FTX-Implosion treibt Regulierung und stärkt regulierte Anbieter

15.11.2022 11:34 698 mal gelesen Lesezeit: 4 Minuten 0 Kommentare

Thema in Kurzform

  • Die FTX-Implosion zeigt die Notwendigkeit strengerer Regulierungen, um Anleger zu schützen.
  • Investoren wenden sich verstärkt regulierten Plattformen zu, die mehr Sicherheit für ihre Coins bieten.
  • Regulierungsbehörden weltweit erhöhen ihre Bemühungen, um Transparenz und Verantwortlichkeit im Krypto-Sektor zu gewährleisten.

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Hamburg, 15. November 2022 – Die Insolvenz von FTX als einer der größten Kryptobörsen innerhalb von nur wenigen Tagen hat die Kryptowelt geschockt. Hartmut Giesen, Kryptoexperte bei der Hamburger Sutor Bank, sieht darin ein einschneidendes Ereignis: „FTX-Kunden müssen nicht nur um ihre Vermögenswerte bangen, Kryptoanleger nicht nur herbe Kursverluste bei sämtlichen Kryptowährungen hinnehmen. Gravierender ist, dass das Vertrauen in Kryptohandelsstrukturen massiv erschüttert ist. Für Verbraucher kann das nur heißen: Je regulierter, desto besser, wenn es darum geht, Kryptowerte zu handeln“, sagt Giesen. 

 

Verbraucher: Einlagensicherung und Bluechip-Währungen künftig im Fokus

 

Nach der FTX-Implosion sehen sich alle Kryptobörsen gezwungen, offen zu legen, was sie mit dem Geld und den Kryptowerten ihrer Kunden anstellen. „Kryptobörsen, die lange Zeit mit dem Status des Unregulierten kokettiert haben, werden künftig betonen, dass sie streng reguliert sind. Die Zukunft des Krypto-Investierens liegt in einem abgesicherten Marktzugang“, erklärt Hartmut Giesen. Dazu zählen aus Sicht des Kryptoexperten Standorte innerhalb der EU oder in den USA. Die Nase vorn dürften vor allem regulierte Banken und Verwahrer haben, bei denen Gelder einlagengesichert und die Verwahrung insolvenzsicher ist. Die Nutzung regulierter Institutionen schütze zwar nicht vor Wertschwankungen und -verlusten bei den Kryptowährungen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese einfach implodieren oder mit den Kundenassets Missbrauch treiben, sinke drastisch. Vor dem Risiko eines plötzlichen Werteverfalls bei den Kryptowährungen selbst, was auch beim FTX-Desaster wieder eine Rolle spielte, schützen Investments in den Bluechip-Währungen, zu denen heute nur Bitcoin und Ethereum gehören. 

 

Die Alternative zu regulierten Anbietern ist für Anlegerinnen und Anleger die eigene Verwahrung von Kryptowährungen und die Nutzung dezentraler Börsen. Mit Blick auf die eigene Verwahrung gibt es aus Sicht von Hartmut Giesen jedoch ebenfalls Risiken, zudem sei technisches Verständnis sowie ein vertieftes Wissen über Token und ihre Speicherbarkeit notwendig. Auch dezentrale Börsen seien per se nur etwas für versierte Anleger, auch müssten hier trotzdem initial Krypto-Assets gegen Euros gekauft werden. 

 

Prognose: Handel verlagert sich zu regulierten Dienstleistern

 

Aus Sicht von Hartmut Giesen wird sich der durch die FTX-Pleite ausgelöste Vertrauensverlust unmittelbar in Form von fallenden Handelsvolumina und Preisen niederschlagen. Bei den Kryptodienstleistern werde es zu einer Marktverschiebung kommen: „Der Handel wird sich schon jetzt zu den noch wenigen regulierten Dienstleistern verlagern. Die voranschreitende Regulierung, wie etwa in der EU die Kryptowerte-Verordnung MiCA, wird in Zukunft zu einer breiten, abgesicherten Handelsinfrastruktur führen“, stellt Giesen fest. 

 

Bei den Gründungs- und Entwicklungsaktivitäten gab es schon vor der FTX-Implosion eine Verschiebung der Aktivitäten von reinen Handelsmodellen zu Geschäftsmodellen zu beobachten, die zwar auf dezentraler Technologie basieren, aber mit Kryptowährungen selbst nicht viel zu tun haben. Dazu zählen Vorhaben vor allem in den Bereichen Security Token oder auch Blockchain-basierende Kapitalmärkte“, sagt Giesen.  

 

Vor- und Nachteile der Regulierung von Kryptowährungen

Pro Contra
Stärkere Regulierung kann das Vertrauen der Investoren stärken. Eine übermäßige Regulierung kann Innovationen hemmen.
Geregelte Anbieter könnten von einer verbesserten Wettbewerbsposition profitieren. Nicht regulierte Anbieter könnten benachteiligt werden oder an den Rand gedrängt werden.
Schutz vor Betrug und Marktmanipulation wird verbessert. Es könnte eine Eintrittsbarriere für kleinere Unternehmen oder Start-ups darstellen.
Gesamte Branche könnte an Seriosität gewinnen. Die Regulierung könnte das Wachstum der Krypto-Industrie verlangsamen.

„Die Krypto-Revolution frisst ihre eigenen Kinder“

„Die Krypto-Revolution frisst ihre eigenen Kinder“

 

Das Verschwinden von FTX als eine der größten Kryptoplattformen setzt nun eine Marktbereinigung in Gang. „Die Krypto-Revolution frisst gewissermaßen ihre eigenen Kinder. Wurde Krypto einst als Reaktion auf die Finanzkrise entwickelt, um deren Ursachen technisch zu beseitigen, wird Krypto nun selbst zum Krisenschauplatz. Ansteckungsgefahren für das Finanzsystem gibt es noch nicht, weil das Kryptohandelssystem immer noch vergleichbar klein ist. Doch so wie nach der Finanzkrise ein resilienteres Finanzsystem entwickelt wurde, werden wir das für das Kryptosystem ebenfalls beobachten“, erklärt Experte Giesen. 

 

Unabhängig vom Status und Zustand des Handelssystems für Kryptwährungen wird die Blockchain als Technologie die Basis für die Kapitalmarkt- und Finanzinfrastruktur der Zukunft sein. Kryptoassets repräsentieren dann nicht mehr nur Kyptowährungen, sondern Zentralbankwährungen, Wertpapiere oder Sachwerte. 

 

Über die Sutor Bank 

 

Die Hamburger Sutor Bank, gegründet 1921, ist heute eine feste Größe unter Deutschlands Partnerbanken für Next-Finance-Geschäftsmodelle. Mit rund 120 Mitarbeitern verfolgt sie dabei einen partnerschaftlichen Ansatz, der sich auf den gemeinsamen Erfolg fokussiert. Für Fintechs und digitale Gründer bündelt die Sutor Banking-Plattform sowohl Standard- als auch Individuallösungen für die Bereiche Konten und Zahlungen, Kredite sowie Wertpapier- und Kryptowertehandel. Darüber hinaus bietet die Sutor Bank mit ihrem Private Banking Vermögensverwaltung und -beratung, sie managt zahlreiche Stiftungen und arbeitet im B2B-Geschäft mit Finanzdienstleistern und Investmentgesellschaften zusammen.


Häufig gestellte Fragen zum Blogbeitrag: "FTX-Implosion treibt Regulierung und stärkt regulierte Anbieter"

Häufig gestellte Fragen zum Blogbeitrag:

Was versteht man unter FTX-Implosion?

Die FTX-Implosion bezieht sich auf den starken Preisverfall und das daraus resultierende Chaos auf der FTX-Krypto-Börse.

Was ist die Auswirkung der FTX-Implosion auf die Krypto-Regulierung?

Die FTX-Implosion hat dazu geführt, dass die Dringlichkeit für eine stärkere Kryptowährungs-Regulierung hervorgehoben wurde.

Wer profitiert von der FTX-Implosion?

Regulierte Krypto-Anbieter profitieren von der FTX-Implosion, da sie als sicherere Alternative wahrgenommen werden.

Warum ist die Regulierung von Kryptowährungen wichtig?

Die Regulierung von Kryptowährungen ist wichtig, um Anleger vor volatilen Marktbedingungen und betrügerischen Praktiken zu schützen.

Was macht einen Krypto-Anbieter reguliert?

Ein regulierter Krypto-Anbieter befolgt die von Finanzaufsichtsbehörden festgelegten Regeln und Vorschriften, was sie transparenter und vertrauenswürdiger macht.

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Zusammenfassung des Artikels

Die Insolvenz der Kryptobörse FTX hat die Kryptowelt geschockt und das Vertrauen in Kryptohandelsstrukturen massiv erschüttert. Hartmut Giesen, Kryptoexperte bei der Hamburger Sutor Bank, sieht in regulierte Banken und Verwahrer die besseren Optionen, um Geschäfte mit Kryptowährungen zu tätigen.

Ethereum im Höhenflug: Warum ETH jetzt Bitcoin aussticht
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In der aktuellen Folge geht es im Schwerpunkt um die Entwicklungen bei der Kryptowährung Ethereum (EHT).

Nützliche Tipps zum Thema:

  1. Vergewissere dich, dass du die Grundlagen der Kryptowährungen und deren Marktmechanismen verstehst, bevor du investierst.
  2. Recherchiere und lerne mehr über FTX und warum ihre Implosion die Regulierung antreibt. Es ist wichtig, dass du verstehst, wie solche Ereignisse den Markt beeinflussen können.
  3. Überlege, ob es für dich sinnvoll ist, in regulierte Anbieter zu investieren. Sie könnten eine sicherere Option sein, da sie stärker reguliert sind.
  4. Behalte immer im Auge, dass Kryptowährungen sehr volatil sein können. Lass dich nicht von schnellen Gewinnen verleiten und sei bereit, potenzielle Verluste zu akzeptieren.
  5. Bleibe immer auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen im Bereich Kryptowährungen und Blockchain. Die Landschaft ändert sich schnell und du musst bereit sein, deine Strategie anzupassen.