Bitcoin zwischen Erholung, Kaufsignalen und geopolitischen Risiken

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Bitcoin zeigt Erholungspotenzial, bleibt aber durch Geopolitik, Zinsen und Quantenrisiken belastet, während Strategy seine Bitcoin-Reserven weiter ausbaut.

Bitcoin steht zwischen Erholungshoffnungen und neuen Risiken: Während Peter Brandt langfristig Kurse bis 600.000 US-Dollar erwartet und technische Signale auf eine Trendwende hindeuten, belasten Geopolitik, Zinsen und die Gefahr eines Quantenangriffs den Markt. Zugleich baut Strategy seine Bitcoin-Reserven weiter aus – doch die entscheidende Frage bleibt, ob die aktuelle Erholung den Beginn eines neuen Aufwärtszyklus markiert.

Bitcoin zwischen Erholung, geopolitischen Risiken und neuen Kaufsignalen

Peter Brandt sieht langfristig bis zu 600.000 US-Dollar, warnt aber vor Quantenangriff

Peter Brandt bleibt laut Wallstreet Online langfristig extrem bullish für Bitcoin. In einem Interview mit Cointelegraph erklärte der Trader, Bitcoin könne bis Anfang 2029 auf rund 250.000 US-Dollar steigen und im weiteren Jahresverlauf einen Zyklushöhepunkt zwischen 300.000 und 600.000 US-Dollar erreichen.

Seine Einschätzung verbindet Brandt mit dem nächsten Bitcoin-Halving, das für April 2028 erwartet wird. Prognosen, Bitcoin könne bereits bis Ende dieses Jahres auf 100.000 US-Dollar steigen, misst er dagegen wenig Bedeutung bei; zugleich betonte er, kein „1-Millionen-Dollar-Bulle“ zu sein.

Kurzfristig hält Brandt einen Rücksetzer für möglich und hofft Anfang Oktober auf ein „handelbares Tief“ bei etwa 65.000 bis 66.000 US-Dollar. Ein solcher Rückgang könne Anleger aus dem Markt drängen, die aggressiv auf weiter steigende Kurse gesetzt haben, und den „Walen“ Gelegenheit geben, ihre Positionen auszubauen.

Als entscheidendes Risiko nennt Brandt einen erfolgreichen Angriff auf die Bitcoin-Architektur mithilfe von Quantencomputern. Sollte Bitcoin dadurch hackbar werden, würde dies nach seiner Aussage seine langfristig bullishe These zerstören.

„Aber … wenn es hackbar ist, ist das ein Angriff auf seine Grundprämisse.“

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wurde Bitcoin laut Wallstreet Online mit einem Plus von +0,47 % und einem Kurs von 83.862USD auf dem CryptoCompare Index gehandelt. Die Angabe bezog sich auf den 29. September 2026, 16:44 Uhr.

Infobox: Brandt nennt langfristig rund 250.000 US-Dollar bis Anfang 2029 sowie einen möglichen Zyklushöhepunkt zwischen 300.000 und 600.000 US-Dollar. Kurzfristig hält er 65.000 bis 66.000 US-Dollar für möglich; ein erfolgreicher Quantenangriff wäre für ihn das zentrale Gegenrisiko.

Iran-Konflikt belastet Bitcoin und risikoreiche Anlagen

n-tv.de berichtet über fallende Bitcoin-Kurse im Zusammenhang mit der Sorge vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran. Anleger seien bei risikoreichen Anlagen vorsichtig geworden.

Der Bitcoin notierte laut dem Bericht 1,2 Prozent niedriger bei 83.571,80 Dollar. Hintergrund war auch, dass US-Präsident Trump den Vorschlag des Irans für einen siebentägigen Waffenstillstand abgelehnt hatte.

Joseph Dahrieh von Tickmill erklärte, ein deutlicherer Rückgang der Ölpreise könne die Inflationssorgen lindern und die Erwartungen an höhere Zinsen dämpfen. Das würde Bitcoin nach seiner Einschätzung mehr Raum für eine Erholung geben.

