Strategy pausiert Bitcoin-Käufe und erhöht Liquiditätsreserve vor Quartalszahlen
Autor: Alexander Weipprecht
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Strategy pausiert Bitcoin-Käufe, verkaufte 3.588 BTC und stärkte die Liquidität, während ein mNAV nahe 1 das Finanzierungsmodell belastet. Die Quartalszahlen am 30. Juli sollen zeigen, ob die Bitcoin-Offensive fortgesetzt wird.
Strategy steht vor einem entscheidenden Belastungstest: Nach der längsten Bitcoin-Kaufpause seit zwei Jahren, dem Verkauf von 3.588 BTC und wachsendem Druck auf das Finanzierungsmodell richten sich alle Blicke auf die Quartalszahlen am 30. Juli. Welche Strategie hinter dem Kurswechsel steckt und ob das Unternehmen seine Bitcoin-Offensive fortsetzt, zeigt der folgende Pressespiegel.
Strategy pausiert Bitcoin-Käufe vor Quartalszahlen
Strategy hat laut aktien.news seit vier Wochen keine weiteren Bitcoin gekauft. Gleichzeitig erhöhte das Unternehmen seine Barreserven auf 3,2 Milliarden Dollar, was für Anleger als mögliches Warnsignal eingeordnet wird.
Auch BeInCrypto berichtet, dass Strategy vier Wochen in Folge auf wöchentliche Bitcoin-Käufe verzichtet hat. Damit handelt es sich um die längste Kaufpause seit zwei Jahren. Die Quartalsergebnisse für das zweite Quartal sollen am Donnerstag, 30. Juli, nach Börsenschluss in den USA veröffentlicht werden.
SEC-Meldungen zufolge erfolgte der letzte Kauf von Strategy in der Woche zum 21. Juni. Seitdem erhöhte das Unternehmen seinen Bitcoin-Bestand nicht mehr, sondern verkaufte Bitcoin, um Dividenden zu finanzieren und die Liquidität zu stärken.
Verkauf von 3.588 BTC zur Finanzierung von Dividenden
Zwischen 29. Juni und 5. Juli veräußerte Strategy in zwei Tranchen 3.588 BTC für etwa 216 Millionen USD. Nach Angaben von BeInCrypto wurden die Einnahmen genutzt, um Dividenden aus Vorzugsaktien zu bezahlen und die eigene Liquiditätsreserve auszubauen.
Strategy begann Mitte Juni mit dem Aufbau dieses Kapitalrahmens. Am 20. Juli war die Liquiditätsreserve auf 3,225 Milliarden USD angewachsen. Aktien.news nennt für die Barreserven 3,2 Milliarden Dollar.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Bitcoin-Verkäufe zwischen 29. Juni und 5. Juli | 3.588 BTC |
| Erlös aus den Verkäufen | etwa 216 Millionen USD |
| Liquiditätsreserve am 20. Juli | 3,225 Milliarden USD |
| Angabe zu den Barreserven bei aktien.news | 3,2 Milliarden Dollar |
Infobox: Strategy pausiert Bitcoin-Käufe seit vier Wochen und verkaufte im Juli 3.588 BTC für etwa 216 Millionen USD. Die Mittel dienten der Dividendenfinanzierung und dem Ausbau der Liquiditätsreserve.
Sinkendes mNAV setzt bisheriges Finanzierungsmodell unter Druck
BeInCrypto erklärt die Kaufpause mit der Entwicklung des mNAV. Strategy wurde über Jahre mit einem Aufschlag auf den Wert seiner eigenen Bitcoin-Bestände gehandelt. Dadurch konnte das Unternehmen Aktien oberhalb des Bitcoin-Werts verkaufen und die Anzahl der Bitcoin je Aktie für die Halter erhöhen.
