Inhaltsverzeichnis:
Die Deutsche Bank bereitet ihren Einstieg in die Kryptoverwahrung vor, während die US-Geldpolitik Bitcoin, Ether und XRP bewegt. Gleichzeitig sorgen neue Kursprognosen und wachsendes institutionelles Interesse für Gesprächsstoff. Der Pressespiegel zeigt, wie Regulierung, Zinsen und langfristige Kapitalströme den Kryptomarkt prägen.
Deutsche Bank plant Einstieg in die Kryptoverwahrung
Die Deutsche Bank will institutionellen Kunden und Unternehmen noch in diesem Jahr die Verwahrung ausgewählter Kryptowährungen anbieten. Nach Angaben von Der Aktionär sollen zunächst Bitcoin, Ether und mehrere Stablecoins zum Angebot gehören.
Bei der Kryptoverwahrung übernimmt die Bank die Verwaltung der Wallets und Private Keys ihrer Kunden. Dadurch müssen institutionelle Anleger keine eigene Sicherheitsinfrastruktur für die Aufbewahrung digitaler Vermögenswerte aufbauen.
Das Angebot soll zunächst Kunden der Unternehmens- und Investmentbank in Europa offenstehen, wobei der Start in Deutschland erfolgen soll. Voraussetzung ist der Abschluss des laufenden regulatorischen Prozesses. Die Deutsche Bank erwartet ihre MiCA-Lizenz im Oktober; bei einem rechtzeitigen Abschluss könnten erste Kunden noch vor dem Jahreswechsel Kryptowährungen bei der Bank hinterlegen.
Der Einstieg war bereits Ende 2020 angekündigt worden. Im Jahr 2023 folgten ein Lizenzantrag bei der BaFin und eine Kooperation mit dem Schweizer Technologieunternehmen Taurus. Zwischen der ersten Ankündigung und dem geplanten Start liegen damit rund sechs Jahre.
Im deutschen Markt sind andere Institute bereits weiter. Die Commerzbank erhielt 2023 eine Verwahrlizenz, während die Landesbank Baden-Württemberg seit April 2024 Kryptowährungen für institutionelle Kunden verwahrt. Die DZ Bank erhielt Ende 2025 unter dem europäischen Kryptoregelwerk MiCA die Genehmigung für ihre Plattform meinKrypto.
Auch außerhalb Deutschlands haben Wettbewerber früher Angebote gestartet. Kunden der spanischen BBVA können laut Der Aktionär seit Oktober 2025 Bitcoin und Ether über die App handeln. In den Niederlanden bieten ABN AMRO, Rabobank und ING Krypto-ETPs an.
Kurzfristig dürfte das Verwahrgeschäft nur einen äußerst überschaubaren Umsatz liefern und die Geschäftszahlen der Deutschen Bank kaum verändern. Strategisch wird der Schritt dennoch als sinnvoll eingeordnet, weil Kryptowährungen für viele Anleger inzwischen ein Baustein moderner Portfolios seien.
Infobox: Die Deutsche Bank plant die Verwahrung von Bitcoin, Ether und ausgewählten Stablecoins zunächst in Deutschland. Der Start hängt vom Abschluss des regulatorischen Prozesses und der erwarteten MiCA-Lizenz im Oktober ab.
Fed-Zinserhöhung setzt Bitcoin, Ether und XRP unter Druck
Die Finanzmärkte rechneten mehrheitlich mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank, obwohl Präsident Donald Trump niedrigere Kreditkosten gefordert hatte. Wallstreet Online berichtete, dass der Anleihenmarkt mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 % von einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte ausging.
Der Leitzins sollte demnach von derzeit 3,75 % auf ein neues Rekordhoch von 4,00 % steigen. Es wäre die erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit drei Jahren. Die Hypothekenzinsen waren bereits deutlich auf rund 7 % gestiegen; der durchschnittliche Hypothekenzins lag laut Daten von Freddie Mac in der Vorwoche bei 6,76 %.
Trump hatte die Federal Reserve zur Senkung der Zinsen aufgefordert. Er erklärte am Sonntag: „Die Vereinigten Staaten sind so mächtig, dass wir die niedrigsten Zinsen der Welt genießen sollten.“
„Die Vereinigten Staaten sind so mächtig, dass wir die niedrigsten Zinsen der Welt genießen sollten.“ – Donald Trump, zitiert von Wallstreet Online
Nach Darstellung von Wallstreet Online verknappen Zinserhöhungen die globale Dollar-Liquidität und wirken sich im Allgemeinen negativ auf den Kryptowährungsmarkt aus. Bitcoin und Ethereum könnten dadurch unter Druck geraten, während Altcoins tendenziell noch stärkere Kursverluste verzeichnen.
Bitcoin wirft selbst keine Zinsen ab. Steigt die Rendite von US-Staatsanleihen, werden risikofreie Finanzprodukte attraktiver, was zu Kapitalabflüssen aus dem Kryptowährungsmarkt führen kann. Steigende Kreditkosten können außerdem das in Kryptowährungen gebundene Kapital reduzieren und Ausverkäufe bei Marktabschwüngen verstärken.
Ein stärkerer Dollar verteuert zugleich den Kauf von Kryptowährungen weltweit. Dadurch kann zusätzlicher Druck auf die Preise von Bitcoin, ETH und XRP entstehen.
Der Beitrag stellt außerdem die Cloud-Computing-Plattform EiCrypto vor, die künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologie kombiniere. Nutzer sollen mit digitalen Währungen wie BTC, ETH und XRP an Rechenleistungsdiensten teilnehmen können, ohne Mining-Maschinen kaufen oder betreiben zu müssen.
Für die Plattform werden verschiedene Vertragsoptionen genannt:
| Vertrag | Betrag | Laufzeit | Gesamtertrag |
|---|---|---|---|
| Einsteiger-Vertrag | 100 $ | 2 Tage | ca. 108 $ |
| Basis-Vertrag | 800 $ | 5 Tage | ca. 852 $ |
| Basis-Vertrag | 2.500 $ | 15 Tage | ca. 3.025 $ |
| Stabiler Vertrag | 10.000 $ | 25 Tage | ca. 14.450 $ |
| Stabiler Vertrag | 20.000 $ | 30 Tage | ca. 30.920 $ |
| Fortgeschrittener Vertrag | 50.000 $ | 35 Tage | ca. 81.500 $ |
Nach Angaben im Beitrag werden die Erträge nach 24 Stunden automatisch gutgeschrieben. Nutzer sollen sie jederzeit abheben oder reinvestieren können. Zusätzlich werden ein Neukundenbonus von 15 $ sowie Ein- und Auszahlungen mit BTC, USDT, ETH, LTC, USDC, XRP, SOL, BNB, DOGE, ADA und BCH genannt.
Infobox: Eine erwartete Zinserhöhung von 0,25 Prozentpunkten auf 4,00 % wird als Belastungsfaktor für Kryptowährungen beschrieben. Höhere Anleiherenditen, steigende Kreditkosten und ein stärkerer Dollar können Bitcoin, Ethereum und Altcoins unter Druck setzen.
Bitcoin startet laut Börsenüberblick trotz Zinserhöhung fester
Der Börsenüberblick von tagesschau.de stellte die Fed-Sitzung, die Ölpreise und Bitcoin in den Mittelpunkt des Handelsbeginns. Die entsprechende Audiosendung wurde am 16.09.2026 um 06:44 Uhr veröffentlicht.
In der Übersicht wurde außerdem auf Zinssorgen und den Ausblick auf den DAX eingegangen. Bitcoin wurde dabei als eines der Themen genannt, die den Börsenstart begleiteten.
Ein weiterer Bericht von Blocktrainer trug den Titel „Federal Reserve mit erster Zinsanhebung seit 3 Jahren – Bitcoin steigt“. Damit wird ein anderer kurzfristiger Marktverlauf beschrieben als jener, der in makroökonomischen Einschätzungen vor allem auf den möglichen Druck durch höhere Zinsen hinweist.
Der Titel des Blocktrainer-Beitrags signalisiert, dass Bitcoin trotz der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren zulegte. Die Meldung ordnet den Kursanstieg damit in einen Markt ein, in dem die erwartete geldpolitische Straffung nicht automatisch zu fallenden Bitcoin-Kursen führte.
Infobox: tagesschau.de hob am 16.09.2026 Fed-Sitzung, Ölpreise und Bitcoin als Börsenthemen hervor. Blocktrainer berichtete zugleich über einen steigenden Bitcoin-Kurs trotz der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren.
Bitwise-CIO sieht Bitcoin bis 2035 bei 1,3 Millionen US-Dollar
Bitwise-CIO Matt Hougan hält einen Bitcoin-Kurs von 1,3 Millionen US-Dollar bis 2035 für erreichbar. In einem Interview mit CoinDesk bezeichnete er diese Marke laut Finanzen.net als „relativ einfach“ erreichbar.
Auch kurzfristig ist Hougan optimistisch. Er hält eine Rückkehr von Bitcoin über 100.000 US-Dollar noch in diesem Jahr für realistisch. Ob sich diese Einschätzung erfüllt, soll aus seiner Sicht ein erster Hinweis auf die längerfristige These bis 2035 sein.
Hougan bezeichnet ein Depot ohne Bitcoin inzwischen als Fehlallokation. Ein klassisches 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen sei im Kern eine hundertprozentige Wette auf die Fiat-Währung. Als Alternative nennt er eine Aufteilung von 60/35/5, bei der ein Teil der Anleihequote in Bitcoin verschoben wird.
Seine eigene Strategie kombiniert Bitcoin mit KI-Aktien. Eine Position soll davon profitieren, falls die USA aus ihrer Verschuldung herauswachsen. Die andere soll sich besser entwickeln, falls Inflation die Schulden entwertet.
Das Kursziel von 1,3 Millionen US-Dollar für 2035 leitet Hougan aus den langfristigen Kapitalmarktannahmen von Bitwise ab. Wenn Bitcoin rund ein Viertel des wachsenden globalen Marktes für Wertaufbewahrungsmittel erobert, der bislang von Gold und Staatsanleihen dominiert wird, ergibt sich daraus laut seiner Einschätzung die Zielmarke.
Als wichtige künftige Nachfrager nennt Hougan Pensionskassen, Stiftungsvermögen, Versicherer und Staatsfonds. Diese institutionellen Anleger könnten in den kommenden zehn Jahren Unternehmenskäufer wie Strategy als Nachfragetreiber ablösen.
Die genannten Institutionen verwalten laut Hougan weltweit zwischen 100 und 200 Billionen US-Dollar. Bereits eine Allokation von einem Prozent könnte erhebliche Summen in den Bitcoin-Markt lenken. Spot-Bitcoin-ETFs erleichtern diesen Anlegergruppen den Zugang.
| Prognose | Wert | Zeitraum |
|---|---|---|
| Bitcoin-Kursziel | 1,3 Millionen US-Dollar | bis 2035 |
| Kurzfristiges Ziel | 100.000 US-Dollar | noch in diesem Jahr |
| Mögliche institutionelle Bitcoin-Allokation | 1 Prozent | ohne weiteren Zeitraum |
Infobox: Matt Hougan sieht Bitcoin bis 2035 bei 1,3 Millionen US-Dollar und hält 100.000 US-Dollar noch in diesem Jahr für realistisch. Als zentrale Treiber nennt er institutionelles Kapital, Spot-Bitcoin-ETFs und eine mögliche Eroberung von rund einem Viertel des globalen Marktes für Wertaufbewahrungsmittel.
Einschätzung der Redaktion
Der geplante Einstieg der Deutschen Bank ist vor allem ein strategisches Signal: Kryptowährungen werden vom Nischenprodukt zur regulierten Infrastruktur für institutionelle Anleger. Der unmittelbare Umsatz dürfte begrenzt bleiben, doch die Bank schafft damit eine wichtige Voraussetzung, um bei künftig wachsender Nachfrage nicht den Anschluss zu verlieren. Die vergleichsweise späte Umsetzung zeigt zugleich, dass regulatorische Sicherheit und technische Kontrolle für etablierte Institute Vorrang vor Geschwindigkeit haben.
Zusammenfassung: Geringe kurzfristige Ertragswirkung, aber hohe strategische Bedeutung für die institutionelle Akzeptanz digitaler Vermögenswerte.
Einschätzung der Redaktion
Eine Zinserhöhung belastet Kryptowährungen grundsätzlich, weil sichere Dollar-Anlagen attraktiver werden und Liquidität aus risikoreicheren Märkten abfließen kann. Die Wirkung ist jedoch nicht automatisch und nicht für alle Marktphasen gleich: Entscheidend sind die bereits eingepreisten Erwartungen, der Ton der Notenbank und die Reaktion des Dollars. Die genannten Renditen der Cloud-Computing-Verträge wirken zudem außergewöhnlich hoch und sollten ohne nachvollziehbare Risikodarstellung keinesfalls als verlässliche Ertragsaussicht verstanden werden.
Zusammenfassung: Höhere Zinsen erhöhen den Abwärtsdruck auf Kryptoanlagen; auffällig hohe Renditeversprechen erfordern besondere Vorsicht.
Einschätzung der Redaktion
Der feste Bitcoin-Kurs trotz einer Zinserhöhung verdeutlicht, dass kurzfristige Marktreaktionen nicht mechanisch aus makroökonomischen Maßnahmen abgeleitet werden können. Erwartungen, Positionierungen und liquiditätsgetriebene Käufe können den unmittelbaren Effekt überlagern. Für eine belastbare Trendwende reicht ein einzelner positiver Handelstag jedoch nicht aus; entscheidend wären eine anhaltende Nachfrage und stabile Marktbreite.
Zusammenfassung: Bitcoin kann trotz geldpolitischer Belastungen steigen, doch ein kurzfristiger Anstieg bestätigt noch keinen nachhaltigen Aufwärtstrend.
Einschätzung der Redaktion
Das Kursziel von 1,3 Millionen US-Dollar bis 2035 ist eine weitreichende Langfristthese, keine belastbare Erwartung für einen geradlinigen Verlauf. Sie setzt voraus, dass Bitcoin dauerhaft als Wertaufbewahrungsmittel akzeptiert wird und institutionelle Anleger tatsächlich relevante Quoten investieren. Die mögliche Nachfrage ist groß, aber ebenso groß sind regulatorische, technologische und marktbezogene Unsicherheiten. Eine Beimischung kann deshalb nur als spekulativer Portfolioanteil gelten, nicht als Ersatz für eine ausgewogene Vermögensstruktur.
Zusammenfassung: Die langfristige Perspektive ist chancenreich, bleibt aber stark von institutioneller Akzeptanz und erheblichen Unsicherheiten abhängig.
Quellen:
- Deutsche Bank: Jetzt kommt Bitcoin ins Depot
- Die Zinserhöhung der Fed könnte zu einem Konflikt zwischen Kevin Warsh und Trump führen. Was wird aus den Anlegern von Bitcoin, ETH und XRP?
- Börse: Handelsbeginn mit DAX-Start - Fed-Sitzung, Ölpreise, Bitcoin
- Bitcoin-Ausblick: Bitwise-CIO Hougan prognostiziert 1,3 Millionen Dollar bis 2035
- Federal Reserve mit erster Zinsanhebung seit 3 Jahren – Bitcoin steigt
- Der Börsen-Tag: Bitcoin notiert auf 4-Wochen-Tief













