwahrung sollte deshalb nicht nur den Besitzer selbst berücksichtigen, sondern auch die Frage, ob eine Vertrauensperson im Notfall überhaupt an die Information herankommt. Sonst schützt man die Coins zwar vor einer Börse, macht sie aber für die eigene Familie praktisch unauffindbar. Auch bei einer Cold Wallet ist man nicht automatisch unangreifbar. Die Hardware kann verloren gehen oder beschädigt werden, die Sicherung kann falsch erstellt worden sein, und eine manipulierte Bezugsquelle kann ebenfalls Risiken verursachen. Ich würde daher jedem empfehlen, eine kleine Testsumme zu übertragen und die Wiederherstellung wirklich einmal zu üben, bevor größere Beträge auf eine Wallet wandern. Das wirkt zunächst umständlich, ist aber vermutlich besser, als erst nach Jahren festzustellen, dass die eigene Dokumentation einen Fehler enthält. Unterm Strich ist für mich die wichtigste Erkenntnis des Artikels, dass mehrere Ebenen gleichzeitig betrachtet werden müssen: der Kursverlauf, die Zusammensetzung der Nachfrage, die gesamtwirtschaftlichen Risiken und die technische Verwahrung. Kein einzelnes Signal beantwortet alle Fragen. Bitcoin kann charttechnisch Stärke zeigen und trotzdem stark schwanken. Gold kann stabilisieren und dennoch längere Zeit hinter Aktien zurückbleiben. Eigenverwahrung kann unabhängiger machen, aber auch neue Fehlerquellen schaffen. Genau diese Widersprüche sollte man aushalten, statt nach einer einfachen Heldengeschichte zu suchen.

  8. Anonymous

    Der Punkt zur Eigenverwahrung wird oft etwas zu technisch behandelt. Gerade bei größeren Beträgen sollte man sich nicht nur eine Hardware-Wallet kaufen, sondern auch einen Notfallplan für Verlust, Krankheit oder Tod haben. Sonst sind die Coins zwar sicher vor der Börse, aber am Ende für die Familie trotzdem unerreichbar.

  9. KaffeeUndKurs

    Was in den bisherigen Kommentaren noch etwas untergeht, ist für mich die Sache mit den Bitcoin-ETFs und der möglichen Kapitalverschiebung von älteren zu jüngeren Anlegern. Dass Bitcoin-ETFs langfristig sogar Gold-ETFs beim verwalteten Vermögen überholen könnten, klingt auf den ersten Blick ziemlich großspurig, ist aber nicht völlig abwegig. Gold ist zwar seit Jahrzehnten etabliert, wird aber von vielen jüngeren Menschen vermutlich weniger emotional und praktisch wahrgenommen als Bitcoin. Einen ETF kann man inzwischen genauso einfach ins Depot legen wie einen Aktienfonds, während ein Goldbarren für viele eher nach Tresor, Händler und Aufbewahrungsproblem klingt. Trotzdem sollte man bei solchen Vergleichen aufpassen. Verwaltetes Vermögen sagt noch nicht automatisch etwas darüber aus, welcher Wert besser als Schutz funktioniert oder welche Anlage langfristig mehr Rendite bringt. Bei einem Bitcoin-ETF besitzt man zudem nicht zwingend selbst Bitcoin und hat damit auch nicht die gleichen Eigenschaften wie bei einer eigenen Wallet. Das ist bequem, kann aber im Krisenfall eben eine andere Art von Abhängigkeit schaffen. Für den normalen Sparer mag das trotzdem die vernünftigere Lösung sein, weil nicht jeder Lust hat, sich mit Seed Phrases, Netzwerken und Transaktionen zu beschäftigen. Interessant finde ich auch den Hinweis, dass sich Anleger derzeit stärker gegen fallende Bitcoin-Kurse absichern als bei Gold. Das wirkt zunächst wie ein Widerspruch zur optimistischen Stimmung, ist aber vielleicht gerade ein Zeichen dafür, dass professionelle Marktteilnehmer Bitcoin inzwischen ernst genug nehmen, um ihn aktiv abzusichern. Bei Gold gibt es diese Selbstverständlichkeit schon länger, bei Bitcoin muss sich die Infrastruktur offenbar erst entwickeln. Mehr Absicherung bedeutet ja nicht unbedingt, dass niemand an steigende Kurse glaubt. Es kann auch heißen, dass man investiert bleiben, aber die heftigen Schwankungen besser abfedern möchte. Die Marktbreite würde ich nicht nur anhand der Tagesveränderungen einzelner Coins bewerten. Viel wichtiger wäre für mich, ob auch das Handelsvolumen, die Zahl der aktiven Nutzer und die Nachfrage über mehrere Wochen hinweg zunehmen. Ein einzelner Tag mit Bitcoin Cash plus 21 Prozent ist zwar auffällig, sagt aber wenig darüber aus, ob wirklich neues Kapital in den gesamten Kryptomarkt fließt. Vielleicht wäre es hilfreicher, zusätzlich zu zeigen, wie sich die Marktkapitalisierung ohne Bitcoin entwickelt und ob die Aufwärtsbewegung von vielen Projekten getragen wird oder hauptsächlich aus Umschichtungen besteht. Sonst kann man aus einer ziemlich bunten Tabelle schnell eine breitere Erholung herauslesen, als tatsächlich vorhanden ist. Auch die Zahlen im Marktbericht erinnern daran, wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann. Bitcoin verliert nur 0,22 Prozent, Ethereum knapp ein Prozent, während Bitcoin Cash stark steigt. Für jemanden, der nur auf die Schlagzeile schaut, ist das ein klar grüner Kryptotag. Wer genauer hinsieht, erkennt aber einen uneinheitlichen Markt. Genau diese Uneinheitlichkeit ist meiner Meinung nach noch kein schlechtes Zeichen, aber sie spricht gegen allzu selbstsichere Aussagen über einen bereits bestätigten Gesamttrend. Bei den Crash-Warnungen fehlt mir häufig die Unterscheidung zwischen einem wirtschaftlichen Problem und einem schlechten Anlageergebnis. Hohe Schulden, alternde Gesellschaften oder geopolitische Konflikte können die Wirtschaft belasten, aber daraus folgt nicht automatisch, dass Anleger sofort massive Verluste erleiden. Unternehmen können Preise erhöhen, Gewinne anpassen und in neuen Märkten wachsen. Außerdem reagieren Börsen oft schon lange vor einer Krise auf Risiken, wodurch der tatsächliche Einbruch kleiner ausfallen kann als die Schlagzeilen vermuten lassen. Umgekehrt kann ein Crash auch aus einem Grund entstehen, den vorher kaum jemand ernst genommen hat. Der Vergleich zwischen Gold und Dividendenaktien ist deshalb besonders wichtig. Gold ist kein produktives Unternehmen, sondern eher ein knappes Gut, dessen Wert stark davon abhängt, was andere Marktteilnehmer künftig dafür bezahlen wollen. Aktien repräsentieren dagegen Geschäftsmodelle, Mitarbeiter, Patente, Einnahmen und hoffentlich wachsende Gewinne. Dafür können Unternehmen pleitegehen und Aktienkurse in einer Krise sehr schnell fallen. Für mich sind das schlicht unterschiedliche Werkzeuge, die man nicht in eine einfache Rangliste pressen sollte. Bei Bitcoin kommt noch dazu, dass der mögliche Schutz vor Geldentwertung nicht automatisch bedeutet, dass der Kurs in jeder Inflationsphase steigt. In einer akuten Krise verkaufen viele Menschen zuerst das, was liquide ist, und dazu kann Bitcoin sehr schnell gehören. Erst wenn sich die Lage beruhigt und Anleger wieder langfristiger denken, kann die Knappheit oder die Unabhängigkeit vom klassischen Finanzsystem stärker in den Vordergrund rücken. „Krisenschutz“ ist daher vielleicht eher eine langfristige Eigenschaft als ein Versprechen für den Tag, an dem plötzlich alles gleichzeitig wackelt. Zur Verwahrung hätte ich noch einen praktischen Gedanken: Eigenverwahrung ist nicht für jeden automatisch sicherer, nur weil sie technisch unabhängiger ist. Ein Hardware-Gerät kann kaputtgehen, eine Wallet-App kann falsch bedient werden und eine Seed Phrase kann durch Feuer, Wasser oder einen neugierigen Besucher verloren gehen. Gerade bei älteren Menschen oder Familien sollte man sich auch überlegen, was mit dem Bestand passiert, wenn die betreffende Person krank wird oder stirbt. Ein System, das nur der Besitzer selbst versteht, ist vielleicht sicher vor der Börse, aber nicht unbedingt sicher für die Erben. Ich finde deshalb Lösungen mit klaren Notfallregeln sinnvoller als den ständigen Ruf nach maximaler Eigenverantwortung. Die Seed Phrase sollte natürlich nicht offen herumliegen, aber man muss auch festlegen, wer im Ernstfall überhaupt weiß, dass es sie gibt und wie der Zugriff geregelt ist. Dabei würde ich niemals die vollständige Phrase einer einzelnen Vertrauensperson geben. Eine Aufteilung oder ein sauber dokumentierter Nachlassplan kann komplizierter wirken, verhindert aber hoffentlich, dass ein Vermögen einfach verschwindet, weil niemand davon wusste. Am Ende ist vielleicht genau das die wichtigste Botschaft des Artikels: Nicht jede gute Nachricht ist ein Kaufsignal und nicht jede Warnung ist ein Verkaufsignal. Zwischen diesen beiden Extremen liegt die langweilige, aber meistens vernünftigere Arbeit: Anlagehorizont festlegen, nicht zu viel auf eine einzelne Prognose setzen, Gebühren und Steuern berücksichtigen und die Verwahrung vorher klären. Gerade wenn Bitcoin wieder in Richtung 85.000 Dollar läuft, dürfte die Versuchung groß sein, erst jetzt einzusteigen, weil es sich wieder sicherer anfühlt. Das ist meistens der Moment, in dem man sich zumindest kurz fragen sollte, ob man gerade eine Strategie verfolgt oder nur der Schlagzeile hinterherläuft.

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