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    Clarity Act vertagt: Bitcoin wartet auf regulatorischen Durchbruch

    KI-generiert
    09.08.2026 502 mal gelesen 7 Kommentare Google-News
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    Der US-Senat verschiebt die Abstimmung über den Clarity Act auf September. Zwar wurde das Cloture-Verfahren eingeleitet, doch für die Debatte werden 60 Stimmen benötigt. Dafür sind die Republikaner auf demokratische Unterstützung angewiesen.
    Die politischen Streitpunkte sind groß: Stablecoin-Rewards, strengere Ethikregeln und Maßnahmen gegen Geldwäsche stehen im Mittelpunkt. Prognosemärkte sehen die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung 2026 teils unter 20 Prozent. Gelingt im September dennoch ein Durchbruch, könnte Bitcoin überproportional positiv reagieren.
    Gleichzeitig wächst der Makrodruck. Eine mögliche Aufwertung des Yen könnte den Yen-Carry-Trade belasten und Anleger zum Abbau riskanter Positionen zwingen. Technisch bleibt Bitcoin anfällig: Unter 63.900 US-Dollar droht laut Marktbeobachtern ein Rücksetzer in Richtung 60.000 bis 61.000 US-Dollar.
    Unterstützung kommt von institutioneller Seite: Bitcoin- und Ether-Spot-ETFs verzeichneten zuletzt zusammen 1,1 Milliarden US-Dollar Zuflüsse. Zudem kauften größere Wallets seit Ende Juli mehr als 20.000 Bitcoin im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Diese Nachfrage stützt den Markt, kann makroökonomischen Verkaufsdruck aber nicht vollständig ausgleichen.
    Für zusätzliche Unsicherheit sorgt die BIP-110-Abspaltung, die wegen fehlender Miner-Unterstützung kaum vorankommt. Da beide Chains identische Transaktionen akzeptieren, besteht für Anleger ein mögliches Replay-Risiko. Fazit: Bitcoin bleibt kurzfristig fragil und ereignisgetrieben, während regulatorischer Fortschritt, Kapitalzuflüsse und die Rückeroberung wichtiger Kursmarken über die nächste Bewegung entscheiden.

    Der Bitcoin-Markt steht zwischen regulatorischer Hoffnung und wachsendem Makrodruck: Während der US-Clarity Act auf September vertagt wurde, stützen ETF-Zuflüsse und Käufe großer Wallets die Kurse. Zugleich sorgen Yen-Carry-Trade, technische Schlüsselmarken und die umstrittene BIP-110-Abspaltung für neue Risiken. Der Pressespiegel zeigt, welche Faktoren Bitcoin und den Kryptomarkt jetzt bewegen.

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    Clarity Act in den USA vertagt: Bitcoin-Markt wartet auf regulatorischen Katalysator

    Die geplante Abstimmung über den Clarity Act vor der Sommerpause des US-Senats ist ausgefallen. Wie Onvista berichtet, hat der Mehrheitsführer des Senats, John Thune, am Samstag jedoch den nächsten formalen Schritt, das sogenannte „Cloture“-Verfahren, eingeleitet.

    Damit soll eine erste Verfahrensabstimmung vorbereitet werden, sobald der Senat im September aus der Sommerpause zurückkehrt. Das Verfahren kann eine Debatte begrenzen und den Weg für die eigentliche Behandlung des Gesetzes freimachen.

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    Der Schritt hält laut Onvista die Möglichkeit einer Verabschiedung vor den Zwischenwahlen am 3. November offen. Ohne die Einleitung des Verfahrens hätte das Gesetz im überfüllten Herbstkalender des Senats weiter nach hinten rutschen können.

    Die Zeit bleibt dennoch knapp: Nach einer möglichen ersten Verfahrensabstimmung im September bleiben nur wenige Wochen regulärer Sitzungszeit, bevor ab Anfang Oktober erneut eine längere Unterbrechung beginnt. Zusätzlich konkurriert der Clarity Act mit Haushaltsfragen, Nominierungen und weiteren politischen Prioritäten.

    60 Stimmen und politische Streitpunkte

    Für das Cloture-Verfahren werden 60 Stimmen benötigt. Die Republikaner können das Gesetz nicht allein verabschieden und sind deshalb auf Unterstützung aus den Reihen der Demokraten angewiesen.

    Nach Angaben des von Onvista zitierten Branchenportals Coindesk könnten wahrscheinlich mindestens zehn demokratische Senatoren erforderlich sein, um die Schwelle von 60 Stimmen zu erreichen. Gleichzeitig gilt innerhalb der republikanischen Fraktion nicht jede Stimme als sicher.

    Im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen laut Onvista Stablecoin-Yields beziehungsweise Rewards. Banken wollen verhindern, dass Krypto-Plattformen ihren Kunden Renditen auf Stablecoins anbieten, die mit klassischen Bankeinlagen konkurrieren.

    Ein weiterer Streitpunkt sind Ethikregeln. Demokraten fordern stärkere Grenzen dafür, in welchem Umfang hochrangige Regierungsvertreter finanziell von Kryptoprojekten profitieren dürfen. Wegen der umfangreichen Kryptoaktivitäten von Donald Trump und seinem Umfeld ist dieses Thema politisch besonders sensibel. Auch Fragen zur Geldwäsche sind weiterhin offen.

    • Für das Cloture-Verfahren werden 60 Stimmen benötigt.
    • Die Republikaner sind auf demokratische Unterstützung angewiesen.
    • Stablecoin-Yields beziehungsweise Rewards gehören zu den zentralen Streitpunkten.
    • Weitere Konfliktfelder sind Ethikregeln und Geldwäsche.
    „Die Gretchen-Frage für September ist, ob John Thune aus politischem Willen tatsächlich 60 Stimmen machen kann.“ – Onvista

    Zusammenfassung: Der Clarity Act ist nicht aufgegeben, sein parlamentarischer Weg ist jedoch schmal geworden. Entscheidend sind eine parteiübergreifende Koalition und die Überwindung der Schwelle von 60 Stimmen.

    Markterwartungen für eine Verabschiedung deutlich gesunken

    Selbst 60 Stimmen im Senat würden laut Onvista nicht automatisch zu einem unterschriftsreifen Gesetz führen. Sollte die Senatsfassung von der bereits verabschiedeten Version des Repräsentantenhauses abweichen, müssten beide Fassungen zunächst miteinander in Einklang gebracht werden.

    Prognosemärkte wie Kalshi oder Polymarket haben die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung im Jahr 2026 zuletzt massiv heruntergestuft, teils auf unter 20 Prozent. Onvista weist darauf hin, dass diese Märkte keine verlässliche Prognosemaschine seien, aber den Einbruch der Erwartungen gegenüber dem Frühjahr deutlich zeigten.

    Für Bitcoin könnte die Reaktion asymmetrisch ausfallen. Da ein großer Teil der Enttäuschung möglicherweise bereits eingepreist ist, könnte eine unerwartete erfolgreiche Verfahrensabstimmung im September stärker positiv wirken als ein weiteres Scheitern negativ.

    Die langfristige Bedeutung des Gesetzes wäre laut Onvista vor allem struktureller Natur. Klare Regeln zur Einordnung digitaler Assets und zur Zuständigkeit der Aufsichtsbehörden könnten institutionellen Investoren, Banken, Brokern und weiteren Finanzunternehmen mehr Planungssicherheit geben.

    Infobox: Prognosemärkte bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung 2026 teils mit unter 20 Prozent. Der Clarity Act könnte laut Onvista dennoch langfristig die Grundlage für eine stärkere institutionelle Adoption und Tokenisierung schaffen.

    Yen-Intervention bringt Carry-Trade-Risiko zurück

    Eine gemeinsame Intervention der USA und Japans am Devisenmarkt könnte nach Einschätzung des Merkur auch Bitcoin belasten. Der japanische Yen war zuletzt massiv unter Druck geraten und zeitweise auf den niedrigsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit fast 40 Jahren gefallen.

    Um den weiteren Kursverfall zu stoppen, kauften Japan und die USA laut offiziellen Angaben Yen im Umfang von umgerechnet rund 36,6 Milliarden US-Dollar. Schätzungen von Bloomberg gingen laut Merkur sogar von einem noch höheren Betrag aus.

    Die Intervention hatte dem Bericht zufolge nicht nur währungspolitische Bedeutung. Japan hält mehr US-Staatsanleihen als jedes andere Land. Müsste Tokio zur Finanzierung weiterer Eingriffe größere Bestände verkaufen, könnten die Renditen amerikanischer Staatsanleihen weiter steigen.

    Für Bitcoin ist vor allem der Yen-Carry-Trade relevant. Investoren leihen sich dabei in Japan Geld, weil die Zinsen dort deutlich niedriger sind als in vielen anderen Ländern, und investieren das Kapital anschließend in höher verzinste oder chancenreichere Anlagen wie Aktien oder Kryptowährungen.

    Wertet der Yen deutlich auf, verteuern sich die aufgenommenen Kredite. Investoren könnten dann Positionen abbauen, risikoreichere Anlagen verkaufen und das Geld in Yen zurücktauschen, um ihre Kredite zurückzuzahlen.

    Der Merkur verweist auf August 2024 als Beispiel für dieses Risiko. Damals wertete der Yen innerhalb kurzer Zeit kräftig auf, Carry-Trade-Positionen wurden aufgelöst und Bitcoin verlor innerhalb weniger Tage rund 15 Prozent.

    Volumen der Intervention laut offiziellen Angabenumgerechnet rund 36,6 Milliarden US-Dollar
    Bitcoin-Rückgang im August 2024rund 15 Prozent

    Zusammenfassung: Eine weitere Aufwertung des Yen könnte gehebelte Positionen unter Druck setzen. Der Merkur sieht darin einen möglichen zusätzlichen Belastungsfaktor für Bitcoin und andere risikoreiche Anlagen.

    Bitcoin unter 63.900 US-Dollar: Technische Marken im Fokus

    Im Bitcoin-Chart bleibt die Lage laut Merkur angespannt. Bitcoin fiel unter den Point of Control bei rund 63.900 US-Dollar, also in jene Preiszone, in der im betrachteten Zeitraum am meisten gehandelt wurde.

    Solange Bitcoin unter 63.900 US-Dollar bleibt, hält der Merkur einen Rücksetzer in Richtung 60.000 bis 61.000 US-Dollar für möglich. Dort liege die nächste größere Unterstützungszone.

    Oberhalb des aktuellen Kurses befindet sich laut Bericht eine weitere auffällige Liquiditätszone bei rund 66.000 US-Dollar. Dafür müsste Bitcoin zunächst den Point of Control zurückerobern.

    Das Zusammenspiel aus Yen-Carry-Trade und technischer Marktlage macht den Markt laut Merkur anfällig. Eine weitere Aufwertung des Yen und die Schließung gehebelter Positionen könnten zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen.

    Point of Controlrund 63.900 US-Dollar
    Mögliche Rücksetzerzone60.000 bis 61.000 US-Dollar
    Weitere Liquiditätszonerund 66.000 US-Dollar

    Infobox: Unterhalb von 63.900 US-Dollar bleibt laut Merkur ein Rücksetzer in Richtung 60.000 bis 61.000 US-Dollar möglich. Bei rund 66.000 US-Dollar liegt eine auffällige Zone oberhalb des Kurses.

    ETF-Zuflüsse stützen Bitcoin trotz Fork-Sorgen

    Bitcoin notierte am Sonntag laut Investing.com Deutsch unter 65.000 US-Dollar. Um 04:54 ET (08:54 GMT) lag der Kurs bei 64.800 US-Dollar, was einem Rückgang von 0,28 Prozent entsprach.

    Starke Zuflüsse in US-amerikanische Spot-ETFs auf Bitcoin und Ether standen dabei den Sorgen um die ins Stocken geratene BIP-110 Minority Chain gegenüber. Beide ETF-Kategorien zogen in der vergangenen Woche zusammen 1,1 Mrd. $ an.

    Bitcoin-Fonds verzeichneten über fünf aufeinanderfolgende Handelstage bis Freitag Zuflüsse in Höhe von 853,5 Mio. $. Dies war laut Investing.com Deutsch der größte wöchentliche Zufluss seit dem 17. April.

    Auf den IBIT von BlackRock entfielen 693,7 Mio. $, während der FBTC von Fidelity 116,4 Mio. $ verbuchte. Ether-Spot-ETFs zogen 244,9 Mio. $ an und verzeichneten damit die fünfte positive Woche in Folge.

    Die Zuflüsse in Ether-Spot-ETFs vom Donnerstag beliefen sich auf 92,2 Mio. $. Laut Investing.com Deutsch war dies der höchste Tageszufluss in diesem Zeitraum.

    Zuflüsse Bitcoin- und Ether-Spot-ETFs in der vergangenen Woche1,1 Mrd. $
    Zuflüsse Bitcoin-Fonds über fünf Handelstage853,5 Mio. $
    Zuflüsse IBIT von BlackRock693,7 Mio. $
    Zuflüsse FBTC von Fidelity116,4 Mio. $
    Zuflüsse Ether-Spot-ETFs244,9 Mio. $
    Höchster Tageszufluss bei Ether-Spot-ETFs92,2 Mio. $

    Die Nachfrage schwächte sich zum Wochenende ab, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten einen unerwarteten Rückgang um 23.000 Stellen statt des prognostizierten Anstiegs um 80.000 zeigten. Der Umsatz der Bitcoin-ETFs sank um 9 % auf 8,19 Mrd. $, den zweitniedrigsten Wert für eine volle Woche seit Oktober 2024.

    Für das Gesamtjahr weisen die Fonds laut Investing.com Deutsch eine negative Bilanz auf. Seit Januar verzeichneten Bitcoin-ETFs Nettoabflüsse von rund 4,44 Mrd. $, während Ether-Produkte etwa 873 Mio. $ verloren.

    Zusammenfassung: Kurzfristig stützen starke ETF-Zuflüsse den Bitcoin-Markt. Gleichzeitig bleiben Handelsaktivität, Wochenumsatz und Jahresbilanz der Fonds belastet.

    BIP-110-Fork verliert den Anschluss an die Bitcoin-Hauptchain

    Der umstrittene BIP-110-Fork kam laut Investing.com Deutsch praktisch zum Erliegen. In rund acht Stunden wurden nur zwei Blöcke produziert, während die Haupt-Blockchain von Bitcoin im gleichen Zeitraum 48 Blöcke vorankam.

    Blocktrainer berichtet ebenfalls von einer Abspaltung der BIP-110-Kette. Innerhalb von 15 Stunden wurden dort nur zwei BIP-110-Blöcke geschürft, während sich die reguläre Bitcoin-Blockchain deutlich weiterentwickelte.

    BIP-110 soll Bilder, Texte und andere Daten, die nicht für Zahlungen bestimmt sind, für ein Jahr in Bitcoin-Transaktionen beschränken. Die Phase der obligatorischen Signalisierung begann bei Block 961.632.

    Nur 2,53 % der kürzlich geschürften Blöcke unterstützten den Vorschlag. Damit lag die Unterstützung laut Investing.com Deutsch deutlich unter der Schwelle von 55 %.

    Blocktrainer beschreibt die Ursache des Scheiterns als fehlende Unterstützung durch die Miner. Rund 15 Stunden nach Beginn des Showdowns befand sich die reguläre Blockchain bei Block 961722 und damit 90 Blöcke weiter, während die BIP-110-Kette bei Block 961633 stehen geblieben war.

    Die BIP-110-Kette übernahm zwar die Mining-Schwierigkeit von Bitcoin, verfügte aber über zu wenig Hash-Leistung, um regelmäßig Blöcke zu produzieren. Laut Investing.com Deutsch würde die nächste Anpassung der Schwierigkeit beim damaligen Tempo schätzungsweise erst in etwa 350 Tagen erfolgen.

    Blocktrainer berichtet dagegen, dass bis zur nächsten Schwierigkeitsanpassung noch über 2.000 Blöcke auf der BIP-110-Kette gefunden werden müssten, was in diesem Tempo Jahre dauern würde.

    Unterstützung für BIP-1102,53 %
    Schwelle laut Investing.com Deutsch55 %
    Vorsprung der Hauptchain laut Investing.com Deutsch48 Blöcke
    Vorsprung der Hauptchain laut Blocktrainer90 Blöcke
    Geschätzte Zeit bis zur nächsten Schwierigkeitsanpassung laut Investing.com Deutschetwa 350 Tage

    Infobox: Die BIP-110-Kette verfügt nur über einen Bruchteil der Rechenleistung der Hauptchain. Die Berichte von Investing.com Deutsch und Blocktrainer bewerten das Vorhaben wegen der geringen Miner-Unterstützung als gescheitert beziehungsweise praktisch zum Erliegen gekommen.

    Risiken für Anleger durch identische Transaktionen beider Chains

    Beide Chains akzeptieren weiterhin identische Transaktionen. Investing.com Deutsch warnt deshalb davor, dass Inhaber, die versuchen, die abgespaltenen Coins zu verkaufen, Replay-Angriffen ausgesetzt sein könnten.

    Bei einem solchen Angriff könnten neben den Coins auf der abgespaltenen Chain auch die echten BTC transferiert werden. Die technische Abspaltung betrifft damit nicht nur Miner und Nodes, sondern kann auch direkte Auswirkungen auf Inhaber und Transaktionen haben.

    BTC-ECHO berichtet ebenfalls, dass sich eine Minderheit der Bitcoin-Nodes infolge von BIP-110 vom übrigen Netzwerk abgespalten habe. Der neuen Chain fehle jedoch die Unterstützung der Miner, und sie sei bereits wenige Blöcke nach der Abspaltung deutlich hinter die etablierte Bitcoin-Blockchain zurückgefallen.

    Zusammenfassung: Die parallele Verarbeitung identischer Transaktionen schafft ein Replay-Risiko. Anleger, die die abgespaltenen Coins bewegen wollen, müssen laut Investing.com Deutsch berücksichtigen, dass dadurch auch echte BTC betroffen sein könnten.

    Uneinheitliche Altcoin-Entwicklung am Sonntag

    Die breiteren Kryptomärkte zeigten laut Investing.com Deutsch bei dünnem Sonntagshandel eine uneinheitliche Entwicklung. Ether fiel um 0,07 % und notierte bei 1.915,52 $.

    XRP wurde bei 1,0333 $ gehandelt und verlor 0,25 %. Solana stieg dagegen um 1,98 % auf 76,28 $.

    Cardano gab um 1,05 % nach. Bei den Memecoins fiel Dogecoin um 0,44 %, während $TRUMP im Tagesverlauf um 0,54 % zulegte.

    Ether1.915,52 $-0,07 %
    XRP1,0333 $-0,25 %
    Solana76,28 $+1,98 %
    Cardanokeine nutzbare Kursangabe-1,05 %
    Dogecoinkeine nutzbare Kursangabe-0,44 %
    $TRUMPkeine nutzbare Kursangabe+0,54 %

    Infobox: Die Altcoins entwickelten sich am Sonntag uneinheitlich. Solana legte zu, während Ether, XRP, Cardano und Dogecoin nachgaben.

    Große Wallets kaufen während der Marktangst

    Während der Markt in extremer Angst verharrte, sammelten Wallets mit 10 bis 10.000 BTC seit dem 29. Juli mehr als 20.000 Bitcoin ein. Wallstreet Online beziffert den Wert dieser Käufe auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar.

    Der Bitcoin-Kurs stand am 7. August laut Wallstreet Online bei rund 65.000 US-Dollar und wurde von vier Tagen ETF-Zuflüssen in Höhe von 763,6 Millionen US-Dollar gestützt. Auslöser für die veränderte Markteinschätzung war ein Arbeitsmarktbericht, der die Erwartungen deutlich verfehlte und eine Zinspause wahrscheinlicher machte.

    Bitcoin eröffnete am 7. August bei 64.259,68 US-Dollar und stieg im Vormittagshandel auf 65.143,87 US-Dollar. Volkswirte hatten mit rund 80.000 neuen Stellen gerechnet, tatsächlich gingen 23.000 verloren.

    Die Arbeitslosenquote lag bei 4,1 Prozent. An den Terminmärkten lag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause am 16. September laut Wallstreet Online bei rund 56 Prozent.

    Bitcoin-Käufe von Wallets mit 10 bis 10.000 BTC seit dem 29. Julimehr als 20.000 Bitcoin
    Wert der Käuferund 1,2 Milliarden US-Dollar
    Bitcoin-Eröffnung am 7. August64.259,68 US-Dollar
    Bitcoin-Tageshoch im Vormittagshandel65.143,87 US-Dollar
    Erwartete neue Stellenrund 80.000
    Tatsächliche Veränderung23.000 verloren
    Arbeitslosenquote4,1 Prozent
    Wahrscheinlichkeit einer Zinspause am 16. Septemberrund 56 Prozent

    Zusammenfassung: Größere Wallets bauten ihre Bitcoin-Bestände während einer Phase extremer Angst aus. ETF-Zuflüsse und schwache Arbeitsmarktdaten veränderten zugleich die Erwartungen an die Geldpolitik.

    Unterstützungen und Widerstände im Bitcoin-Markt

    Wallstreet Online nennt 64.000 US-Dollar als erste Unterstützung. Darunter liegt das Julitief bei 61.700 US-Dollar, während sich auf der Oberseite Widerstände bei 65.500 und 67.500 US-Dollar bündeln.

    Standard Chartered hält laut Wallstreet Online zum Jahresende 100.000 US-Dollar für erreichbar. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt dem Bericht zufolge bei rund 1,30 Billionen US-Dollar.

    Die Liquidationen fielen parallel um 68 Prozent auf 17,63 Millionen US-Dollar. Die Summe der ETF-Zuflüsse aus vier Handelstagen lag bei 763,6 Millionen US-Dollar, wobei am Donnerstag 137,6 Millionen US-Dollar in amerikanische Spot-ETFs flossen.

    Erste Unterstützung64.000 US-Dollar
    Julitief61.700 US-Dollar
    Widerstand65.500 US-Dollar
    Widerstand67.500 US-Dollar
    Bitcoin-Marktkapitalisierungrund 1,30 Billionen US-Dollar
    Rückgang der Liquidationen68 Prozent
    Liquidationen17,63 Millionen US-Dollar
    ETF-Zuflüsse am Donnerstag137,6 Millionen US-Dollar

    Infobox: Der Bereich zwischen 64.000 und 67.500 US-Dollar bildet laut Wallstreet Online eine zentrale technische Zone. Als mögliche Zielmarke zum Jahresende wird 100.000 US-Dollar genannt.

    Einschätzung der Redaktion

    Die regulatorische Verzögerung ist kurzfristig ein Bremsfaktor, aber kein struktureller Bruch. Entscheidend ist, ob im September tatsächlich eine parteiübergreifende Mehrheit entsteht. Bis dahin bleibt der Clarity Act eher ein potenzieller Kurstreiber als ein belastbarer Fundamentalfaktor.

    Für Bitcoin überlagern sich derzeit politische Unsicherheit, mögliche Yen-Carry-Trade-Auflösungen und technisch anfällige Kurszonen. ETF-Zuflüsse und Käufe größerer Wallets sprechen zwar für vorhandene Nachfrage, reichen allein aber nicht aus, um makroökonomischen Verkaufsdruck zuverlässig abzufangen.

    Die BIP-110-Abspaltung ist vor allem wegen des Replay-Risikos relevant. Für Anleger zählt weniger der politische Streit als die praktische Konsequenz: Transaktionen auf parallelen Chains können zusätzliche technische und sicherheitsrelevante Risiken schaffen.

    Kernaussage: Der Markt bleibt kurzfristig fragil und ereignisgetrieben. Nachhaltige Stärke würde eine Kombination aus regulatorischem Fortschritt, stabilen Kapitalzuflüssen und der Rückeroberung wichtiger Kursbereiche erfordern.

    Quellen:

    • Clarity Act stockt: Das sind die Folgen für Bitcoin
    • Diese Entwicklung in Japan könnte Bitcoin belasten
    • Bitcoin fällt unter 65.000 $: ETF-Zuflüsse kompensieren Sorgen um Fork
    • Bitcoin-Netzwerk spaltet sich: BIP-110 ist gescheitert
    • Bitcoin Fork durch BIP-110: Was jetzt auf Bitcoin-Anleger zukommen könnte
    • Bitcoin Prognose unter Druck. Wer kaufte 20.000 BTC, während der Markt in extremer Angst steckte

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    Also ich find das ganze ziemlich wiedersprüchlich. Einerseits kommen da über ne milliarde in die ETFs und die grossen Wallets kaufen angeblich auch noch 20.000 BTC dazu, andererseits soll alles wegen Yen und irgendwelchen Marken bei 63.900 gleich wieder kippen. Ich blick bei diesen Point of Control sachen eh nie ganz durch, am ende ist es doch meistens nur eine schicke Bezeichnung dafür das jemand hinterher erklärt warum der Kurs gestiegen oder gefallen ist.

    Beim Clarity Act ist halt wieder Politik wie immer, erst wird Hoffnung gemacht und dann wird vertagt. 60 Stimmen klingt nach sehr viel, besonders wenn die Demokraten wegen den Trump-Krypto-Geschäften nicht mitmachen wollen. Und Stablecoin Rewards verstehe ich auch nur halb, aber wenn Banken Angst haben das Leute ihr Geld lieber in Stablecoins legen dann zeigt das ja irgendwie das die Banken selber nicht mehr so beliebt sind. Ob der Act wirklich 2026 kommt ist für mich eher fraglich, September ist schnell vorbei und dann kommen bestimmt noch zehn andere Gründe warum es nicht klappt.

    Das BIP-110 Thema finde ich allerdings deutlich bedenklicher als die Kursprognosen. Wenn beide Chains die gleichen Transaktionen akzeptieren können, würde ich da erstmal garnichts bewegen, bevor man ausversehen seine echten Bitcoins mit verschickt. Viele werden sowas vermutlich erst merken wenn es schon zu spät ist, weil die meisten Leute nicht wissen was Replay-Angriffe überhaupt sein sollen. Das die neue Chain mit so wenig Minern kaum Blöcke findet wundert mich jetzt aber nicht wirklich. Eine Chain ohne Rechenleistung ist ungefähr wie eine Autobahn ohne Autos, technisch vorhanden aber bringt keinem viel.

    Der Yen-Carry-Trade könnte natürlich Druck machen, aber ehrlich gesagt wird bei Bitcoin immer irgendein Makro-Risiko gefunden. Mal sind es Zinsen, mal Arbeitsmarktdaten, mal Japan und dann wieder irgendwelche US-Wahlen. Trotzdem sind 15 Prozent minus in ein paar Tagen schon heftig, vorallem wenn man mit Hebel unterwegs ist. Die ETF-Zuflüsse sind deshalb zwar positiv, aber Zuflüsse an ein paar Tagen bedeuten ja nicht automatisch das jetzt alle langfristig überzeugt sind.

    Die 100.000 Dollar zum Jahresende hören sich natürlich gut an, aber solche Ziele sind schnell gesagt wenn man nicht selber dafür geradestehen muss. Erstmal müsste Bitcoin die 64.000 halten und danach die 65.500 und 67.500 knacken. Ich würde jedenfalls nicht nur wegen irgendwelcher Prognosemärkte kaufen, die liegen schliesslich auch oft daneben. Insgesamt bleibt bei mir hängen: Bitcoin ist nicht kaputt, aber der Markt ist ziemlich nervös und jeder kleine politische oder währungsmäßige Furz kann wieder für Bewegung sorgen.
    Was mir in dem anderen Kommentar noch fehlt, ist der Punkt mit den Prognosemärkten und der unterschiedlichen Aussagekraft von solchen Zahlen. Unter 20 Prozent klingt erstmal nach totaler Niederlage für den Clarity Act, aber diese Märkte handeln ja nicht die politische Wahrheit, sondern eher die aktuelle Stimmung von Leuten die auf ein Ereignis wetten. Wenn im September plötzlich eine Verfahrensabstimmung klappt, kann sich das Bild ziemlich schnell ändern. Das heist aber noch lange nicht, dass am Ende wirklich ein fertiges Gesetz auf dem Tisch liegt, weil Senat und Repräsentantenhaus sich ja auch noch auf eine gemeinsame Fassung einigen müssen. Das wird gerne so dargestellt als wäre die 60 Stimmen Hürde der letzte Boss, dabei kommt danach offenbar noch mindestens ein weiterer Level.

    Interessant finde ich auch, dass ein Gesetz selbst bei Verabschiedung nicht sofort jeden unklaren Punkt beseitigt. Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC klingen für normale Anleger erstmal trocken, sind aber warscheinlich genau der Teil, wegen dem Banken und große Firmen überhaupt abwarten. Wenn jeder Anbieter befürchten muss, Jahre später von einer anderen Behörde anders bewertet zu werden, macht man halt lieber garnichts oder nur irgendwas im Ausland. Eine klare Regel könnte deshalb langfristig wichtiger sein als ein kurzfristiger Kurssprung im September. Ob die Politik sowas allerdings schnell und sauber hinbekommt, ist wieder eine ganz andere Frage.

    Bei den Stablecoin-Rewards wird meiner Meinung nach unterschätzt, dass es nicht nur um ein paar Prozent extra geht. Wenn eine Plattform auf Stablecoins Rendite verspricht, fragen sich Kunden natürlich irgendwann warum sie ihr Geld noch auf einem normalen Konto liegen lassen sollen. Für Banken ist das dann nicht blos Konkurrenz durch Bitcoin, sondern Konkurrenz durch digitale Dollar die sich viel einfacher verschieben lassen. Gleichzeitig sind Stablecoins ja nicht automatisch risikofrei, nur weil sie Dollar heissen. Da können Reserven, Auszahlungsbedingungen und die Plattform selber Probleme machen. Viele werden wahrscheinlich nur auf die Rendite schauen und das Kleingedruckte erst lesen wenn die App nicht mehr lädt.

    Der Abschnitt mit den ETF-Zuflüssen ist auch so ein Ding. Einerseits sind 853 Millionen in einer Woche natürlich ne Menge Holz, andererseits steht im Artikel für das Gesamtjahr eine negative Bilanz. Das wirkt auf den ersten Blick wiedersprüchlich, ist aber vermutlich einfach eine Frage vom Zeitraum. Fünf gute Tage können die Stimmung drehen, aber sie machen nicht automatisch alle früheren Abflüsse ungeschehen. Dazu kommt, dass ETF-Zuflüsse nicht unbedingt bedeuten, dass Kleinanleger massenhaft überzeugt sind. Vielleicht schichten große Vermögensverwalter nur um oder reagieren auf kurzfristige Erwartungen bei den Zinsen. Geld rein ist erstmal Geld rein, aber die Gründe dafür sind nicht immer gleich.

    Die schwachen Arbeitsmarktdaten finde ich ebenfalls zweischneidig. Weniger Jobs könnten die Hoffnung auf Zinssenkungen erhöhen und damit Risikoanlagen helfen. Wenn der Arbeitsmarkt aber stärker kippt, ist das auch ein Zeichen für eine schwächere Wirtschaft und dann werden manche Investoren eher vorsichtig. Gute Nachrichten sind bei Bitcoin manchmal schlecht und schlechte Nachrichten manchmal gut, je nachdem was gerade bei den Zinsen eingepreist wird. Da soll noch einer als normaler Mensch durchblicken. 56 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause hört sich ausserdem ziemlich exakt an, obwohl solche Wahrscheinlichkeiten sich mit einer einzigen neuen Zahl wieder komplett verändern können.

    Bei BIP-110 wird mir zu wenig über die ökonomische Bedeutung gesprochen. Wenn eine Chain kaum Hashrate hat, ist sie nicht nur langsam, sondern auch leichter angreifbar, falls dort überhaupt noch jemand ernsthaft Werte bewegt. Die Schwierigkeit einfach von Bitcoin zu übernehmen war offenbar keine gute Idee, weil die neue Chain dafür auch die nötige Rechenleistung gebraucht hätte. Das ist ein bischen so als baut man eine Mautstation für hunderttausend Autos, obwohl am Tag nur zwei Fahrräder vorbeikommen. Dann bleibt die Infrastruktur zwar bestehen, aber sinnvoll nutzen kann sie keiner.

    Das Replay-Problem ist für mich aber der viel wichtigere Teil als die Frage ob BIP-110 politisch gewonnen oder verloren hat. Wenn die Transaktionen auf beiden Ketten gleich aussehen, kann man beim Versuch die neuen Coins zu bewegen im schlimmsten Fall auch die echten BTC verschicken. Gerade Leute die ihre Coins auf einer Börse liegen haben, wissen warscheinlich garnicht, ob die Börse solche Forks sauber trennt oder einfach sagt, macht ihr mal selber. Ich würde bei sowas jedenfalls keine Transaktion aus Neugier testen und auch keine dubiosen Tools benutzen die versprechen, die Coins schnell zu splitten. Bei Krypto ist schnell leider oft das Gegenteil von sicher.

    Noch ein Gedanke zu den grossen Wallets: 20.000 BTC Käufe sehen beeindruckend aus, aber man weis nicht automatisch wer dahinter steckt und warum gekauft wurde. Das können langfristige Anleger sein, aber auch Firmen, Fonds oder Leute die an einer anderen Stelle gleichzeitig verkaufen. Walletgröße ist kein Gütesiegel und schon garnicht eine Garantie für steigende Kurse. Manche große Adressen gehören ausserdem Börsen oder Verwahrern und nicht einer einzelnen Person. Die Bezeichnung Wale macht die Sache spannender, erklärt aber nicht unbedingt die Absicht dahinter.

    Und bei den Altcoins sieht man wieder, dass der Markt nicht komplett in eine Richtung läuft. Solana plus und Ether leicht minus kann alles mögliche bedeuten, oder auch garnichts bei dünnem Sonntagshandel. Bei solchen kleinen Tagesbewegungen wird schnell eine Story dazu erfunden, obwohl vielleicht nur ein paar Orders gefehlt haben. Besonders bei $TRUMP würde ich aus 0,54 Prozent wirklich keine grosse politische oder fundamentale Erkenntnis ziehen. Das ist eher Kursrauschen mit sehr lautem Namen.

    Die 100.000 Dollar bis Jahresende bleiben natürlich möglich, aber zwischen möglich und warscheinlich liegt ein ziemlich grosser Graben. Dafür müsste Bitcoin nicht nur kurz über 65.500 springen, sondern auch bei Rücksetzern Käufer finden und die ETF-Nachfrage müsste wohl länger anhalten. Wenn der Yen plötzlich stark aufwertet und Carry-Trades aufgelöst werden, können technische Marken innerhalb von Stunden egal sein. Dann werden Positionen verkauft weil Sicherheiten fehlen, nicht weil jemand den Point of Control neu berechnet hat.

    Unterm Strich ist der Clarity Act vor allem ein Terminrisiko. September kann positive Überraschungen bringen, aber genauso gut wieder neue Verschiebungen und Kompromisse die niemandem gefallen. Für Bitcoin wäre ein Fortschritt sicher hilfreich, doch der Markt hängt gleichzeitig an Zinsen, Währungen, ETF-Strömen und Hebelpositionen. Wer jetzt nur auf eine Schlagzeile wartet, übersieht wahrscheinlich die anderen Baustellen. Und wer wegen einer einzelnen Prognose kauft, sollte sich wenigstens vorher überlegen was passiert wenn die 100.000 eben nicht kommen.
    Ich finde der interesanteste Punkt hier ist garnicht die 100k Prognose sondern wie wenig der Markt eigendlich klare Regeln hat. Alle warten auf den Clarity Act als ob danach plötzlich jeder weiss was Bitcoin jetzt genau ist, aber wahrscheinlich gibts dann trotzdem noch Ausnahmen, Zuständigkeiten und irgendwelche Formulare in dreifacher Ausführung. Das Cloture-Verfahren klingt für mich auch immer nach einem komplizierten Wort für „wir reden erstmal weiter und stimmen vielleicht später ab“. Ob im September wirklich genug Demokraten mitmachen ist schwer zu sagen, grade wenn Ethik und Trump dabei so ein groses Thema sind. Bei Stablecoin-Rewards verstehe ich die Banken aber auch nicht ganz. Wenn deren Einlagen so sicher und toll sind, warum müssen sie dann verhindern das andere Produkte überhaupt etwas Rendite anbieten dürfen. Am Ende wird der Streit vermutlich nicht nur wegen Verbraucherschutz geführt, sondern auch weil keiner sein Geschäftsmodell verlieren will.

    Was ich bei den ETF Zahlen verwirrend finde ist der Unterschied zwischen den starken Wochenzuflüssen und den negativen Zahlen seit Jahresanfang. Auf den ersten Blick liest man 853 Millionen und denkt, alles ist super, aber wenn vorher viel mehr abgeflossen ist, kann das Bild ja trotzdem noch schwach sein. Ausserdem sind ETF Zuflüsse nicht das gleiche wie Leute die Bitcoin direkt kaufen und jahrelang liegen lassen. Da können auch kurzfristige Umschichtungen oder grosse institutionelle Strategien dahinter stecken. Und das Ether-ETFs ebenfalls Zuflüsse haben, obwohl Ether im Artikel garnicht besonders stark wirkt, zeigt vielleicht das Anleger inzwischen einfach mehrere Pferde gleichzeitig reiten. Oder sie wissen selber nicht wohin mit dem Geld, was im Kryptomarkt ja auch nicht ganz selten ist.

    Die Sache mit den Wallets von 10 bis 10.000 BTC finde ich ebenfalls schwer einzuschätzen. 20.000 BTC klingt riesig, aber man weiss ja nicht ob das wirklich neue Nachfrage ist oder ob Coins nur zwischen Wallets verschoben wurden. Bei Blockchain-Daten sieht man schliesslich Adressen und keine Kontoauszüge mit dem Vermerk „dieser Investor ist jetzt langfristig überzeugt“. Vielleicht kaufen die grossen Wallets auch nur weil sie wissen das Kleinanleger bei Angst verkaufen, und verkaufen dann später wieder wenn alle Schlagzeilen von 100.000 Dollar machen. Das wäre dann weniger ein Vertrauensbeweis als einfach normales Marktspiel mit besseren Daten und mehr Geld.

    Beim Arbeitsmarktbericht bin ich auch vorsichtig. Wenn weniger Stellen da sind, hoffen viele sofort auf Zinssenkungen und jubeln für Bitcoin. Aber eine schwache Wirtschaft ist doch nicht automatisch gut für riskante Anlagen. Wenn die Firmen wirklich Stellen abbauen und die Verbraucher weniger ausgeben, kann das auch bedeuten das generell weniger Geld für spekulative Sachen da ist. Die Märkte machen daraus dann wieder eine einfache Geschichte, schwache Daten gleich Zinspause gleich Bitcoin rauf, aber so geradlinig läuft die Welt meistens nicht. Zumal die Arbeitsmarktdaten später ja auch noch revidiert werden können und dann ist die ganze erste Reaktion vielleicht schon wieder für die Katz.

    Der Rückgang der Liquidationen um 68 Prozent hört sich erstmal beruhigend an, könnte aber auch einfach bedeuten das viele gehebelte Positionen schon vorher rausgespült wurden. Weniger Liquidationen heisst nicht unbedingt weniger Risiko, sondern manchmal nur das die besonders mutigen Spieler bereits unter der Brücke liegen. Gerade bei dünnem Sonntagshandel können kleine Orders den Kurs stärker bewegen als normale Handelszeiten. Deshalb würde ich einzelne Kursstände an einem Sonntag nicht überbewerten, auch wenn Chartmarken immer sehr präzise aussehen. 64.000, 65.500 und 67.500 klingen dann fast wie feste Mauern, in echt sind es aber eher Bereiche wo viele Leute ungefähr reagieren.

    Beim BIP-110-Fork ist für mich nicht nur das Replay-Thema wichtig, sondern auch die Frage wer am Ende überhaupt entscheidet was „Bitcoin“ ist. Miner, Nodes, Entwickler, Börsen und Nutzer haben alle andere Interessen und keine zentrale Firma kann einfach den Gewinner bestimmen. Wenn die neue Chain kaum Hashrate hat, ist sie praktisch natürlich ziemlich schwach, aber technisch kann sie trotzdem weiter existieren wenn ein paar Leute sie betreiben. Das ist vielleicht der Unterschied zwischen gescheitert in der Praxis und wirklich gelöscht. Die verschiedenen Angaben mit 48 oder 90 Blöcken Vorsprung zeigen auch das die Berichte nicht ganz gleich messen, was bei so einem chaotischen Fork nicht gerade Vertrauen schafft.

    Das Replay Risiko dürfte für normale Besitzer viel gefährlicher sein als der eigentliche Streit. Die meisten Leute prüfen doch nicht jedes Detail von Inputs, Outputs und Chain-Tags, sondern klicken in ihrer Wallet auf senden und hoffen das die Adresse stimmt. Wenn zwei Netzwerke dieselben Transaktionen akzeptieren, sollte man meiner Meinung nach nicht versuchen irgendwelche abgespaltenen Coins zu retten, solange man nicht wirklich weiss was man tut. Besonders gefährlich sind vermutlich Börsen und dubiose Anleitungen im Internet, die versprechen man könne kostenlos irgendwelche neuen Coins abholen. Kostenlos ist bei Krypto oft nur die Überschrift, bezahlt wird dann mit Gebühren, Nerven oder gleich den echten Coins.

    Was mich an der politischen und technischen Seite insgesamt stört ist, dass immer alle auf den nächsten Katalysator warten. Erst soll der Clarity Act kommen, dann die ETF Zuflüsse, dann die Wale, dann Zinspausen und am besten noch eine Rally bis Weihnachten. Wenn einer dieser Punkte nicht eintritt, wird sofort eine neue Erklärung nachgereicht. Vielleicht ist Bitcoin gar nicht kaputt, aber der Markt versucht ständig aus jeder Nachricht eine grosse Story zu bauen. Und wenn die Nachricht nicht passt, wird eben behauptet sie sei schon eingepreist gewesen.

    Für September würde ich deshalb keine Wunder erwarten. Eine erste Abstimmung wäre sicher positiv für die Stimmung, aber selbst 60 Stimmen wären ja noch nicht das fertige Gesetz. Danach können Senat und Repräsentantenhaus sich noch über Details streiten und am Ende kommt vielleicht eine Version raus die keiner mehr wiedererkennt. Der regulatorische Durchbruch ist also eher ein Hindernislauf als ein einzelner Knopf. Für Anleger bedeutet das wohl weiter viel Geduld und hoffentlich nicht zu viel Hebel. Denn gegen politische Verzögerung, Yen, schwache Daten und Forks hilft auch die schönste Kursprognose nicht wirklich.
    Bei dem Replay-Risiko wird mir ehrlich gesagt mulmig, da reicht schon ein falscher klick und plötzlich sind coins auf beiden ketten weg oder irgendwo unterwegs. Da sollte man wirklich erstmal garnix verschieben bis klar ist welche wallets und transaktionen sicher getrennt sind, die ETF zahlen helfen einem in dem moment ja auch nicht weiter.
    Bei dem Replay-Risiko sollten selbst erfahrene Leute lieber erstmal garnichts verschieben, weil ein kleiner Fehler hier offenbar gleich echte BTC mit auf die falsche Chain schicken kann.
    Ich finde den Punkt mit den Jahresbilanzen der ETFs noch viel verwirrender als die einzelnen Tageszuflüsse. Wenn in einer Woche fast eine Milliarde reinkommt, aber seit Januar trotzdem mehrere Milliarden netto raus sind, dann zeigt das doch wie schnell sich so eine Schlagzeile drehen kann. Ein paar grüne Tage sehen sofort nach riesiger Nachfrage aus, aber vielleicht gleichen sie erstmal nur die Abflüsse von vorher aus. Bei den ETF Zahlen müsste man eigentlich immer dazusagen, über welchen Zeitraum man redet, sonst vergleicht man Äpfel mit Taschenrechnern.

    Auch das mit dem Arbeitsmarkt ist irgendwie nicht so eindeutig wie es im Artikel klingt. Schlechte Jobdaten können gut für Zinssenkungen sein und damit gut für Bitcoin, aber gleichzeitig bedeuten sie ja auch, dass die Wirtschaft schwächelt. Dann verkaufen manche Anleger vielleicht gerade deshalb riskante Sachen, weil sie Angst vor einer Rezession bekommen. Ein Minus von 23.000 statt 80.000 neue Stellen ist jedenfalls kein kleines Verfehlen, sondern schon eine ziemlich andere Richtung. Ob eine Zinspause dann wirklich automatisch positiv ist, weiss ich nicht, die Börse macht aus solchen Meldungen ja gerne mal das genaue Gegenteil von dem was man erwartet.

    Bei der BIP-110 Geschichte frage ich mich außerdem, wer überhaupt freiwillig noch Coins auf der abgespaltenen Kette bewegen will, wenn die Chain schon am Anfang kaum Blöcke produziert. Das klingt nicht nach einem normalen neuen Netzwerk, sondern eher nach einer digitalen Baustelle wo die Ampeln nur alle paar Stunden umspringen. Besonders komisch finde ich, dass die Schwierigkeit offenbar von der Hauptchain übernommen wurde, obwohl viel weniger Miner da sind. Das ist ungefähr so, als würde man auf einer kleinen Nebenstraße die gleiche Maut und die gleiche Verkehrskontrolle wie auf einer Autobahn verlangen und sich dann wundern, dass keiner durchkommt.

    Das Replay Risiko wird wahrscheinlich von vielen unterschätzt, weil man beim Abschicken einer Transaktion ja meistens nur auf Betrag und Adresse schaut. Wenn dann plötzlich zwei Ketten die gleiche Transaktion erkennen, kann man als normaler Nutzer kaum beurteilen was davon jetzt sicher ist. Wallets und Börsen müssten da meiner Meinung nach sehr deutlich warnen und nicht nur irgendwo eine technische Meldung im Kleingedruckten verstecken. Gerade Leute die ihre Coins seit Jahren einfach liegen lassen, wissen vermutlich nicht mal was eine Chain-ID oder ein Replay-Schutz sein soll. Da kann aus einem politischen Minerstreit ziemlich schnell ein echtes Problem für irgendwelche User werden.

    Die Altcoin Zahlen fand ich dagegen fast schon lustig nebensächlich. Solana plus knapp zwei Prozent, Ether und XRP leicht runter, und daraus wird dann gleich ein Bild vom ganzen Kryptomarkt gebastelt. Bei so dünnem Sonntagshandel können wahrscheinlich schon ein paar grössere Orders die Statistik verschieben. Das sagt dann nicht unbedingt viel über die langfristige Stärke eines Projekts aus, sondern eher wer an dem Tag gerade zufällig gekauft oder verkauft hat. Und bei den fehlenden Kursangaben für einige Coins sieht man auch, dass solche Tabellen manchmal mehr nach Vollständigkeit aussehen als wirklich hilfreich sind.

    Was mir beim Clarity Act noch auffällt: Selbst wenn die 60 Stimmen zusammen kommen, ist der Weg ja noch lange nicht fertig. Dann müssen Senat und Repräsentantenhaus ihre Fassungen zusammenbringen und danach braucht es noch die Unterschrift. Eine erste Abstimmung wäre also eher ein Türöffner und noch kein Durchbruch. Trotzdem könnte genau dieser kleine politische Schritt den Markt bewegen, weil viele Anleger offenbar nicht auf das fertige Gesetz warten, sondern schon auf jedes Zeichen reagieren. Wenn die Wahrscheinlichkeit bei den Prognosemärkten unter 20 Prozent liegt, reichen vermutlich schon ein paar glaubwürdige Stimmen für eine heftige Kursbewegung nach oben, selbst wenn noch garnichts sicher ist.

    Die Sache mit den Stablecoin-Rewards ist für mich der eigentlich interessanteste Streitpunkt. Wenn Banken dagegen sind, weil Plattformen mit den Rewards um Einlagen konkurrieren, dann geht es nicht nur um Krypto-Regulierung sondern auch um die Frage wer künftig die Kundengelder kontrolliert. Für Nutzer klingt eine Rendite auf Stablecoins natürlich erstmal attraktiv, aber man müsste sehr genau wissen woher sie kommt und welches Risiko dahinter steckt. Ein Stablecoin ist eben nicht automatisch dasselbe wie ein Bankkonto, auch wenn der Name erstmal beruhigend klingt. Wenn Politiker hier nur die Interessen der Banken schützen wollen, wird das Gesetz wahrscheinlich wieder viele Leute enttäuschen, egal ob es verabschiedet wird oder nicht.

    Und bei den Ethikregeln kann ich verstehen, dass die Demokraten genauer hinschauen wollen. Regeln für den Markt zu machen und gleichzeitig selbst finanziell an Krypto Projekten beteiligt zu sein, wirkt halt schnell wie ein Interessenkonflikt. Das betrifft nicht nur eine Partei, sondern eigentlich jeden Politiker der Gesetze für einen Bereich beschließt in dem das eigene Umfeld Geld verdient. Ohne klare Offenlegung wird jede Abstimmung sofort verdächtig aussehen. Für Bitcoin ist das kurzfristig vielleicht Kursgeräusch, langfristig aber schon wichtig, weil Vertrauen nicht nur durch schöne Versprechen entsteht.

    Insgesamt wirkt der Markt auf mich weniger wie ein klares Investment und mehr wie ein Sammelbecken aus verschiedenen Geschichten. ETF Zuflüsse, grosse Wallets, schwache Arbeitsmarktdaten, Japan, politische Abstimmungen und ein technischer Fork laufen alle gleichzeitig und jeder sucht sich daraus die Begründung für seine gewünschte Richtung. Vielleicht ist genau das der Grund warum selbst gute Nachrichten den Kurs nicht dauerhaft nach oben bringen. Solange Bitcoin nicht wieder deutlich über die genannten Widerstände kommt und der Clarity Act nicht mehr nur aus Verfahrensschritten besteht, bleibt das ganze für mich eher ein nervöses hin und her als ein echter neuer Aufwärtstrend.
    Die sinkenden Prognosemarkt chancen unter 20 prozent find ich fast interesanter als die 60 stimmen, weil man daran sieht wie schnell erwartungen kippen auch wenn das gesetz theoretisch noch garnicht vom tisch ist.

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    Zusammenfassung des Artikels

    Bitcoin steht zwischen regulatorischer Hoffnung, ETF-Zuflüssen und Wallet-Käufen sowie Risiken durch Yen-Carry-Trade, technische Marken und BIP-110.

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