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Ethereum: ETF-Zuflüsse steigen, während Staking-Reform EIP-8363 umstritten bleibt
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Ethereum sendet wieder stärkere Signale als Bitcoin: Milliardenschwere ETF-Zuflüsse, institutionelles Interesse und das geplante Glamsterdam-Upgrade treiben die Debatte an. Gleichzeitig sorgt EIP-8363 mit möglichen Einschnitten bei Staking-Belohnungen für heftigen Widerstand. Zwischen Kurschancen, Netzwerkausbau und einem grundlegenden Streit über die Zukunft der Ethereum-Ökonomie steht damit viel auf dem Spiel.
Ethereum zwischen ETF-Zuflüssen, Upgrade-Hoffnungen und Staking-Streit
Ethereum zeigt laut BTC-ECHO erstmals seit längerer Zeit wieder relative Stärke gegenüber Bitcoin. Als Gründe nennt die Quelle steigendes institutionelles Interesse, höhere Zuflüsse in US-Spot-ETFs sowie das geplante Glamsterdam-Upgrade.
In den letzten drei Juliwochen verzeichneten die US-Spot-ETFs auf Ethereum jeweils höhere Nettozuflüsse als die Bitcoin-Produkte. Vom 13. bis 17. Juli flossen 105,5 Millionen US-Dollar in Ethereum-ETFs, in der darauffolgenden Woche waren es 103,8 Millionen US-Dollar. Bitcoin-Produkte sammelten im gleichen Zeitraum etwas über 75 Millionen beziehungsweise knapp 34 Millionen US-Dollar ein.
In der letzten Juliwoche verloren die Bitcoin-Produkte 61,5 Millionen US-Dollar, während die Ether-ETFs weitere 10 Millionen US-Dollar Zuflüsse verbuchten. Über drei Wochen hinweg konnten die Ethereum-ETFs damit mehr als viermal so viele Gelder einsammeln wie Bitcoin.
| Zeitraum beziehungsweise Kennzahl | Ethereum | Bitcoin |
|---|---|---|
| 13. bis 17. Juli | 105,5 Millionen US-Dollar Zuflüsse | etwas über 75 Millionen US-Dollar |
| Darauffolgende Woche | 103,8 Millionen US-Dollar Zuflüsse | knapp 34 Millionen US-Dollar |
| Letzte Juliwoche | 10 Millionen US-Dollar Zuflüsse | 61,5 Millionen US-Dollar Abflüsse |
Auch das ETH/BTC-Verhältnis erholte sich kurzfristig. Ende Juli stieg es über 0,03 Bitcoin je Ether und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Monaten, fiel anschließend jedoch in die Region von 0,0294 zurück. Auf Monatssicht lag Ethereum gegenüber Bitcoin laut BTC-ECHO dennoch etwa zehn Prozent im Plus.
Für eine langfristige Trendwende sei diese Entwicklung bislang nicht ausreichend. Beim Erreichen der Rekordstände im November 2021 lag das ETH/BTC-Verhältnis bei ungefähr 0,08. Im April 2025 wurde ein Tiefpunkt von ungefähr 0,018 BTC je ETH erreicht, während der Erholungsversuch im September 2025 die Region von 0,043 BTC je ETH erreichte.
Eine weitere institutionelle Entwicklung betrifft Staking-Produkte. BlackRock startete am 18. Februar mit ETHB einen eigenen Staking-ETF, der neben der Kursentwicklung auch Staking-Belohnungen abbilden soll. Die ausgewiesene Staking-Reward-Rate der vergangenen 30 Tage lag bei 1,7 Prozent; das Nettovermögen des Fonds stieg von 100 Millionen US-Dollar zum Handelsstart bis Ende Juli auf 582 Millionen US-Dollar.
Das für die zweite Jahreshälfte 2026 geplante Glamsterdam-Upgrade soll die Kapazität der Ethereum-L1 deutlich erhöhen. Das derzeitige Gaslimit von 60 Millionen Gas je Block soll künftig auf 200 Millionen steigen. Zusätzlich soll Ethereum mehr Blob-Daten für Rollups bereitstellen und die Kosten für dauerhaft gespeicherte Daten stärker an deren tatsächlichen Umfang anpassen.
BTC-ECHO weist zugleich darauf hin, dass eine höhere Netzwerkkapazität den wirtschaftlichen Wert von ETH nicht automatisch steigert. Bei gleichbleibender Nachfrage könnte mehr verfügbarer Blockspace zu sinkenden Transaktionsgebühren und einem geringeren Burn führen. Für eine positive Wirkung auf ETH wären daher mehr Nutzung und zusätzliche Aktivität im Ethereum-Mainnet erforderlich.
„Ein besseres Netzwerk macht ETH nicht automatisch wertvoller“
Zusammenfassung: Ethereum verzeichnete in den letzten drei Juliwochen stärkere ETF-Zuflüsse als Bitcoin, während das ETH/BTC-Verhältnis kurzfristig zulegte. Glamsterdam soll das Gaslimit von 60 Millionen auf 200 Millionen Gas je Block erhöhen, doch die Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Wert von ETH hängen laut BTC-ECHO von der tatsächlichen Netzwerknutzung ab.
EIP-8363 entfacht Streit über Ethereum-Staking
BeInCrypto berichtet über Widerstand gegen den Ethereum-Vorschlag EIP-8363. SharpLink-CEO Joseph Chalom lehnt den Entwurf ab und warnt, dass sinkende Validatoren-Belohnungen die dezentrale Finanzwirtschaft schwächen und den Renditevorsprung von ETH gegenüber Bitcoin verringern könnten.
Nach Darstellung von BeInCrypto sieht EIP-8363 vor, einen Teil der Belohnungen jedes Validators abhängig von dessen Aufgaben zu verbrennen. Die Burn-Rate soll steigen, wenn der Anteil der gestakten ETH wächst, und spätestens bei 60,25 Millionen gestakten ETH 100 Prozent erreichen. Diese Menge entspricht etwa der Hälfte des gesamten Umlaufangebots.
Die Änderung soll schrittweise über 18 Monate eingeführt werden. Zum 7. August 2026 war der Vorschlag weiterhin als Pull Request offen; die bisherigen Belohnungen und Strafen in der Konsensschicht blieben laut Quelle erhalten.
- Bei einer Staking-Quote von 50 Prozent soll die Emissionsrendite auf null sinken.
- Die Burn-Rate soll mit dem Anteil der gestakten ETH steigen.
- Die Einführung soll über 18 Monate erfolgen.
- Zum 7. August 2026 war EIP-8363 weiterhin als Pull Request offen.
Chalom nennt vier zentrale Einwände. Geringere Staking-Renditen könnten seiner Einschätzung nach DeFi schwächen, die Kosten für On-Chain-Kredite erhöhen und die Liquidität verringern. Außerdem mache Staking ETH für institutionelle Investoren attraktiver, weil neben möglichen Kursgewinnen eine native Rendite geboten werde.
Der SharpLink-CEO verweist zudem auf die Funktion der Staking-Belohnungen bei der Finanzierung von Validatoren, Infrastruktur, Entwicklern und weiteren Bereichen des Ethereum-Ökosystems. Das Timing des Vorschlags hält er für ungünstig, weil Ethereum derzeit institutionelle Dynamik über Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte und große Finanzunternehmen gewinne.
„EIP-8363 lenkt diesen Mehrwert nicht um, sondern vernichtet ihn.“
Messari bezeichnet EIP-8363 laut BeInCrypto als Lösung für ein kaum vorhandenes Problem. Die Nettoemission von Ethereum liege aktuell bereits bei etwa 0,85 Prozent pro Jahr. Befürworter argumentieren dagegen, dass das Verbrennen von Belohnungen die Verwässerung begrenzen und eine Zentralisierung auf wenige große Institutionen verhindern könnte.
Die Wahrscheinlichkeit einer Annahme wird von Messari als gering eingeschätzt. Der Entwurf soll zwar eine mögliche Staking-Zentralisierung adressieren, betreffe nach Einschätzung der Analysten jedoch vor allem die nominale Rendite und nicht die Rendite von der Nachfrageseite.
Zusammenfassung: EIP-8363 könnte Validatoren-Belohnungen abhängig von der Staking-Quote verbrennen und bei 60,25 Millionen gestakten ETH eine Burn-Rate von 100 Prozent erreichen. Joseph Chalom und weitere Kritiker warnen vor Belastungen für DeFi und institutionelles Interesse; Messari bewertet die Annahmewahrscheinlichkeit als gering.
Glamsterdam und die Kursmarke von 1.926 Dollar
Wallstreet Online beschreibt Ethereum als technisch stark positioniert, während der Kurs unter einer wichtigen charttechnischen Marke bleibt. In einem Bericht wird ETH bei rund 1.911 Dollar genannt; zugleich soll Glamsterdam Ende August starten und als größtes Update am Basisprotokoll seit dem Merge gelten.
Das Gaslimit soll von 60 auf 200 Millionen pro Block steigen. Die Gebühren sollen laut Wallstreet Online um rund 78 Prozent fallen. EIP-7732 soll den Bau der Blöcke in das Protokoll verlagern, während EIP-7928 die parallele Verarbeitung von Transaktionen ermöglichen soll.
Für Halter soll sich durch die Änderungen nichts ändern. Validatoren müssen ihre Software rechtzeitig aktualisieren, während der Termin des Upgrades laut Quelle noch nicht endgültig bestätigt ist.
Am 5. August flossen laut Wallstreet Online 60,8 Millionen Dollar in ETH-Spot-ETFs. Davon entfielen 50,3 Millionen Dollar auf BlackRock-Kunden. Zudem soll ein Wal 10.500 ETH von OKX abgezogen haben.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| ETH-Kurs im Bericht | rund 1.911 Dollar |
| Gaslimit bisher | 60 Millionen pro Block |
| Gaslimit künftig | 200 Millionen pro Block |
| Erwarteter Gebührenrückgang | rund 78 Prozent |
| ETF-Zuflüsse am 5. August | 60,8 Millionen Dollar |
| Davon BlackRock-Kunden | 50,3 Millionen Dollar |
| Abzug von OKX | 10.500 ETH |
Der 100-Tage-Durchschnitt bei 1.926 Dollar gilt laut Wallstreet Online als Hürde. Darüber wird die Marke von 2.000 Dollar genannt. Nach unten liegt eine Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt bei rund 1.849 Dollar; darunter wird die Zone um 1.800 Dollar als relevant beschrieben.
In einem weiteren Bericht von Wallstreet Online wird ETH bei 1.908,76 Dollar genannt, 8,39 Dollar über dem Vortageswert. Die Marktkapitalisierung lag demnach bei rund 233 Milliarden Dollar. Der 50-Tage-Durchschnitt wurde bei 1.806 Dollar und der 100-Tage-Durchschnitt bei 1.926 Dollar angegeben.
Für August nennt die Quelle ein Ziel von 1.950 Dollar und eine Spanne von 1.750 bis 2.000 Dollar. Das Rekordhoch aus dem August 2025 wird mit fast 4.953 Dollar beziffert. In amerikanischen Spot-Fonds stecken laut Bericht rund 13,7 Milliarden Dollar.
Zusätzlich wird BitMine mit Beständen von 5,7978 Millionen ETH genannt. Das entspricht laut Wallstreet Online rund 4,8 Prozent des umlaufenden Angebots; allein in der Vorwoche kamen 10.399 ETH hinzu. Für das Monatsende nennen die Modelle rund 2.057 Dollar.
Zusammenfassung: Glamsterdam soll das Gaslimit auf 200 Millionen pro Block erhöhen und die Gebühren um rund 78 Prozent senken. Charttechnisch gilt 1.926 Dollar als zentrale Hürde, während Wallstreet Online je nach Bericht Unterstützungen bei 1.849 beziehungsweise 1.806 Dollar und Kursziele zwischen 1.950 und rund 2.057 Dollar nennt.
Ethereum-ETFs überschreiten laut Börse Express 11 Milliarden Dollar
Börse Express berichtet von anhaltend starken Kapitalzuflüssen in US-Spot-Ethereum-ETFs. Am Freitag verzeichneten die Produkte Nettozuflüsse von 49,6 Millionen USD und damit den vierten Handelstag in Folge positive Kapitalströme.
Der ETHA-Fonds von BlackRock zog allein 38,15 Millionen USD an. Der Fidelity FETH verzeichnete Zuflüsse von 11,45 Millionen USD. Bereits am Donnerstag hatten die Produkte laut Börse Express ein Plus von 92,15 Millionen USD erreicht.
Die kumulierten Nettozuflüsse in die neuen Spot-Produkte überschritten laut Medienberichten die Marke von 11 Milliarden USD. ETFs und Unternehmenstreasures halten demnach fast 11 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots. Grayscale kämpft bei seinem ETHE-Produkt weiterhin mit Abflüssen und strebt für seinen Staking-Mini-ETF künftig monatliche Barausschüttungen der Erträge an.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Nettozuflüsse am Freitag | 49,6 Millionen USD |
| Zuflüsse am Donnerstag | 92,15 Millionen USD |
| BlackRock ETHA | 38,15 Millionen USD |
| Fidelity FETH | 11,45 Millionen USD |
| Kumulierte Nettozuflüsse | über 11 Milliarden USD |
| Anteil von ETFs und Unternehmenstreasures | fast 11 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots |
Parallel zu den ETF-Zuflüssen sorgt EIP-8363 für eine kontroverse Debatte über die Staking-Ökonomie. Der am 4. August eingereichte Vorschlag sieht vor, die Validatoren-Belohnungen drastisch zu kürzen, sobald 50 Prozent des Gesamtangebots gestakt sind.
Bei dieser Schwelle von etwa 60,25 Millionen ETH würden die Emissions-Belohnungen laut Börse Express faktisch auf null sinken. Aktuell seien rund 41,5 Millionen ETH gestakt, was etwa 34 Prozent des Angebots entspreche.
Joseph Chalom warnte laut Quelle, EIP-8363 könne den Wettbewerbsvorteil von Ethereum gegenüber Bitcoin schwächen und Rendite-Benchmarks für On-Chain-Märkte untergraben. Aave-Gründer Stani Kulechov schloss sich der Kritik an. In einer nicht bindenden Umfrage auf dem EVA Hub sprachen sich rund 99,7 Prozent der teilnehmenden Validatoren gegen den Vorschlag aus.
Mike Silagadze, CEO von Ether.fi, bot laut Börse Express eine Wette über eine Million USD an, dass die Umsetzung die Zentralisierung des Netzwerks eher fördern als verhindern würde. Eine Entscheidung über EIP-8363 wird erst im Rahmen der kommenden Upgrade-Planungen bis November erwartet.
Der Ethereum-Kurs wurde bei 1.917,72 USD genannt, was einem Plus von 0,84 Prozent entsprach. Der Kurs lag damit über dem 50-Tage-Durchschnitt von 1.797,23 USD. Der RSI wurde mit 56,7 angegeben und signalisierte laut Quelle eine neutrale bis leicht bullische Dynamik.
Zusammenfassung: Die kumulierten Nettozuflüsse in neue Ethereum-Spot-Produkte überschritten laut Börse Express 11 Milliarden USD. Gleichzeitig stimmten rund 99,7 Prozent der teilnehmenden Validatoren in einer nicht bindenden Umfrage gegen EIP-8363; eine Entscheidung wird bis November erwartet.
Einschätzung der Redaktion
Ethereum erhält derzeit einen relevanten institutionellen Nachfrageimpuls, doch daraus folgt noch keine nachhaltige Neubewertung. Entscheidend ist, ob die zusätzliche Kapitalzufuhr mit real steigender Nutzung des Netzwerks einhergeht. Ein Kapazitätsausbau kann Effizienz und Skalierbarkeit verbessern, zugleich aber Gebühren und den Burn reduzieren.
Der Staking-Streit ist deshalb strategisch bedeutsam: Eine stärkere Angebotsdisziplin könnte langfristig attraktiv sein, niedrigere Renditen könnten jedoch die Beteiligung, DeFi-Liquidität und institutionelle Nachfrage bremsen. Solange EIP-8363 nicht beschlossen ist, bleibt die Debatte vor allem ein Unsicherheitsfaktor.
Charttechnisch bleibt der Bereich um 1.926 Dollar ein wichtiger Belastungstest. Erst eine nachhaltige Überwindung dieser Marke würde die derzeitige Erholung glaubwürdiger machen.
Kernaussage: Die Perspektive für Ethereum verbessert sich, aber der langfristige Erfolg hängt stärker von tatsächlicher Netzwerknutzung und einer tragfähigen Staking-Ökonomie ab als von ETF-Zuflüssen oder technischen Upgrades allein.
Quellen:
- Beginnt jetzt das große Ethereum-Comeback?
- SharpLink-CEO warnt vor neuem Ethereum-Netzwerk-Vorschlag: EIP-8363
- Ethereum News heute: ETH bei 1.911 Dollar und Glamsterdam als größtes Update seit dem Merge
- Ethereum: 11 Milliarden in Spot-ETFs akkumuliert
- Ethereum Prognose August 2026 mit ETH bei 1.908 Dollar vor der Marke von 1.926 Dollar
- Ethereum Prognose August 2026: Diese Marke bei 1.926 Dollar entscheidet über den Monat
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Kommentare (3)
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Anonymous
Also die ETF Zuflüsse klingen ja erstmal ziemlich stark, aber ich glaub man darf da nicht gleich wieder von dem grossen Comeback reden. Ein paar Wochen mehr Geld in ETH ETFs heist ja noch nicht das Bitcoin jetzt dauerhaft abgemeldet ist. Gerade bei solchen Zahlen wird oft vergessen das die Summen im vergleich zum gesamten Markt garnicht so riesig sind und ein grosser Investor kann die Richtung schon wieder komplett ändern. Trotzdem ist es schon interessant, dass Ethereum bei den Zuflüssen mal vor Bitcoin liegt, vorallem weil ETH in letzter Zeit eher wie der ewige zweite wirkte. Das ETH/BTC Verhältnis zeigt eigendlich ganz gut wie vorsichtig man sein sollte. 0,03 klingt vielleicht nach viel, ist aber noch weit weg von den alten Höchstständen. Wenn Ethereum wirklich dauerhaft stärker werden würde, müsste da wohl noch einiges passieren. Andererseits war der Absturz auf ungefähr 0,018 auch ziemlich heftig, also kann man die jetzige Erholung schon als kleines Lebenszeichen sehen. Ob daraus ein richtiger Trend wird hängt warscheinlich nicht nur von ETFs ab sondern auch davon ob auf Ethereum wieder mehr los ist als nur irgendwelche Meme coins und kurzlebige DeFi Projekte. Beim Glamsterdam Upgrade bin ich etwas zwiegespalten. Mehr Gas pro Block und mehr Daten für Rollups hört sich natürlich gut an, weil das Netzwerk dann mehr Transaktionen schaffen kann. Aber wenn die Gebühren dadurch um fast 78 Prozent fallen, ist die Frage wer davon am meisten profitiert. Die Nutzer bestimmt, aber für ETH als Anlage ist das nicht automatisch positiv. Weniger Gebühren bedeutet ja auch weniger Burn, zumindest wenn nicht gleichzeitig viel mehr Leute das Netzwerk benutzen. Ein schnellerer Parkplatz macht den Parkplatz ja auch nicht wertvoller wenn keiner hinfährt, ungefähr so verstehe ich das jedenfalls. Vielleicht ist genau das der Punkt den viele in den Kurszielen übersehen. Technische upgrades werden immer wie ein sicherer Preistreiber verkauft, aber am Ende muss es echte Nutzung geben. Wenn die ganzen Aktivität auf Layer 2 stattfindet und auf der Hauptchain kaum Gebühren entstehen, kann Ethereum zwar technisch super sein, aber die Nachfrage nach ETH bleibt trotzdem fraglich. Ich kenn mich da nicht tief genug aus, aber irgendwie muss ETH ja mehr sein als nur der Token den man für Gebühren braucht. Staking und als Sicherheit in anderen Anwendungen sind da natürlich wichtig. Und damit kommt man direkt zu EIP-8363. Die Idee die Belohnungen zu verbrennen sobald sehr viel ETH gestakt ist klingt auf dem Papier nach weniger Verwässerung. Wenn irgendwann die Hälfte des Angebots gestakt wird und die Emission auf null geht, freut das vermutlich jeden der nur auf eine möglichst knappe Menge schaut. Aber Validatoren laufen nicht aus Luft und guten Absichten. Server, Strom, Entwicklung und die ganze Infrastruktur kosten nunmal Geld. Wenn die Rendite zu niedrig wird, machen am Ende vielleicht vorallem die grossen Anbieter weiter, weil die bessere Kosten haben. Dann wäre ausgerechnet eine Reform gegen Zentralisierung ein Grund für noch mehr Zentralisierung, was schon ziemlich ironisch wäre. Die 99,7 Prozent gegen den Vorschlag hören sich ebenfalls gewaltig an, aber das war ja eine nicht bindende Umfrage und offenbar nicht unbedingt die gesamte Ethereum Community. Bei Umfragen im Internet stimmen oft die Leute ab die besonders sauer sind. Das heist nicht das die Kritik falsch ist, aber man sollte die Zahl nicht wie eine Volksabstimmung behandeln. Ausserdem ist eine hohe Rendite nicht automatisch gut für das Netzwerk. Wenn zu viel ETH gestakt wird, wird es vielleicht auch unflexibel und Liquidität verschwindet irgendwo in Staking Protokollen. Ich kann beide Seiten verstehen und finde deshalb eine schnelle Entscheidung eher schlecht. Was mich bei den ganzen Berichten auch etwas stört, sind die vielen sehr genauen Kursmarken. 1.926 Dollar als Hürde, 1.849 oder 1.806 als Unterstützung, dazu 1.950 oder 2.057 als Ziel. Das wirkt immer schön wissenschaftlich, ist aber am Ende oft nur ein Linien malen im Chart. Wenn der Markt plötzlich wegen Zinsen, Regulierung oder einem grossen Verkauf dreht, interessiert sich der Kurs nicht für den 100 Tage Durchschnitt. Trotzdem schauen natürlich alle drauf und dadurch können solche Marken dann irgendwie selbst wahr werden, weil genug Leute dort kaufen oder verkaufen. Die ETF Zuflüsse von BlackRock sind für die Wahrnehmung sicher wichtig. Wenn ein grosser Name jeden Monat Millionen einsammelt, denken andere Institutionen wahrscheinlich eher darüber nach auch einzusteigen. Aber auch hier sollte man zwischen Zufluss und echter langfristiger Überzeugung unterscheiden. ETF Anleger können genauso schnell wieder rausgehen wenn die Stimmung kippt. Und ein Wal der 10.500 ETH von OKX abzieht muss nicht automatisch bullish sein, vielleicht verschiebt er die Coins nur in eine andere Wallet oder will sie später verkaufen. Bei Krypto wird aus jeder Walletbewegung sofort eine grosse Story gemacht. Unterm Strich sehe ich Ethereum gerade in einer spannenden aber auch ziemlich unklaren Lage. Die Zuflüsse und die geplanten Verbesserungen sind positiv, aber sie lösen nicht automatisch das Problem mit der tatsächlichen Nachfrage. EIP-8363 könnte die Angebotsseite verändern, macht das ganze Ökosystem aber vielleicht weniger attraktiv für Staker und DeFi. Ich würde jedenfalls nicht allein wegen ETF Zahlen oder einem Upgrade sofort all in gehen. Erstmal müsste sich zeigen, ob das Netzwerk nach Glamsterdam wirklich mehr genutzt wird und ob die Entwickler beim Staking eine Lösung finden die nicht wieder neue Probleme schafft. Sonst haben wir am Ende ein super schnelles Netzwerk mit niedrigen Gebühren, aber niemand nutzt es und alle wundern sich warum der Kurs nicht zum Mond fliegt.
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Anonymous
Die ETF-Zuflüsse sind schon ein gutes Signal, aber entscheidend wird sein, ob daraus auch dauerhaft mehr Aktivität im Ethereum-Netzwerk entsteht. Gerade bei Glamsterdam bin ich gespannt, ob die niedrigeren Gebühren wirklich neue Nutzer anlocken oder am Ende nur die Einnahmen und den Burn drücken.
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Anonymous
Was mir in den bisherigen Kommentaren noch fehlt, ist die Rolle von Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten. Gerade dort könnte Ethereum langfristig echte Nachfrage bekommen, unabhängig davon, ob die Gebühren kurzfristig steigen oder fallen. Die ETF-Zuflüsse sind nett fürs Sentiment, aber diese praktische Nutzung wäre für mich der deutlich solidere Beweis.