Dieses Modell verliert laut dem Bericht seine Wirkung, sobald das mNAV gegen 1 sinkt. Weitere Aktienverkäufe können dann Wert zerstören, anstatt neuen Wert zu schaffen. Ende Juni erreichte das mNAV etwa 0,99 und lag damit erstmals unter 1, bevor es sich auf ungefähr 1,03 erholte.
Die Bitcoin-Bestände von Strategy liegen inzwischen unter dem eigenen Kaufpreis. Das Management sieht den realen Break-Even laut BeInCrypto eher bei 1,22.
- Das mNAV erreichte Ende Juni etwa 0,99.
- Anschließend erholte sich das Verhältnis auf ungefähr 1,03.
- Der von der Geschäftsführung genannte reale Break-Even liegt eher bei 1,22.
- Neue Aktienverkäufe können bei einem mNAV nahe 1 Wert zerstören.
Infobox: Der Rückgang des mNAV erschwert Strategy die bisherige Finanzierung über Aktienverkäufe. Nach Angaben von BeInCrypto liegt der reale Break-Even des Managements eher bei 1,22.
Quartalszahlen am 30. Juli im Fokus
Die kommenden Quartalszahlen sollen zeigen, ob Strategy an dem Kompromiss festhält, neues Kapital zu beschaffen, den eigenen Bitcoin-Bestand jedoch nicht weiter auszubauen. Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal ist für Donnerstag, 30. Juli, nach Börsenschluss in den USA angekündigt.
Im ersten Quartal wies Strategy laut BeInCrypto einen operativen Verlust von 14,5 Milliarden USD aus. Als Grund wird der Rückgang des Bitcoin-Kurses genannt. Für das zweite Quartal rechnet die Konsensschätzung von LSEG mit einem operativen Gewinn von 3,86 Milliarden USD.
BeInCrypto weist allerdings darauf hin, dass zwei von sieben Analysten ihre Prognosen noch vor dem Bitcoin-Rückgang Ende Juni abgegeben haben. Damit könnten die veröffentlichten Erwartungen die jüngsten Marktbewegungen nur eingeschränkt berücksichtigen.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Operativer Verlust im ersten Quartal | 14,5 Milliarden USD |
| Konsensschätzung für den operativen Gewinn im zweiten Quartal | 3,86 Milliarden USD |
| Zahl der Analysten mit Prognosen vor dem Bitcoin-Rückgang Ende Juni | zwei von sieben |
| Termin der Veröffentlichung | Donnerstag, 30. Juli, nach Börsenschluss in den USA |
Infobox: Für das zweite Quartal liegt die LSEG-Konsensschätzung bei einem operativen Gewinn von 3,86 Milliarden USD. Die Quartalszahlen sollen zeigen, ob die Bitcoin-Kaufpause anhält.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung markiert einen wichtigen Belastungstest für Strategys Bitcoin-Strategie: Solange der Aktienkurs keinen ausreichenden Aufschlag auf den Bitcoin-Bestand bietet, verliert die Finanzierung über neue Aktien an Attraktivität. Die gestärkte Liquidität verschafft dem Unternehmen zwar Handlungsspielraum, zeigt aber zugleich, dass Dividenden und Kapitalbedarf gegenüber weiteren Bitcoin-Käufen derzeit Vorrang haben.
Entscheidend ist daher weniger die einzelne Kaufpause als die Frage, ob Strategy sein bisheriges Wachstumsmodell bei einem mNAV nahe 1 fortsetzen kann, ohne den Wert je Aktie zu verwässern. Die Quartalszahlen dürften deshalb vor allem Aufschluss über die Finanzierungsfähigkeit, die Liquiditätsplanung und die Belastbarkeit der bisherigen Bitcoin-Strategie geben.
Kernaussage: Strategy wechselt vorerst von offensivem Bitcoin-Aufbau zu finanzieller Absicherung. Das erhöht die Stabilität, schwächt aber den zentralen Wachstumstreiber des Unternehmens.
Quellen: