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Strategy-Aktie steigt trotz Milliardenverlust durch Bitcoin-Bewertung
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Die Strategy-Aktie legte Ende Juli 2026 zu, doch hinter den Kursgewinnen verbirgt sich eine angespannte Bilanz: Milliardenverluste durch die Bitcoin-Bewertung, steigende Finanzierungskosten und hohe Vorzugsdividenden treffen auf einen wachsenden Bitcoin-Bestand und ein stabiles Softwaregeschäft. Der Pressespiegel zeigt, wie unterschiedlich die Finanzmedien das Spannungsfeld zwischen Bitcoin-Strategie, Kapitalbedarf und Bilanzrisiken bewerten.
Strategy im Fokus: Kursgewinne treffen auf Milliardenverlust durch Bitcoin-Bewertung
Die Aktie von Strategy, ehemals MicroStrategy, stand Ende Juli 2026 bei mehreren Finanzmedien im Mittelpunkt. Während das Papier im US-Handel zulegte, belasteten ein hoher Quartalsverlust und die schwächere Bewertung des Bitcoin-Bestands die Bilanz des Unternehmens.
Strategy-Aktie am Abend 3,7 Prozent höher
Nach Angaben von finanzen.ch gehörte die Strategy-Aktie am Donnerstagabend zu den Gewinnern an der NASDAQ. Um 20:26 Uhr notierte das Papier 3,7 Prozent höher bei 96,76 USD, nachdem der Kurs zwischenzeitlich bis auf 97,47 USD gestiegen war.
Der Handelstag hatte bei 94,86 USD begonnen. Über die NASDAQ wurden zuletzt 1'747'443 Aktien umgesetzt, während der NASDAQ Composite Index bei 25'075 Punkten lag.
| Aktueller Kurs | 96,76 USD |
| Tagesveränderung | 3,7 Prozent |
| Tageshoch | 97,47 USD |
| Eröffnungskurs | 94,86 USD |
| Handelsvolumen | 1'747'443 Aktien |
| NASDAQ Composite Index | 25'075 Punkte |
Das 52-Wochen-Hoch wurde am 12.08.2025 bei 414,19 USD erreicht. Das 52-Wochen-Tief folgte am 27.06.2026 bei 81,81 USD; der aktuelle Kurs lag laut finanzen.ch 18,27 Prozent über diesem Tief.
Infobox: Strategy gewann im Abendhandel 3,7 Prozent und notierte bei 96,76 USD. Das Papier blieb damit deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 414,19 USD.
Nachmittagsplus von 3,6 Prozent bei finanzen.net
Auch Finanzen.net berichtete über steigende Kurse bei Strategy. Um 15:53 Uhr legte die Aktie im NASDAQ-Handel um 3,6 Prozent auf 96,68 USD zu und erreichte im Tagesverlauf 97,05 USD.
Den Handelstag hatte die Aktie ebenfalls bei 94,86 USD begonnen. Bis zu diesem Zeitpunkt wechselten 417.372 Strategy-Aktien den Besitzer. Das 52-Wochen-Hoch von 414,19 USD stammte laut Finanzen.net vom 12.08.2025, während das 52-Wochen-Tief am 27.06.2026 bei 81,81 USD lag.
| Kurs um 15:53 Uhr | 96,68 USD |
| Veränderung | 3,6 Prozent |
| Tageshoch | 97,05 USD |
| Eröffnungskurs | 94,86 USD |
| Gehandeltes Volumen | 417.372 Aktien |
| 52-Wochen-Hoch | 414,19 USD |
| 52-Wochen-Tief | 81,81 USD |
Finanzen.net verwies außerdem auf die am 05.05.2026 veröffentlichten Quartalszahlen. Für das am 31.03.2026 beendete Jahresviertel wurde ein Verlust je Aktie von -38,25 USD gemeldet, verglichen mit -16,49 USD im Vorjahresquartal. Der Umsatz betrug 124,30 Mio. USD nach 111,07 Mio. USD im Vorjahreszeitraum.
Für 2026 erwarten Analysten laut Finanzen.net einen Gewinn von 3,69 USD je Aktie. Eine Dividende wurde im Vorjahr mit 0,000 USD je Aktie angegeben; für das laufende Jahr wird ebenfalls eine Dividende von 0,000 USD prognostiziert.
Infobox: Finanzen.net meldete am Nachmittag einen Kursanstieg auf 96,68 USD. Gleichzeitig verwies die Quelle auf einen Quartalsverlust von -38,25 USD je Aktie und einen Umsatz von 124,30 Mio. USD.
BeInCrypto: Nettoverlust von 8,22 Milliarden USD
BeInCrypto stellte die Quartalsentwicklung von Strategy in den Mittelpunkt. Das Unternehmen meldete demnach im zweiten Quartal einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden USD, nachdem im Vorjahr unter derselben Rechnungslegung ein Nettogewinn von 10,02 Milliarden USD ausgewiesen worden war.
Als wesentlicher Faktor wird eine Abschreibung von 8,32 Milliarden USD genannt. Der Nettoverlust entsprach laut BeInCrypto 24,45 USD je Aktie. Parallel dazu führte Strategy neue Kennzahlen wie BTC Hurdle ARR und Net Bitcoin Per Share auf der eigenen Website ein.
Der BTC Hurdle ARR wurde auf 10,8 Prozent festgelegt. Strategy meldete für das Jahr eine Bitcoin-Rendite von 4,5 Prozent. Finanzvorstand Andrew Kang bezeichnete den Schwellenwert als effektive Kreditkosten des Unternehmens.
„Unser BTC Hurdle ARR von 10,8 % zeigt unsere aktuellen effektiven Kreditkosten. Liegt unser BTC ARR darüber, erzielt Net BTC Per Share einen positiven Abstand, der sich schneller als Bitcoin weiterentwickelt”, sagte Andrew Kang laut BeInCrypto.
BeInCrypto weist darauf hin, dass der Vergleich nicht vollständig eindeutig sei, weil Strategy keinen aktuellen Wert für BTC ARR veröffentlicht habe. Zudem bilde BTC Yield die Wertentwicklung pro Aktie über einen festgelegten Zeitraum ab und nicht als jährliche Rate.
Die gemeldete Rendite von 4,5 Prozent bezog sich auf den Zeitraum vom 1. Januar bis 26. Juli. Auf ein Jahr hochgerechnet entspreche dies laut BeInCrypto etwa 8 Prozent, womit weiterhin ungefähr drei Prozentpunkte zum Schwellenwert von 10,8 Prozent fehlten.
- BTC Hurdle ARR: 10,8 %
- Bitcoin-Rendite: 4,5 %
- Nettoverlust: 8,22 Milliarden USD
- Abschreibung: 8,32 Milliarden USD
- Verlust je Aktie: 24,45 USD
Infobox: BeInCrypto beschreibt eine Lücke zwischen der Bitcoin-Rendite von 4,5 Prozent und dem BTC Hurdle ARR von 10,8 Prozent. Der Quartalsverlust belief sich auf 8,22 Milliarden USD.
Steigende Finanzierungskosten und höhere Vorzugsdividenden
Nach Darstellung von BeInCrypto stiegen die Finanzierungskosten von Strategy durch die Aufnahme neuer Mittel. Die Ausgabe von STRC brachte in diesem Jahr 7,53 Milliarden USD ein, was einem Wachstum von 254 Prozent entspricht. Das Management erhöhte die Auszahlungsrate für diese bevorzugten Anteile auf 12 Prozent.
Die Vorzugsdividenden beliefen sich im Quartal auf 400,7 Millionen USD. Im Vorjahreszeitraum waren es 49,1 Millionen USD gewesen. Um diese Zahlungen zu decken, verkaufte Strategy laut BeInCrypto etwa 218,4 Millionen USD an Bitcoin.
Gleichzeitig verringerte das Unternehmen seine Wandelanleihen von 8,21 Milliarden auf 6,71 Milliarden USD. Grund dafür waren im Mai zurückgekaufte Wandelanleihen mit einem Rabatt von 8 Prozent.
Die Barreserve wurde mit 3,75 Milliarden USD angegeben. Sie soll Dividenden und Zinsen für 2,1 Jahre sichern. BeInCrypto bezeichnete jedoch die Robustheit von STRC als umstritten und stellte die Frage in den Mittelpunkt, ob der Abstand zwischen Bitcoin-Rendite und Finanzierungshürde positiv wird, bevor diese Reserve aufgebraucht ist.
| STRC-Erlöse | 7,53 Milliarden USD |
| Wachstum der STRC-Erlöse | 254 % |
| Auszahlungsrate | 12 % |
| Vorzugsdividenden im Quartal | 400,7 Millionen USD |
| Vorzugsdividenden im Vorjahr | 49,1 Millionen USD |
| Bitcoin-Verkäufe zur Deckung der Zahlungen | 218,4 Millionen USD |
| Wandelanleihen | 6,71 Milliarden USD |
| Barreserve | 3,75 Milliarden USD |
| Absicherung von Dividenden und Zinsen | 2,1 Jahre |
Das Softwaregeschäft entwickelte sich laut BeInCrypto dagegen positiv. Der Software-Umsatz stieg um 6,9 Prozent auf 122,4 Millionen USD, nachdem im Vorjahresquartal 114,5 Millionen USD erzielt worden waren.
Infobox: Die Finanzierung über STRC brachte 7,53 Milliarden USD ein, während die Vorzugsdividenden auf 400,7 Millionen USD stiegen. Die Barreserve von 3,75 Milliarden USD soll Zahlungen für 2,1 Jahre sichern.
Wallstreet Online: Bitcoin-Bestand unter den Anschaffungskosten
Wallstreet Online bezeichnete die Quartalszahlen von Strategy als „tiefrote Zahlen“. Das Unternehmen habe im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 8,33 Milliarden US-Dollar und einen Nettoverlust von 8,22 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Der Verlust je verwässerter Aktie lag bei 24,45 US-Dollar.
Als Auslöser nannte die Quelle den Rückgang des Bitcoin-Kurses, der das Krypto-Portfolio von Strategy belastete. Zum 26. Juli hielt das Unternehmen insgesamt 843.775 Bitcoin. Die Position war damit seit Jahresbeginn um 25 Prozent gewachsen.
Die Anschaffungskosten einschließlich Gebühren beliefen sich auf 63,69 Milliarden US-Dollar. Wallstreet Online bezifferte den aktuellen Marktwert mit 54,77 Milliarden US-Dollar. Daraus ergab sich eine Differenz von fast 8,9 Milliarden US-Dollar gegenüber den ursprünglichen Kaufkosten.
| Bitcoin-Bestand | 843.775 Bitcoin |
| Ausbau seit Jahresbeginn | 25 Prozent |
| Anschaffungskosten einschließlich Gebühren | 63,69 Milliarden US-Dollar |
| Aktueller Marktwert | 54,77 Milliarden US-Dollar |
| Differenz zu den Kaufkosten | fast 8,9 Milliarden US-Dollar |
| Operativer Verlust | 8,33 Milliarden US-Dollar |
| Nettoverlust | 8,22 Milliarden US-Dollar |
| Verlust je verwässerter Aktie | 24,45 US-Dollar |
Nach der Veröffentlichung reagierte die Aktie im nachbörslichen Handel vergleichsweise gelassen und verlor 0,76 Prozent. Zuvor hatte sie den regulären Handel mit einem Plus von 4,73 Prozent bei 97,74 US-Dollar beendet.
Wallstreet Online berichtete außerdem, dass Bitcoin am Freitagmorgen um rund 0,7 Prozent auf 64.341 US-Dollar zulegte, auf Wochensicht jedoch 1,5 Prozent im Minus lag. Die Kryptowährung notierte zu diesem Zeitpunkt seit über 270 Tagen unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Strategy habe zudem bereits die dritte Woche in Folge auf weitere Bitcoin-Käufe verzichtet.
Infobox: Strategy hielt 843.775 Bitcoin, deren Marktwert laut Wallstreet Online mit 54,77 Milliarden US-Dollar unter den Anschaffungskosten von 63,69 Milliarden US-Dollar lag. Die Differenz betrug fast 8,9 Milliarden US-Dollar.
Kapitalaufnahmen stärken die Bilanz
Trotz der Belastungen durch das Bitcoin-Portfolio verwies Wallstreet Online auf eine Stärkung der Bilanz durch Kapitalaufnahmen. In der Übersicht der Quelle werden Kapitalaufnahmen von 17,06 Milliarden genannt.
Das operative Softwaregeschäft blieb dem Bericht zufolge stabil. Der Quartalsumsatz erhöhte sich um 6,9 Prozent auf 122,4 Millionen US-Dollar, nach 114,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.
Damit stehen sich bei Strategy zwei Entwicklungen gegenüber: Der Bitcoin-Bestand belastete die Ergebnisrechnung durch die niedrigere Bewertung, während das Softwaregeschäft Umsatzwachstum zeigte und Kapitalaufnahmen die Bilanz unterstützten.
Infobox: Wallstreet Online nennt Kapitalaufnahmen von 17,06 Milliarden und einen Software-Umsatz von 122,4 Millionen US-Dollar. Das Softwaregeschäft legte gegenüber 114,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal um 6,9 Prozent zu.
Ausblick auf die nächsten Finanzzahlen
Die nächste Bilanzvorlage von Strategy wird laut finanzen.ch und Finanzen.net am 04.11.2026 erwartet. Die Veröffentlichung der Q2-2027-Bilanz wird von Experten am 05.08.2027 erwartet.
Für das Jahr 2026 rechnen Experten laut finanzen.ch mit einem Gewinn von 3,69 USD je Aktie. Eine Dividende wird für das laufende Jahr mit 0,000 USD angegeben.
| Nächste Bilanzvorlage | 04.11.2026 |
| Erwartete Q2-2027-Bilanz | 05.08.2027 |
| Erwarteter Gewinn je Aktie 2026 | 3,69 USD |
| Erwartete Dividende 2026 | 0,000 USD |
Infobox: Die nächste Bilanzvorlage wird am 04.11.2026 erwartet. Experten rechnen für 2026 mit einem Gewinn von 3,69 USD je Aktie und einer Dividende von 0,000 USD.
Einschätzung der Redaktion
Der Kursanstieg ist angesichts der erheblichen Bitcoin- und Finanzierungslasten kein belastbares Entspannungssignal. Entscheidend ist, ob Strategy künftig eine Bitcoin-Rendite erzielt, die ihre Finanzierungskosten übersteigt. Bleibt diese Lücke bestehen, drohen anhaltender Druck auf Liquidität, Aktionärsrendite und Finanzierungsmodell. Das Softwaregeschäft stabilisiert zwar die operative Basis, reicht allein aber nicht aus, um das hohe Bitcoin- und Verschuldungsrisiko auszugleichen.
Zusammenfassung: Strategy bleibt eine hochspekulative Bitcoin-Wette mit wachsendem Finanzierungsrisiko; kurzfristige Kursgewinne ändern daran wenig.
Quellen:
- Strategy (ex MicroStrategy) Aktie News: Strategy (ex MicroStrategy) am Abend stärker
- MicroStrategy: Gewinn von 10 Milliarden USD dreht sich innerhalb eines Jahres zu einem Verlust von 8,2 Milliarden USD
- Strategy (ex MicroStrategy) Aktie News: Strategy (ex MicroStrategy) am Nachmittag im Plus
- Strategy: Bitcoin-Einbruch reißt 8,3 Milliarden Dollar Loch in die Bilanz
- Strategy (ex MicroStrategy) Aktie News: Anleger schicken Strategy (ex MicroStrategy) am Donnerstagnachmittag ins Plus
- Strategy-Aktie unter Druck: Milliardenverlust legt wahre Bitcoin-Stimmung offen
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Kommentare (5)
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Anonymous
Der Kursanstieg wirkt angesichts der Finanzierungskosten und der Milliardenlücke beim Bitcoin-Bestand eher wie eine kurze Verschnaufpause als echte Entwarnung.
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Bilanz-Bremse
Der Kursanstieg ist für mich eher ein kurzer Stimmungsumschwung als ein echtes Signal, dass sich bei Strategy etwas grundlegend verbessert hat. 8,22 Milliarden Dollar Verlust und eine Lücke von fast 8,9 Milliarden zwischen Kaufkosten und aktuellem Bitcoin-Wert sind schließlich keine Nebensache. Klar, solche Bewertungsverluste sind bei Bitcoin stark vom Stichtag abhängig und können sich bei steigenden Kursen auch wieder drehen. Aber genau darin liegt ja das Problem: Die Firma ist extrem davon abhängig, dass Bitcoin nicht nur irgendwie steigt, sondern schnell genug steigt, um die hohen Finanzierungskosten und die Vorzugsdividenden zu übertreffen. Besonders die 12 Prozent bei STRC finde ich happig. Wenn allein die Vorzugsdividenden inzwischen 400,7 Millionen Dollar im Quartal betragen und dafür sogar Bitcoin verkauft werden musste, wirkt das Modell schon ziemlich unter Druck. Die Barreserve reicht laut Artikel zwar rechnerisch 2,1 Jahre, aber das ist keine Ewigkeit. Und was passiert, wenn Bitcoin bis dahin nicht deutlich zulegt oder die Finanzierung noch teurer wird? Dann muss Strategy entweder weitere Wertpapiere ausgeben, noch mehr Schulden aufnehmen oder Bestand verkaufen. Alles drei dürfte für die normalen Aktionäre nicht gerade angenehm sein. Das Softwaregeschäft ist immerhin nicht komplett bedeutungslos, der Umsatz wächst ja. Nur stehen gut 122 Millionen Dollar Quartalsumsatz in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Milliardenbewegungen im Bitcoin-Teil. Das operative Geschäft kann die Schwankungen also nicht auffangen, sondern dient eher als kleines stabiles Fundament unter einem riesigen spekulativen Aufbau. Für Anleger muss deshalb klar sein, dass sie hier nicht einfach eine Softwareaktie kaufen, sondern im Grunde eine hoch gehebelte Bitcoin-Wette mit zusätzlichem Unternehmensrisiko. Was mich außerdem stört, ist die Vermischung der verschiedenen Kennzahlen. BTC Yield, BTC ARR und Net Bitcoin Per Share klingen beeindruckend, sind aber nicht automatisch mit einer normalen Rendite vergleichbar. Wenn selbst die Berichterstattung darauf hinweist, dass die Werte nicht sauber gegenübergestellt werden können, sollte man bei den Erfolgsdarstellungen des Managements vorsichtig bleiben. Ein steigender Bitcoin-Bestand pro Aktie ist schön, aber er sagt wenig aus, wenn die Kosten für das Kapital schneller steigen als dieser Vorteil. Dass die Aktie trotzdem an einem Tag um rund vier Prozent steigt, überrascht mich nicht. An der Börse wird oft die Erwartung gehandelt und nicht die aktuelle Bilanz. Vielleicht setzen manche Anleger darauf, dass Bitcoin bald wieder dreht, oder sie spekulieren einfach auf den nächsten Kursschub. Das kann kurzfristig funktionieren, ändert aber nichts an der Tatsache, dass Strategy bei fallenden Kursen überproportional leiden dürfte. Ich würde hier jedenfalls nicht von Entwarnung sprechen, sondern von einem Papier, bei dem die Risiken im Kleingedruckten größer sind als der Tagesgewinn vermuten lässt. Den nächsten Quartalsbericht am 4. November dürfte ich mir deshalb sehr genau anschauen.
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Anonymous
Ich versteh ehrlich gesagt nicht ganz warum die Aktie bei solchen Zahlen überhaupt steigt. 3,7 Prozent Plus klingt erstmal toll, aber wenn gleichzeitig 8 Milliarden Verlust und fast 9 Milliarden unter den Einkaufskosten stehen dann ist das doch eher wie wenn man den Kontostand mit einer Lupe schön liest. Der Bitcoin Bestand ist natürlich riesig und wenn der Kurs wieder stark steigt sieht die sache sofort besser aus, aber genau andersrum gehts halt auch ziemlich schnell nach unten. Besonders komisch finde ich diese 10,8 Prozent Finanzierungshürde. Wenn die eigene Bitcoin rendite nur ungefähr 4,5 Prozent beträgt, fehlt da ja doch einiges, auch wenn man das nicht einfach so hochrechnen darf. Und die 12 Prozent bei den Vorzugsaktien wirken auch nicht gerade billig. 400 Millionen Dividenden im Quartal ist schon eine Hausnummer, dafür könnte man vermutlich ziemlich viele Softwarefirmen kaufen oder wenigstens ein paar Server ordentlich bezahlen. Das Softwaregeschäft wächst zwar, aber 122 Millionen Umsatz klingt im Vergleich zu den Milliardenbeträgen rund um Bitcoin fast wie Kleingeld. Es ist immerhin ein echter Betrieb mit echten Kunden und nicht nur eine Wette auf den Kurs, aber ob das die ganzen Finanzierungs und Zinskosten auffängt wage ich mal zu bezweifeln. Die Barreserve für 2,1 Jahre hört sich erstmal beruhigend an, nur ist die Frage was danach passiert wenn Bitcoin bis dahin nicht ordentlich steigt. Auch das verkaufen von Bitcoin für Dividenden finde ich irgendwie widersprüchlich. Man sammelt Bitcoin um möglichst viel davon zu besitzen und verkauft dann wieder einen Teil um die Finanzierung zu bezahlen. Das ist vielleicht finanztechnisch total logisch, aber als normaler Leser kommt mir das wie linke Tasche rechte Tasche vor. Der Kursanstieg an einem einzelnen Handelstag sagt deshalb meiner meinung nach fast garnichts aus. Vielleicht hoffen die Anleger einfach auf den nächsten Bitcoin hype oder auf irgendwelche neuen Kapitalaufnahmen. Unterm Strich bleibt Strategy für mich eher ein Bitcoin gehebeltes Finanzprodukt mit einem Softwaregeschäft als Zusatz, und nicht andersrum. Wer da einsteigt sollte schon wissen das ein paar Prozent plus schnell wieder verschwinden können. Die Zahlen sind jedenfalls nicht wirklich entspannend nur weil die Aktie mal einen guten Tag hatte.
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Anonymous
3,7 Prozent plus klingt erstmal toll, aber bei den ganzen Schulden und den 12% Dividenden ist das doch eher nur kurs-gehopse. Die 3,75 Mrd Barreserve für 2,1 Jahre beruhigt mich auch nicht wirklich, weil bis dahin kann bei Bitcoin noch alles mögliche pasieren und das Softwaregeschäft reisst so ein Milliardenloch wohl kaum raus.
