Können Bitcoins wertlos werden?

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Können Bitcoins wertlos werden?

Die gestellte Frage muss prinzipiell mit “Ja” beantwortet werden, denn keine Währung dieser Welt ist vor absolutem Wertverlust geschützt. In der Geschichte der Währungen überwog sogar das Scheitern. Ein den Deutschen geläufiges Beispiel ist die in der Weimarer Republik gültige Deutsche Mark, die ab 1923 an der Hyperinflation scheiterte und durch die Renten- und die Reichsmark ersetzt wurde, ein Beispiel der jüngeren Geschichte ist der Simbabwe-Dollar (1980 – 2015, gescheitert an Hyperinflation). Die Geschichte der Weltwirtschaft ist voll mit mehreren Hundert gescheiterten Währungen.

Die durchschnittliche Geschichte von Währungen belief sich jeweils nur auf wenige Jahrzehnte wie beispielsweise die der Deutschen Mark von 1948 bis 1998 und der DDR-Mark von 1948 bis 1990. Allerdings ist die Deutsche Mark der Nachkriegszeit nicht gescheitert, sie wurde durch den Euro ersetzt.

Warum kann eine Währung wertlos werden?

Hyperinflation ist ein Grund, häufig spielen auch politische Ereignisse wie bei der Ablösung der DDR-Mark 1990 eine Rolle. Hyperinflation ist beim Bitcoin allerdings kaum vorstellbar: Diese Währung soll aufgrund des technischen Vorgangs ihrer Erschaffung (“Mining”) endlich sein und daher im Gegenteil immer wertvoller werden. Es bestehen aber andere Risiken. Dazu zählen:

  • technischen Versagen
  • konkurrierende Währungen
  • politische Streitfragen
  • Hackerangriffe und eine möglicherweise langfristig sinkende Akzeptanz von Kryptowährungen

Die Faustregel besagt, dass keine Währung absolut sicher ist. Um den Euro etwa wird seit seiner Existenz diskutiert, sein Scheitern wird immer wieder prophezeit. Daher sind Fehlschläge und Krisen bei einer neu erfundenen Währung niemals auszuschließen.

Wie wahrscheinlich ist ein aktueller Wertverlust des Bitcoins?

Seit seiner Einführung ist der Bitcoin im Wert nahezu pausenlos gestiegen. Kurz nach der Erschaffung kostete ein Bitcoin weniger als einen Dollar, im Juli 2017 kostet er rund 2.500 Dollar. Es gab allerdings zwischenzeitliche Preisrückgänge beispielsweise infolge des Diebstahls von Bitcoins, der die Anleger verunsicherte. Solche Ereignisse lassen sich künftig durch eine verbesserte Technik unterbinden. Sie ähneln dem Aufkommen von Falschgeld, dem die Zentralbanken ebenfalls mit immer neuen Sicherheitsmerkmalen bei den Geldscheinen begegnen.

Bezüglich seiner Wertschöpfung sollte der Bitcoin nicht wertlos werden, denn die virtuellen Einheiten sind in ihrer absoluten Menge begrenzt: Bei 21 Millionen Bitcoins ist Schluss. Bezogen auf andere knappe Werte wäre das in etwa dasselbe, als wenn wir genau wüssten, wie viel Gold es auf der Erde gibt und wo die absolute Grenze der Förderung liegt. Vom Gold weiß das aber niemand. Dementsprechend steigt der Goldpreis längst nicht so rasant wie der des Bitcoins, in den letzten Jahren (seit Ende 2011) steigt er gar nicht mehr.

Der Preisanstieg des Bitcoins setzt sich im Sommer 2017 scheinbar ungebremst fort, aktuell ist also ein signifikanter Wertverlust bis hin zur Wertlosigkeit eigentlich nicht vorstellbar.

Wie wäre zu erkennen, dass der Bitcoin wertlos wird?

Einen bloßen temporären Preisverfall sind Bitcoin-Besitzer inzwischen gewöhnt. Wenn es einen längerfristigen Abwärtstrend im Preis geben sollte, der Preis also länger als ein Jahr sinkt, würde jedermann die Ursachen hierfür hinterfragen. Sollte es sich herausstellen, dass fundamentale Gründe gegen das Bestehen der digitalen Währung sprechen, müssten diese Gründe hinterfragt werden: Sind alle Kryptowährungen betroffen oder nur der Bitcoin? Wurden die oben genannten Risiken falsch eingeschätzt?

Unter anderem würde sich die Anlegergemeinde dann intensiver mit den technischen Hintergründen des Bitcoin-Minings befassen, die bislang nur sehr wenige Menschen wirklich verstehen. Sollten nun wirklich fundamentale Gründe für den Preisverfall der virtuellen Währung sprechen, dürften alle Bitcoin-Besitzer diese so schnell wie möglich verkaufen wollen, was den Preis ins Bodenlose schicken würde. Das wäre dann das Aus für den Bitcoin. Wenn es aber keine wirklichen fundamentalen Gründe gibt, dürfte er sich langfristig durchsetzen. Dass es bei einer so blutjungen Technologie ein Auf und Ab gibt, ist nicht verwunderlich.

Man denke nur einmal an die Euphorie bezüglich des Internets, die Dotcom-Blase und deren Platzen im Jahr 2001. Dieses Platzen bedeutete aber keinesfalls das Aus für das Internet oder die Online-Wirtschaft, wie wir heute alle wissen. Daher ist auch bezüglich des Bitcoins, der auf einer wirklich soliden Technologie basiert, zu großer Gelassenheit zu raten.


 
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