Krypto-News: Steuerreform, Inflationsdaten und Bitcoin-Ausbruch im Fokus

Autor: Alexander Weipprecht

Veröffentlicht:

Kategorie: News

Zusammenfassung: Steuerreform, kühle US-Inflationsdaten und technische Marken prägen den Kryptomarkt: Bitcoin steigt, während Ethereum und Solana starke Quartalsgewinne verbuchen.

Zwischen geplanter Steuerreform, überraschend kühlen US-Inflationsdaten und wichtigen charttechnischen Marken steht der Kryptomarkt vor richtungsweisenden Wochen. Der Pressespiegel zeigt, welche politischen Entscheidungen, Fed-Signale und Kurszonen jetzt Bitcoin, Ethereum und den Gesamtmarkt bewegen.

Bitcoin-Haltefrist, Inflationsdaten und Quartalsbilanz: Das bewegt den Kryptomarkt

Deutschland konkretisiert Reform der Krypto-Besteuerung

Das Bundesfinanzministerium hat den Referentenentwurf für ein „Gesetz zur Reform der Besteuerung bestimmter Kryptowerte im Privatvermögen“ an Verbände und Interessenvertretungen verschickt. Stellungnahmen sollen bis zum 6. Oktober 2026 eingereicht werden, bevor sich das Bundeskabinett am 14. Oktober 2026 mit dem Vorhaben befassen soll, berichtet Blocktrainer.

Geplant ist weiterhin, Bitcoin und andere sogenannte Tauschkryptowerte künftig grundsätzlich den Einkünften aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG zuzuordnen. Für neu angeschaffte Bestände soll die einjährige Haltefrist entfallen, sodass Gewinne unabhängig von der Haltedauer besteuert würden. Die Regelung soll nach dem aktuellen Entwurf für Kryptowerte gelten, die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft oder zugeflossen sind.

Für bereits vorhandene Bestände ist weiterhin ein Bestandsschutz vorgesehen. Wer Bitcoin noch unter der bisherigen Rechtslage erworben hat, soll grundsätzlich auch nach Inkrafttreten der Reform von der bisherigen Haltefrist profitieren können. Ebenfalls vorgesehen ist ein Kapitalertragsteuerabzug ab dem 1. Januar 2028, bei dem entsprechende Anbieter die Steuer prinzipiell direkt bei der Transaktion berücksichtigen.

Die Kabinettbefassung am 14. Oktober 2026 wäre allerdings noch kein endgültiger Beschluss. Das Bundeskabinett kann dem Entwurf zustimmen, Änderungen vornehmen oder die Entscheidung vertagen. Danach würde das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren mit Beratungen in Bundestag und Bundesrat folgen.

Nach Angaben von Blocktrainer ist außerdem noch offen, ob der Entwurf innerhalb der Bundesregierung vollständig abgestimmt ist. Insbesondere sei unklar, ob die CDU-geführten Ministerien dem Vorhaben bereits zugestimmt haben. Bis zur geplanten Kabinettbefassung könnten sich daher weitere Änderungen ergeben.

„Für so wenig Geld wird der Standort Deutschland für Bitcoin beschädigt und Vertrauen zerstört“, kritisiert der frühere FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler laut Blocktrainer.

Bei den finanziellen Auswirkungen rechnet das Bundesfinanzministerium langfristig mit Steuermehreinnahmen von 350 Millionen Euro pro Jahr. Der Erfüllungsaufwand für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung ist im aktuellen Entwurf dagegen weiterhin mit „folgt“ angegeben und damit noch nicht beziffert.

Besondere praktische Schwierigkeiten könnten entstehen, wenn Anleger Bitcoin selbst verwahren und später an eine Börse übertragen. Sind ursprünglicher Kaufpreis oder Anschaffungszeitpunkt nicht bekannt oder werden die Angaben nicht anerkannt, soll zunächst angenommen werden, dass die Bitcoin erst nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft wurden. Für den Steuerabzug sollen anschließend pauschal 50 % des Verkaufserlöses als Grundlage dienen.

Blocktrainer verweist darauf, dass diese Regelung zunächst den Steuerabzug durch den Anbieter betrifft und nicht automatisch bedeutet, dass am Ende die Hälfte des gesamten Verkaufserlöses versteuert werden muss. Eine lückenlose Dokumentation von Kaufzeitpunkten und Anschaffungskosten werde dadurch jedoch wichtiger.

Zusammenfassung: Die Reform sieht den Wegfall der einjährigen Haltefrist für neu angeschaffte Kryptowerte vor. Stellungnahmen sind bis zum 6. Oktober 2026 möglich, die Kabinettbefassung ist für den 14. Oktober 2026 vorgesehen; die geplanten Steuermehreinnahmen werden mit 350 Millionen Euro pro Jahr angegeben.

Kühlerer PCE-Index gibt Bitcoin zum Quartalsabschluss Rückenwind

Der Core-PCE-Index für August ist mit 3,0 Prozent im Jahresvergleich unter der Prognose von 3,3 Prozent geblieben. Nach der Veröffentlichung um 14:30 Uhr MESZ sprang Bitcoin laut finanzen.net um rund 1 Prozent auf etwa 84.750 US-Dollar.

Der Core-PCE stieg im Monatsvergleich um 0,2 Prozent, während eine Zunahme von 0,3 Prozent erwartet worden war. Der Headline-PCE lag im Jahresvergleich bei 3,4 Prozent und damit unter der erwarteten Zahl von 3,7 Prozent.

KennzahlWertPrognose
Core-PCE im Monatsvergleich0,2 Prozent0,3 Prozent
Core-PCE im Jahresvergleich3,0 Prozent3,3 Prozent
Headline-PCE im Jahresvergleich3,4 Prozent3,7 Prozent
Bitcoin nach Veröffentlichungetwa 84.750 US-Dollar

Finanzen.net ordnet die Daten als Entlastung für die US-Notenbank ein. Ein Core-PCE von 3,0 Prozent im Jahresvergleich, der unter der Erwartung von 3,3 Prozent liegt, setzt demnach den Konsens für einen weiteren Zinsschritt im Dezember unter Druck.

Der Dot Plot vom 16. September hatte 16 von 18 FOMC-Mitgliedern als Befürworter eines weiteren Zinsschritts ausgewiesen. Zusätzlich verweist der Bericht auf Job Openings für August von 7,079 Millionen und eine Consumer Confidence im September von 81,9, jeweils unter der Prognose. Die nächsten genannten Fed-Termine sind der 27. und 28. Oktober sowie der 8. und 9. Dezember.

Eine weitere wichtige Zahl folgt laut finanzen.net am Freitag, dem 2. Oktober, um 14:30 Uhr MESZ mit den Non-Farm Payrolls für September. Schwache Payrolls könnten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember weiter senken, während starke Zahlen das Dilemma der Federal Reserve vergrößern würden.

Zum Ende des dritten Quartals 2026 hebt finanzen.net außerdem die Entwicklung von Ethereum und Bitcoin hervor. Ethereum beendet Q3 mit einem Gewinn von rund 71 Prozent und damit laut Bericht mit dem besten dritten Quartal seiner Geschichte. Bitcoin steht bei rund 43,5 Prozent Quartalsgewinn.

Die bisherige Ethereum-Bestmarke für ein drittes Quartal lag laut Quelle bei 66,5 Prozent aus dem Jahr 2025. Solana notierte zum Quartalsabschluss im Bereich von rund 119 US-Dollar und beendet Q3 mit einem Gewinn von rund 40 Prozent.

Zusammenfassung: Der Core-PCE lag mit 3,0 Prozent unter der Prognose von 3,3 Prozent, Bitcoin stieg auf etwa 84.750 US-Dollar. Ethereum beendet Q3 mit rund 71 Prozent Gewinn, Bitcoin mit rund 43,5 Prozent und Solana mit rund 40 Prozent.

Onvista sieht Bitcoin nach Ausbruch über 80.000 US-Dollar im Aufwärtstrend

Bitcoin notiert laut Onvista bei rund 83.700 US-Dollar und hat nach einer Konsolidierung die Zwischenhochs aus dem Mai überwunden. Der Kurs liegt außerdem über dem durchschnittlichen Einstiegspreis der Anleger in US-amerikanischen Bitcoin-ETFs, was Onvista als Unterstützung für einen neuen Aufwärtstrend einordnet.

Dem Bericht zufolge hatte Bitcoin zuvor einen Rückgang von rund 54 Prozent verzeichnet. Das Tief wurde nach ungefähr 250 Tagen und kurzzeitig unter 60.000 US-Dollar erreicht. Frühere Bärenmärkte dauerten vom Hoch bis zum Tief meist 350 bis 400 Tage und brachten Rückgänge von mindestens 80 Prozent.

Vor dem Anstieg hätten mehrere Entwicklungen auf eine fortgeschrittene Bodenbildung hingedeutet. Dazu zählten eine Bewertung beim Verhältnis von Marktwert zu ursprünglichen Kaufpreisen aller Bitcoin in einem Bereich früherer Bärenmärkte sowie eine zunehmend schwächere Reaktion des Kurses auf negative Nachrichten.

Für verschiedene Anlegergruppen nennt Onvista unterschiedliche durchschnittliche Kostenbasen. Die durchschnittliche Kostenbasis kurzfristiger Anleger lag bei etwa 67.000 US-Dollar, ein breiterer durchschnittlicher Einstiegspreis bei rund 76.000 US-Dollar. Die Kostenbasis der Anleger in US-amerikanischen Bitcoin-ETFs lag zwischen 81.000 und 83.000 US-Dollar.

BezugspunktAngabe
Aktueller Bitcoin-Kurs im Berichtrund 83.700 US-Dollar
Früherer Rückgangrund 54 Prozent
Tiefkurzzeitig unter 60.000 US-Dollar
Kostenbasis kurzfristiger Anlegeretwa 67.000 US-Dollar
Breiterer durchschnittlicher Einstiegspreisrund 76.000 US-Dollar
Kostenbasis US-amerikanischer Bitcoin-ETFszwischen 81.000 und 83.000 US-Dollar

Onvista zufolge können Rücksetzer bei Kursen oberhalb der ETF-Kostenbasis zusätzliche Käufe auslösen. Als technisch besonders relevanter Bereich wird die Zone von 81.000 bis 83.000 US-Dollar genannt. Entscheidend sei, ob Bitcoin diesen Bereich bei Rücksetzern behaupten kann.

Auch der breitere Kryptomarkt habe Stärke gezeigt. Ethereum legte gegenüber Bitcoin zu, während zuletzt mehr als 75 Prozent der übrigen Kryptowährungen besser abschnitten als Bitcoin. Damit habe sich der Kursanstieg auf weitere Teile des Marktes verteilt.

Trotz der positiven charttechnischen Signale weist Onvista auf die weiterhin hohen Schwankungen hin. Der Rückgang um rund 54 Prozent zeige, dass Bitcoin trotz der Rückkehr über wichtige Kursmarken ein erhebliches Risiko aufweise.

Zusammenfassung: Bitcoin notiert laut Onvista bei rund 83.700 US-Dollar und über der Marke von 80.000 US-Dollar. Die Zone von 81.000 bis 83.000 US-Dollar gilt als wichtige Unterstützung, während die Schwankungsrisiken trotz des Ausbruchs hoch bleiben.

Einschätzung der Redaktion

Die größte strukturelle Bedeutung hat die geplante deutsche Steuerreform: Sie könnte private Anleger zu deutlich genauerer Dokumentation zwingen und den Standort Deutschland für langfristige Kryptoinvestments unattraktiver machen. Der vorgesehene Bestandsschutz begrenzt den unmittelbaren Schaden, beseitigt aber nicht die Unsicherheit bis zum Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens.

Die schwächeren Inflationsdaten sind kurzfristig ein klarer liquiditätsfreundlicher Impuls für Bitcoin und andere risikoreiche Anlagen. Für eine nachhaltige Rally bleiben jedoch die kommenden Arbeitsmarktdaten und die Zinsentscheidungserwartungen entscheidend. Die starke Quartalsentwicklung spricht für zunehmende Marktbreite, ersetzt aber keine Risikokontrolle.

Charttechnisch ist die Zone von 81.000 bis 83.000 US-Dollar der zentrale Prüfstein. Hält sie bei Rücksetzern, würde das den Aufwärtstrend bestätigen; fällt sie, könnte sich der jüngste Ausbruch als Fehlsignal erweisen. Trotz der positiven Dynamik bleibt die hohe Schwankungsanfälligkeit das wesentliche Gegenargument gegen übermäßigen Optimismus.

Infobox: Wichtigste Erkenntnis
Kurzfristig überwiegen die positiven Marktsignale, während die deutsche Steuerreform langfristig ein relevantes Belastungsrisiko für Anleger und den Standort darstellt.

Quellen: