Geplante Kryptosteuer: 25 Prozent auf Gewinne unabhängig von der Haltedauer

Autor: Alexander Weipprecht

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Kategorie: News

Zusammenfassung: Geplant sind 25 Prozent Kryptosteuer unabhängig von der Haltedauer, während Upgrades, Sicherheitsvorfälle und US-Inflationsdaten den Kryptomarkt bewegen.

Deutschlands Kryptosteuer steht vor einem Wendepunkt: Künftig könnten Bitcoin- und Ether-Gewinne unabhängig von der Haltedauer mit 25 Prozent besteuert werden. Der Pressespiegel beleuchtet die geplanten Regeln, erwarteten Milliardeneffekte und Kritik aus der Branche – und zeigt zugleich, wie technische Upgrades, Sicherheitsvorfälle und US-Inflationsdaten den Kryptomarkt bewegen.

Geplante Kryptosteuer: Gewinne aus Bitcoin und Ether sollen künftig wie Aktienerträge behandelt werden

Das Bundesfinanzministerium plant eine grundlegende Reform der Besteuerung von Kryptowährungen. Wie Capital.de berichtet, soll die bisherige Unterscheidung nach der Haltedauer entfallen: Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowerten sollen künftig unabhängig davon, wie lange sie gehalten wurden, der Abgeltungssteuer unterliegen.

Der Steuersatz soll pauschal 25 Prozent betragen. Nach Angaben von SPIEGEL sieht der Gesetzentwurf vor, dass die neue Regelung für Kryptowerte gilt, die nach dem 1. Januar 2027 angeschafft werden. Capital.de berichtet dagegen unter Verweis auf den Gesetzesentwurf von Käufen ab dem 31. Dezember 2026. Eine rückwirkende Besteuerung bereits zuvor erworbener Kryptowerte ist laut Capital.de nicht vorgesehen.

Geplante RegelungAngabe aus den Quellen
Steuersatz25 Prozent
Bisherige HaltedauerregelGewinne nach mehr als zwölf Monaten in der Regel steuerfrei
Geplanter Beginn laut SPIEGELFür Kryptowerte, die nach dem 1. Januar 2027 angeschafft werden
Geplanter Beginn laut Capital.deFür Käufe ab dem 31. Dezember 2026
Automatischer SteuerabzugAb 2028 verpflichtend
Erwartete Einnahmen 2028160 Millionen Euro
Erwartete Einnahmen 2031Bis zu 350 Millionen Euro

Bislang wurden private Gewinne aus Kryptowährungen in Deutschland grundsätzlich als Veräußerungsgewinne behandelt. Die Gewinne konnten nach Ablauf einer Spekulationsfrist von einem Jahr steuerfrei sein. Wurden Bitcoin, Ether oder andere Kryptowerte innerhalb dieses Zeitraums verkauft, konnte der Gewinn nach dem individuellen Steuertarif mit bis zu 45 Prozent besteuert werden.

Der neue Entwurf soll Kryptogewinne steuerlich näher an Gewinne aus Wertpapieren heranführen. Nach Darstellung des SPIEGEL sollen Verluste aus Kryptowährungen mit Verlusten aus Aktien oder anderen Wertpapieren verrechnet werden können. Außerdem soll bei einem persönlichen Steuersatz von unter 25 Prozent eine Günstigerprüfung möglich sein, durch die sich die Steuer reduzieren kann.

Der jährliche Sparer-Pauschbetrag soll ebenfalls auf Spekulationen mit Kryptowerten angewendet werden können. Nach Angaben des SPIEGEL liegt dieser derzeit bei 1000 Euro. Capital.de berichtet, dass die Bundesregierung mit der Reform Mehreinnahmen für den Fiskus erwartet.

„Kryptowerte stellen zunehmend eine mögliche Form der privaten Kapitalanlage dar und werden über einen wachsenden Markt erworben und veräußert“, heißt es laut SPIEGEL in der Begründung des Gesetzentwurfs.

Für die technische Umsetzung soll es eine Übergangsfrist geben. Laut Capital.de soll ein automatischer Steuerabzug durch die Anbieter ab 2028 verpflichtend werden. Den Plattformen soll damit Zeit eingeräumt werden, die notwendigen technischen Verfahren einzuführen.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse:

Bund erwartet steigende Einnahmen aus der Kryptobesteuerung

Die geplante Reform soll nach den Angaben der Quellen zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt bringen. Capital.de berichtet, das Finanzministerium erwarte im Jahr 2028 zunächst Einnahmen von 160 Millionen Euro. Im Jahr 2031 könnten diese auf bis zu 350 Millionen Euro steigen.

Auch der SPIEGEL nennt rund 350 Millionen Euro als erwartete Einnahmen aus der Kryptosteuer. Die Einnahmen sollen in den Bundeshaushalt fließen. Der SPIEGEL ordnet die Kryptosteuer in einen Aktionsplan des Finanzministeriums zur Bekämpfung von Steuerbetrug und Schwarzgeld ein.

Nach Angaben des SPIEGEL sollen die verschiedenen Maßnahmen gegen Schwarzgeld und Steuerbetrug insgesamt rund eine Milliarde Euro einbringen. Die Kryptobesteuerung ist damit Teil eines größeren finanzpolitischen Vorhabens.

Der Bericht des SPIEGEL stellt die Reform außerdem in den Zusammenhang mit der Haushaltsplanung für das Jahr 2027. Der dort genannte Haushalt umfasst Ausgaben von rund 550 Milliarden Euro sowie eine Verschuldung von insgesamt rund 120 Milliarden Euro.

Die Quellen beschreiben die geplante Änderung als Annäherung der Besteuerung von Kryptowährungen an die Besteuerung von Aktien und anderen Wertpapieren. Das Bundesfinanzministerium begründet den Schritt laut SPIEGEL damit, dass Kryptowährungen zunehmend als private Kapitalanlage genutzt und auf einem wachsenden Markt erworben und veräußert werden.

Infobox – Einnahmen und Haushalt:

BereichAngabe
Erwartete Einnahmen aus der Kryptosteuer 2028160 Millionen Euro
Erwartete Einnahmen aus der Kryptosteuer 2031Bis zu 350 Millionen Euro
Erwartete Einnahmen verschiedener Maßnahmen gegen Schwarzgeld und SteuerbetrugRund eine Milliarde Euro
Ausgaben des Haushalts 2027Rund 550 Milliarden Euro
VerschuldungInsgesamt rund 120 Milliarden Euro

Kritik aus dem Bitcoin-Verband

Die geplante Neuregelung stößt laut Capital.de auf Kritik aus der Krypto-Branche. Matthias Steger, Steuerberater und Vorstandsmitglied beim Bitcoin Bundesverband, kritisierte die Pläne im Podcast „Im Loop“ des Portals Finanzfluss.

Steger verwies nach Angaben von Capital.de auf den Grundsatz des Einkommensteuergesetzes, wonach private Vermögenszuwächse grundsätzlich nicht besteuert würden. Aus seiner Sicht gebe es keinen sachlichen Grund, Kryptowerte steuerlich anders zu behandeln als Immobilien, Gold oder Silber.

„Es gebe keinen sachlichen Grund, Kryptowerte anders zu behandeln als Immobilien, Gold oder Silber“, sagte Matthias Steger laut Capital.de.

Damit steht der geplanten Gleichstellung mit Wertpapieren eine abweichende Einordnung gegenüber. Während das Finanzministerium Kryptowerte stärker an Aktienerträge anpassen will, sieht der Bitcoin Bundesverband laut der Darstellung von Capital.de eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen privaten Vermögenswerten.

Die zentrale Streitfrage betrifft damit die steuerliche Einordnung privater Wertzuwächse. Die Bundesregierung stellt die wachsende Bedeutung von Kryptowerten als Kapitalanlage in den Mittelpunkt, während die Kritik auf die bisherige Behandlung von Immobilien, Gold und Silber verweist.

Infobox – Kritikpunkte:

Kryptomarkt: Solana erholt sich nach Transaction-V1-Aktivierung

Neben der Steuerdebatte berichtet Finanzen.net über die Entwicklung des Kryptomarkts am 9. September 2026. Solana notierte dort um 12:30 Uhr MESZ bei 103,88 US-Dollar. Gegenüber dem Vortag von 103,36 US-Dollar entsprach dies einem Plus von 0,5 Prozent.

Auslöser für die moderate Erholung war laut Finanzen.net die Aktivierung des Transaction-V1-Upgrades. Dabei wurde das maximale Blocklimit von 1.232 auf 4.096 Bytes erhöht. Das Upgrade soll komplexe DeFi-Operationen effizienter machen, mehrere Transaktionen in einem Vorgang bündeln und die Latenz bei Hochfrequenzanwendungen reduzieren.

Finanzen.net ordnet Transaction V1 als dritten großen protokollseitigen Schritt innerhalb von sechs Wochen ein. Zuvor habe es im August eine Halbierung der Block-Time sowie am 1. September die erste verbindliche Governance-Abstimmung gegeben.

Die Kursreaktion fiel laut Finanzen.net moderat aus. Analysten werteten dies als übliches Muster, da technische Netzwerk-Upgrades häufig bereits im Vorfeld in die Kurse eingepreist würden und der Aktivierungstag daher nicht zwingend zu einem starken Anstieg führe.

Zusätzlichen Einfluss hatten laut dem Bericht Positionierungen großer Marktteilnehmer. Fünf Whale-Adressen hätten zwischen dem 7. und 8. September insgesamt 9,11 Millionen US-Dollar in Long-Positionen auf Solana aufgebaut. Ein Teil dieser Positionierung könnte am Tag der Aktivierung zur Gewinnmitnahme genutzt worden sein.

Aus charttechnischer Sicht müsse Solana die Zone zwischen 100 und 103 US-Dollar als Unterstützung halten. Ein nachhaltiger Schlusskurs über 103 US-Dollar könne laut dem Bericht den Weg zu den nächsten Zielen bei 123 und 132 US-Dollar öffnen.

Infobox – Solana:

AngabeWert
Kurs am 9. September 2026 um 12:30 Uhr MESZ103,88 US-Dollar
Vortageskurs103,36 US-Dollar
Tagesveränderung0,5 Prozent
Blocklimit zuvor1.232 Bytes
Blocklimit nach Transaction V14.096 Bytes
Long-Positionen von fünf Whale-Adressen9,11 Millionen US-Dollar
Genannte nächste Ziele123 und 132 US-Dollar

Bitcoin bleibt nach Hack-Angriff auf Liquid Network unter 79.000 US-Dollar

Bitcoin konsolidierte laut Finanzen.net am Nachmittag des 9. September 2026 weiter unter 79.000 US-Dollar. Als Auslöser des Rücksetzers vom Vortag wird in dem Bericht ein Hack-Angriff auf das Liquid Network genannt.

Bitcoin verlor am 8. September 2026 rund 2 Prozent. Das Liquid Network wird als Bitcoin-Sidechain beschrieben, die schnellere und günstigere Transaktionen als das Bitcoin-Basisprotokoll ermöglicht. Nach Angaben von Finanzen.net wird das Netzwerk von Börsen und institutionellen Nutzern eingesetzt.

Der Sicherheitsvorfall betraf laut dem Bericht nicht das Bitcoin-Protokoll selbst. Der Markt habe den Angriff dennoch als sicherheitsrelevantes Signal für den breiteren Kryptosektor gewertet.

Trotz der kurzfristigen Belastung bleibt die übergeordnete Marktstruktur laut Finanzen.net positiv. Der Dreißig-Tage-Gewinn lag demnach bei rund 21 Prozent. Zudem zeigten institutionelle Bitcoin-ETFs weiterhin solide Zuflüsse.

Auch andere Kryptowährungen standen unter Druck. Chainlink verlor am Mittwochmittag 4,16 Prozent und notierte bei 12,01 US-Dollar. Damit verdeutlichte der Altcoin laut Finanzen.net die Belastung des Sektors abseits von Solana.

Infobox – Bitcoin und Marktumfeld:

Ethereum stabilisiert sich vor PPI und CPI

Ethereum bewegte sich laut Finanzen.net am 9. September 2026 zwischen 2.480 und 2.500 US-Dollar. Der RSI lag bei 64,1 und deutete damit auf eine leicht bullische Positionierung hin.

Die Widerstandszone zwischen 2.511 und 2.546 US-Dollar wurde dem Bericht zufolge bislang nicht nachhaltig überwunden. ETF-Zuflüsse und der positive RSI stützten zwar den Aufwärtstrend, das Tempo blieb jedoch hinter Bitcoin zurück.

Für die kurzfristige Marktrichtung misst Finanzen.net den anstehenden US-Inflationsdaten größere Bedeutung bei als dem technischen Solana-Upgrade. Am 10. September 2026 soll um 14:30 Uhr MESZ der PPI für August veröffentlicht werden. Am 11. September folgt der CPI für August, ebenfalls um 14:30 Uhr MESZ.

Beide Datenpunkte könnten laut dem Bericht die September-Zinserhöhungs-Odds von rund 58 Prozent beeinflussen. Anschließend richtet sich der Blick auf die FOMC-Sitzung am 15. und 16. September 2026. Dort soll Warsh erstmals einen neuen Dot Plot vorlegen.

Infobox – Termine und Ethereum:

AngabeWert
Ethereum-Handelsspanne am 9. September 20262.480 bis 2.500 US-Dollar
RSI64,1
Widerstandszone2.511 bis 2.546 US-Dollar
PPI für August10. September 2026, 14:30 Uhr MESZ
CPI für August11. September 2026, 14:30 Uhr MESZ
September-Zinserhöhungs-OddsRund 58 Prozent
FOMC-Sitzung15. und 16. September 2026

Die Berichte von Capital.de, SPIEGEL, ZEIT und Finanzen.net zeichnen damit zwei miteinander verbundene Entwicklungen: In Deutschland wird eine dauerhafte steuerliche Neuordnung von Kryptogewinnen vorbereitet, während die internationalen Kryptomärkte auf technische Upgrades, Sicherheitsvorfälle und neue Inflationsdaten reagieren. Die geplante Steuerreform soll Gewinne unabhängig von der Haltedauer erfassen, während die Marktberichte den Fokus auf die Kursentwicklung von Solana, Bitcoin und Ethereum sowie auf die anstehenden US-Daten legen.

Einschätzung der Redaktion

Die geplante Neuregelung wäre ein deutlicher Einschnitt für langfristige Kryptoanleger, weil der bisherige Vorteil einer Haltedauer von mehr als zwölf Monaten entfiele. Die Annäherung an die Aktienbesteuerung schafft zwar ein einfacheres und automatisierbares System, beseitigt aber nicht die grundsätzliche Ungleichbehandlung gegenüber anderen privaten Vermögenswerten.

Entscheidend wird daher weniger der Steuersatz von 25 Prozent als die Rechtssicherheit bei Stichtag, Verlustverrechnung und technischer Umsetzung sein. Für den Markt dürfte die Reform vor allem die Attraktivität langfristiger Bitcoin- und Ether-Strategien in Deutschland reduzieren, ohne die hohe Volatilität oder die internationalen Kurstreiber zu verändern.

Kernaussage: Die Reform erhöht die Planbarkeit der Besteuerung, macht langfristiges Halten aber voraussichtlich weniger attraktiv und verschärft die Debatte über eine sachgerechte Behandlung von Kryptowerten.

Quellen: