Bitcoin und Altcoins im Plus: US-Krypto-Politik bleibt im Fokus

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Der Kryptomarkt bleibt stabil, während Bitcoin die 75.000-Dollar-Zone verteidigt und institutionelle Angebote sowie US-Pläne für Bitcoin-Reserven vorankommen.

Der Kryptomarkt zeigt sich überwiegend stabil, doch hinter den moderaten Kursgewinnen zeichnen sich wichtige Weichenstellungen ab: von der verteidigten 75.000-Dollar-Marke über neue institutionelle Angebote bis hin zu US-Plänen für Bitcoin-Reserven und strengeren Steuerregeln. Der Pressespiegel beleuchtet die Chancen, Risiken und möglichen nächsten Bewegungen bei Bitcoin und Altcoins.

Bitcoin und Altcoins: Kurse am Nachmittag überwiegend im Plus

Finanzen.net berichtet von einem insgesamt stabilen Kryptomarkt. Um 17:10 Uhr wurde Bitcoin mit 76.306,90 US-Dollar bewertet und lag damit 0,22 Prozent höher als am Vortag.

Auch mehrere große Altcoins legten zu. Litecoin stieg um 2,30 Prozent auf 52,87 US-Dollar, Ethereum gewann 1,28 Prozent auf 2.449,08 US-Dollar und Bitcoin Cash erhöhte sich um 5,46 Prozent auf 232,82 US-Dollar.

Bei Monero ging es um 2,30 Prozent auf 507,14 US-Dollar nach oben. Cardano wurde mit 0,2010 US-Dollar festgestellt, während Stellar bei 0,1839 US-Dollar lag.

Solana stieg um 1,95 Prozent auf 100,55 US-Dollar. Avalanche gewann 1,13 Prozent auf 7,546 US-Dollar, Chainlink legte 1,72 Prozent auf 11,24 US-Dollar zu und Sui erhöhte sich um 1,50 Prozent auf 0,7248 US-Dollar.

Weniger Bewegung gab es bei Ripple und Dogecoin. Ripple wurde mit 1,297 US-Dollar bewertet, Dogecoin mit 0,0813 US-Dollar. Tron sank um 0,38 Prozent auf 0,3341 US-Dollar, während der Binancecoin 724,80 US-Dollar kostete und damit 0,07 Prozent verlor.

KryptowährungKursVeränderung
Bitcoin76.306,90 US-Dollar0,22 Prozent
Litecoin52,87 US-Dollar2,30 Prozent
Ethereum2.449,08 US-Dollar1,28 Prozent
Bitcoin Cash232,82 US-Dollar5,46 Prozent
Monero507,14 US-Dollar2,30 Prozent
Solana100,55 US-Dollar1,95 Prozent
Chainlink11,24 US-Dollar1,72 Prozent
Sui0,7248 US-Dollar1,50 Prozent
Tron0,3341 US-Dollar-0,38 Prozent
Binancecoin724,80 US-Dollar-0,07 Prozent

Infobox: Bitcoin notierte um 17:10 Uhr bei 76.306,90 US-Dollar. Die stärkste genannte Bewegung verzeichnete Bitcoin Cash mit einem Plus von 5,46 Prozent.

Bitcoin vor möglicher Bewegung

Wallstreet Online stellt in der Meldung „Bitcoin - Bewegung voraus!“ die Frage, wo sich die Wahrscheinlichkeiten im Chart verschieben. Der Beitrag verweist dabei auf eine technische Betrachtung des Bitcoin-Kurses und auf ein Video, in dem diese Entwicklung näher analysiert wird.

Konkrete Kursmarken oder weitere Zahlen nennt der übermittelte Inhalt von Wallstreet Online nicht. Im Mittelpunkt steht damit die Erwartung einer möglichen bevorstehenden Bewegung, ohne dass im Beitrag ein bestimmtes Kursziel ausgewiesen wird.

Infobox: Wallstreet Online sieht bei Bitcoin eine mögliche Bewegung voraus. Der übermittelte Beitrag nennt jedoch keine konkreten Kursziele oder weiteren Kursdaten.

75.000-Dollar-Zone verteidigt, regulatorische Unsicherheit bleibt

Der Aktionär berichtet, dass Bitcoin den Rückschlag nach dem Scheitern des US-Clarity Act zunächst abgefedert und die Zone um 75.000 Dollar verteidigt habe. Der Senat brachte das Gesetz bei einer Verfahrensabstimmung mit 49 zu 50 Stimmen nicht voran.

Der Clarity Act sollte unter anderem festlegen, welche digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere und welche als Rohstoffe gelten. Nach Darstellung von Der Aktionär hätte dies der Krypto-Branche in den USA mehr Rechtssicherheit verschafft.

Bitcoin war infolge der Nachricht zeitweise unter 75.000 Dollar gefallen, stabilisierte sich laut dem Bericht jedoch wieder. Der Aktionär wertet die Verteidigung dieser Zone als positives Signal, betont aber zugleich, dass damit noch kein neuer Aufwärtstrend bestätigt sei.

Zusätzlichen Rückenwind könnte die Deutsche Bank liefern. Das Institut plant laut Der Aktionär, noch 2026 einen regulierten Verwahrungsdienst für institutionelle und gewerbliche Kunden in Deutschland zu starten.

Vorgesehen sind zunächst Bitcoin, Ether sowie ausgewählte Stablecoins wie USDC, EURC und EURAU. Voraussetzung bleibt die regulatorische Freigabe. Die Deutsche Bank soll dabei die Wallets und Private Keys verwalten.

Für Vermögensverwalter, Hedgefonds, Unternehmen und weitere institutionelle Anleger könnte dadurch die technische und organisatorische Hürde für einen Einstieg sinken. Kurzfristig werde der Dienst die Geschäftszahlen der Deutschen Bank voraussichtlich kaum beeinflussen; für Bitcoin sei zunächst der Signalwert entscheidend.

Bitwise-CIO Matt Hougan hält laut Der Aktionär eine Rückkehr von Bitcoin über 100.000 Dollar noch 2026 für realistisch. Bis 2035 sieht er den Kurs bei 1,3 Millionen Dollar.

Hougan begründet seine Einschätzung mit möglichen institutionellen Kapitalströmen. Pensionsfonds, Versicherer, Stiftungen und Staatsfonds verwalten laut dem Bericht zusammen 100 bis 200 Billionen Dollar. Bereits eine Bitcoin-Allokation von einem Prozent könnte erhebliche Mittel mobilisieren.

Langfristig müsse Bitcoin zudem rund ein Viertel des globalen Marktes für Wertaufbewahrung erobern, der bislang von Gold und Staatsanleihen dominiert werde. Der Aktionär nennt neben Hougan auch Cathie Wood und Binance-Mitgründer Changpeng Zhao als Marktbeobachter, die Bitcoin über der Millionenschwelle sehen.

„Die Verteidigung der 75.000-Dollar-Marke ist ein positives Signal. Der Clarity-Rückschlag ist damit aber nicht erledigt.“

Infobox: Bitcoin verteidigte laut Der Aktionär die Zone um 75.000 Dollar. Matt Hougan hält 1,3 Millionen Dollar bis 2035 für erreichbar und erwartet Bitcoin noch 2026 wieder über 100.000 Dollar.

Finanzierungsrisiko bei Nakamoto

BTC-ECHO berichtet über das börsennotierte Bitcoin-Unternehmen Nakamoto, das von David Bailey geführt wird. Das Unternehmen besitzt Bitcoin im Wert von 343 Millionen US-Dollar, während es an der Börse mit 147 Millionen bewertet wird.

Nach Darstellung von BTC-ECHO hat Nakamoto 85 Prozent seiner Bitcoin an Kraken verpfändet. Sollte der Bitcoin-Kurs erneut deutlich fallen, könnte es für das Unternehmen im Dezember eng werden.

Der deutliche Abschlag zwischen dem Bitcoin-Bestand und der Börsenbewertung wird im Bericht mit einem Blick auf die Bilanz erklärt. BTC-ECHO bezeichnet Nakamoto als das Unternehmen im Sektor, das derzeit am weitesten unter dem eigenen Bestand gehandelt werde.

Infobox: Nakamoto hält Bitcoin im Wert von 343 Millionen US-Dollar, wird an der Börse jedoch mit 147 Millionen bewertet. 85 Prozent der Bitcoin sind laut BTC-ECHO an Kraken verpfändet.

US-Repräsentantenhaus treibt Bitcoin-Reserve und Krypto-Steuerregeln voran

Yahoo Finanzen Deutschland berichtet, dass zwei Ausschüsse des US-Repräsentantenhauses am Mittwoch zwei Krypto-Gesetze vorangebracht haben. Eines der Vorhaben betrifft die Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve, das andere einen steuerlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte.

Der Finanzausschuss beschloss H.R. 8957, den American Reserve Modernization Act, mit 28 zu 21 Stimmen. Der von Abgeordnetem Nick Begich im Mai eingebrachte Gesetzentwurf sieht vor, dass vom Bund eingezogener Bitcoin mindestens 20 Jahre lang in einer Treasury-Reserve gehalten wird.

Für andere digitale Vermögenswerte soll ein separater Bestand eingerichtet werden. Laut einer Aussage von Abgeordnetem Bryan Steil soll das Finanzministerium die Verwahrung aller durch endgültige straf- und zivilrechtliche Einziehung beschlagnahmten Bitcoin und digitalen Vermögenswerte zentralisieren.

Yahoo Finanzen Deutschland verweist außerdem auf eine Schätzung von Arkham Intelligence. Demnach hält die US-Regierung 324.527 Bitcoin im Wert von 24,8 Milliarden USD. Die Angabe bezieht sich auf den Zeitpunkt des Artikels.

Der für Steuern zuständige Ausschuss verabschiedete H.R. 10357, den Digital Asset Tax Certainty Act, mit 38 zu 5 Stimmen. Der am 14. September von Ausschussvorsitzendem Jason Smith eingebrachte Entwurf soll einen klaren steuerlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte schaffen.

Außerdem sollen die Wash-Sale-Regeln künftig auch für digitale Vermögenswerte gelten. Laut Jason Smith würde das Gesetz einen konkreten bundesrechtlichen Rahmen für die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen und anderen digitalen Vermögenswerten schaffen.

Beide Gesetzentwürfe benötigen nun eine Abstimmung im Repräsentantenhaus, die Zustimmung des Senats und die Unterschrift des Präsidenten. Die 119. Sitzungsperiode endet im Januar.

GesetzentwurfAbstimmungInhalt
H.R. 8957, American Reserve Modernization Act28 zu 21 StimmenBitcoin-Reserve und mindestens 20 Jahre Aufbewahrung
H.R. 10357, Digital Asset Tax Certainty Act38 zu 5 StimmenSteuerlicher Rahmen für digitale Vermögenswerte

Infobox: Zwei Ausschüsse des US-Repräsentantenhauses verabschiedeten Krypto-Gesetzentwürfe. Die Bitcoin-Reserve soll beschlagnahmte Bitcoin mindestens 20 Jahre halten, während das zweite Gesetz steuerliche Regeln für digitale Vermögenswerte schaffen soll.

SpaceX-Boom und Krypto-Steuern im WiWo-Podcast

Die WirtschaftsWoche widmet sich in ihrem Podcast „Bitcoin & Beyond“ zunächst dem Börsengang der Weltraumfirma SpaceX, der 2026 laut WiWo das große Ding an den Börsen war. Anleger können demnach nicht nur direkt auf SpaceX setzen, sondern auch über ETFs am Boom der Weltraum-Wirtschaft partizipieren.

Im ersten Teil analysiert der Podcast, wie Anleger von Weltraum-ETFs profitieren können oder auch nicht. Der zweite Teil befasst sich mit den Plänen der Bundesregierung, Investments in Kryptowährungen strenger zu besteuern.

Die Steuerberaterin und Kryptoexpertin Marie Rinke erklärt laut WiWo, was sich ändern könnte und wie sich Anleger auf die anstehende Reform vorbereiten können. Außerdem geht es um bislang übersehene Details der Regierungspläne, die Fans von Bitcoin und Co. verärgern könnten.

Infobox: Der WiWo-Podcast verbindet die Themen Weltraum-ETFs und geplante strengere Besteuerung von Krypto-Investments. Als Expertin wird Marie Rinke genannt.

Einschätzung der Redaktion

Die Nachrichtenlage signalisiert vor allem eines: Der Kryptomarkt gewinnt institutionell und regulatorisch an Bedeutung, bleibt aber strukturell fragil. Politische Verzögerungen, gehebelte Unternehmensbilanzen und weiterhin ausstehende Gesetzesentscheidungen begrenzen die Aussagekraft kurzfristiger Kursgewinne.

Besonders relevant ist die zunehmende Einbindung etablierter Finanzinstitute und staatlicher Akteure. Sie kann langfristig zusätzliches Kapital und mehr Marktinfrastruktur schaffen, erhöht jedoch zugleich die Abhängigkeit des Sektors von politischen Entscheidungen, regulatorischen Freigaben und der Stabilität einzelner Marktteilnehmer.

Die optimistischen Langfristprognosen sind daher als Szenarien, nicht als belastbare Erwartungen zu bewerten. Für Anleger bleibt entscheidend, ob aus politischen Vorhaben tatsächlich geltendes Recht, aus angekündigten Dienstleistungen reale Nachfrage und aus der technischen Stabilisierung ein nachhaltiger Trend wird.

Zusammenfassung: Die strategische Bedeutung von Kryptowährungen wächst, doch kurzfristige Kursstärke reicht nicht als Trendbestätigung. Regulierung, institutionelle Nachfrage und Finanzierungsrisiken bleiben die entscheidenden Einflussfaktoren.

Quellen: