Cardano testet 1.000 TPS und stärkt Governance sowie KI-Zahlungen

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Cardano testet mit Leios rund 1.000 Transaktionen pro Sekunde, während Governance, Zahlungsstandards und KI-Integration vorangetrieben werden.

Cardano rückt mit einem Leios-Test von rund 1.000 Transaktionen pro Sekunde näher an eine neue Skalierungsstufe – während zugleich Governance, Zahlungsstandards und die Verbindung von Blockchain und künstlicher Intelligenz an Bedeutung gewinnen. Der Pressespiegel zeigt, welche technischen und strategischen Weichen das Ökosystem derzeit stellt.

Cardano testet 1.000 Transaktionen pro Sekunde – parallel rücken Governance und Zahlungen in den Fokus

Ein Entwicklungsmodell für das Cardano-Netzwerk hat in einer kontrollierten Testumgebung rund 1.000 Transaktionen pro Sekunde erreicht. Wie AD HOC NEWS berichtet, demonstrierte das Entwicklungsunternehmen Input Output Global diesen Wert mit einem Prototypen für das Skalierungskonzept Leios.

Die Messung erfolgte auf einem lokalen Cluster mit emulierten Umlaufzeiten und bezog sich auf einfache Datenpakete von 250 Byte. Der Test gilt als theoretischer Machbarkeitsnachweis für künftige Architekturanpassungen, stellt laut dem Bericht jedoch ausdrücklich noch keine Aktualisierung des aktiven Hauptnetzes dar.

Das Ziel der Leios-Architektur besteht darin, den Datendurchsatz des Netzwerks deutlich zu erhöhen und dabei die Dezentralität beizubehalten. Bereits eine Woche zuvor hatte das Entwicklerteam technische Vorarbeiten gemeldet, darunter Leistungsmessungen am Cardano-Knoten v11.1.0 mit verringertem Rechenaufwand sowie formale Spezifikationsarbeiten an der Skalierungslösung Hydra.

BereichAngabe
Getesteter Durchsatzrund 1.000 Transaktionen pro Sekunde
Umgebunglokaler Cluster mit emulierten Umlaufzeiten
Datengröße250 Byte
Cardano-Kurs0,2225 USD
Tagesveränderung0,9 % leichter als am Vortag
Abstand zum 200-Tage-Durchschnittrund 3,8 % über 0,2143 USD

Am Markt bewegte sich die Notierung der Kryptowährung laut AD HOC NEWS weiterhin in einer engen Spanne. Cardano notierte bei 0,2225 USD und damit 0,9 % leichter als am Vortag; zugleich lag der Kurs rund 3,8 % über dem 200-Tage-Durchschnitt von 0,2143 USD.

Neben den technischen Arbeiten läuft die organisatorische Weiterentwicklung des Ökosystems. Bei der Mitgliederorganisation Intersect wird bis zum 25. September über zwei Sitze im Leitungsgremium abgestimmt, für die sich elf Kandidaten bewerben; die Bekanntgabe der Ergebnisse ist für den 28. September vorgesehen.

Darüber hinaus befindet sich ein Portal für Änderungen der Cardano-Verfassung in der Alpha-Phase. In diesem Portal liegen sieben Anträge zur Konsultation vor.

Auch bei Zahlungsanwendungen wurden Fortschritte gemeldet. Die Cardano Foundation nahm die Implementierung des x402-Standards über Masumi in die offiziellen Programmpakete auf, wodurch Zahlungsfunktionen in Test- und Hauptnetzwerken ermöglicht werden.

Zusätzlich nimmt die Stiftung am Krypto-Partnerprogramm des Zahlungsdienstleisters Mastercard teil. Der Schwerpunkt liegt dort auf Zahlungen, Stablecoins und grenzüberschreitenden Abrechnungen zwischen Unternehmen.

Infobox: Der Leios-Prototyp erreichte in einer kontrollierten Testumgebung rund 1.000 Transaktionen pro Sekunde. Eine Umsetzung im aktiven Hauptnetz ist damit noch nicht verbunden; parallel laufen Governance-Abstimmungen sowie Arbeiten an Zahlungsstandards.

Charles Hoskinson erwartet stärkere Verbindung zwischen Krypto und künstlicher Intelligenz

Cardano-Gründer Charles Hoskinson erwartet einen grundlegenden Wandel im Verhältnis zwischen Kryptowährungen und künstlicher Intelligenz. Nach Darstellung von BTC-ECHO könnten Blockchain und Kryptowährungen in den kommenden fünf bis zehn Jahren immer stärker in die Infrastruktur der künstlichen Intelligenz hineinwachsen.

Derzeit zieht künstliche Intelligenz zunehmend Kapital und Rechenleistung an. Das ist laut BTC-ECHO auch im Krypto-Sektor sichtbar, da mehrere Bitcoin-Miner Teile ihrer Infrastruktur für KI-Anwendungen umbauen, weil diese Geschäfte derzeit attraktiver erscheinen.

Einige Marktbeobachter sehen in dieser Entwicklung einen Grund dafür, dass Kryptowährungen trotz der jüngsten Erholung hinter früheren Höchstständen zurückbleiben. Hoskinson vertritt jedoch die Einschätzung, dass KI der Krypto-Welt nicht dauerhaft den Rang ablaufen müsse.

Stattdessen könnte Krypto nach seiner Auffassung zur Grundlage bestimmter KI-Anwendungen werden. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie künstliche Intelligenz künftig betrieben und bezahlt werden kann, ohne immer größere Rechenzentren errichten zu müssen.

Hoskinson hält es für denkbar, Rechenleistung stärker auf eine Vielzahl von Geräten zu verteilen. Als Beispiele nennt der Bericht Smartphones und Grafikkarten. Damit könnte die für KI benötigte Infrastruktur breiter verteilt werden.

Die Rolle von Kryptowährungen beschränkt sich in diesem Szenario jedoch nicht auf die Bereitstellung von Rechenleistung. Wenn KI-Agenten künftig selbstständig Dienstleistungen kaufen oder für Daten bezahlen, benötigen sie ein Zahlungssystem, das ohne klassische Bankkonten oder Kreditkarten auskommt.

„Krypto könnte in den kommenden fünf bis zehn Jahren“ stärker in die KI-Infrastruktur hineinwachsen.

Kryptowährungen könnten laut dem Bericht Transaktionen zwischen Maschinen automatisieren. Sie würden damit als Zahlungsmedium für KI-Agenten dienen, die eigenständig Dienste beziehen oder Daten erwerben.

Ein weiterer Anwendungsbereich betrifft die Herkunft digitaler Inhalte. Die Blockchain-Technologie könnte dokumentieren, wo Daten oder Inhalte entstanden sind und welche Rechte mit ihnen verbunden sind.

In diesem Modell wäre Krypto nicht lediglich ein zusätzliches Werkzeug für künstliche Intelligenz. Vielmehr könnte es Bestandteil der technischen Grundlage werden, auf der Rechenleistung, Zahlungen und die Nachverfolgung digitaler Inhalte organisiert werden.

Deutlich pessimistischer äußerte sich Hoskinson laut BTC-ECHO zum Clarity Act. Nach dem gescheiterten Senatsvotum rechnet er nicht mehr mit einer schnellen Einigung und hält eine Verabschiedung vor 2029 für unwahrscheinlich.

Infobox: Charles Hoskinson sieht Krypto langfristig nicht als Verlierer gegenüber künstlicher Intelligenz, sondern als möglichen Bestandteil ihrer Infrastruktur. Im Mittelpunkt stehen verteilte Rechenleistung, automatisierte Zahlungen zwischen Maschinen und die Dokumentation digitaler Herkunft.

Einschätzung der Redaktion

Der technologische Fortschritt ist grundsätzlich relevant, bleibt aber ohne Überführung in das Hauptnetz ein Versprechen statt eines belastbaren Leistungsnachweises. Entscheidend wird daher nicht die Testzahl allein, sondern ob Skalierung, Dezentralität, Sicherheit und reale Nutzung gleichzeitig gewährleistet werden.

Die parallele Arbeit an Governance, Zahlungsstandards und KI-Anwendungen stärkt Cardanos strategische Position. Sie erhöht jedoch auch die Umsetzungskomplexität: Erst eine breite Nutzung im Alltag und durch automatisierte Systeme würde aus technischen Konzepten einen nachhaltigen Netzwerkeffekt schaffen.

Infobox: Cardanos Potenzial ist erheblich, aber noch nicht bewiesen. Die wichtigste nächste Hürde besteht darin, technische Tests in sichere, dezentrale und tatsächlich genutzte Anwendungen zu überführen.

Quellen: