Europol sprengt Bitcoin-Geldwäsche Netzwerk

Europol sprengt Bitcoin-Geldwäsche Netzwerk

Autor: Alexander Weipprecht

Veröffentlicht:

Aktualisiert:

Kategorie: Allgemeines

Zusammenfassung: Europol hat 11 Personen und 137 Verdächtige, die an Drogengeschäften und Geldwäsche durch Kryptowährungen und Kreditkarten beteiligt waren, festgenommen. Der Einsatz wurde unterstützt von US Homeland Security und finnischen Sicherheitskräften.

Die europäische Strafverfolgungsbehörde Europol hat zu Beginn der Woche bekannt gegeben, 11 Schuldige und 137 Verdächtige festgenommen zu haben. Diese sollen in Drogengeschäfte und Geldwäsche durch Kryptowährungen und Kreditkarten verwickelt sein.

Europol und Tulipan Blanca

Tulipan Blanca ist der Name der Operation, die am Montag beendet wurde. Europol nahm 11 Personen fest, die nachweislich Kryptowährungen und Kreditkarte zum Waschen von Drogengeld verwendet hatten. 137 weitere wurden als Verdächtige festgenommen und werden weiter befragt. Der Name der Operation kam zustande, weil hauptsächlich spanische Sicherheitskräfte involviert waren. Diese wurden unterstützt von der US Homeland Security, sowie finnischen Sicherheitskräften. Ein Europol Sprecher berichtet, dass die spanische Guardia Civil 8 Hausdurchsuchungen mit zahlreichen Beschlagnahmungen von Computern, weiteren elektronischen Devices und Geldzählmaschinen durchgeführt hat. Die weitere Verfolgung ergab, dass die involvierten Personen insgesamt 8 Millionen Euro über 174 Bankkonten mit Hilfe von Bitcoin und Co. gewaschen hatten. Es sei eine Krypto-Börse in Finnland gewesen, über welche die Drogenhändler Kryptowährungen gehandelt hatten. Deswegen wurden auch die Sicherheitskräfte des Landes mit in die Operation einbezogen. Die Kryptowährungen wurden letztendlich in kolumbianische Pesos zurückgetauscht, welche auf 174 verschiedene kolumbianische Bankkonten verteilt wurden.

Bitcoin und die Geldwäsche

Die Meinungen über Geldwäsche mit Hilfe von Bitcoin sind divers. Dies ist nicht der erste Fall, der in diesem Kontext an die Öffentlichkeit gelangt ist. Europol sagte aus, dass zurzeit etwa 4,1-5,5 Milliarden USD in Kryptowährungen in Geldwäsche innerhalb von Europa verwickelt sind. Viele Kriminelle nutzen den Bitcoin zur Geldwäsche, weil dieser das größte Handelsnetzwerk und die beste Handelsinfrastruktur aufweist. Dennoch bleiben Handelnde nicht vollkommen anonym, auch die Regulierungen bezüglich Krypto-Börsen nehmen in vielen Ländern zu. Privacy Coins wie Monero oder Dash eignen sich eher für unbemerkte Transaktionen, sind andererseits jedoch viel schwieriger in großen Summen zu handeln. Hinzu kommt der Fakt, dass Behörden wie Europol ein geschulteres Auge für ungewöhnliche Transaktionsbewegungen bekommen.

Nützliche Links zum Thema

Erfahrungen und Meinungen

Operation Tulipan Blanca

Europol hat in der Operation Tulipan Blanca 11 Personen festgenommen, die in Drogengeschäfte und Geldwäsche mit Kryptowährungen verwickelt sind. Zusätzlich wurden 137 Verdächtige identifiziert und werden weiter befragt. Die Operation wurde hauptsächlich von spanischen Sicherheitskräften durchgeführt, unterstützt von der US Homeland Security und finnischen Behörden.

Abschaltung von Cryptomixer.io

Im Rahmen einer internationalen Aktion wurde die Plattform cryptomixer.io abgeschaltet. Diese Plattform galt als einer der größten Bitcoin-Mixer und wurde genutzt, um Transaktionen zu anonymisieren. Ermittler beschlagnahmten Kryptowährungen im Wert von rund 25 Millionen Euro sowie umfangreiche Datenbestände. Die Plattform war seit 2016 aktiv und hatte Umsätze in Milliardenhöhe, die größtenteils aus kriminellen Aktivitäten stammten.

Funktionsweise und rechtliche Aspekte

Cryptomixer.io vermischte Coins verschiedener Nutzer, um die Nachverfolgbarkeit zu erschweren. Diese Methode machte die Plattform besonders attraktiv für die Underground Economy. Die rechtliche Bewertung der Nutzung solcher Dienste ist komplex. Nutzer, die ihre Coins anonymisieren wollten, könnten nicht automatisch als kriminell eingestuft werden. Die Staatsanwaltschaft muss im Einzelfall prüfen, ob ein Vorsatz zur Geldwäsche vorlag (Rechtsanwalt Ferner).