Strategy zwischen Bitcoin-Verkäufen, Bankenrennen und BIP-110-Streit
Autor: Alexander Weipprecht
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Kategorie: News
Zusammenfassung: Wall-Street-Banken bauen ihr Bitcoin-Geschäft aus, während Strategy trotz Verkäufen an der Bitcoin-Strategie festhält und seine Barreserven erhöht. Coinbase diversifiziert sein Krypto-Geschäft, während STRC wegen hoher Rendite und fehlender Rückzahlungsgarantie kontrovers bleibt.
Wall-Street-Banken kämpfen um die Vorherrschaft im Bitcoin-Geschäft, während Strategy trotz milliardenschwerer Verkäufe an seiner Bitcoin-Strategie festhält. Zugleich rücken renditestarke Vorzugsaktien, Coinbase’ diversifiziertes Krypto-Geschäft und die hitzige Debatte um Bitcoins technische Neutralität in den Mittelpunkt. Der Pressespiegel zeigt, wie eng institutionelle Adoption, Unternehmensfinanzierung und die Zukunft des Protokolls inzwischen miteinander verknüpft sind.
Bitcoin-Adoption der Großbanken: Fidelity führt, Wall-Street-Institute kämpfen um Platz zwei
Die größten Banken der Wall Street liefern sich nach Einschätzung von Strategy-CEO Phong Le ein enges Rennen um den zweiten Platz im Bitcoin-Banking-Adoption-Index. Goldman Sachs, JPMorgan, Morgan Stanley und Citi liegen jeweils innerhalb von drei Punkten, während Fidelity mit deutlichem Abstand an der Spitze steht.
Der von Strategy, früher MicroStrategy, veröffentlichte Index bewertet 25 große Banken anhand von Bitcoin-Handel, Verwahrung und Produkttiefe. Das erste Ergebnis lag bei 32 Prozent und basierte auf öffentlichen Daten bis zum 10. Juli.
| Institut beziehungsweise Gruppe | Adoptionswert |
|---|---|
| Fidelity | 71% |
| BNY | 46% |
| Goldman Sachs Group Inc. | 45% |
| JPMorgan Chase | 43% |
| Morgan Stanley | 43% |
| Citigroup | 43% |
| Gesamtwert der 25 wichtigsten Institute | 32% |
Fidelity verdankt seine Spitzenposition vor allem Fidelity Digital Assets, der bereits 2018 gegründeten Verwahrungssparte. BNY folgt mit 46 Prozent, Goldman Sachs liegt mit 45 Prozent knapp dahinter, während JPMorgan Chase, Morgan Stanley und Citigroup jeweils 43 Prozent erreichen.
Mehrere Banken arbeiten an Krypto-Projekten, deren Start noch in diesem Jahr geplant ist. Dazu zählen möglicherweise neue börsengehandelte Produkte, Erweiterungen der Verwahrung und Tokenisierungs-Tools; laut Le könnten diese Angebote bis zum Jahresende für mehr Klarheit sorgen.
Parallel konkurrieren inzwischen mehr als 15 Banken bei Tokenisierungsinitiativen, die Vermögenswerte auf die Blockchain bringen sollen. Dieser Bereich schließt Bitcoin jedoch vollständig aus und könnte deshalb die künftige Entwicklung des Index beeinflussen.
Bitcoin lag am Sonntag bei etwa 64.539 USD und damit knapp 1% höher als vor 24 Stunden. Der Index soll allerdings die strukturelle Adoption messen und nicht kurzfristige Kursschwankungen abbilden.
„Bitcoin braucht keine Hüter der Reinheit. Es braucht Hüter der Neutralität“, schreibt Michael Saylor.
Infobox: Fidelity führt den Index mit 71% an. Goldman Sachs liegt bei 45%, drei weitere große Wall-Street-Banken bei jeweils 43%. Die Adoption der 25 wichtigsten Institute beträgt insgesamt 32%.
Quelle: BeInCrypto
Strategy verkauft 3.588 Bitcoin und erhöht die Barreserven
Strategy hat im Juli 2026 insgesamt 3.588 Bitcoin veräußert und damit mehr als 216 Millionen Dollar eingenommen. Der Verkauf dient laut Börse Express vor allem der Liquiditätssicherung und der Bedienung von Vorzugsdividenden.
Trotz der Transaktion bleibt Strategy der größte institutionelle Bitcoin-Besitzer. Der Bestand von über 843.000 Einheiten ist aktuell rund 53 Milliarden Dollar wert; die jüngsten Abgaben entsprechen 0,43 Prozent des Gesamtportfolios.
Zusätzlich nutzte das Unternehmen ein Aktienprogramm und verkaufte rund 4,8 Millionen Anteilsscheine. Dadurch flossen weitere 466 Millionen Dollar in die Kasse, während die Barreserven auf drei Milliarden Dollar stiegen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Verkaufte Bitcoin | 3.588 |
| Erlös aus dem Bitcoin-Verkauf | mehr als 216 Millionen Dollar |
| Bitcoin-Bestand | über 843.000 Einheiten |
| Wert des Bitcoin-Bestands | rund 53 Milliarden Dollar |
| Anteil der jüngsten Abgaben am Portfolio | 0,43 Prozent |
| Verkaufte Anteilsscheine | rund 4,8 Millionen |
| Erlös aus dem Aktienprogramm | 466 Millionen Dollar |
| Barreserven | drei Milliarden Dollar |
Börse Express ordnet den Verkauf eher als taktisches Cash-Management denn als generelle Abkehr von Bitcoin ein. Gleichzeitig drängt Strategy tiefer in das Bankwesen und veröffentlichte einen Index zur Bitcoin-Adoption globaler Großbanken, dessen erste Daten bei den 25 wichtigsten Instituten eine Adoptionsrate von 32 Prozent zeigen.
Die Strategy-Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten fast 79 Prozent. Der aktuelle Kurs von 82,89 Euro liegt zwar über dem Jahrestief, spiegelt laut dem Bericht aber die wachsende Skepsis der Anleger wider.
Am Donnerstag, den 30. Juli 2026, soll Strategy die Zahlen zum zweiten Quartal vorlegen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die defensive Haltung eine dauerhafte Kehrtwende darstellt und wie das Unternehmen die milliardenschwere Cash-Position einsetzen will.
Infobox: Strategy verkaufte 3.588 Bitcoin für mehr als 216 Millionen Dollar und erhöhte die Barreserven auf drei Milliarden Dollar. Die Quartalszahlen werden am 30. Juli 2026 erwartet.
Quelle: Börse Express
Strategy und Coinbase: Bitcoin-Treasury gegen diversifizierte Krypto-Infrastruktur
Strategy pausiert vorerst weitere Bitcoin-Käufe und baut seine Barreserven aus, während Coinbase seine Erlöse aus Handel, Staking und Stablecoins weiter diversifiziert. Börse Global beschreibt die beiden Unternehmen deshalb als unterschiedliche Börsenvehikel für den Zugang zum Kryptomarkt.
Strategy knüpft künftige Bitcoin-Käufe an die Entwicklung seiner STRC-Vorzugsaktie. Diese muss zunächst wieder ihren Nennwert von 100 US-Dollar erreichen; gleichzeitig wurden die Barreserven auf ein Rekordniveau von 3 Milliarden US-Dollar ausgebaut.
Coinbase verfolgt dagegen den Ausbau seines Ökosystems. Die Blockchain Base wickelt laut Bericht mittlerweile den Großteil des globalen Volumens automatisierter Stablecoin-Transaktionen ab.
| Kennzahl | Strategy | Coinbase |
|---|---|---|
| Bitcoin-Bestand | 843.775 BTC | – |
| Barreserven | 3 Milliarden US-Dollar | solide Kassenposition |
| Umsatz erstes Quartal | 124,3 Millionen US-Dollar Softwareumsatz | 1,41 Milliarden US-Dollar |
| Abonnements und Services | – | fast 44 Prozent des Gesamterlöses |
| Nicht realisierter Bewertungsverlust | 14,46 Milliarden US-Dollar | – |
| STRC-Dividendenverpflichtungen | rund 229 Millionen US-Dollar pro Quartal | – |
| Beta-Faktor | über 3,5 | – |
Der Bitcoin-Kurs bewegte sich 2026 laut Börse Global von seinen Höchstständen Ende 2025 in einer Spanne von 62.000 bis 64.000 US-Dollar. Strategy reagiert darauf mit einer höheren Liquiditätsorientierung, während Coinbase stärker auf verschiedene Ertragsquellen setzt.
Strategy wird als eine Art Bitcoin-Bank beschrieben. Der wesentliche Werttreiber sind die 843.775 BTC im Firmenbestand, die über das Digital Credit Capital Framework und Instrumente wie die STRC-Vorzugsaktien finanziert wurden.
Coinbase arbeitet hingegen als regulierte Börse und Infrastrukturanbieter. Die Erlöse stammen aus Transaktionsgebühren, Staking-Erträgen, Verwahrgebühren und der Beteiligung am USDC-Ökosystem; mit Base positioniert sich das Unternehmen zunehmend als Finanz-Superapp.
Für Strategy nennt der Bericht Kursziele zwischen 212 und über 300 US-Dollar sowie ein impliziertes Aufwärtspotenzial von über 200 Prozent. Für Coinbase liegt das durchschnittliche Kursziel bei rund 229 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von etwa 38 Prozent entspricht.
- Strategy: maximale Hebelwirkung in Bullenmärkten, aber hohe Verschuldung und Abhängigkeit vom STRC-Nennwert.
- Coinbase: diversifizierte Erlöse aus Base, USDC und Staking, aber Abhängigkeit von Handelsvolumina und wachsender internationaler Wettbewerb.
Infobox: Strategy bietet einen gehebelten Zugang zur Bitcoin-Kursentwicklung und hält 843.775 BTC. Coinbase setzt auf Handel, Base, Stablecoins, Staking und Verwahrung.
Quelle: Börse Global
STRC laut ehemaligem Goldman-Kreditexperten möglicherweise um 13% unterbewertet
Khing Oei, ein früherer Kredit-Investor bei Goldman Sachs, bewertet die STRC-Vorzugsaktie von Strategy mit etwa 96 USD. Der aktuelle Marktpreis liegt laut BeInCrypto bei rund 85 USD beziehungsweise 85,29 USD in der beschriebenen Berechnung.
Oei verfügt über 25 Jahre Erfahrung bei der Bewertung riskanter Schuldtitel bei Goldman Sachs und Hedgefonds. Seiner Einschätzung nach betrachten Anleger STRC fälschlicherweise als ewige Rendite und teilen die Dividende durch den aktuellen Kurs, ohne die tatsächlichen Zahlungsbedingungen zu berücksichtigen.
STRC zahlt eine Dividende von 12 Prozent. Durch den reduzierten Kurs ergibt sich eine Rendite von über 14 Prozent; laut Oei ist diese Betrachtung jedoch irreführend, weil STRC kein Fälligkeitsdatum und keinen Anspruch auf Rückzahlung des Nennwerts von 100 USD verspricht.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| STRC-Nennwert | 100 USD |
| STRC-Dividende | 12% |
| Bewertung nach Oeis Modell | 96,30 USD |
| Marktpreis in der Berechnung | 85,29 USD |
| Geschätztes Kurspotenzial | rund 13% |
| Jährliche Dividende | 1,73 Milliarden USD |
| Deckungszeitraum bei gleichbleibendem Bitcoin-Kurs | 29 Jahre |
| Rendite von STRF | 10,4% |
Nach Oeis Modell stehen nach Abzug vorrangiger Forderungen 50,2 Milliarden USD zur Deckung der Vorzugsaktien zur Verfügung. Schulden und vorrangige Vorzugsaktien beanspruchen zunächst 8 Milliarden USD; danach kommt das STRC-Volumen von 10,5 Milliarden USD.
Oei geht davon aus, dass Bitcoin nur um 3,4% pro Jahr wachsen muss und die Dividenden unbegrenzt weiterlaufen. Bleibt der Bitcoin-Kurs unverändert, reicht das Geld nach seiner Berechnung trotzdem für 29 Jahre.
Bei einem Abschlagszinssatz von 12% ergibt sich ein STRC-Wert von 96,30 USD. BeInCrypto gibt an, die Berechnung überprüft zu haben. Zum Marktpreis von 85,29 USD erhält der Käufer Dividenden für 17 Jahre.
Der Bitcoin-Kurs bleibt der wichtigste Einflussfaktor. Laut Oeis Tabelle steigt STRC wieder auf 100 USD, wenn Bitcoin 80.000 USD erreicht; bei einem Bitcoin-Kurs von 40.000 USD sinkt STRC auf 58 USD.
Auch Strategy selbst kann den Kurs beeinflussen. STRC startete im Juli 2025 zu 90 USD mit einer Dividende von 9%; der Vorstand erhöhte die Quote inzwischen auf 12%. Jede zusätzliche Milliarde USD an Rücklagen soll den Kurs laut Oei um etwa vier Punkte steigern, während ein Rückkauf fünf Punkte bringen soll.
Infobox: Oei schätzt STRC auf 96,30 USD gegenüber einem Marktpreis von 85,29 USD. Sein Modell kommt auf rund 13% Kurspotenzial, setzt jedoch voraus, dass die Dividendenzahlungen fortgesetzt werden.
Quelle: BeInCrypto
Michael Saylor kritisiert BIP 110 als Gefahr für Bitcoins Neutralität
Michael Saylor fordert die Bitcoin-Entwickler auf, BIP 110 abzulehnen. Der Vorschlag mit dem Namen „Reduced Data Temporary Softfork“ soll die willkürliche Datenspeicherung über Bitcoin-Transaktionen eindämmen, könnte nach Saylors Einschätzung aber die Neutralität des Protokolls gefährden.
BIP 110 würde sieben befristete Konsensbeschränkungen einführen. Dazu gehören Begrenzungen bestimmter Script-Größen, Einschränkungen von Taproot-Control-Blocks und ein Verbot des Ausgebens über nicht definierte Witness-Versionen.
Saylor unterstützt die Ziele der Befürworter grundsätzlich. Er wolle Node-Betreiber vor unnötigen Kosten schützen, Zahlungen erschwinglich halten und Bitcoin eher als solides Geld denn als allgemeines Speichersystem fördern.
Seine Kritik richtet sich gegen die Methode: Gebührenpflichtige Transaktionen könnten unabhängig von ihrem Inhalt oder ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz abgelehnt werden. Stattdessen plädiert Saylor für Marktgebühren und freiwillige Relay-Regeln.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anzahl der Konsensbeschränkungen | sieben |
| Miner-Signalquote bei BIP 110 | 55% |
| Üblicher Wert bei BIP 9 | 95% |
| Aktivierungsfenster | etwa ein Jahr |
| Status gemäß BIP 3 | Complete |
Am 25. Juni erreichte der Vorschlag gemäß BIP 3 den Status „Complete“. Dieser Status bedeutet laut Yellow.com, dass der Autor den Entwurf als ausgereift betrachtet, nicht aber, dass bereits eine breite Zustimmung der Community besteht.
Als besonders problematisch sieht Saylor die möglichen Auswirkungen auf künftige Upgrade-Pfade. BIP 110 könnte technische Reserven schließen, darunter Pfade im Zusammenhang mit BitVM, einem experimentellen Ansatz für komplexe Bitcoin-Vereinbarungen ohne vertrauenswürdige Drittpartei.
Zusätzlich kritisiert Saylor, dass alle sieben Regeln als Paket eingeführt werden sollen. Unterstützer einer einzelnen Einschränkung müssten damit zugleich sechs weitere Änderungen akzeptieren, die möglicherweise umstritten sind.
Die vorgesehene Miner-Signalquote von 55% liegt deutlich unter den 95%, die mit BIP-9-Deployments verbunden sind. Nach Ablauf des etwa einjährigen Aktivierungsfensters würde der Vorschlag mit „EXPIRED“ beendet, falls keine ausreichende Unterstützung zustande kommt.
„Bitcoin braucht keine Hüter der Reinheit. Es braucht Hüter der Neutralität“, schreibt Saylor.
Infobox: BIP 110 bündelt sieben befristete Konsensbeschränkungen. Saylor lehnt den Vorschlag wegen der möglichen Auswirkungen auf Protokollneutralität, künftige Upgrades und der Miner-Signalquote von 55% ab.
Quelle: BeInCrypto
Yellow.com: BIP 110 soll Datenspeicherung begrenzen, löst aber eine Neutralitätsdebatte aus
Yellow.com berichtet ebenfalls über Saylors Kritik an BIP 110. Der Executive Chairman von Strategy argumentiert, dass die „Reduced Data Temporary Softfork“ neutrale Protokollregeln gegen eine begrenzte und weitgehend symbolische Reduzierung des Blockchain-Datenvolumens eintausche.
