Veröffentlicht: 01.11.2018

Die Blockchain stösst an ihre Grenzen – Zeit für eine Alternative?

holochain

Einführung

Digitales, anonymes Geld welches direkt von Endgerät zu Endgerät, ohne Mittelsmann transferiert werden kann. Das ist die Ursprungsidee von Bitcoin aus dem Jahre 2008, der berühmtesten und wertvollsten digitalen Währung. Einige Jahre später erschien mit Ethereum ein zweiter sehr erfolgreicher Player auf dem Kryptomarkt, welcher erstmals dezentrale autonome Systeme ermöglicht hat und somit noch einen Schritt weiterführend war. Auf Basis dieser Technologie haben sich hunderte neue Geschäftsfelder und Möglichkeiten aufgetan. Ebenso zahlreich waren die ICO (Erstausgabe digitaler Token) welche mit großartigen Geschäftsideen bestückt Milliarden von Dollar an Investorengeldern erhalten haben.

Die tatsächliche Umsetzung der in den jeweiligen «Whitepaper» ausschweifend beschriebenen Konzepte ist bislang jedoch nur den wenigsten Firmen gelungen. Ein grosser Faktor für diese Tatsache ist wohl die Blockchain-Technologie selbst. Der weltweit verteilte Computer Ethereum, auf dessen Technologie die allermeisten Projekte aufbauen, ist mit ca. 15 Transaktionen pro Sekunde sehr begrenzt. Zudem ist die Blockchain Grösse mit über 1 Terabyte (mehr als 1000 Megabyte) äusserst gross und schwerfällig. Diese Punkte sind daher ineffizient und verhindern den Einsatz dieser Blockchain Lösungen für die Erstellung massentauglicher dezentraler Applikationen. Diese Probleme sind innerhalb des Blockchain Ökosystems bekannt und es wird nun versucht dem Entgegenzuwirken. Es wird an Lösungen mittels «zweiter Schichten» gearbeitet, welche hinzugefügt werden und die Effizienz steigern sollen. Der Erfolg dieser Implementierungen bleibt abzuwarten. Vielversprechender scheint ein komplett neuer Ansatz und eine neue von Grund auf dezentrale Technologie.

Holochain und Calidris denken ausserhalb der Blöcke

Um die zahlreichen großartigen Ideen hunderter Startups wirklich umsetzen zu können braucht es wohl einen völlig neuen Ansatz. Das Schlagwort lautet Holochain. Die grundlegende Idee der Holochain: Der Mensch behält seine Sicht auf die Dinge und damit die alleinige Kontrolle über seine Daten und Werte. Ähnlich wie eine Blockchain verwendet auch die Holochain kryptografische Methoden, um Daten sicher und unfälschbar zu machen. Im Gegensatz zu einer Blockchain braucht sie dazu aber keinen globalen Konsens-Algorithmus, der die Blockchain zwar sicher macht, sich dies aber mit einem enormen Energieaufwand und anderen Ineffizienzen bezahlen lässt. Die Holochain löst die Schwächen der Blockchain in Bezug auf Skalierbarkeit, Stromverbrauch und Kapazität.
Calidris Fintech AG, Head of Investor Relations und Holochain Befürworter Mike Lüscher führt aus: «Wir alle möchten die Kontrolle darüber haben, wie und mit wem wir interagieren. Die heutige Dominanz von Intermediären bei digitalen Interaktionen wird durchbrochen werden.
Dies wird gelingen, man das Angebot mit hoher Benutzerfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und günstigen Preisen kombiniert.»

Die Holochain ist durch die Verwendung von „Distributed Hash Table (DHT)“ massiv besser skalierbar, exponentiell schneller, weitaus energieeffizienter und rund um Faktoren billiger als die herkömmliche Blockchain. Im Gegensatz zur Blockchain, wo stehts immer alle Teilnehmer mit der „aktuellen Wahrheit“ informiert werden müssen, reichen bei der Holochain rund 200 zufällig ausgewählte „Zeugen“. 
Testperioden mit einem dezentralen „Twitter-Klon“ auf Holochain-Basis verdeutlichen das enorme Potenzial. Nach 6 Monaten Benutzung auf dem Smartphone mit identischer Verwendung wie beim Orginal Twitter wird bloss Speicherplatz in der Grösse eines 12-Megapixel Fotos benötigt. DHT’s werden heute schon in Systemen mit allerhöchsten Sicherheitsansprüchen wie dem Bitorrent-Netzwerk erfolgreich eingesetzt. Durch das Calidris-Projekt wird diese Technologie nun auch Anwendungen im Bereich der Transaktionen (Kauf/Verkauf) zugänglich gemacht.

Wieviel Vertrauen geniessen ICO (Initial Coin Cfferings) noch?

Initial Coin Offering (ICO) hat sich seit 2017 als Finanzierungsform für Unternehmen aus dem Blockchain-Bereich gut etabliert. In den ersten fünf Monaten 2018 haben ICOs bereits mehr Kapital generiert als in allen Jahren davor zusammengerechnet. Von den Start-ups mit einem erfolgreichen ICO haben jedoch gerade einmal 44,2 Prozent eine Zeitspanne von mehr als vier Monaten überlebt. Über die Hälfte der restlichen Unternehmen sind hingegen vorher verstummt, abgetaucht oder haben sich aufgelöst. Eines der Hauptschwierigkeiten dieser neuen Unternehmen ist das Listen der Token an einer Kryptobörse mit genügend Volumen und Liquidität. Dafür müssen nämlich je nach Börsenplatz bis zu 1 Million an Finanziellen Mitteln aufgebracht werden. Eine enorme Summe für ein Start-up. Zudem sind Investoren vor Betrug nicht verschont geblieben. Der bisweilen schwach regulierte Kryptomarkt war ein ideales Spielfeld für Scams und Abzocker. Dem Investor fehlt bisweilen beim Kauf von Coins bzw. Token ein «realer Wert» und er ist gezwungen sich auf reine Spekulation zu verlassen.

Staatliche Regulierungen antizipieren

Im Gegensatz zu ICO`s werden sogenannte STO (Security Token Offerings) wohl eine rosige Zukunft haben. Ein Security Token steht aus der Sicht der Calidris Fintech AG für Werthaltigkeit und Anerkennung der Investoren. Investoren welche in ein STO Investieren, erhalten nicht nur die Hoffnung auf eine Wertsteigerung, sondern können sich nach Abschluss der Aufbauphase an einer regelmäßigen Dividende erfreuen. Genauso, wie es aus Investorensicht bei hochwertigen Unternehmen sein sollte. Ein Security Token Offering vereint damit die bewährte Qualität einer Aktie, mit dem modernen und zeitgemässen Input der Blockchain. Die Blockchain erlaubt es, den Token im Vergleich zu einem klassischen Börsengang erheblich günstiger zu kreieren und handelbar zu machen.

Im Gegensatz zu den hunderten existierenden ICOs, bieten nur sehr wenige Unternehmen ihren Kunden einen Security Token an. Es handelt sich hier also nicht bloss um eine weitere Kryptowährung, sondern quasi um eine digitale Aktie. Experten der Branche sehen, in den nächsten Jahren, einen starken Anstieg im Bereich der Security Tokens, da diese bereits jetzt schon potenzielle staatliche Regulierungen vorwegnehmen.
Mike Lüscher dazu: «Security Token stellen die nächste Evolutionsstufe des Wertpapieres dar. Sie sind durch Finanzmarktaufsichtsbehörden reguliert und durch einen «realen Wert» (Firma/Aktiengesellschaft) gedeckt.»

Regulierte Security Token benötigen ebenso regulierte Handelsbörsen. Der Krypto-Marktführer in diesem Bereich Coinbase hat unter anderem bereits angekündigt, die nötigen Schritte unternehmen zu wollen um diese Dienstleistung anbieten zu können. Die Kombination der Vorteile digitaler Wertpapiere und gleichzeitiger sauber regulierter Marktplätze und Emittenten verspricht ein grosses Wachstum dieses Marktes in den nächsten Jahren.

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