Veröffentlicht: 21.02.2020

Flash Loans: Geniale Erfindung oder riskante Darlehen?

Flash Loans im Visier

Die Attacken auf die dezentralisierte Finanzplattform bZx schockten den dezentralen Finanzmarkt (DeFi) ohne eine Vorwarnung. Durch einen Exploit gelang es zunächst einem User, Ethereum im Wert von 360000 USD abzugreifen. Zuvor hatte er einen Flash Loan über 10000 ETH aufgenommen. Doch wie ist das möglich und welche Bedingungen gelten in dem neuen Markt? Wir werfen einen Blick auf die mysteriösen Blitzkredite.

Was sind Flash Loans?

Flash Loans sind Blitzdarlehen, die über einen Smart Contract geregelt werden. User können sich so einen kostenlosen Kredit ausleihen, der erst gültig wird, wenn dieser in demselben Block zurückgezahlt wird. Auf der Ethereum-Blockchain muss dies innerhalb von 15 Sekunden geschehen. Durch diese Eigenschaften wird das Risiko des Händlers begrenzt. Doch welche Anwendungsfälle ergeben sich in dem kleinen Zeitfenster?

Use Cases von Flash Loans

Flash Loans werden in der Regel für den Arbitrage-Handel aufgenommen. Dabei versuchen Trader Preisunterschiede zwischen den Börsen auszunutzen. Weitere Use Cases gibt es in Form von Collateral-Swaps (Austausch von Sicherheiten mit anderen Assets), Kreditliquidationen und anderen Finanzierungsmöglichkeiten. Der Vorteil für den Anbieter ergibt sich durch eine geringe Transaktionsgebühr. Diese wird jedoch erst erhoben, wenn der Kredit rechtzeitig beglichen wird. In dem Fall des ersten Flash Loan-Exploits zahlte der User eine Transaktionsgebühr von ca. 8 USD. Kein schlechter Tausch.

Wie ging der „Hacker“ vor?

Um zu verstehen, wie der „Hacker“ 360000 USD in knappen 15 Sekunden verdienen konnte, sollte man zunächst einen Blick auf den ausgeklügelten Smart Contract werfen:

  1. Der „Hacker“ nimmt auf der Plattform dYdX einen Flash Loan in Höhe von 10000 ETH auf.
  2. In der Folge verschickt er die Hälfte (5000 ETH) auf die Plattform Compound und leiht sich dort 112 wBTC
  3. Die anderen 5000 ETH sendet er zu Fulcrum, eine bZx-basierende Börse
  4. Auf Fulcrum setzt der „Hacker“ mit einer Hebelwirkung auf einen sinkenden wBTC-Kurs
  5. Über KyverSwap tauscht er die geliehenen ETH (ca. 5600) gegen 51,3 wBTC. Dadurch verdreifacht sich der wBTC-Preis in Uniswap
  6. Er verkauft die geliehenen 112 wBTC auf Uniswap und erhält 6871 ETH
  7. Er zahlt die 10000 ETH rechtzeitig zurück. Somit ist der Flash Loan gültig und der „Hacker“ um ca. 360000 USD reicher.

Was bedeutete das für den DeFi?

Wenige Tage später kursierten Meldungen über einen erneuten Angriff durch das Krypto-Space. Demnach sei es einem weiteren „Ausbeuter“ gelungen, ca. 3000 ETH von der bZx-Plattform zu entwenden. Es dauerte nicht lange, bis die Negativstimmen der DeFi-Kritiker laut wurden und weitere Exploits prognostizierten. Der DeFi-Markt musste in der Folge millionenschwere Verluste verzeichnen.

Vorteile aus den Geschehnissen

Es mag komisch klingen, doch die Exploits könnten dem DeFi-Markt am Ende helfen. Durch das Aufdecken von Sicherheitslücken müssen die Entwickler das Thema Flash Loans neu bewerten und weitere „Lücken“ verhindern und aufspüren. Natürlich schmerzt das hohe Lehrgeld und der Vertrauensverlust vieler Anleger. Auf Dauer wird sich der DeFi-Markt jedoch durch solche Ereignisse weiterentwickeln. Unzählige Möglichkeiten stehen mit dem DeFi-Markt vor der Tür, eine einmalige Chance für das gesamte Finanzsystem.

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