Veröffentlicht: 12.07.2017

Bitcoins sicher aufbewahren

Bitcoins sicher aufbewahren

Wie lassen sich Bitcoins sicher aufbewahren? Hierfür ist ein Bitcoin-Wallet nötig. Dieses verwahrt private Schlüssel, mit denen Nutzer auf eine Bitcoin-Adresse zugreifen können. Dort können sie Guthaben empfangen und versenden. Das Bitcoin-Wallet, also die Brieftasche für virtuelles Geld, kann ganz unterschiedlich beschaffen sein. Es gibt folgende Möglichkeiten:

  • lokales Destop-Wallet
  • App-basiertes Mobile Wallet
  • Online Wallet
  • Hardware Wallet auf einem Stick
  • Paper Wallet (auf dem Papier)

Die Variante des Paper Wallets erscheint sicher kurios, doch es gibt sie. Natürlich werden überwiegend die digitalen Wallets genutzt. Dabei sind Paper Wallets allein schon deshalb sicher, weil auf sie kein Hackerangriff möglich ist. Auf dem Papier erscheinen zwei QR-Codes: einer für die öffentliche Adresse, über die Bitcoins empfangen werden, einer für den privaten Schlüssel zum Verwahren und Versenden der Bitcoins.

Wie funktionieren digitale Bitcoin Wallets?

Wallets (elektronische Geldbörsen) gibt es auch für konventionelles Geld. Sie bewahren technisch gesehen die Keys (die digitalen Schlüssel) für den Zugriff auf ein Guthaben auf. Im Falle der Bitcoins greift der Inhaber mit seinem Wallet auf eine Bitcoin-Adresse zu und autorisiert dort eine Transaktion oder fragt einfach seinen Kontostand ab. Im Einzelnen funktionieren sie wie folgt:

Desktop Wallet

Wer auf dem Desktop Rechner einen Bitcoin Core per Wallet installiert hat, verwendet ein Desktop Wallet. Dieses ermöglicht auf dem stationären Rechner den Umgang mit Bitcoins, also ihren Kauf, Verkauf, Versand, die Kontoabfrage und die Aufbewahrung. Die Software generiert zu solchen Zwecken eine Bitcoin-Adresse und die nötigen Keys. Es gibt verschiedene Desktop Wallets mit unterschiedlichen Features und für verschiedene Betriebssysteme. MultiBit wurde für Windows, Linux und Mac OSX geschaffen, Hive basiert nur auf OS X, bringt einzigartige Features mit und erlaubt den Appstore-Zugriff auf mehrere Bitcoin-Services. Armory gilt als sehr sicheres Desktop Wallet, DarkWallet wurde für besonders anonyme Transaktionen geschaffen. Es tauscht als Browser Plugin mithilfe des Coin-Mixers Guthaben von Nutzern untereinander aus. Das erschwert das Tracking und verschleiert die Identität.

Mobile Wallets

Für das praktischere Handling mit dem Smartphone oder Tablet wurden Mobile Wallets entwickelt, die sich auf den mobilen Endgeräten installieren lassen. Einige von ihnen unterstützen NFC (Near Field Communication), sodass es genügt, das Smartphone an ein Terminal zu halten: Damit wird dann mit Bitcoins bezahlt. Nun dürfte ein Laie sofort anmerken, dass doch diese mobilen Wallets sicher sehr vorteilhaft sind und bestimmt die gängigste Lösung sein sollten, doch sie haben einen entscheidenden Nachteil: Vollwertige Bitcoin-Clienten sind sie nicht.

Zu diesem Zweck müssten sie sich permanent die wachsende Blockchain downloaden, die inzwischen mehrere Gigabyte umfasst. Das würde die Speicherkapazität der Smartphones und die Guthaben der Handynutzer sprengen, es wäre nicht markttauglich. Mobile Wallets nutzen daher die SPV (Simplified Payment Verification), die mit einem kleineren Teil der Blockchain auskommt und für die sichere Transaktion genügt. Doch die Wallets sind anders als Desktop Wallets nicht immer auf dem neuesten Stand. Android und iOS Mobile Wallets kommen von Jaxx, Bread, Bitcoin Wallet, Xapo, Mycelium und Blockchain. Einige der Wallets bewahren auch andere virtuelle Währungen auf.

Die Schlüssel liegen auf dem Smartphone oder Tablet, außerdem wird eine cloudbasierte Sicherheitskopie erstellt. Die Mobile Wallets waren anfangs umstritten, Apple verbannte sie gar zeitweise aus seinem App Store. Seit Juli 2014 gibt es aber auch dort (auf iTunes) die Mobile Wallets als App, es sind fast alle bekannten Wallet-Anbieter vertreten. Das Aegis Bitcoin Mobile Wallet können Nutzer sogar per Android Smartwatch verwenden.

Online Wallet: Diese Wallets verwahren den privaten Schlüssel in der Cloud. Das macht ihn hoch verfügbar, es wirft aber aus Sicht der Nutzer Fragen nach der Sicherheit auf. Es sind zwar im Prinzip keine Fälle bekannt, in denen einen wirklich gesicherte Cloud ohne Phishing gehackt wurde. Doch bei einem größeren Bitcoin-Guthaben dürften entsprechende Bedenken aufkommen. Ein Beispiel für Online Wallets bietet Coinbase. Dieses Bitcoin Wallet gehört zu einer weltweit operierenden Börse für Bitcoins, das Handling ist sehr praktisch. Wer hier Bitcoins handelt, kann sie gleich an Ort und Stelle verwahren. Ebenso geht Circle vor, diese Börse mit Wallet-Funktion bietet ihren US-amerikanischen Nutzern sogar die Möglichkeit, das eigene Bankkonto mit der Plattform zu verbinden. Europäer benötigen hierfür aktuell (Sommer 2017) noch eine Kreditkarte. Weitere Anbieter sind Blockchain, dieses Online Wallet nutzen inzwischen mehrere Millionen Menschen, und außerdem Strongcoin mit einer Hybridlösung aus Browserverschlüsselung und Online Wallet.

Hardware Wallet

Wer Angst vor Hackerangriffen hat, wird sich bestimmt für ein Hardware Wallet entscheiden. Das ist ein USB-Stick, auf dem die Bitcoin-Keys abgelegt werden. Beispiele wären das Trezor Hardware Wallet und das Ledger USB Wallet, beide Varianten gibt es auf Amazon.

Lassen sich mit digitalen Wallets Bitcoins sicher aufbewahren?

Im Prinzip, ja. Der private Schlüssel fungiert wie eine PIN für die EC-Karte oder das Online-Banking. Diesen Schlüssel dürfen die Nutzer natürlich nicht verlieren, dann kommen sie an ihre Bitcoins nicht mehr heran. Er darf auch keinem Dieb in die Hände fallen. Wer diesen Schlüssel allerdings auf einem Rechner ungesichert speichert, könnte Opfer eines Hackerangriffs werden.

Bei der Aufbewahrung stellen sich die Nutzer nicht nur die Fragen nach der Sicherheit vor Hackerangriffen, sondern auch nach der vor dem Blick von Behörden. Es gibt nämlich ein wesentliches Merkmal der Blockchain, in der die Bitcoin-Transaktionen stattfinden: Sie macht alle Transaktionen inklusive der dazugehörigen Bitcoin-Adressen sichtbar und nachvollziehbar.

Die Schlüssel für die Transaktionen bleiben natürlich geheim. Das Bitcoin-Netzwerk gilt daher als pseudoanonym, nicht hingegen als vollkommen anonym. Diesen Zustand möchten Behörden für eine Rolle als “Bitcoin-Polizei” ausnutzen, um Transaktionen nachzuverfolgen. Wo so viel Transparenz ist, wächst das Bedürfnis nach Verschlüsselung und Verschleierung. Daher bieten inzwischen einige Firmen die Nutzung von Coin-Mixing wie bei Dark Wallet (siehe oben) oder Stealth-Adressen an, welche die Transaktionen wiederum verschleiern. Das betrifft allerdings die Anonymität, nicht die Sicherheit der Bitcoins.

Diese wird durch den privaten Schlüssel gewährleistet. Wer seine Bitcoins sicher aufbewahren möchte, muss vor allem diesen Schlüssel schützen – ähnlich wie die Login-Daten für das klassische Online-Konto. Es ist zu erwarten, dass über die Sicherheitsaspekte bei Bitcoins noch eine ganze Weile diskutiert wird. Das liegt auch am technischen Know-how, das für die Nutzung erforderlich und längst nicht jedermanns Sache ist. Es gibt heute noch sehr viele Menschen, die nicht einmal gewöhnliches Online-Banking nutzen. Die Online-Banking Nutzer wiederum werden permanent vor Phishing oder dem unsicheren Verwahren ihrer Zugangsdaten gewarnt.

Dabei ist das Online-Banking in seiner heutigen Form inzwischen über zwei Jahrzehnte alt. Bis also eine Masse von Nutzern an Bitcoins als alltägliches Zahlungsmittel glaubt, mit den eWallets umgehen kann und sich an die relevanten Sicherheitsregeln hält, dürfte noch relativ viel Zeit vergehen.

Newsletter
jede Woche die neuesten Artikel und exklusive Insights von Kryptomagazin

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.