Inhaltsverzeichnis:
Strategy bevorzugte Wertpapiere haben Bitcoin im Ein-Jahres-Vergleich deutlich übertroffen – doch hinter der scheinbaren Stabilität stehen sinkende Kurse, hohe Ausschüttungen und wachsende Risiken. Der Pressespiegel zeigt, warum Anleger nun genauer auf MSTR, die Bitcoin-Verkäufe und die Tragfähigkeit von Michael Saylors Finanzmodell blicken.
Strategy Preferred Stock schlägt Bitcoin im Ein-Jahres-Vergleich
Michael Saylor hat am Sonntag einen Jahreschart veröffentlicht, der die Entwicklung von vier bevorzugten Wertpapieren von Strategy der Entwicklung von Bitcoin gegenüberstellt. Im Zeitraum vom 14. August 2025 bis zum 14. August 2026 stieg STRC um 9 %, während der Bitcoin-Kurs um 47 % fiel. Darüber berichtet BeInCrypto.
Der Vergleich umfasst die Strategy-Papiere STRC, STRD, STRF und STRK. STRD verlor 8 %, STRF sank um 9 % und STRK fiel um 27 %. Damit entwickelten sich alle drei Wertpapiere trotz ihrer Verluste besser als Bitcoin.
| Vermögenswert | Entwicklung im Vergleichszeitraum |
|---|---|
| STRC | +9 % |
| STRD | -8 % |
| STRF | -9 % |
| STRK | -27 % |
| Bitcoin | -47 % |
Strategy gibt vier bevorzugte Wertpapiere aus, die Einkünfte zahlen und dabei nicht direkt dem Bitcoin-Kurs folgen. STRC trägt offiziell die Bezeichnung „Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock“ und zahlt zurzeit jährlich 12 % in halbmonatlichen Barausschüttungen.
Der Zinssatz von STRC wird von Strategy angepasst, um das Wertpapier nahe am Nennwert von 100 USD zu halten. Dennoch lag STRC im Sommer unter diesem Nennwert. Strategy verkaufte daher im August 1.690 Bitcoin, um Rückkäufe von STRC-Aktien zu finanzieren.
Die Barausschüttungen und Auszahlungen der bevorzugten Wertpapiere federten die Kursverluste teilweise ab. Bei STRK erklärt die Nähe zur gewöhnlichen Strategy-Aktie einen Teil der schwächeren Entwicklung: Jede STRK-Aktie lässt sich in 0,1 Aktien von MSTR umwandeln.
Keines der vier Wertpapiere vermittelt laut BeInCrypto einen Anspruch auf die Bitcoin-Bestände von Strategy. Kritiker stellen deshalb die Frage, wie lange das Unternehmen die Auszahlungen tragen kann. Jeff Dorman, Chief Investment Officer bei Arca, erklärte im Mai, dass ein 15-Mrd.-USD-Bevorrechtigungsstapel das Bitcoin-Modell von Strategy belaste.
„Over the past year, $BTC fell 47%. Our Digital Credit instruments ranged from -27% to +9%, with $STRC up 9%. Financial engineering can transform volatile Digital Capital into instruments designed for income, stability, and reduced downside risk.“
Zusammenfassung: STRC legte im betrachteten Zeitraum um 9 % zu, während Bitcoin 47 % verlor. Die übrigen bevorzugten Wertpapiere von Strategy verzeichneten zwar Verluste, übertrafen Bitcoin jedoch ebenfalls.
MSTR im Chart nicht berücksichtigt
Nach Darstellung von BeInCrypto blendet Saylors Grafik die Stammaktie von Strategy, MSTR, aus. MSTR schloss am 14. August bei 93,04 USD und lag damit ungefähr 75 % unter dem Wert des Vorjahres, wie Yahoo Finance meldet.
Das 52-Wochen-Hoch der Aktie lag bei 367,57 USD. Der aktuelle Kurs befand sich damit in der Nähe des unteren Bereichs dieser Spanne. Während die Stammaktionäre den Hebel der Unternehmensstruktur verkraften mussten, erhielten die Inhaber bevorzugter Wertpapiere Einkünfte.
Der Bitcoin-Kurs lag am Sonntag bei rund 63.072 USD. BeInCrypto ordnet Bitcoin damit weiterhin einem Bärenmarkt zu, der im vergangenen Herbst begonnen hat.
| Wert | Angabe |
|---|---|
| MSTR-Schlusskurs am 14. August | 93,04 USD |
| MSTR-52-Wochen-Hoch | 367,57 USD |
| Bitcoin-Kurs am Sonntag | rund 63.072 USD |
| MSTR-Entwicklung zum Vorjahreswert | ungefähr -75 % |
Zusammenfassung: Während Saylors Vergleich die bevorzugten Wertpapiere hervorhebt, entwickelte sich die nicht berücksichtigte MSTR-Stammaktie laut BeInCrypto deutlich schwächer und fiel ungefähr 75 %.
Strategy wird zum Netto-Verkäufer von Bitcoin
Strategy agiert inzwischen auch als Netto-Verkäufer von Bitcoin. Das Unternehmen hatte innerhalb von zwei Monaten 37 Bitcoin zugekauft, anschließend aber innerhalb einer Woche 1.638 Coins verkauft.
Die Treasury des Unternehmens liegt dadurch aktuell niedriger als noch im Mai. BeInCrypto berichtet außerdem, dass Strategy im Zusammenhang mit der Finanzierung von STRC-Aktienrückkäufen im August 1.690 Bitcoin verkaufte.
Saylor sprach in der vergangenen Woche ausdrücklich das Kreditrisiko an. Sein neues Modell veröffentlicht Bodenpreise für Gläubiger und nennt die Bitcoin-Level, ab denen die einzelnen Wertpapierarten kritisch werden.
- Strategy kaufte innerhalb von zwei Monaten 37 Bitcoin zu.
- Innerhalb einer Woche verkaufte das Unternehmen 1.638 Coins.
- Im August wurden 1.690 Bitcoin zur Finanzierung von STRC-Aktienrückkäufen verkauft.
- Die Treasury liegt aktuell niedriger als noch im Mai.
Nach Angaben von BeInCrypto funktionierte das Modell mehr als zwölf Monate wie geplant. Es wandelte einen volatilen Vermögenswert in vier stabile Einkommensströme um. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob diese Einkommensströme auch im zweiten Jahr mit fallenden Bitcoin-Kursen Bestand haben.
Zusammenfassung: Strategy hat zuletzt Bitcoin verkauft und verfügt aktuell über eine niedrigere Treasury als im Mai. Die Tragfähigkeit des Modells bei weiter fallenden Bitcoin-Kursen bleibt die zentrale Frage.
Einschätzung der Redaktion
Die bessere Ein-Jahres-Entwicklung der Vorzugswerte ist vor allem ein Hinweis auf ihre Ausschüttungs- und Strukturvorteile, nicht auf eine geringere Abhängigkeit von Strategy. Entscheidend bleibt, ob das Unternehmen die Auszahlungen bei anhaltendem Bitcoin-Druck dauerhaft finanzieren kann. Die Bitcoin-Verkäufe erhöhen dabei das Risiko, dass kurzfristige Stabilität zulasten der strategischen Substanz erkauft wird.
Kernaussage: Die Vorzugswerte wirken defensiver als Bitcoin, bleiben aber vom Finanzierungsmodell und der Liquidität von Strategy abhängig.
Quellen:















