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Bitcoin bewegt sich zwischen langfristigen Kursfantasien, zunehmender Regulierung und entscheidenden technischen Marken. Während VanEck Potenzial bis 500.000 US-Dollar sieht, rücken bei Relai Nachweise zur Mittelherkunft und bei XTB die Hürde von 82.000 US-Dollar in den Fokus. Welche Faktoren den nächsten großen Schritt bestimmen könnten, zeigt dieser Pressespiegel.
Bitcoin zwischen langfristigem Optimismus, Regulierung und entscheidenden Kursmarken
VanEck sieht langfristig Potenzial bis 500.000 US-Dollar
Matthew Sigel von VanEck hält einen Bitcoin-Kurs von 100.000 US-Dollar im kommenden Jahr weiterhin für erreichbar. Als Gründe nennt er unter anderem die hohe Staatsverschuldung vieler Länder und die daraus möglicherweise wachsende Nachfrage nach alternativen Wertspeichern.
Auch die im Vergleich zu früheren Marktphasen deutlich geringeren Kursschwankungen bewertet Sigel positiv. Trotz Zinserhöhungen in den USA und Japan sowie des gescheiterten Clarity Act sei Bitcoin vergleichsweise stabil geblieben, was aus seiner Sicht auf eine höhere Widerstandsfähigkeit des Marktes hindeutet.
Als langfristigen Treiber sieht VanEck vor allem die Fiskalpolitik. Sigel hält es für unwahrscheinlich, dass Regierungen ihre Schuldenprobleme schnell lösen können. Sollte gleichzeitig wieder mehr Liquidität in die Märkte fließen, könnte Bitcoin nach seiner Einschätzung deutlich profitieren.
Der VanEck-Experte betrachtet zudem den Derivatemarkt. Dort zahlen Händler derzeit mehr für Absicherungen gegen fallende Kurse als für Wetten auf steigende Preise. Zusammen mit Rückkäufen am US-Anleihemarkt könne daraus bei einer Entspannung neue Nachfrage entstehen.
Ausgehend von einem Bitcoin-Kurs von rund 80.000 US-Dollar wäre ein Anstieg von 25 Prozent erforderlich, um 100.000 US-Dollar zu erreichen. Für 2029 stellte Sigel sogar einen Bitcoin-Kurs von 500.000 US-Dollar in Aussicht. Dafür müssten institutionelle Käufer dem Markt erhalten bleiben und sich die Liquidität verbessern.
„Für 2029 stellte er sogar einen Bitcoin-Kurs von 500.000 US-Dollar in Aussicht.“
Infobox: BTC-ECHO berichtet über VanEcks Kursziel von 100.000 US-Dollar im kommenden Jahr und 500.000 US-Dollar für 2029. Als zentrale Voraussetzungen gelten institutionelle Nachfrage und eine verbesserte Liquidität.
Quelle: BTC-ECHO
Relai: Mittelherkunftsnachweise werden bei größeren Transaktionen wichtiger
Ein Mittelherkunftsnachweis kann bei Relai erforderlich werden, wenn größere Bitcoin-Käufe oder -Verkäufe geplant sind oder die Plattform im Rahmen ihrer Customer-Due-Diligence-Prüfung die Herkunft der eingesetzten Gelder nachvollziehen muss. Bei Privatkunden kann Relai die Herkunft der Gelder prüfen; bei Geschäftskunden umfasst die Prüfung zusätzlich unter anderem Unternehmensstruktur, wirtschaftlich Berechtigte, Geschäftszweck und Source of Funds.
Für Kunden aus der EU und dem EWR ist nach der Migration nicht mehr die Schweizer Relai AG, sondern Relai EU in Frankreich zuständig. Relai erklärt, dass die EU-Gesellschaft unter dem MiCA-Regelwerk lizenziert ist. Für Nutzer in der Schweiz bleibt die Relai AG Vertragspartner.
Relai arbeitet weiterhin mit einem Self-Custody-Modell. Die privaten Schlüssel beziehungsweise die Seed-Phrase werden nach den aktuellen Bedingungen ausschließlich in der mobilen App auf dem Gerät des Kunden erzeugt und gespeichert. Relai selbst hat keinen Zugriff darauf.
Self-Custody beantwortet jedoch nicht automatisch die Frage, woher das Geld für den ursprünglichen Bitcoin-Kauf stammt. Die technische Kontrolle über eine Wallet und die wirtschaftliche Herkunft des eingesetzten Kapitals sind nach Darstellung von Anwalt.de getrennt zu betrachten.
Für EU-Kunden gilt ein zweistufiges Limitsystem. Bis zu einem gesamten Handelsvolumen von 10.000 Euro gilt Tier 1. Für darüber hinausgehende Käufe oder Verkäufe ist ein Adressnachweis erforderlich. Nach erfolgreicher Freischaltung gelten aktuell eine maximale Ordergröße von 250.000 Euro sowie ein kombiniertes 30-Tage-Limit von 50.000 Euro für Käufe und Verkäufe.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Tier 1 | 10.000 Euro |
| Maximale Ordergröße | 250.000 Euro |
| Kombiniertes 30-Tage-Limit | 50.000 Euro |
| E-Mail-Hinweis | 5.000 Euro und 7.500 Euro Lifetime-Volumen |
Wer innerhalb von 30 Tagen mehr als 50.000 Euro handeln möchte, kann Relai Private nutzen. Dort werden individuelle Handelslimits auf Basis von Bedarf und Handelsvolumen vereinbart. Bei Aufträgen oberhalb des Maximum Threshold kann ein Customer-Due-Diligence-Prozess einschließlich einer Source-of-Funds-Prüfung erforderlich werden.
Als mögliche Unterlagen für einen Mittelherkunftsnachweis nennt der Beitrag unter anderem Kaufverträge und Kaufpreiszahlungen bei Immobilienverkäufen, Erbschein oder Testament bei einer Erbschaft sowie Schenkungsvertrag und Kontoauszug bei einer Schenkung. Ein Kontoauszug belege demnach lediglich den unmittelbaren Zahlungsschritt und nicht zwingend die ursprüngliche wirtschaftliche Herkunft.
Für Geschäftskunden kann die Prüfung deutlich umfangreicher ausfallen. Neben Unternehmensaktivität, Branche und Zweck der Bitcoin-Nutzung werden unter anderem Unternehmensdokumente, wirtschaftlich Berechtigte, Finanzinformationen, Steuer-Compliance, Solvenz sowie PEP- und Sanktionsprüfungen genannt.
Darüber hinaus müssen Unternehmens-Wallets nach den aktuellen EU-Bedingungen vorab geprüft, autorisiert und auf eine Whitelist gesetzt werden. Die Wallet-Zuordnung zeigt dabei, wer die Wallet kontrolliert, während die Source of Funds erklärt, wie das eingesetzte Kapital entstanden ist.
Relai verlangt inzwischen von allen Nutzern eine Verifizierung. Neue Nutzer mussten die Verifizierung ab dem 14. August durchführen; für bestehende Nutzer endete die Übergangsfrist am 31. Oktober. Zum Registrierungsprozess gehören Identitätsprüfung, Steuerinformationen, Ausweiskontrolle und Selfie-Prüfung.
Die maßgebliche MiCA-Übergangsfrist lief am 1. Juli 2026 aus. Relai EU sei nach eigenen Angaben bereits zuvor vollständig MiCA-konform gewesen. Damit bleiben KYC, Geldwäscheprävention, Kundenprüfung und die Frage nach der Herkunft von Geldern Bestandteil des regulierten Geschäfts.
Infobox: Bei Relai können größere Handelsvolumen, Relai Private, Erbschaften, Schenkungen, Immobilienverkäufe und Unternehmensvermögen zusätzliche Nachweise auslösen. Self-Custody schützt die Wallet-Kontrolle, ersetzt aber keinen Nachweis der Kapitalherkunft.
Quelle: Anwalt.de
XTB: Bitcoin steht vor der Hürde bei 82.000 US-Dollar
Nach Einschätzung von XTB notierte Bitcoin am Freitagmorgen im Bereich von 76.500 bis 77.500 US-Dollar. Damit lag die Kryptowährung weiterhin deutlich unter dem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar aus dem Oktober 2025.
Der Markt verarbeitete laut XTB die erste Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve seit 2023. Das FOMC unter Vorsitz von Kevin Warsh hob den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75–4,00 Prozent an. Als Begründung wurde angeführt, die Inflation sei „zu hoch und das schon viel zu lange“.
Der Dot Plot lässt eine weitere Erhöhung im Jahr 2026 offen; der Median liegt bei 4,1 Prozent. Bitcoin reagierte verhalten, da der Zinsschritt weitgehend eingepreist gewesen sei, und bewegte sich im Bereich von 75.000–76.500 US-Dollar.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch die Kritik von US-Präsident Donald Trump. Er forderte auf Truth Social Zinsen von „1 Prozent oder weniger“ und bezeichnete das Fed-Board als „feindselig“, sprach Kevin Warsh jedoch weiterhin sein Vertrauen aus.
Technisch sieht XTB den entscheidenden Widerstand bei rund 82.000 US-Dollar. Die September-Hochs lagen bei 82.200–82.250 US-Dollar. Solange Bitcoin unter der Zone von 80.000–85.000 US-Dollar bleibt, sei die Struktur anfällig für tiefere Hochs.
| Technische Marke | Wert |
|---|---|
| Aktueller Bereich | 76.500–77.500 US-Dollar |
| Unterstützung | 75.000 US-Dollar |
| Widerstandszone | 80.000–85.000 US-Dollar |
| Entscheidender Widerstand | 82.000 US-Dollar |
| Mögliches Kursziel bei Ausbruch | 90.000 US-Dollar |
| Mögliches Rücksetzerziel | 72.000 US-Dollar |
Ein nachhaltiger Tagesschlusskurs über 80.000 US-Dollar und ein volumenstarker Ausbruch über 82.000 US-Dollar könnten laut XTB den Weg in Richtung 90.000 US-Dollar freimachen. Ein Scheitern an der Widerstandszone könnte dagegen den Blick wieder auf 72.000 US-Dollar richten.
Die Spot-Bitcoin-ETFs verfügten laut XTB über ein verwaltetes Vermögen von rund 95 Milliarden US-Dollar; die kumulierten Nettozuflüsse lagen bei rund 54,6 Milliarden US-Dollar. Zuletzt wurden jedoch Abflüsse verzeichnet. Am 15. September flossen rund 450 Millionen US-Dollar ab, am 16. September weitere 296 Millionen US-Dollar.
Die Abflüsse wurden hauptsächlich durch IBIT, FBTC und ARKB verursacht, während GBTC strukturell im Abflussmodus verblieb. XTB wertet dies nicht als strukturellen Trendbruch, sondern als Dämpfer für die institutionelle Nachfrage.
Historisch zählen Oktober und November laut XTB zu den stärksten Monaten für Bitcoin. Der sogenannte „Uptober“ bringt demnach durchschnittlich etwa +20 Prozent. Ein erneuter Test der Oberkante bleibe möglich, hänge aber von einer Re-Beschleunigung der Spot-ETF-Zuflüsse und der Verarbeitung des neuen Zinsumfelds ab.
„Für Bitcoin steht die entscheidende Weichenstellung an der massiven Angebotszone bei 82.000 US-Dollar bevor.“
Infobox: XTB sieht Bitcoin oberhalb der Unterstützung bei 75.000 US-Dollar, aber unter dem entscheidenden Widerstand bei 82.000 US-Dollar. Ein Ausbruch könnte 90.000 US-Dollar ermöglichen, während ein Scheitern 72.000 US-Dollar in den Fokus rücken würde.
Quelle: XTB.com
finanzen.net: 100.000 US-Dollar bis Ende 2026 bleiben im Gespräch
finanzen.net berichtete über einen Bitcoin-Kurs von rund 80.000 US-Dollar und einen Wochenhöchststand von über 81.000 US-Dollar. Im August lag das Plus bei rund 23 Prozent, womit der Monat als stärkster seit 2017 beschrieben wird.
Als Auslöser nennt der Beitrag unter anderem die Entscheidung des US-Finanzministeriums, die maximale Rückkaufgröße für Staatsanleihen mit zehn-, zwanzig- und dreißigjähriger Laufzeit von zuvor zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation zu erhöhen.
Nach der Ankündigung fiel die Rendite dreißigjähriger US-Papiere zunächst um neun Basispunkte. Bitcoin legte sieben Prozent zu, Gold vier Prozent. Bis Freitag holte die Rendite den Großteil des Rückgangs wieder auf, während der Dollar auf ein Dreimonatstief fiel.
Am selben Tag überschritt die US-Gesamtverschuldung erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar. Laut finanzen.net war dies nur fünf Monate nach dem Erreichen der 39-Billionen-Schwelle im März der Fall. Der Zinsdienst beläuft sich dem Beitrag zufolge auf rund 1,2 Billionen Dollar im Jahr.
Die Entwicklung wird als sogenannter Debasement Trade eingeordnet. Anleger suchen dabei Vermögenswerte, die sich nicht beliebig vermehren lassen. Bei Bitcoin wird in diesem Zusammenhang auf die Begrenzung der Menge auf 21 Millionen Stück verwiesen.
Fabian Dori, Investmentchef bei Sygnum, erklärte gegenüber CoinDesk, die Maßnahme sei keine Geldpolitik im engeren Sinne, weil der Mechanismus bei der Finanzbehörde und nicht in der Notenbankbilanz liege. Das Signal könne jedoch das Narrativ einer Rotation in knappere, nicht staatliche Vermögenswerte verstärken.
Auch die ETF-Nachfrage entwickelte sich zunächst positiv. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten acht Handelstage in Folge Zuflüsse von zusammen 2,8 Milliarden Dollar. Das war laut dem Beitrag die längste Serie seit April. Im gesamten August beliefen sich die Zuflüsse auf über drei Milliarden Dollar.
Gleichzeitig wurden mehr als vier Milliarden Dollar an bärischen Krypto-Positionen liquidiert. Alex Kuptsikevich, Chefmarktanalyst bei FxPro, führte die Rally maßgeblich auf Short-Eindeckungen nach wochenlangem, engem Handel zurück.
Charttechnisch hatte Bitcoin die 50-Tage-Linie bei 64.518 Dollar und die 200-Tage-Linie bei 68.962 Dollar überwunden. Ein mögliches Golden Cross würde entstehen, wenn die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten kreuzt.
| Marke oder Entwicklung | Wert |
|---|---|
| Bitcoin-Kurs | rund 80.000 US-Dollar |
| Wochenhoch | über 81.000 Dollar |
| August-Performance | rund 23 Prozent |
| US-Gesamtverschuldung | 40 Billionen Dollar |
| Jährlicher Zinsdienst | rund 1,2 Billionen Dollar |
| Bitcoin-Mengenbegrenzung | 21 Millionen Stück |
| ETF-Zuflüsse in acht Handelstagen | 2,8 Milliarden Dollar |
Als nächste charttechnische Hürde nennt finanzen.net 82.814 Dollar, das Mai-Hoch. Auf der Unterseite gilt die 200-Tage-Linie bei 69.275 Dollar als erste Auffanglinie. Darunter wird die Marke von 58.000 Dollar genannt; das Verlaufstief vom 1. Juli lag exakt bei 57.740 Dollar. Die aggregierte Kostenbasis aller Anleger lag bei 54.000 Dollar.
Der Vermögensverwalter 21Shares hält laut finanzen.net am Basisszenario einer Erholung auf 100.000 Dollar bis Ende 2026 fest. Die Einschätzung wird unter anderem mit historischen Bitcoin-Zyklen begründet. Käufe im jeweiligen Tiefpunktfenster hätten historisch im Schnitt eine Wertsteigerung von rund 130 Prozent bis zum nächsten Halving gebracht.
Infobox: finanzen.net nennt die ETF-Zuflüsse, die Entwicklung am US-Anleihemarkt und die begrenzte Bitcoin-Menge als wichtige Faktoren der Erholung. 21Shares hält 100.000 Dollar bis Ende 2026 weiterhin für möglich, während 82.814 Dollar als nächste technische Hürde gilt.
Quelle: finanzen.net
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung liegt in der wachsenden institutionellen und regulatorischen Einbindung von Bitcoin. Langfristige Kursziele bleiben spekulativ und hängen maßgeblich von Liquidität, ETF-Nachfrage und makroökonomischer Politik ab. Kurzfristig ist die Zone um 82.000 US-Dollar entscheidend: Ohne nachhaltigen Ausbruch bleibt das Risiko eines Rücksetzers bestehen.
Für Anleger gewinnt zudem die rechtliche Nachvollziehbarkeit an Bedeutung. Self-Custody schützt zwar die technische Kontrolle über Bitcoin, beseitigt aber weder KYC-Pflichten noch Anforderungen an die Herkunft des eingesetzten Kapitals. Damit wird Bitcoin stärker in bestehende Finanz- und Compliance-Strukturen integriert.
Kurzfazit: Das langfristige Potenzial bleibt attraktiv, die kurzfristige Marktstruktur jedoch fragil. Regulierung und institutionelle Nachfrage werden zunehmend ebenso entscheidend wie die technische Kursentwicklung.
Quellen:
- Experte sieht Bitcoin bei 500.000 US-Dollar – darum hält er das für möglich
- Mittelherkunftsnachweis Relai: Wann die Bitcoin-App einen Source-of-Funds-Nachweis verlangt
- Krypto News:
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