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Anonymous
Ich versteh den Kursanstieg ehrlich gesagt auch nicht so ganz, bei den Zahlen wirkt das eher wie Börsenlotto als wie eine normale Firmenbewertung. Ein Verlust von über 8 Milliarden ist natürlich teilweise nur Bewertung auf dem Papier, aber Papierverluste können trotzdem sehr unangenehm werden wenn gleichzeitig echte Zinsen und Dividenden bezahlt werden müssen. Genau da liegt für mich der Knackpunkt, nicht nur beim Bitcoinpreis selber. Die 3,7 Prozent Plus an einem Tag sagen halt erstmal wenig aus. Manchmal kaufen Leute einfach die Meldung oder hoffen auf einen Rebound nachdem die Aktie so stark vom Hoch gefallen ist. Von über 400 Dollar auf unter 100 ist ja kein kleiner Rücksetzer mehr, sondern schon fast eine andere Aktie. Viele schauen vermutlich nur auf die Anzahl der Bitcoins und denken, je mehr desto besser, aber die Finanzierung davon wird dabei gerne vergessen. Besonders die 12 Prozent für die Vorzugsanteile finde ich heftig. Wenn schon 400 Millionen im Quartal dafür draufgehen und sogar Bitcoins verkauft werden mussten, damit die Zahlungen laufen, dann ist das doch irgendwie ein Kreislauf der sich selber auffrisst. Man nimmt neues Geld auf, kauft oder hält Bitcoin, zahlt hohe Kosten und verkauft dann wieder Bitcoin für die laufenden Verpflichtungen. Vielleicht funktioniert das bei steigenden Kursen, aber bei einer längeren Seitwärtsphase wirds schnell eng. Auch die 3,75 Milliarden Barreserve klingt erstmal beruhigend, aber 2,1 Jahre sind an der Börse jetzt nicht ewig. Zwei Jahre können sehr schnell vorbei sein, vorallem wenn die Kosten weiter steigen oder noch mehr Kapital gebraucht wird. Und das Softwaregeschäft wächst zwar um 6,9 Prozent, was ja nicht schlecht ist, aber 122 Millionen Umsatz wirken gegen Milliardenverluste und Milliardenfinanzierung halt wie Kleingeld. Das ist ungefähr so als würde man mit einem kleinen Regenschirm einen Wasserrohrbruch reparieren wollen, bisschen hilfts aber dicht wirds davon nicht. Was ich auch komisch finde ist der Vergleich von 4,5 Prozent Bitcoin-Rendite mit den 10,8 Prozent Hurdle ARR. Das klingt so, als müsste Bitcoin nicht nur steigen sondern deutlich stärker steigen, damit die ganze Konstruktion überhaupt einen Vorteil pro Aktie bringt. Und wenn die 4,5 Prozent nicht mal wirklich direkt mit den Finanzierungskosten vergleichbar sind, dann ist die Rechnung noch unsicherer als sie sowieso schon ist. Ich bin kein Bilanzprofi, aber wenn man für einen Gewinn erst viele neue Kennzahlen braucht, wirds meistens nicht einfacher für normale Aktionäre. Der Markt kann natürlich trotzdem weiter steigen, dann sieht die Sache plötzlich wieder genial aus und alle sagen sie hätten es schon immer gewusst. Bei Bitcoin ist ja alles möglich, ausser langweilig sein. Aber ein Kursplus an einem Tag ändert weder den Kaufpreis von 63,69 Milliarden noch die Finanzierungskosten. Ich würde bei der Aktie deshalb eher auf Cashflow, Schulden, Vorzugsdividenden und tatsächliche Bitcoin-Verkäufe achten und nicht nur darauf ob sie heute grün oder rot ist. Am Ende bleibt Strategy für mich keine normale Softwareaktie, sondern eine gehebelte Bitcoinwette mit einem Softwaregeschäft als kleines Sicherheitsnetz. Das kann bei einer neuen Bitcoin-Rallye sehr stark laufen, aber genauso schnell wieder abstürzen wenn die Stimmung kippt. Wer da einsteigt sollte jedenfalls wissen das 3 Prozent Tagesplus auch einfach nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm sein können.