Infobox: Bitcoin reagierte laut n-tv.de mit einem Rückgang von 1,2 Prozent auf 83.571,80 Dollar. Als mögliche Entlastung gelten sinkende Ölpreise, geringere Inflationssorgen und gedämpfte Zinserwartungen.

Binance Research untersucht die Aussagekraft des „Golden Cross“

Nach Angaben von Yahoo Finanzen Deutschland bildete Bitcoin am 8. September ein sogenanntes „Golden Cross“. Zuvor lag der Kurs 293 Tage lang unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.

Ein Golden Cross entsteht, wenn der 50-Tage-Durchschnitt über den 200-Tage-Durchschnitt steigt. Binance Research verglich die aktuelle Entwicklung mit 12 früheren Golden-Cross-Episoden und teilte diese in „kurze Erholung“ und „tiefe Eiszeit“ ein.

Sechs Golden Crosses nach mindestens 150 Tagen unter dem Trend führten innerhalb eines Jahres zu Höchstgewinnen von etwa 100 % bis 600 %. Bei Golden Crosses nach einer kurzen Erholungsphase erreichten vier Episoden weniger als 100 % Kursgewinn.

Die längere Erholungsphase führte laut Binance jedoch nicht automatisch zu größeren Gewinnen. Die stärksten Kursanstiege gab es im Februar und Mai 2020, jeweils nach etwas mehr als 150 Tagen unter dem Trend.

AngabeWert
Tage unter dem 200-Tage-Durchschnitt293
Frühere Golden-Cross-Episoden12
Gewinne ausgewählter Episoden innerhalb eines Jahresetwa 100% bis 600%
Bitcoin-Wochenabschluss am 20. September81.159 USD
Zufluss in US-Spot-Bitcoin-ETFs am 21. September998,95 Millionen USD

Als am ehesten vergleichbar gilt laut dem Bericht der Oktober 2015. Damals bildete Bitcoin nach etwa 297 Tagen unter dem Durchschnitt ein Golden Cross; der Höchstgewinn innerhalb eines Jahres lag bei etwa 150 %.

Weitere Belastungsfaktoren waren laut Binance steigende Anleiherenditen, ein Brent-Ölpreis von über 103 USD, Konjunkturdaten auf einem 62-Monats-Hoch und eine Treasury-Auktion mit geringer Nachfrage. Die US-10-Jahres-Rendite stieg am 25. September auf 5,17 % und damit auf den höchsten Stand seit 2007.

Binance zufolge erhöhte sich dadurch auch die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober auf 70 %. Der Bitcoin-Kurs fiel von seinem jüngsten Hoch über 86.000 USD auf 83.175 USD zum Redaktionsschluss laut BeInCrypto Markets.

Die Nachfrage am Spotmarkt blieb trotz des Ausverkaufs bei Anleihen stabil. Für eine stärkere Bestätigung des Signals wäre laut Binance entscheidend, dass Bitcoin auch nach den erwarteten Inflations- und Arbeitsmarktdaten über seinem 50-Wochen-Durchschnitt bleibt.

Infobox: Binance Research sieht historische Hinweise auf starke Erholungen nach längeren Schwächephasen, betont aber die kleine und sich überschneidende Stichprobe. Der aktuelle Markt wird zugleich von Renditen, Ölpreis, Zinserwartungen sowie anstehenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten beeinflusst.

Bitcoin-Erholung nach Rückgang auf rund 75.000 US-Dollar

Eine am 29.09.2026 veröffentlichte Mitteilung auf Presseportal beschreibt eine schnelle Erholung des Bitcoin-Kurses nach einer Schwächephase. Mitte September war die Kryptowährung zeitweise bis auf rund 75.000 US-Dollar gefallen.

Am 21. September stieg Bitcoin innerhalb eines Tages um mehr als sechs Prozent und erreichte zeitweise mehr als 87.000 Dollar. Die Entwicklung zeigt laut der Mitteilung, wie schwierig kurzfristige Kursbewegungen einzuordnen sind.

Geopolitische Spannungen, geldpolitische Entscheidungen und Nachrichten aus dem Kryptomarkt können demnach innerhalb kurzer Zeit deutliche Bewegungen auslösen. Einzelne negative Meldungen würden jedoch nicht zwangsläufig die Richtung für die kommenden Wochen oder Monate bestimmen.

Die Mitteilung warnt insbesondere vor Panikverkäufen. Wer während einer Phase großer Nervosität verkauft, realisiert den entstandenen Verlust endgültig und kann an einer anschließenden Erholung nicht mehr teilnehmen.

Als Orientierung empfiehlt der Beitrag einen klaren Plan mit vorher festgelegten Zielen und Bedingungen für einen Verkauf. Langfristig orientierte Investoren bewerten kurzfristige Rückgänge demnach anders als aktive Händler, die auf schnelle Kursbewegungen setzen.

Infobox: Die Quelle stellt der kurzfristigen Schwäche eine schnelle Erholung gegenüber. Im Mittelpunkt stehen die Risiken emotionaler Entscheidungen und die Bedeutung eines vorab festgelegten Anlageplans.

Strategy erreicht mit 847.666 BTC einen neuen Höchststand

Strategy hat laut Blocktrainer in der vergangenen Woche weitere 1.665 Bitcoin für 142,7 Millionen US-Dollar gekauft. Damit erreichte der Bitcoin-Bestand des Unternehmens nach mehreren Verkäufen zu niedrigeren Kursen einen neuen Höchststand.

Der jüngste Kauf erfolgte zu 85.681 US-Dollar je BTC und wurde erneut durch die Ausgabe von MSTR-Stammaktien finanziert. Zuvor hatte Strategy am 31. August 4.603 BTC zu 80.318 US-Dollar je BTC gekauft und Mitte September weitere 950 Bitcoin zu 79.670 US-Dollar je BTC erworben.

Nach dem jüngsten Kauf hält Strategy 847.666 BTC. Der vorherige Höchststand lag laut Blocktrainer bei 847.363 BTC und war Mitte Juni erreicht worden.

AngabeWert
Jüngster Kauf1.665 Bitcoin
Preis des jüngsten Kaufs85.681 US-Dollar je BTC
Wert des jüngsten Kaufs142,7 Millionen US-Dollar
Aktueller Bitcoin-Bestand847.666 BTC
Vorheriger Höchststand847.363 BTC
Kauf am 31. August4.603 BTC zu 80.318 US-Dollar je BTC
Kauf Mitte September950 Bitcoin zu 79.670 US-Dollar je BTC

Dem neuen Höchststand gingen mehrere Verkäufe voraus. Zum Monatswechsel von Juni auf Juli veräußerte Strategy 3.588 Bitcoin für 216 Millionen US-Dollar zu einem durchschnittlichen Kurs von circa 60.200 US-Dollar je BTC. Am 3. August wurden zudem 1.638 BTC verkauft, in der darauffolgenden Woche weitere 1.690 BTC.

Alle diese Verkäufe erfolgten laut Blocktrainer zu einem durchschnittlichen Kurs von circa 62.000 US-Dollar. Der Bericht hebt hervor, dass die Verkäufe nahe des Jahrestiefs von rund 57.700 US-Dollar lagen, während frühere Käufe nahe des Bitcoin-Allzeithochs erfolgt waren.

Für die Aktionäre bleibt die Entwicklung gemischt. Die BTC Yield liegt auf Quartalssicht bei –11,9 %, und eine MSTR-Aktie entsprach Ende Mai noch 220.900 Satoshis, während es jetzt nur noch 187.712 Satoshis sind.

Gleichzeitig verfügt Strategy inzwischen über 6 Milliarden US-Dollar an Barmitteln. Im Mai waren es nach der Tilgung der Wandelanleihen nur 871 Millionen US-Dollar. Für die Dividenden der Vorzugsaktien müssen derzeit aufs Jahr gerechnet rund 1,6 Milliarden US-Dollar ausgeschüttet werden.

Seit Beginn der Bitcoin-Strategie ist die MSTR-Aktie laut Quelle knapp 1.200 % im Plus, während Bitcoin 600 % gestiegen ist.

Infobox: Strategy hält nach dem jüngsten Kauf 847.666 BTC und übertraf damit den bisherigen Höchststand von 847.363 BTC. Der Bitcoin-Bestand wächst, während die BTC Yield auf Quartalssicht bei –11,9 % liegt und die Bitcoin-Menge pro MSTR-Aktie zurückgegangen ist.

Technische Struktur laut sharedeals.de konstruktiver

sharedeals.de sieht bei Bitcoin mehrere Signale, die für den Beginn eines neuen Aufwärtszyklus sprechen könnten. Dazu zählen ein höheres Hoch auf Wochenbasis sowie ein Wochenschluss oberhalb der Marke von 83.000 US-Dollar.

Zwischen Februar und Juni 2026 fiel der Bitcoin-Kurs auf ein neues Tief, während der Relative-Stärke-Index ein höheres Tief ausbildete. Diese bullische Divergenz wird laut Quelle häufig als Hinweis auf eine mögliche Trendwende interpretiert.

Auch die Momentumindikatoren hätten sich verbessert. Der RSI stieg über die Marke von 50, während die blaue MACD-Linie die rote Signallinie überschritt; zunehmende grüne Histogrammbalken deuteten auf eine Verstärkung des positiven Momentums hin.

Zusätzliche Unterstützung liefere das MVRV-Verhältnis. Den vorliegenden Daten zufolge begann der neue Aufwärtszyklus bei einem Bitcoin-Kurs von rund 80.600 US-Dollar, als der kurzfristige MVRV-Durchschnitt über den Jahresdurchschnitt stieg und ein Verhältnis von 1,0 erreichte.

Solange das MVRV-Verhältnis bei mindestens 1,0 bleibt, sieht sharedeals.de die positive Marktstruktur als intakt an. Gleichzeitig bleibt ein erneutes Unterschreiten des bisherigen Tiefs ein Risiko.

Als weitere Belastung nennt die Quelle eine mögliche größere Korrektur des S&P 500. Eine solche Schwäche am Aktienmarkt könnte auch andere risikoreiche Anlageklassen und damit Bitcoin unter Druck setzen.

Infobox: Höheres Wochenhoch, ein Ausbruch über 83.000 US-Dollar und verbesserte Momentum- sowie On-Chain-Daten sprechen laut sharedeals.de für eine konstruktivere Marktstruktur. Ein erneutes Unterschreiten des bisherigen Tiefs oder eine größere S&P-500-Korrektur könnte diese Einschätzung gefährden.

Einschätzung der Redaktion

Die aktuelle Bitcoin-Lage ist eher als fragile Stabilisierung denn als belastbarer neuer Aufwärtstrend zu bewerten. Technische Kaufsignale und institutionelle Nachfrage verbessern zwar das Sentiment, ihre Aussagekraft bleibt angesichts geopolitischer Risiken, hoher Renditen und möglicher Zinsschritte begrenzt.

Besonders relevant ist die wachsende Abhängigkeit von makroökonomischen Entwicklungen. Langfristige Kursziele bis 600.000 US-Dollar sind deshalb hochgradig voraussetzungsreich und sollten nicht als realistische Basiserwartung verstanden werden. Die aggressive Akkumulation von Strategy erhöht zudem das systemische Risiko: Eine anhaltende Schwächephase könnte den Druck auf Finanzierung, Aktionäre und den gesamten Markt verstärken.

Zusammenfassung: Bitcoin besitzt Erholungspotenzial, aber noch keine ausreichende Bestätigung für einen nachhaltigen Bullenmarkt. Anleger sollten Volatilität, Makrorisiken und die hohe Unsicherheit langfristiger Prognosen klar einkalkulieren.

Quellen: