Veröffentlicht: 28.08.2017

Das Märchen vom Mining Pool

Das Märchen vom Mining Pool

Einleitung

„Ein Cloud Mining Anbieter ist nur dann ein echtes Mining Unternehmen, wenn es in der Pool Statistik von blockchain.info gelistet ist.“ – so oder so ähnlich wird seit einigen Tagen und Monaten über unterschiedliche Mining Anbieter gesprochen. In diesem Artikel möchten wir mit diesem Ammenmärchen ein wenig aufräumen.

Natürlich gibt es gerade in der heutigen Zeit sehr viele schwarze Schafe und Scams in der Mining Branche. Wie unterscheiden Sie einen echten Mining Anbieter von einem Scam? Warum hat einer der größten Mining Anbieter der Welt (Genesis Mining) keinen eigenen Mining Pool? Was ist überhaupt ein Mining Pool? Diese Fragen werden wir Ihnen in diesem Artikel beantworten.

Was ist überhaupt ein Mining Pool?

Ich möchte in diesem Artikel das Thema Mining Pool nicht all zu technisch angehen. Wen die Mathematik hinter dem Mining Pools interessiert, der findet unter https://en.wikipedia.org/wiki/Mining_pool eine sehr gute Erklärung hinsichtlich der Verteilungsverfahren von Gewinnen in den Pools. Grundsätzlich kann man die Funktionsweise eines Mining Pools mit der einer Lotto Tippgemeinschaft vergleichen. Wenn sich viele Spieler zusammen tun, dann hat die ganze Gemeinschaft eine höhere Chance auf einen Gewinn.

Würde ein einzelner Miner heute beim Bitcoin versuchen im Proof of Work Verfahren einen Bitcoin zu schürfen, so hätte er bei der aktuellen Schwierigkeit wohl kaum mehr eine Chance. Bei einem Mining Pool schließen sich mehrere Miner über einen zentralen Pool zusammen und leisten anteilig ihren Beitrag an Rechenleistung. Je nach Ausschüttungsverfahren beim jeweiligen Pool erhält jeder Teilnehmer nun einen Stück vom Kuchen. Dieses Verfahren hat sich im internationalen Wettbewerb um das digitale Gold durchgesetzt.

Was macht ein kleiner Miner ohne eigenen Pool?

Die Aussage, ein echter Mining Anbieter müsse einen eigenen Pool vorweisen, lässt sich mit einem einfachen Beispiel ad absurdum führen. Jeder private Miner, der zuhause seine Mining Anlagen selbst zusammenbaut und Mining betreibt nutzt Mining Pools um international im Wettbewerb eine Chance zu haben. Natürlich betreibt auch der Hobby Miner echtes Mining, auch wenn dieser nicht auf blockchain.info gelistet ist.

Wie unterscheidet man einen echten Miner von einem SCAM?

Nun, wie unterscheidet man in der Wirtschaft grundsätzlich seriöse Unternehmen von Betrugsfirmen? Grundsätzlich gelten folgende Dinge zu beachten:

  • Natürlich ist ein eigener Pool auf blockchain.info ein guter Nachweis (jedoch nicht zwingend notwendig)
  • Ein guter Trackrecord bzw. eine Historie über viele Jahre
  • Bilder und Videos der Mining Anlage
  • Impressum und aktiver Support von sichtbaren Menschen
  • Realistische Auszahlungen entsprechend der gekauften Hashrate (zu hohe Vergütungen sprechen meist für eine Umverteilung und kein echtes Mining)

Sollte ich noch Punkte vergessen haben, schreiben Sie mir bitte diese Punkte in das Kommentarfeld dieses Beitrags.

Wieso hat beispielsweise Bitclub Network einen eigen Mining Pool?

Ich muss gestehen, am Anfang wusste auch ich auf diese Frage keine logische Antwort. Entgegen der weitläufigen Meinung, ein echter Cloud Mining Anbieter brauche einen eigenen Mining Pool, dachte ich immer, es wäre doch viel logischer mit den bestehenden Pools zu arbeiten. Ein großer Cloud Mining Anbieter hat eigentlich durch die Option des regelmäßigen Pool Wechsels viel mehr Möglichkeiten hinsichtlich seiner strategischen Ressourcenverteilung.

Dann führte ich jedoch Gespräche mir unterschiedlichen Experten im Bereich der Blockchain Technologie und diese bestätigen mir im Grunde meine erste Vermutung. Der eigene Pool dient im Wesentlichen zu Marketingzwecken. Ein Anbieter wie beispielsweise Bitclub, der zweifelsohne ein echter Mining Anbieter ist, jedoch über kein Impressum verfügt und vollständig anonym agiert, kann seine seriösität nur über einige wenige Faktoren beweisen:

  1. laufende störungsfreie Auszahlung
  2. aufbaue einer langjährigen Reputation
  3. Transparenz hinsichtlich seiner gefunden Blöcke im eigenen Mining Pool

Bitte verstehen Sie meine Absicht, Bitclub Network dient in diesem Fall aufgrund seiner Bekanntheit als Beispiel. Sollte ich einen wesentlichen Aspekt vergessen haben, bitte in das Kommentarfeld dieses Artikels schreiben.

Wieso hat Genesis Mining keinen eigenen Pool?

Die Gründe sind im Wesentlichen bereits im Absatz zuvor genannt, der Wechsel von Pools schafft einem Cloud Mining Anbieter spezifische Freiheiten und Flexibilität. Bei extrem großen Anbietern wie beispielsweise Genesis Mining spielen noch weitere Faktoren eine große Rolle.

Diese Mega-Cloud-Mining-Anbieter stehen wie kein anderes Unternehmen in dieser Branche in einem weltweiten Wettbewerb mit beispielsweise den asiatischen Märkten. Hier geht es nicht mehr um ein paar Millionen, sondern um mehrere Milliarden Dollar im Jahr. Transparenz hinsichtlich Rechenleistung, Hardware, Kosten, Stromverbrauch usw. sind wesentliche Erfolgsfaktoren die um jeden Preis geschützt werden.

Zusätzlich kommt bei einem großen Anbieter wie Genesis Mining noch der Aspekt Verantwortung dazu. Ein Anbieter mit solch einer Rechenleistung hat eine Verantwortung gegenüber dem gesamten Markt. Schadet er dem Markt und dessen Teilnehmern, schadet er am Ende auch sich selbst. Das Unternehmen schreibt auf seiner Seite folgendes zum Thema Mining Pool:

„Wir veröffentlichen keine Liste unserer genutzten Pools. Unsere Hauptkriterien für einen guten Pool sind: Verlässlichkeit, Gebührenstruktur und Abstoßungsrate. Auch in Zukunft werden wir einige Coins solo-generieren (und geben die Gebührenersparnis an unsere Nutzer weiter!). Unser internes Motto ist: „Sei ein guter Krypto-Bürger“.

Das bedeutet, dass wir mindestens zwei verschiedene Pools (manchmal auch drei bis vier) für jeden Coin nutzen. Dies dient vor allem dazu die dezentrale Natur von Kryptonetzwerken zu erhalten. Wenn uns auffällt, dass ein Pool einen Anteil von fast 50% erreicht, werden wir zu einem Backup wechseln.“

Der letzte Satz ist sehr wichtig, er beschreibt das Problem eines dezentralen Systems. Würde jemand mehr als 50% der Rechenleistung stellen, entstünden Risiken für alle Teilnehmer des Systems. Ein verantwortungsvoller Umgang ist hier entscheidend. Man muss sich hierbei einmal der Macht solcher Anbieter bewusst werden, bei einer Bündelung der kompletten Rechenleistung in einem Pool, entstünde wenn auch nur zweitweise bei manchen Coins ein komplettes Monopol auf die geschriebenen Blöcke. Durch ein solches Verhalten, könnte der gesamte Markt gestört werden. Weil jedoch gerade Unternehmen wie Genesis Mining von diesem Markt leben, entsteht hier eine enorme Verantwortung.

Fazit

Auf meinem Magazin stelle ich Mining Anbieter mit entsprechend geprüften Kriterien vor. Am Ende sollten Sie sich jedoch einer Sache immer bewusst sein. Selbst wenn Sie Aktien eines Unternehmens wie Daimler oder der deutsche Bank kaufen, ein Risiko besteht immer. So verhält es sich auch bei den Mining Anbietern.

Als Endkunde kaufen Sie Rechenleistung für die Erschaffung eines spezifischen Coins, Faktoren wie Schwierigkeitsgrad, Preisanpassungen, Kurseinbrüche oder gesetzliche Regulierungen von Kryptowährungen können immer bis zu einem Totalverlust führen. Ein Geschäft mit einer so hohen Gewinnchance birgt immer auch proportional große Risiken. Dieses marktwirtschaftliche Grundgesetzt sollte auch im Zuge eines Krypto-Hypes niemals vergessen werden.

Wie immer freue ich mich über Kommentare unter diesem Beitrag.

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