Die Befürworter wollen mit den sieben befristeten Regeln die Kosten für Node-Betreiber senken und Blockspace stärker auf Zahlungsverkehr statt Datenspeicherung ausrichten. Saylor bezweifelt jedoch, dass die tatsächlichen Kosten der betroffenen Aktivitäten für das Netzwerk ausreichend quantifiziert wurden.
Zu den geplanten Beschränkungen zählen laut Yellow.com Begrenzungen bestimmter Script-Größen, Einschränkungen von Taproot-Control-Blocks und das Unterbinden des Ausgebens über nicht definierte Witness-Versionen.
Der Vorschlag erreichte am 25. Juni nach BIP 3 den Status „Complete“. Nicht ausgegebene Outputs, die vor einer Aktivierung entstanden sind, sollen geschützt bleiben; Saylor sieht darin jedoch keine Lösung für das grundsätzliche Präzedenzproblem.
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob Bitcoin Transaktionen nach ihrem vermuteten Zweck bewerten soll. Saylor bevorzugt Gebühren und freiwillige Relay-Policies, weil diese Blockspace über Marktmechanismen zuteilen, ohne den Inhalt einer Transaktion zu beurteilen.
- BIP 110 führt sieben befristete Konsensbeschränkungen ein.
- Die Miner-Signalquote soll 55% betragen.
- Bei BIP-9-Deployments werden 95% als üblicher Wert genannt.
- Das Aktivierungsfenster bleibt etwa ein Jahr geöffnet.
- Ohne ausreichende Unterstützung endet der Vorschlag mit „EXPIRED“.
Yellow.com hebt zudem Saylors Warnung hervor, dass technische Reserven für spätere Upgrades geschlossen werden könnten. Dazu zählen Pfade im Zusammenhang mit BitVM, das komplexe Vereinbarungen auf Bitcoin ohne vertrauenswürdige Drittpartei ermöglichen soll.
Damit konzentriert sich der Streit auf zwei unterschiedliche Ansätze: Befürworter wollen engere technische Leitplanken gegen unerwünschte Datenspeicherung, während Saylor eine mögliche Bewertung von Transaktionen nach Inhalt oder Zweck als Abkehr von Bitcoins Neutralität betrachtet.
Infobox: BIP 110 soll Daten auf der Blockchain begrenzen, führt dafür aber sieben Konsensregeln ein. Die zentrale Kontroverse betrifft die Protokollneutralität und die niedrige Miner-Signalquote von 55%.
Quelle: Yellow.com
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung markiert eine wichtige Reifeprüfung für den Kryptomarkt: Institutionelle Akzeptanz wächst, bleibt aber eng mit Liquidität, Finanzierungskosten und regulatorischer Klarheit verknüpft. Dass große Akteure zugleich Bestände umschichten und ihre Barreserven stärken, zeigt, dass Bitcoin-Engagements zunehmend professionell, aber keineswegs risikolos gesteuert werden.
Besonders relevant ist die wachsende Trennung zwischen direktem Bitcoin-Exposure und diversifizierter Krypto-Infrastruktur. Während das eine Modell überproportional von steigenden Kursen profitiert, bietet das andere breitere Ertragsquellen und potenziell höhere Widerstandsfähigkeit.
Die Debatte um BIP 110 ist strategisch bedeutsamer als die kurzfristigen Marktbewegungen: Eine Einschränkung der Neutralität könnte Vertrauen und Innovationsfähigkeit beeinträchtigen. Technische Regeln sollten daher möglichst nicht nach vermutetem Transaktionszweck unterscheiden.
Zusammenfassung: Der Markt institutionalisiert sich, differenziert seine Geschäftsmodelle aus und steht zugleich vor grundlegenden Fragen zu Risiko, Finanzierung und der Neutralität des Bitcoin-Protokolls.
Quellen:
- MicroStrategy-Chef: Die größten Banken der Wall Street liefern sich ein enges Rennen um Bitcoin
- Strategy Aktie: 3.588 Bitcoin verkauft
- Strategy- vs. Coinbase-Aktie: Vom Kaufrausch zur Kassenhaltung
- Ehemaliger Goldman-Kreditexperte: Märkte könnten Strategy’s STRC um 13 % falsch bewerten
- Michael Saylor warnt: BIP 110 ist gefährlicher als das Datenproblem von Bitcoin
- BIP 110 bündelt sieben Bitcoin-Regeln – Saylor warnt vor Gefahren für das Protokoll